{"id":51004,"date":"2022-03-30T20:15:49","date_gmt":"2022-03-30T18:15:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=51004"},"modified":"2022-03-30T20:15:49","modified_gmt":"2022-03-30T18:15:49","slug":"rosemarie-gundelbacher-grosses-herz-fuer-fluechtlingskinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2022\/03\/30\/rosemarie-gundelbacher-grosses-herz-fuer-fluechtlingskinder\/","title":{"rendered":"Rosemarie Gundelbacher: Gro\u00dfes Herz f\u00fcr Fl\u00fcchtlingskinder"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_51007\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 918px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-51007\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/09bca924-b55d-4880-8479-eb1105f9d783.jpg\" alt=\"\" width=\"908\" height=\"687\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Haben sich gegenseitig ins Herz geschlossen: Der Wachmann und das 4j\u00e4hrige Waisenkind aus der Ukraine &#8211; \u00a9 Stand With UA<\/span><\/div>\n<p>An der Seite von Yevgen Besedin, Gr\u00fcnder der Initiative &#8222;Stand With UA&#8220;, betreut Rosemarie, die alle nur Rosi nennen, einen Gro\u00dfteil der inzwischen in Wuppertal angekommenen 3.500 Fl\u00fcchtlinge aus der Ukraine &#8211; fast ausschlie\u00dflich Frauen und Kinder. Die M\u00e4nner zwischen 18 und 60 Jahren m\u00fcssen ihre Heimat gegen Putins Truppen verteidigen.<\/p>\n<p>Wir haben uns mit Helferin Rosemarie Gundelbacher, die \u00fcberall ihre guten Kontakte spielen l\u00e4sst, \u00fcber ihr Engagement und ihre Gef\u00fchlswelt unterhalten.<\/p>\n<p><b>DS: Als die ersten 90 Waisenkinder aus der Ukraine in Wuppertal ankamen, waren Sie schon dabei. Beschreiben Sie Ihre Gef\u00fchle in diesen Augenblick?<\/b><\/p>\n<p>Rosemarie Gundelbacher: &#8222;Die ukrainische Hilfsorganisation &#8218;Stand With UA&#8216;, vertreten durch Yevgen Besidin, hat mich um \u00dcnterst\u00fctzung gebeten. F\u00fcr mich war es selbstverst\u00e4ndlich, Hilfestellung zu leisten. Ich war froh, dass die Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde und das Jugendamt mir die M\u00f6glichkeit gaben, mich um die Kinder aus dem Waisenhaus in der Ukraine zu k\u00fcmmern.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Wie haben die Kinder reagiert, die eine wahre Odyssee hinter sich hatten?<\/b><\/p>\n<p>Rosemarie Gundelbacher: &#8222;Wir haben zwei Busse erwartet. Ein Bus erreichte uns um 21:30 Uhr. Die ersch\u00f6pften Kinder und Betreuer waren so froh, nach 48 Stunden ihr Ziel erreicht zu haben. Es hat mich sehr mitgenommen, in welchem desolaten Zustand sich die Kinder befanden. Nach kurzer Zeit streckten sie mir ihre \u00c4rmchen entgegen und ich konnte vielen von ihnen einmal liebevoll umarmen.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_50939\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 611px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-50939\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/b9ff8738-909d-4510-bb4b-91d9254fc974-1024x737.jpg\" alt=\"\" width=\"601\" height=\"432\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Rosemarie Gundelbacher und die geretteten Kinder aus der Ukraine haben sich sofort bestens verstanden &#8211; \u00a9 Stand With UA<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Was hat Sie am meisten beeindruckt?<\/b><\/p>\n<p>Rosemarie Gundelbacher: &#8222;Ich war fasziniert, wie diszipliniert die Kinder auf ihren St\u00fchlen sassen und geduldig warteten, bis sie versorgt wurden.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Die \u00c4rztin Dr. Helena Malkus war auch von der ersten Minute dabei, um sich um die vielen Kinder zu k\u00fcmmern, die auf ihrer dramatichen Flucht erkrankt waren. Wie kam es zu ihrem gro\u00dfherzigen Engagement?