{"id":51868,"date":"2022-05-06T11:51:51","date_gmt":"2022-05-06T09:51:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=51868"},"modified":"2022-05-06T11:51:51","modified_gmt":"2022-05-06T09:51:51","slug":"christian-von-grumbkow-ukraine-krieg-macht-mich-schlaflos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2022\/05\/06\/christian-von-grumbkow-ukraine-krieg-macht-mich-schlaflos\/","title":{"rendered":"Christian von Grumbkow: Ukraine-Krieg macht mich schlaflos"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_51872\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-51872\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG_2696-2-1024x843.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"843\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Machen sich Sorgen wegen des Krieges in der Ukraine: Christian von Grumbkow und Lebensgef\u00e4hrtin Daria &#8211; \u00a9 Markus Bollen \/ Foto-Design &#8211; m.bollen@t-onine.de &#8211; www.panoramic-art.de<\/span><\/div>\n<p>Christian vom Grumbkow, der sein Atelier im romantischen, stilvollen Schloss L\u00fcntenbeck hat, l\u00e4sst nicht nur seine Werke sprechen, er hat auch selbst etwas zu sagen &#8211; zu Themen, die ihn und viele, viele andere in diesen Tagen und Wochen ber\u00fchren und bewegen. Und da artikuliert er seine Meinung unmissverst\u00e4ndlich.\u00a0Wir haben uns mit ihm unterhalten.<\/p>\n<p><strong>DS: Die Maskenpflicht ist abgeschafft, der Alltag normalisiert sich nach zwei Jahren Covid-19-Pandemie ganz langsam. Momentan \u00fcberschattet Putins Krieg in der Ukraine alles. Wie reagieren Sie als K\u00fcnstler darauf?<\/strong><\/p>\n<p>CvG: &#8222;Mit heftigen emotionalen Bildern, teilweiser Schlaflosigkeit und Sorgen, auch weil die Eltern meiner Freundin Daria in Jekaterinburg\/Ural leben und bei Telefonaten sehr manipuliert wirken. Kaum glauben k\u00f6nnen, was wir hier so wahrnehmen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Rolle werden die Themen Corona und\u00a0Ukraine-Krieg\u00a0in k\u00fcnftigen Arbeiten\/Werken spielen?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p>CvG: &#8222;Die Welt hat sich zwei mal in den letzten beiden Jahren entscheidend ver\u00e4ndert und ich reagiere als K\u00fcnstler entsprechend.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Das Thema &#8222;BUGA 2031&#8220; wird in der Wuppertaler Bev\u00f6lkerung hei\u00df und kontrovers diskutiert. Wie stehen Sie dazu?<\/strong><\/p>\n<p>CvG: &#8222;Ich bef\u00fcrworte die BUGA 2031 und setze mich daf\u00fcr ein, dass sie in der ein oder anderen Form realisiert wird! Ich will niemand unterstellen, dass hier nur destruktiv argumentiert wird. Ich verstehe auch die Sorgen bez\u00fcglich der Summen, um die es geht. Ich verstehe auch die Bedenken hinsichtlich der Br\u00fccke, die K\u00f6nigs- und Kaiser-H\u00f6he verbinden soll. Ich verstehe aber nicht, die spalterisch wirkende Polemik und die Verweigerung, miteinander eine gute L\u00f6sung zu finden.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Was w\u00fcrde ein solches erfolgreiches Gro\u00df-Projekt aus Ihrer Sicht f\u00fcr die Stadt Wuppertal bedeuten?<\/strong><\/p>\n<p>CvG: &#8222;Zum Beispiel f\u00fcr die jungen Menschen, die in 10 Jahren Verantwortung in dieser Stadt \u00fcbernehmen, die jungen Familien, die bis dahin nach einem lebenswerten Ort suchen, die jungen Unternehmer, die hier starten wollen, sollten nicht in einer herunter gekommen Stadt mit vielen Schmuddelecken und kriminellen Tendenzen, sondern in einer nachhaltig und umweltbewusst gestalteten Umgebung leben. Aber nat\u00fcrlich denke ich auch an die, die hier schon lange leben, aber beklagen, wie sich Wuppertal ver\u00e4ndert hat.