{"id":52154,"date":"2022-05-20T20:44:16","date_gmt":"2022-05-20T18:44:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=52154"},"modified":"2022-05-27T12:04:04","modified_gmt":"2022-05-27T10:04:04","slug":"52154","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2022\/05\/20\/52154\/","title":{"rendered":"Dirk Emde: &#8222;Wer nicht s\u00e4t, wird nicht ernten&#8220;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_52158\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 914px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-52158\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Profilbild-Dirk-Emde-2.jpg\" alt=\"\" width=\"904\" height=\"797\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Visiodrom-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dirk Emde \u00a9 Visiodrom<\/span><\/div>\n<p>Dirk Emde sieht die BUGA 2031 &#8211; so sie denn kommt &#8211; als gro\u00dfe Chance f\u00fcr Wuppertal. Und er ist sich sicher, das viele Branchen und Einrichtungen &#8211; auch das Visiodrom &#8211; davon profitieren k\u00f6nnen. Wir haben uns mit Dirk Emde unterhalten.<\/p>\n<p><strong>DS: Die Maskenpflicht ist abgeschafft, der Alltag normalisiert sich nach zwei Jahren Covid-19-Pandemie ganz langsam. Momentan \u00fcberschattet Putins Krieg in der Ukraine alles. Wie reagieren Sie als Kulturschaffender darauf?<\/strong><\/p>\n<p>Dirk Emde: &#8222;Wie alle Kulturschaffenden haben auch wir unter den Ma\u00dfnahmen anl\u00e4sslich der Pandemie gelitten, wenn gleich wir hinter den Ma\u00dfnahmen standen und sie entsprechend aus \u00dcberzeugung umgesetzt haben. Auch wenn die Besucherzahlen zeitweise ganz ausblieben sind, haben wir die Zeit des Lockdowns genutzt und uns inhaltlich und technisch neu aufgestellt. Was den Krieg in der Ukraine betrifft sp\u00fcren wir keinen direkten Einfluss auf das Besucherverhalten bzw. auf die Besucherzahlen. Im Gegenteil. Im Rahmen unseres Angebots eines kostenfreien Eintritts f\u00fcr alle ukrainischen G\u00e4ste und deren deutschen Gastgeber freuen wir uns, dass dieses Angebot regelm\u00e4\u00dfig und zahlreich angenommen wird.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Rolle werden die Themen Corona und\u00a0Ukraine-Krieg\u00a0im Programm des Visiodroms spielen?<\/strong><\/p>\n<p>Dirk Emde: &#8222;Beides haben und werden wir im Programm nicht thematisieren.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Das Thema Bewerbung f\u00fcr die &#8222;BUGA 2031&#8220; wird in der Wuppertaler Bev\u00f6lkerung hei\u00df und kontrovers diskutiert. Wie stehen Sie dazu?<\/strong><\/p>\n<p>Dirk Emde: &#8222;Die Gesellschafter und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung vom Visiodrom sowie das gesamte Team steht hinter der BUGA 203, was wir auch in Form von diversen Beteiligungen bei werblichen Ma\u00dfnahmen in den Medien offensiv gezeigt haben. Wir sehen in der BUGA eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr unsere Stadt, aber auch f\u00fcr das Visiodrom. Mit rund 60.000 Besuchern und davon ca. 70 Prozent ausw\u00e4rtigen G\u00e4sten seit \u00d6ffnung im Juli 2021 &#8211; trotz coronabedingter Einschr\u00e4nkungen &#8211; wissen wir, wie viel Freude es bereitet, ausw\u00e4rtige G\u00e4ste zu empfangen und die positiven Seiten unserer Stadt zu zeigen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Was w\u00fcrde ein solches erfolgreiches Gro\u00df-Projekt aus Ihrer Sicht f\u00fcr die Stadt Wuppertal bedeuten?<\/strong><\/p>\n<p>Dirk Emde: &#8222;Neben den direkten baulichen und gestalterischen Effekten im Rahmen der BUGA in 2031 sehen wir vor allem die rund 9 Jahre Entwicklungs- und Entstehungszeit als eine wichtige Zeit des Aufbruchs und Wandels in Wuppertal an. Diese Chance sollten \u2013 ja d\u00fcrfen &#8211; wir uns nicht entgehen lassen.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_38828\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1010px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-38828\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/visiodrom_humans_gaskessel.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"700\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Werbung f\u00fcr die Show &#8222;Humans&#8220; im Visiodrom des Gaskessels Wuppertal &#8211; \u00a9 Visiodrom<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Die BUGA-Gegner nennen ihre Initiative &#8222;BUGA &#8211; so nicht&#8220;. Der Titel impliziert, sie k\u00f6nnten sich eine BUGA, aber in anderer Form vorstellen. Dem ist nat\u00fcrlich nicht so. Muss man dies nicht als eine bewusste, irref\u00fchrende Mogelpackung wahrnehmen?