<\/b><\/p>\n<p>Rosemarie Gundelbacher: &#8222;Dr. Helena Malkus hat die Waisenkinder mit in Empfang genommen und konnte sofort bei einigen kranken M\u00e4dchen und Jungen die medizinische Versorgung veranlassen. Helena Malkus versprach sofort, am n\u00e4chsten Tag wieder zu kommen. Sie vergoss auch einige Tr\u00e4nen. Die \u00c4rztin kommt aus Russland und verurteilt den Krieg total. Aus Menschlichkeit und als Zeichen der Solidarit\u00e4t will sich auch zuk\u00fcnftig verantwortungsbewusst und liebevoll um alle ukrainischen Fl\u00fcchtlinge k\u00fcmmern.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Das Leid von unschuldigen Kinder, die vor einem grausamen Krieg fl\u00fcchten mussten, weckt bei jedem normal empfinden Menschen Emotionen. Was hat Sie denn am meisten ger\u00fchrt?<\/b><\/p>\n<p>Rosemarie Gundelbacher: &#8222;Das 4j\u00e4hrige M\u00e4dchen, das sich in einen der Wachm\u00e4nner verliebt hat und in ihm wohl so eine Art Ersatz-Vater sieht. Die Kleine wartet jeden Tag auf ihn, zupft an seinem Hosenbein, bis er sie auf den Arm nimmt. Und dann legt sie ihm ihre Arme um die Hals. Sie m\u00f6chte den sympathischen Security-Mann gar nicht mehr loslassen. Er begleitet Sie zum Essen und bringt sie danach bis zum Schlafraum. Solche Erlebnisse ber\u00fchren ihn, mich und alle anderen Beteiligten sehr.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Sie sind selbst Mutter und Gro\u00dfmutter, wie verarbeiten Sie die Erlebnisse mit den gefl\u00fcchteten Waisenkindern, deren Betreuerinnen, aber auch mit den anderen Frauen und Kindern, die der Kriegsh\u00f6lle entkommen konnten und nun in Wuppertal untergebracht sind?<\/b><\/p>\n<p>Rosemarie Gundelbacher: &#8222;Es braucht Zeit, diese Dinge zu verarbeiten. Besonders wenn man von weiteren Trag\u00f6dien erf\u00e4hrt. Der zweite Bus erreichte uns erst sp\u00e4t in der Nacht. Die Kinder und Betreuer waren in einem absolut schlechten Gesundheitszustand. Sie mussten hinter der ungarischen Grenze den Bus bei Eis und Schnee verlassen und nur leicht bekleidet zu Fu\u00df zum n\u00e4chsten Bahnhof laufen. Alle waren total durchgefroren. Die Kinder besa\u00dfen keine festen Winterschuhe, sondern nur d\u00fcnne Gummistiefel. Viele von ihnen wurden schwer krank. Einige mussten sogar mit 40 Grad Fieber in\u00a0die Kinderklinik gebracht werden. Dort wurden bei ihnen Lungenentz\u00fcndungen diagnostiziert.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Die Waisenkinder sind ja jetzt schon fast zwei Wochen in Wuppertal. Wie haben sie sich hier eingelebt?<\/b><\/p>\n<p>Rosemarie Gundelbacher: &#8222;Inzwischen haben sich die Kinder gesundheitlich schon deutlich erholt, aber ihre Traumatisierung wird noch anhalten. Die Kids haben schon die ersten Ausfl\u00fcge unternommen und beispielsweise den Zoo besucht. Das l\u00e4sst sie f\u00fcr einen Moment ihr trauriges Schicksal vergessen.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Was wird aus den Waisenkindern, wenn der Krieg enmal beendet sein sollte? Bleiben Sie hier, denn zuhause in der Ukraine haben sie ja auch keine Familien &#8211; oder zumindest keine Angeh\u00f6rigen, die sie bei sich zuhause aufnehmen wollen? Besteht die M\u00f6glichkeit, die Waisenkinder zu adoptieren?<\/b><\/p>\n<p>Rosemarie Gundelbacher: &#8222;Man muss einfach abwarten, was die Zeit bringt. Das Jugendamt wird sp\u00e4ter entscheiden, wie es mit den Kindern weitergeht. F\u00fcr Entscheidungen \u00fcber Adoptionen ist es noch zu fr\u00fch.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_51008\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 611px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-51008\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/75797280-5ce3-4ee3-9062-8840a6f7b0ba-2-1024x736.jpg\" alt=\"\" width=\"601\" height=\"432\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Yevgen und Irina Besedin helfen Tag und Nacht den Fl\u00fcchtlingen aus ihrer Heimat &#8211; \u00a9 Rosemarie Gundelbacher<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Aus Ihrer Sicht: Was muss noch getan werden, um den gefl\u00fcchteten Frauen und Kindern zu helfen?