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Es w\u00fcrden durch die BUGA ja neue Areale entstehen und noch mehr an Park- und Freizeitfl\u00e4chen. Es k\u00e4men verkehrstechnische Innovationen und Verbesserungen der Parksituation, usw.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Die BUGA-Gegner nennen ihre Initiative &#8222;BUGA &#8211; so nicht&#8220;. Der Titel impliziert, sie k\u00f6nnten sich eine BUGA, aber in anderer Form vorstellen. Dem ist nat\u00fcrlich nicht so. Kann man oder sollte man dies als eine bewusste, irref\u00fchrende Mogelpackung interpretieren ?<\/strong><\/p>\n<p>CvG: &#8222;Ich vermute das auch, da ich die Anti-BUGA-Diskussion ja verfolge, erlebe ich vor allem bei den Handzetteln und in den Leserzuschriften viele Halbwahrheiten, ungenaue Vermutungen und letztlich zu wenig Flexibilit\u00e4t und konstruktives Denken f\u00fcr unsere Stadt. Zumal die st\u00e4ndig in einen falschen Zusammenhang gebrachten 70 Millionen verteilt werden \u00fcber 10 Jahre! Wenn man mal genau hinschaut, gibt die Stadt ja bereits rund 70 bis 80 Millionen pro Jahr \u00a0f\u00fcr den Bau und die Instandhaltung der st\u00e4dtischen Immobilien aus.\u00a0Im \u00dcbrigen sollten sich die Gegner mal \u00fcberlegen, inwieweit diese BUGA-Planung nicht eher f\u00fcr die n\u00e4chste Generation stattfindet. Und nicht so sehr aus der \u201eJetzt\u201c-Perspektive etwas verhindern, was der ein oder andere von uns gar nicht mehr nutzen kann!&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_34334\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-34334\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/grumbkow_2352k_Jpg-1-2-1024x671.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"671\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Christian von Grumbkow vor seinem Atelier im Schlo\u00df L\u00fcntenbeck &#8211; \u00a9 Rupert Warren<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Mit welchen Argumenten w\u00fcrde Sie als Kunst und Kulturschaffender die Wuppertalerinnen und Wuppertaler \u00fcberzeugen, beim B\u00fcrgerentscheid am 29. Mai 2022 f\u00fcr die BUGA zu stimmen?<\/strong><\/p>\n<p>CvG: &#8222;Weil es die einzige Chance ist, die wir in der n\u00e4chsten Zeit haben, mit einer \u00e4u\u00dferst attraktiven Mischung aus einem umweltbewussten, nachhaltigen und damit zukunftsverantwortlichen Mix f\u00fcr unsere Stadt zu werben. Touristen bringen wirtschaftliche Kraft, damit kommen Arbeitspl\u00e4tze und wiederum neue Firmen, mit weiteren Arbeitspl\u00e4tzen. Es gibt mit dem BUGA-PLUS Paket ja weitere Highlights. Unsere Stadt wird z.B. immer Fahrrad tauglicher und auch die jetzt nicht direkt betroffenen \u00f6stlicheren Stadtteile werden von der positiven Aufbruchsstimmung profitieren.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Bis zur BUGA sind es noch fast zehn Jahre. Das Konzept ist deshalb auch noch nicht in Stein gemei\u00dfelt. Welche Schwerpunkte w\u00fcrden Sie sich als K\u00fcnstler w\u00fcnschen?<\/strong><\/p>\n<p>CvG: &#8222;Ich bin zun\u00e4chst daf\u00fcr, dass wir der Machbarkeitsstudie vertrauen, damit der Prozess anlaufen kann und die Gelder flie\u00dfen k\u00f6nnen. So wie ich Uwe Schneidewind kenne, wird er nichts vorantreiben, was nicht den Kriterien f\u00fcr Nachhaltigkeit und Recourcen-Schonung entspricht. Das sollten wir dem ehemaligen Chef des Wuppertal-Instituts ja wohl zutrauen!