{"id":51084,"date":"2022-04-04T17:57:44","date_gmt":"2022-04-04T15:57:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=51084"},"modified":"2022-04-04T17:57:44","modified_gmt":"2022-04-04T15:57:44","slug":"helios-klinikum-neuer-chefarzt-setzt-auf-knopfloch-op","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2022\/04\/04\/helios-klinikum-neuer-chefarzt-setzt-auf-knopfloch-op\/","title":{"rendered":"Helios Klinikum: Neuer Chefarzt setzt auf Knopfloch-OP"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_51086\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-51086\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Kabir-PD-Dr-Koroush-1024x684.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"684\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Koroush Kabir &#8211; \u00a9 Helios Klinikum \/Michael Mutzberg<\/span><\/div>\n<p>Die einleitende Patientengeschichte verdeutlicht den Nutzen dieser OP: Dem Patienten wird ein gro\u00dfer Bauchschnitt erspart, \u00e4hnlich einem Kaiserschnitt, wie er bisher regelhaft bei Beckenringbr\u00fcchen zur Anwendung kam. Dadurch verl\u00e4uft die Rekonvaleszens wesentlich schmerz\u00e4rmer; unser Patient konnte am n\u00e4chsten Tag bereits aufstehen. Nach Beckenbruch schnell wieder auf den Beinen: Neues OP-Verfahren am Helios Universit\u00e4tsklinikum Wuppertal macht es m\u00f6glich.<\/p>\n<p>30 Jahren war H. Schmidt (Name ge\u00e4ndert) unfallfrei mit dem Motorrad unterwegs. Doch dann nimmt ihm jemand die Vorfahrt. Sekundenbruchteile zu fr\u00fch, um auszu- weichen. \u201eSchon beim Flug durch die Luft dachte ich: Das wird heftig!\u201c, so Schmidt im R\u00fcckblick. Massiv prallt er auf den Asphalt, der Beckenring ist gebrochen. Im HUKW trifft er auf den neuen Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Koroush Kabir, der ihm ein bisher seltenes Verfahren vorschl\u00e4gt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Kaum Schmerzen nach einer gro\u00dfen Beckenbruch-OP \u2013 das war der Plan. Schmidt ist begeis- tert, als er am Tag nach der OP schon wieder aufstehen kann. \u201eDa meine Muskeln im Bauch nicht durchtrennt wurden, konnte ich sie sofort fast normal benutzen und mich dadurch ins- gesamt so viel sicherer bewegen, als ich es zum Beispiel bei Frauen nach einem Kaiserschnitt gesehen habe. Deshalb habe ich dieser neuen OP auch direkt zugestimmt. Und es funktioniert.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Den Beckenring per Knopfloch-OP behandelt<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Gro\u00dfe Verletzungen durch ganz kleine Schnitte behandeln ist eine Spezialit\u00e4t von Priv.-Doz. Dr. med. Koroush Kabir, der die Klinik f\u00fcr Unfallchirurgie, Orthop\u00e4die und Sportmedizin am Helios Universit\u00e4tsklinikum \u00fcbernommen hat. Das bisher selten verwendete Verfahren ist eine der innovativen Methoden, die der neue Chefarzt nach Wuppertal mitbringt und die helfen, seine Patient:innen besonders schnell wieder fit zu machen. \u201eIn jedem Alter ist in Bewegung bleiben immens wichtig\u201c.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u201eDie feste Verbindung im Becken ist zentral f\u00fcr die Stabilit\u00e4t des K\u00f6rpers beim Gehen\u201c, erl\u00e4utert Dr. Kabir am Bett des Patienten. \u201eUm diese wiederherzustellen, setzten wir Herrn Schmidt eine schmale Stahlplatte ein. Hierzu wurde bisher immer ein gro\u00dfer Bauchschnitt gemacht, \u00e4hnlich wie beim Kaiserschnitt. Im Unterschied zur herk\u00f6mmlichen OP haben wir hier aber minimalinvasiv operiert, das hei\u00dft, \u00fcber f\u00fcnf winzige Bauchschnitte wurden Instrumente und Kameras hinter die Muskulatur gef\u00fchrt. Das Operationsgebiet wurde zun\u00e4chst mit einem Ballon und sp\u00e4ter per Gaszufuhr etwas geweitet, so dass wir dort gut arbeiten konnten. So ersparten wir dem Patienten die Durchtrennung der geraden Bauchmuskeln und damit eine wochenlange Wundheilung und viele Schmerzen.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u201eIch bin wirklich erstaunt, dass ich am Tag nach der OP bereits aufstehen konnte\u201c, freut sich Hannes Schmidt. Jetzt, eine Woche nach der OP, geht er schon wieder vorsichtig die Treppe rauf und runter. Physiotherapie und Nachsorge verlaufen \u00e4hnlich wie nach der normalen Be- handlung, aber wesentlich schmerz\u00e4rmer. Dadurch gibt man dem Patienten viel mehr M\u00f6glich- keiten, sich zu bewegen, und das tr\u00e4gt auch zur rascheren Knochenheilung bei.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Unfallchirurgie ist einer der Schwerpunkte von Dr. Kabir. Bereits w\u00e4hrend seines Medizinstudi- ums und der Promotion an der Yale University konnte er bei prominenten Mentoren Erfahrun- gen in der Traumatologie sammeln. Die Habilitation erlangte er 2018 mit seiner Forschung zur Halswirbel-Endoprothetik. Vor seinem Wechsel zu Helios war Kabir zuletzt Leitender Oberarzt der Klinik f\u00fcr Orthop\u00e4die und Unfallchirurgie an der Universit\u00e4tsklinik Bonn. Seit 2013 leitete er die dortige Sektion Unfallchirurgie. Priv.