{"id":52293,"date":"2022-05-30T18:39:04","date_gmt":"2022-05-30T16:39:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=52293"},"modified":"2022-06-04T09:21:14","modified_gmt":"2022-06-04T07:21:14","slug":"prof-dr-hartmut-guelker-ein-leben-fuer-das-herz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2022\/05\/30\/prof-dr-hartmut-guelker-ein-leben-fuer-das-herz\/","title":{"rendered":"Prof. Dr. Hartmut G\u00fclker: Ein Leben f\u00fcr das Herz"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_52299\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 936px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-52299\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG_0089-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"926\" height=\"649\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Herzspezialist Prof. Dr. Hartmut G\u00fclker &#8211; \u00a9 Siegfried J\u00e4hne<\/span><\/div>\n<p>F\u00fcr uns ist das beeindruckende Jubil\u00e4um Grund genug, dem weit \u00fcber die Grenzen der Stadt bekannten und renommierten Medizinmann einen Besuch abzustatten.<\/p>\n<p>Wir treffen G\u00fclker in seinem Barmer Haus, wo sich etliche versandfertige Kartons stapeln. Der Inhalt: \u201eStents\u201c, also medizinische Implantate zum Offenhalten von Gef\u00e4ssen f\u00fcr den Nahen Osten. Es geht ihm immer noch um praktische Hilfen ebenso wie um einen know-how Transfer in Regionen, in denen sich die kardiovaskul\u00e4re Medizin aus politischen und \u00f6konomischen Gr\u00fcnden nur langsam weiterentwickelt.<\/p>\n<p>Dabei sind ihm die Durchf\u00fchrung internationaler Workshops im Bereich der innterventionellen Kardiovaskul\u00e4ren Medizin und der Herzchirurgie besondere Anliegen, das er in der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Cardiomed CCS GmbH + Co KG Wuppertal betreibt, ohne eigene Gewinnabsichten, wie er ausdr\u00fccklich betont. Daneben ist er in Zusammenarbeit mit dem Bundesgesundheitsministerium Berlin und dem Ministerium f\u00fcr Gesundheit in Bagdad Mitorganisator der &#8222;preferred partnership&#8220; Deutschland &#8211; Irak im Gesundheitswesen.<\/p>\n<h4>Hilferuf aus Bagdad<\/h4>\n<p>Ein im Internet verbreiteter Hilfe-Rundruf aus Bagdad sollte ihn erstmals 2003 direkt nach Ende des ersten Irak-Krieges in diesen Teil der Welt f\u00fchren. Ein Irakischer Kollege, den er aus Mainz kannte, suchte Unterst\u00fctzung. Und Prof. Dr. Hartmut G\u00fclker, Arzt aus Leidenschaft, f\u00fchlte sich angesprochen. Obwohl er in Bagdad nach dem Golfkrieg eine bedenkliche Sicherheitslage vorfand, faszinierte ihn die dortige Welt.<\/p>\n<div id=\"attachment_52300\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 301px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-52300\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG_0001-2.jpg\" alt=\"\" width=\"291\" height=\"369\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Urkunde der \u00c4rztekammer Nordrhein<\/span><\/div>\n<p>In der Unterst\u00fctzung beim Wiederaufbau der Kardiovaskul\u00e4ren Medizin im Irak in Zusammenarbeit mit dem Ministerium f\u00fcr Gesundheit in Bagdad fand er eine Aufgabe, die ihm nach mehr als 20 Jahren Erfahrung als Direktor der kardiologischen Abteilung des Herzzentrums in Wuppertal ganz neue, f\u00fcr ihn sinnvolle Perspektiven bot. Daneben beriet er international Regierungen und Forschungseinrichtungen. Aufgaben, die aufgrund von Corona allerdings vollst\u00e4ndig zum Erliegen kamen, jetzt aber wieder anlaufen.<\/p>\n<p>Sein Bewegungsradius, aber auch sein Denkradius haben sich seither deutlich ver\u00e4ndert. Er sieht die Welt inzwischen mit anderen Augen. Er sieht, wie die USA den Irak als wohlhabenden &#8222;Golfstaat&#8220; zerst\u00f6rt haben, danach aber aus seiner Sicht zum Aufbau demokratischer Strukturen nicht wirklich beitrugen, weil die Beseitigung einer zerst\u00f6rerischen Korruption und die Befriedung ganz inhomogener gesellschaftlicher Gruppen kein wirkliches Ziel darstellten, w\u00e4hrend die eigenen Interessen in ganz andere Richtung zielten: \u00d6l.<\/p>\n<p>Prof. G\u00fclker kann nicht vergessen, wie zahllose amerikanischen \u00d6ltransporter Richtung Rotes Meer fuhren und zu Ramschpreisen das \u00d6l \u00fcber Jahre aus dem Irak abtransportierten. Und er sah die Zerst\u00f6rung des syrischen Aleppo, f\u00fcr ihn eine der sch\u00f6nsten St\u00e4dte der Welt, durch dass von Russland unterst\u00fctzte Assad-Regime.<\/p>\n<div id=\"attachment_52301\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-52301\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG_0352-2.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"464\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. G\u00fclker vor einem Gem\u00e4lde seiner Familie &#8211; \u00a9 Siegfried J\u00e4hne<\/span><\/div>\n<p>Er beobachtet, wie Israelis in Syrien &#8211; augenscheinlich in Absprache mit den russischen Besatzern &#8211; immer wieder bombardieren. Die Bilder sind im Ergebnis identisch mit denen, die jetzt jeden Tag aus der Ukraine kommen. Um diese Angriffe ungest\u00f6rt fortsetzen zu k\u00f6nnen, nimmt Israel offensichtlich an derzeitigen Sanktionen gegen Russland nicht teil. \u201eWas ich mit eigenen Augen \u00fcber fast zwei Jahrzehnte gesehen habe, kommt im Deutschen Fernsehen nur rudiment\u00e4r vor. Es ist der Grund, warum ich seit vielen Jahren Jahren keine Tagesschau mehr anschaue\u201c.