{"id":5526,"date":"2016-05-19T11:20:50","date_gmt":"2016-05-19T09:20:50","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2016\/05\/19\/lieber-udo-lindenberg-70-nimm-noch-lange-nicht-deinen-hut\/"},"modified":"2023-07-03T16:29:42","modified_gmt":"2023-07-03T14:29:42","slug":"lieber-panik-udo-70-nimm-noch-lange-nicht-deinen-hut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2016\/05\/19\/lieber-panik-udo-70-nimm-noch-lange-nicht-deinen-hut\/","title":{"rendered":"Lieber Panik-Udo (70): &#8218;Nimm noch lange nicht Deinen Hut&#8216;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_58846\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-58846\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Udo-Lindenberg-Interview-in-Hamburg-2-1024x747.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"747\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Udo Lindenberg bei einem Interview mit Peter Pionke, in den 80er Jahren \u00a0Society-Reporter des K\u00f6lner EXPRESS. &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>Udo Lindenberg ist 70 Jahre alt. Da f\u00e4llt es mir irgendwie schon ein wenig schwer, in diesem Zusammenhang \u00fcberhaupt die Zahl \u201c70\u201c zu tippen. Kaum zu glauben, auch der Berufsjugendliche, der Hoffnungstr\u00e4ger von Generationen, das vermeintliche Evergreen, kommt in die Jahre. Selbst vor dieser Legende macht das Alter nicht halt. Aber jetzt blo\u00df keine Panik.<\/p>\n<p>\u201eDass ich jetzt 70 werde, ist nicht schlimm. Viel schlimmer w\u00e4re es, wenn ich erst gar nicht 70 geworden w\u00e4re\u201c, bringt Lindenberg das Thema Alter in seiner gewohnt lockeren Art auf den Punkt. 1LIVE-Chef Jochen Rausch, seit vielen Jahren mit Udo Lindenberg befreundet, ist begeistert von seiner authentischen Art. \u201eWenn Udo sagt: \u201aMit dem letzten Akkord in die Gruft\u2018, dann meint er das so.\u201c<\/p>\n<p>Ich selbst war nie mit Udo befreundet. Aber wenn wir uns getroffen haben, sind wir immer freundschaftlich miteinander umgegangen. Unsere Wege haben sich beruflich mehrfach gekreuzt. Ich erinnere mich noch genau an meine erste Begegnung mit Udo. Es war in den 80er Jahren.<\/p>\n<p>Als blutjunger Society-Reporter des K\u00f6lner EXPRESS hatte ich die Ehre, Panik-Udo w\u00e4hrend einer \u201eTelefon-Aktion\u201c zu betreuen. Leser konnten mit einem ganz normalen, analogen Telefon anrufen und \u201eLindi\u201c mit Fragen l\u00f6chern. Und pl\u00f6tzlich stand er vor mir &#8211; locker, l\u00e4chelnd, gut gelaunt. Er trug einen hellgr\u00fcnen Ledermantel mit rot abgesetzten Taschen. Und nat\u00fcrlich hatte er seinen ber\u00fchmten Panik-Hut auf. Udo sch\u00fcttelte mir die Hand und kam sofort zur Sache: \u201eEy Alter, lass uns durchstarten. Feuer frei!\u201c<\/p>\n<p>Anruf auf Anruf. Udo in seinem Element. Er beantwortete bereitwillig und geduldig s\u00e4mtliche Fragen &#8211; selbstverst\u00e4ndlich in seiner bekannt schnoddrigen, nuscheligen Art. Aber er war an diesem Tag noch schwerer zu verstehen als sonst. Das hatte einen ganz bestimmten Grund. Udo griff immer wieder in eine Tasche seines nicht gerade dezenten Ledermantels und zauberte einen Flachmann hervor. Und seine gr\u00fcn-rote Leder-Kutte hatte verdammt viele Taschen. Auch wenn sein Alkohol-Pegel stetig stieg, f\u00fcr jeden Fan hatte er ein paar nette Worte \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Ich habe den \u201eewigen Hotel-Gast\u201c Udo Lindenberg in der Folgezeit h\u00e4ufiger wiedergetroffen, eher zuf\u00e4llig Backstage bei Konzerten und Festivals, aber auch ganz gezielt bei mehreren Interviews in Hamburg. Ich war auch einer der ersten, der \u00fcber seine Aff\u00e4re mit S\u00e4nger-Kollegin Nena berichtet hat. Keine Panik, Udo hat es mir nicht \u00fcbel genommen.<\/p>\n<p>Seine Musik mochte ich schon damals und mag sie auch heute noch &#8211; besonders seine wundersch\u00f6nen Balladen wie \u201eHorizont\u201c, \u201eNichts haut einen Seemann um\u201c oder \u201eGegen die Str\u00f6mung\u201c. Mir gef\u00e4llt sein Wortwitz in den Texten.<\/p>\n<p>Udo Lindenberg ist 70 Jahre alt! Er selbst hat sich in all den Jahren \u00fcberhaupt nicht ver\u00e4ndert, au\u00dfer, dass er kaum noch Alkohol trinkt und sich h\u00f6chstens einmal ein \u201eEierlik\u00f6rchen\u201c g\u00f6nnt. Aber die Gesellschaft um in herum hat sich total gewandelt. F\u00fcr viele betont konservative und seri\u00f6se Zeitgenossen war Panik-Udo mit seiner schnoddrigen Art von 20 Jahren noch ein langhaariger B\u00fcrgerschreck, \u201eder noch nicht einmal richtig singen kann\u201c.<\/p>\n<p>Heute z\u00e4hlen er und sein Liedgut schon fast zum Weltkultur-Erbe. Alle lieben Udo inzwischen. Und selbst mein 86 Jahre alter Herr Papa findet ihn pl\u00f6tzlich ganz nett, was mich &#8211; ehrlich gesagt &#8211; fast schon ein wenig in Panik versetzt. Mich w\u00fcrde nicht mehr wundern, wenn selbst Angela Merkel, Barack Obama oder Papst Franziskus eine Lindenberg-CD im Schrank oder auf der Festplatte h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Auch wenn einige Songs auf dem neuen, grandiosen Lindenberg-Album \u201eSt\u00e4rker als die Zeit\u201c ein wenig nach Abschied klingen (\u201eWenn die Nachtigall verstummt\u201c), hoffe ich, dass \u201eunser\u201c Udo noch lange, lange nicht seinen Hut nimmt&#8230;<\/p>\n<p><em>Text: Peter Pionke<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der beliebte Deutsch-Rocker Udo Lindenberg hat gerade seinen 70. Geburtstag gefeiert. STADTZETUNGS-Redaktionsleiter Peter Pionke erinnert sich an sein erstes Treffen mit Panik-Udo, der lebenden Legende.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":5525,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-5526","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-05 02:30:56","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5526","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5526"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5526\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58845,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5526\/revisions\/58845"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5525"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5526"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5526"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5526"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}