\u00a0Dar\u00fcber hinaus stelle ich mir vor, dass die lokale Kunst und Kultur, wie auch die heimische Natur aufgewertet werden. Es geht ja nicht nur um Bl\u00fcmchen, sondern um ein Aufgreifen der Zukunftsfragen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Welchen Mehrwert k\u00f6nnte ein solches Gro\u00df-Projekt der Wuppertaler Kunst- und Kultur-Szene bescheren?<\/strong><\/p>\n<p>CvG: &#8222;Je mehr Menschen das attraktiv finden, nach Wuppertal zu kommen, um so mehr wird die klassische Kultur, wie auch Freie Szene profitieren. Ich erlebe das in Schloss L\u00fcntenbeck fasst t\u00e4glich, wie in einem besonderen Ambiente, eine anregende Stimmung und Offenheit f\u00fcr Natur, Kunst und Kultur entsteht. KUNST MACHT WAS !&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie kann sich die engagierte Wuppertaler Kulturszene bei diesem Gro\u00df-Projekt \u00fcberhaupt angemessen einbringen?<\/strong><\/p>\n<p>CvG: &#8222;Im Vorfeld f\u00fcr die gute Sache werben, was ich hiermit und an anderer Stelle ja tue. Dar\u00fcber hinaus wird es sicherlich Veranstaltungsmodelle geben, die uns K\u00fcnstlern die Gelegenheit geben, uns\u00a0&#8218;kreativ einzumischen&#8216;.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Stichwort &#8222;Kunst in der Natur&#8220;! Welche Ideen und Anregungen haben Sie zu diesem Thema?<\/strong><\/p>\n<p>CvG: &#8222;F\u00fcr mich ist ein k\u00fcnstlerischer Prozess so etwas wie das, was in der Natur passiert. Ich arbeite seit Jahren, neben meiner \u201ebekannten\/normalen\u201c Malerei, ja auch in einer K\u00fcnstlergruppe, die sich dem Thema \u201eDer Wald und der Sturm\u201c verschrieben hat (Siehe: <a href=\"https:\/\/Kunst-Wald-Sturm.jimdosite.com\">https:\/\/Kunst-Wald-Sturm.jimdosite.com<\/a>).\u00a0Wir sollten also sehen, dass in den Arealen, die entstehen, auch die Kunst ihren Platz bekommt. Auch daf\u00fcr werde ich mich einsetzen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Inwieweit werden Sie das Thema BUGA 2031 in den n\u00e4chsten Jahren k\u00fcnstlerisch aufgreifen?<\/strong><\/p>\n<p>CvG: &#8222;Das kann ich nicht vorhersagen, weil ich immer erst auf das reagiere, was ich gerade erlebe. Erst mal m\u00fcssen wir das BUGA-DING am 29.5. wuppen. Seltsamerweise ja mit einem Nein, weil der Antrag so formuliert ist, dass ein \u201eJa\u201c bedeutet, sich nicht f\u00fcr die BUGA zu bewerben. Das ist schon schr\u00e4g!&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das offene, informative Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er hat in Wuppertal schon f\u00fcr so manche k\u00fcnstlerischen Farbtupfer gesorgt, die weit \u00fcber die Stadt- und Landesgrenzen hinaus ins Auge fielen &#8211; der Maler und Musiker Christian von Grumbkow. Er war 1970 als Gitarrist und Songschreiber Mitbegr\u00fcnder der erfolgreichen Wuppertaler Art-Rock-Gruppe &#8222;Hoelderlin&#8220;. 1977 verliess er die Band und schuf sich seither einen Namen als Komponist der Farben.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-51868","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-10 07:49:10","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51868","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51868"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51868\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":51876,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51868\/revisions\/51876"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51868"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51868"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51868"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}