<\/p>\n<h4>Schlechte Noten f\u00fcr Politik<\/h4>\n<p>Kein gutes Zeugnis mag er auch den deutschen Regierungen ausstellen. \u201eMerkel, Schr\u00f6der, Steinmeier und Gabriel waren doch alle immer wieder in Moskau oder sonst wo mit Putin zusammen. und sie wollen nicht gesehen haben, nicht einmal das Gef\u00fchl gehabt haben, das Putin nicht vertrauensw\u00fcrdig ist? &#8220; Das glaubt er nicht. Und wenn er sich die extreme Energieabh\u00e4ngigkeit ansehe, fehlten ihm erst recht die Worte.<\/p>\n<p>Und auch das deutsche Gesundheitswesen sei ambulant und station\u00e4r dringend reformbed\u00fcrftig. Der notwendige nahtlose station\u00e4r-ambulante \u00dcbergang komme nicht voran, weil m\u00e4chtige Interessenvertreter sich gegenseitig blockierten. W\u00e4hrend Medizin immer teurer wird (siehe Krankenkassen &#8211; Bilanzen), werde die Qualit\u00e4t der Leistungen trotzdem nicht besser.<\/p>\n<p>Gleichzeitig schreite die Kommerzialisierung voran. Auch in \u00a0Wuppertal k\u00f6nne man das sehr gut beobachten. Es gehe nur noch um Rendite-Ziele, die gar nicht mehr erreicht werden k\u00f6nnten.\u00a0Und das \u00a0&#8211; so Prof. G\u00fclker &#8211; trotz aller z.T. aggressiver Aktionen &#8211; der Mediziner spricht da von Massen-Entlassung von Chef\u00e4rzten, Mehr-Abrechnungen \u00fcber sog. Privat-Kliniken, Einrichtung von Abteilungen ohne Abstimmung mit dem Land NRW. Am Ende bliebe nur noch der Verkauf an ausl\u00e4ndische Investoren.<\/p>\n<div id=\"attachment_52304\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 591px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-52304\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG_0347-2.jpg\" alt=\"\" width=\"581\" height=\"370\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Hartmut G\u00fclker, ein Mediziner voller Tatendrang &#8211; \u00a9 Siegfried J\u00e4hne<\/span><\/div>\n<p>Vom neuen Gesundheitsminister Karl Lauterbach erwartet Hartmut G\u00fclker nicht viel, weil ihm jede eigene praktische Erfahrung im deutschen Gesundheitswesen fehle. \u201eEr hat seine wissenschaftliche Ausbildung in den USA gemacht und war nie als Arzt t\u00e4tig\u201c. Mit diesem Hintergrund weiss man nicht, worum es geht. Das Thema eigne sich ausserdem nicht f\u00fcr Talk-Shows.<\/p>\n<h4>F\u00fcr Hobbys keine Zeit<\/h4>\n<p>Und wie gestaltet der Jubilar seinen Alltag heute? Was ist sein Rezept f\u00fcr sein langes Berufsleben? Hartmut G\u00fclker ist in einer kardiologischen Fachpraxis in Wuppertal t\u00e4tig und betreut hier noch regelm\u00e4\u00dfig seine Patienten. Und dies wolle er auch in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren so halten. Ver\u00e4nderungen an sich selber erlebe er dabei vor allem darin, dass er h\u00e4ufig schon instinktiv und beim ersten Augenschein Diagnosen stellen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Zeit f\u00fcr Hobbies habe er nie gehabt. Aber ihm fehle auch nichts, weil er in seinem Beruf immer voll aufgegangen sei. Seine vier Kinder haben ihm inzwischen neun Enkelkinder geschenkt, drei weitere seien noch zu erwarten. Aber &#8211; so Hartmut G\u00fclker- Enkelkinder geh\u00f6ren einem nicht.<\/p>\n<p>Und wie geht er selbst mit dem Thema Tod um. Prof. Dr. Hartmut G\u00fclker:\u00a0&#8222;An den Tod denke ich jeden Tag meines Lebens. \u00a0Ich bin ohne Eltern aufgewachsen, dann ist das so, das man immer nach Toten sucht. So hat die Vorstellung des eigenen Todes f\u00fcr mich gar nichts Fremdes. Das permanente Todes-Erlebnis hat vielmehr auch meine Berufs-Entscheidung bestimmt.&#8220; Beeindruckende Worte eines erfolgreichen Mediziners, der ein Leben f\u00fcr das Herz f\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Siegfried J\u00e4hne<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sein Name steht f\u00fcr die Themen rund um das Herz. Professor Dr. Hartmut G\u00fclker baute aus M\u00fcnster kommend ab Ende 1989 in den St\u00e4dtischen Kliniken der Stadt Wuppertal ein Herzzentrum auf. Das erste dieser Art, damals ein absolutes Novum f\u00fcr Wuppertal. In diesen Tagen feierte G\u00fclker, von der \u00d6ffentlichkeit kaum wahrgenommen, sein 50j\u00e4hriges Arztjubil\u00e4um.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-52293","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-25 07:45:33","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52293","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=52293"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52293\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":52324,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52293\/revisions\/52324"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52293"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52293"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52293"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}