-Doz. Dr. Kabir \u00fcbernimmt die Wuppertaler Klinik von seinem Vorg\u00e4nger Prof. Dr. med. Erol Gercek, der auf den Lehrstuhl f\u00fcr Unfallchirurgie nach Mainz gewechselt ist.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Neue OP-Techniken f\u00fcr alle Altersgruppen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Die Wuppertaler Klinik f\u00fcr Unfallchirurgie, Orthop\u00e4die und Sportmedizin ist seit Jahren als \u00dcberregionales Traumazentrum und Kindertraumatologisches Referenzzentrum zertifiziert. \u201eEine so gro\u00dfe Abteilung an einem Universit\u00e4tsklinikum zu leiten, ist mir eine gro\u00dfe Ehre. Gleichzeitig nehme ich auch die Herausforderung bewusst an, die damit einhergeht\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Kabir. \u201eIch m\u00f6chte hier mit meinem Team unter anderem die Alterstraumatologie und die Sportmedizin vorantreiben.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Viele moderne Verfahren wie Umstellungsoperationen oder Knorpeldefektbehandlungen k\u00f6n- nen dazu beitragen, die k\u00f6rpereigenen Gelenke m\u00f6glichst lange zu erhalten. Auch im Alter, wenn der Knochen an Stabilit\u00e4t verliert, kann die moderne Orthop\u00e4die den Patienten zu einer<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>l\u00e4ngerfristigen Erhaltung ihrer Mobilit\u00e4t verhelfen, zum Beispiel mit aktuellen Methoden bei Insuffizienzfrakturen, die in einer immer \u00e4lter werdenden Bev\u00f6lkerung naturgem\u00e4\u00df h\u00e4ufiger auftreten. Dr. Holger Raphael, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des HUKW, ist erfreut \u00fcber den breiten Erfah- rungsschatz des neuen Klinikdirektors: \u201eEs gibt wenige \u00e4rztliche Kollegen mit einer derart breit gef\u00e4cherten Expertise. Wir freuen uns f\u00fcr alle Bergischen Patient:innen, dass Dr. Kabir unser Chef\u00e4rzteteam bereichert.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Sportmedizin als Klinik-Schwerpunkt<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Als Kooperationspartner des Olympiast\u00fctzpunktes Rhein-Ruhr und von Mannschaften wie Handball-Bundesligist BHC, des HSC Solingen Gr\u00e4frath, TV Beyer\u00f6hde oder des LAZ Wuppertal hat Helios in Wuppertal gerade in den letzten beiden Jahren die Unterst\u00fctzung des Spitzen- sports in der Region intensiviert. Dr. Kabir m\u00f6chte die Erkenntnisse aus dem Spitzensport auch f\u00fcr alle Sportler nutzen, insbesondere die Pr\u00e4vention.<\/p>\n<p>\u201eSchon ein schlechter Schuh oder fal- sches Training k\u00f6nnen zur Entstehung chronischer Erkrankungen beitragen, von denen die Patienten meist erst viel zu sp\u00e4t etwas merken. Dann k\u00f6nnen wir sie zwar immer noch behan- deln. Aus \u00e4rztlicher Sicht noch besser w\u00e4re es allerdings, sie von vornherein zu vermeiden. Deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen, dass wir f\u00fcr alle Sportler st\u00e4ndig erreichbar sind, um dringende Fragen zu beantworten. Das gilt auch f\u00fcr die vielen Amateure, deren Verlet- zungsrisiko oft h\u00f6her ist.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>\u201eMein Steckenpferd ist Nachhaltigkeit\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Der geb\u00fcrtige Iraner Kabir ist Vater einer Tochter und lebt mit seiner Familie in K\u00f6ln. Das Bewusstsein f\u00fcr den Klimawandel geh\u00f6rt f\u00fcr ihn zu den gro\u00dfen Zukunftsthemen, die auch in der Medizin mehr Beachtung finden sollten. \u201eWenn meine kleine Tochter mich sp\u00e4ter fragt: \u201aWas hast du getan, Papa?\u2018, m\u00f6chte ich mit gutem Gewissen antworten k\u00f6nnen: Ich habe proaktiv an L\u00f6sungen gearbeitet.\u201c<\/p>\n<p>Deshalb schreibt Dr. Kabir derzeit ein Buch \u00fcber Nachhaltigkeit in der Medizin, mit dem er diese wichtige Debatte voranbringen und Impulse f\u00fcr eine Nachhaltigkeitsagenda setzen m\u00f6chte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Klinik f\u00fcr Unfallchirurgie, Orthop\u00e4die und Sportmedizin im Helios Klinikum hat\u00a0 einen neuen Chefarzt: Priv.-Doz. Dr. med. Koroush Kabir. Er bringt ein bisher selten verwendetes Verfahren mit nach Wuppertal: die endoskopische Beckenring-OP. Der Bruch des Beckenrings ist unter anderem eine h\u00e4ufige Folge von Motorrad-Unf\u00e4llen.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-51084","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-14 16:24:36","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51084","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51084"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51084\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":51088,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51084\/revisions\/51088"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51084"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51084"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51084"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}