<\/b><\/p>\n<p>Rosemarie Gundelbacher: &#8222;Ich w\u00fcnsche mir, dass den Menschen, die zu uns kommen, um in Sicherheit zu sein, weiterhin geholfen wird, sei es durch die Vermittlung von Wohnungen, Hilfestellungen bei Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen, Begleitung zur \u00e4rztlichen Versorgung.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Sie waren selbst Stadtverordnete. Deshalb k\u00f6nnen Sie es sicher beurteilen: Wird von Seiten der Stadt und der Kommunalpolitik wirklich alles getan, um den Menschen, die zum Teil alles verloren haben und die um ihre M\u00e4nner, Lebensgef\u00e4hrten, Freunde, V\u00e4ter und Gro\u00dfv\u00e4ter bangen, die ihr Land verteidigen, nachhaltig zu helfen<\/b><\/p>\n<p>Roseramie Gundelbacher: &#8222;Ich bewundere die ukrainische Hilfsorganisation &#8218;Stand With UA&#8216; hier in Wuppertal, die Tag und Nacht Ansprechpartner f\u00fcr alle Gefl\u00fcchteten da ist. Ich werde weiterhin dabei sein und mithelfen. Es sind Gl\u00fccksgef\u00fchle, wenn man kleine Erfolge erzielen kann, die Dankbarkeit in den Gesichtern der gefl\u00fcchteten Frauen ablesen kann und die Kinder auch einmal wieder lachen h\u00f6rt.&#8220;<\/p>\n<p><b>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Link zur Webseite von Stand With UA<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.standwithua.de\">http:\/\/www.standwithua.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Hier k\u00f6nnen Sie Geld spenden<\/h4>\n<p><strong>Bankverbindung f\u00fcr Privatspenden<\/strong><\/p>\n<p>Stand With UA<\/p>\n<p>Sparkasse Hagen-Herdecke<\/p>\n<p>IBAN: DE83 4505 0001 1000 3420 15<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bankverbindung f\u00fcr Firmenspenden<\/strong><\/p>\n<p>CVJM Rheydt-Mitte<\/p>\n<p>Stadtsparkasse M\u00f6nchengladbach<\/p>\n<p>IBAN: DE70 3105 0000 0000 1082 66<\/p>\n<p>Verwendungszweck: Stand With UA<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Hier k\u00f6nnen Sie Sachspenden abgeben:<\/h4>\n<p>Vilotic Automobile<\/p>\n<p>Brandstr\u00f6mstr.18 &#8211; 42289 Wuppertal<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gebraucht werden: Kindernahrung &#8211; Babywindeln &#8211; Haltbare Nahrungsmittel &#8211; Hygieneartikel<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rosemarie Gundelbacher war enge Mitarbeiterin des 2016 verstorbenen ehemaligen Vizepr\u00e4sidenten des Bundestages Peter Hintze (CDU). Sp\u00e4ter k\u00fcmmerte sie sich Wuppertaler Stadtverordnete ums Gemeinwohl. Und noch heute ist sie Mitglied des Seniorenbeirates. Wo immer geholfen werden muss, steht Rosemarie Gundelbacher in der ersten Reihe. So auch, als die ersten Waisenkinder, die vor Putins grausamen Krieg fl\u00fcchten mussten, nach Wuppertal kamen.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[],"class_list":["post-51004","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wuppertal"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-08 02:35:08","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51004","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51004"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51004\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":51011,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51004\/revisions\/51011"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51004"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51004"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51004"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}