<\/strong><\/p>\n<p>Dirk Emde: &#8222;Grunds\u00e4tzlich ist es nat\u00fcrlich zu respektieren, dass Menschen in unserer Stadt eine andere Meinung zu diesem Thema haben. Schade und mitunter unfair finde ich allerdings, wie eindimensional und polemisch Gegenargumente vorgetragen werden. Ferner habe ich den Verdacht, dass zu den Gegnern nicht wenige B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger geh\u00f6ren, die sonst nicht viel zur Steigerung der Attraktivit\u00e4t unserer Stadt aktiv beitragen und auch sonst wenig bis keine Impulse f\u00fcr besondere Entwicklungen in unserer Stadt setzen. Es ist wom\u00f6glich kein Zufall, dass die Mehrzahl \u2013 wenn nicht alle \u2013kulturellen und gesellschaftlichen Leistungstr\u00e4gerinnen und Leistungstr\u00e4ger in Wuppertal f\u00fcr die BUGA sind. Das sind Menschen, die unsere Stadt formen und gestalten, anstatt alternativlos gegen etwas zu sein.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: K\u00f6nnen Sie das n\u00e4her erkl\u00e4ren?<\/strong><\/p>\n<p>Dirk Emde: &#8222;Was mir pers\u00f6nlich auch bei Betrachtung des Namens und der Akteure von \u201eBUGA \u2013 so nicht!\u201c fehlt, ist eine Bereitschaft sich auf Kompromisse einzulassen und sich aktiv in eine alternative Gestaltung einer BUGA einzubringen. Fakt ist, dass bei einer Ablehnung der Bewerbung s\u00e4mtliche F\u00f6rdergelder im hohen achtstelligen Bereich verloren sind. Diese werden dann auch nicht anderweitig in unsere Stadt flie\u00dfen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Mit welchen Argumenten w\u00fcrde Sie als Kulturschaffender die Wuppertalerinnen und Wuppertaler \u00fcberzeugen, beim B\u00fcrgerentscheid am 29. Mai 2022 mit NEIN und damit F\u00dcR die BUGA zu stimmen?<\/strong><\/p>\n<p>Drik Emde: &#8222;Als Unternehmer und nun auch als Kulturschaffender mit einem privatwirtschaftlichen Hintergrund steht f\u00fcr mich eines fest: Wer nicht investiert, wird nichts erwirtschaften. Wer nicht s\u00e4t, wird nicht ernten. Das gilt auch f\u00fcr eine BUGA, von der die Stadt vor, w\u00e4hrend und nach der BUGA finanziell, beim Image und optisch profitieren wird. Es ist eben nicht nur eine Bl\u00fcmchenschau, sondern ein gesamtst\u00e4dtisches Entwicklungsprojekt mit einem hohen Potential f\u00fcr ein attraktiveres Wuppertal. Ja, der Eigenanteil und die Betriebskosten w\u00e4hrend und nach der BUGA sind f\u00fcr die Stadt und die Gesellschaft eine Herausforderung. Das wird kein Spaziergang und es wird die obligatorischen Kostensteigerungen und Unw\u00e4gbarkeiten geben. Diese Risiken m\u00fcssen wir aber eingehen, um hinterher \u201eernten\u201c zu k\u00f6nnen. Ich habe hohes Vertrauen in den Kreis der Akteure und F\u00f6rderer des Projekts, der auch aus vielen erfolgreichen Unternehmen und den oben beschriebenen Leistungstr\u00e4gerinnen und Leistungstr\u00e4gern besteht. Da ist so viel Know-How bei Projekt- und Kostenmanagement, das wir nutzen sollten.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Bis zur BUGA sind es noch fast zehn Jahre. Das Konzept ist deshalb auch noch nicht in Stein gemeisselt. Welche Schwerpunkte w\u00fcrden Sie sich als Kulturschaffender w\u00fcnschen?<\/strong><\/p>\n<p>Dirk Emde: &#8222;Konkrete inhaltliche Schwerpunkte kann ich aktuell nicht nennen. Diese werden sich bei einer erfolgreichen Bewerbung bei mir und sicherlich bei vielen engagierten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern unserer Stadt noch ergeben. F\u00fcr w\u00fcnschenswert halte ich aktuell, dass die Gestaltung und Entwicklung nach einer Entscheidung f\u00fcr eine BUGA mit Beteiligung aller engagierten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern stattfinden, ohne dass ein \u00fcberzogenes Stadtteildenken und ein Nicht-in-meinem-Viertel-Gehabe aufkommen. Wir m\u00fcssen uns bewusst sein, dass die BUGA nicht \u00fcberall bzw. nirgends \u2013 je nach Blickwinkel \u2013 in Form von Umgestaltungen, Neubauten und Attraktionen stattfinden wird. Die BUGA ist gesamtst\u00e4dtisch und nicht auf der Ebene der Stadtteile zu betrachten.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Welchen Mehrwert k\u00f6nnte ein solches Gro\u00df-Projekt der Wuppertaler Kunst- und Kultur-Szene bescheren?<\/strong><\/p>\n<p>Dirk Emde: &#8222;Der Mehrwert wird in Form von mehr und anderen Besucherinnen und Besuchern von Veranstaltungen der Wuppertaler Kunst- und Kulturszene sein. Davon sind wir in Anbetracht des Erfolgs vom Visiodrom bei ausw\u00e4rtigen G\u00e4sten fest \u00fcberzeugt. Es kommen der symbolische K\u00f6lner oder D\u00fcsseldorfer nach Wuppertal, wenn das Angebot stimmt.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie kann sich die engagierte Wuppertaler Kulturszene bei diesem Gro\u00df-Projekt \u00fcberhaupt angemessen einbringen?<\/strong><\/p>\n<p>Dirk Emde: &#8222;Die M\u00f6glichkeiten sind vielf\u00e4ltig. Wir als Visiodrom zum Beispiel k\u00f6nnten vor und w\u00e4hrend der BUGA mit einer immersiven Projektionsshow auf unserer 6.500 qm 360\u00b0 Projektionsfl\u00e4che \u2013 die gr\u00f6\u00dfte in Europa \u00fcbrigens \u2013 mit emotional einstimmenden Bildern und Filmen begleiten. Unsere kreative Szene ist bekannt und gut darin, lokale Projekte aufzunehmen und kulturell und k\u00fcnstlerisch zu begleiten.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_43320\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-43320\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0897-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Hat den \u00dcberblick: &#8222;Visiodrom&#8220;-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dirk Emde auf dem Dach des Gaskessels &#8211; \u00a9 Paul Coon<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Stichwort &#8222;Kunst in der Natur&#8220;! Welche Ideen und Anregungen haben Sie zu diesem Thema?<\/strong><\/p>\n<p>Dirk Emde: &#8222;Als Einrichtung mit immersiven Projektionsshows in einem ehemaligen Gaskessel sind wir nicht unbedingt ein Sinnbild f\u00fcr \u201eKunst in der Natur\u201c. Dennoch k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich eindrucksvolle Naturaufnahmen spektakul\u00e4r auf 6.500 qm Projektionsfl\u00e4che in der 360\u00b0 Projektion zeigen, so wie wir es teilweise in der am 12.06.2022 auslaufenden Show HUMANS getan haben. Sicherlich f\u00e4llt uns da dann auch was zum Thema BUGA ein.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Inwieweit werden Sie das Thema BUGA 2031 in den n\u00e4chsten Jahren im Visiodrom aufgreifen?<\/strong><\/p>\n<p>Dirk Emde: &#8222;Bei einer Abstimmung f\u00fcr die BUGA und einer erfolgreichen Bewerbung k\u00f6nnen wir die in der vorletzten Frage dargestellten Projektionsshow ins Spiel bringen. Wir erwarten mit unseren Shows und Ausstellungen ohne Corona-Einschr\u00e4nkungen rund 100.000 Besucher im Jahr \u2013 davon die besagten 70 Prozet Ausw\u00e4rtige. Eine immersive und emotionale Thematisierung der BUGA w\u00e4re ein fantastischer medialer und kommunikativer Hebel bei allen heimischen und ausw\u00e4rtigen G\u00e4sten.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das spannende,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>informative Gespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Visiodrom im Gasometer steht f\u00fcr Visionen, f\u00fcr Emotionen, f\u00fcr Zukunft! Auf einer 6.500 qm Projektionsfl\u00e4che in der 360\u00b0 Projektion werden eindrucksvolle Foto- und Filmsequenzen gezeigt. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dirk Emde konnte sich \u00fcber 60.000 Besucher seit der Er\u00f6ffnung im Juli 2021 freuen. Mehr als die H\u00e4lfte waren ausw\u00e4rtige G\u00e4ste &#8211; und das zu Zeiten einer Corona-Pandemie. Er schaut optimistisch in die Zukunft &#8211; und dazu geh\u00f6rt auch die BUGA 31.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-52154","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-25 07:47:42","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52154","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=52154"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52154\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":52162,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52154\/revisions\/52162"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52154"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52154"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}