{"id":50576,"date":"2022-03-04T14:58:46","date_gmt":"2022-03-04T13:58:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=50576"},"modified":"2022-03-09T12:13:28","modified_gmt":"2022-03-09T11:13:28","slug":"frauentag-frauen-verdienen-9-prozent-weniger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2022\/03\/04\/frauentag-frauen-verdienen-9-prozent-weniger\/","title":{"rendered":"Frauentag: Frauen verdienen 9 Prozent weniger"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_50578\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-50578\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/NGG_Frauentag_2022-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"682\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Eine Mitarbeiterin im Gastronomiergewerbe &#8211; \u00a9 NGG<\/span><\/div>\n<p>W\u00e4hrend der mittlere Vollzeit-Verdienst von M\u00e4nnern bei 3.686\u00a0Euro pro Monat liegt, kommen Frauen lediglich auf 3.346 Euro, so die NGG-Region D\u00fcsseldorf-Wuppertal unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit. \u201eEs kann nicht sein, dass Frauen in puncto Bezahlung trotz gleicher Arbeitszeit systematisch den K\u00fcrzeren ziehen\u201c, kritisiert Gewerkschafterin Zayde Torun.<\/p>\n<p>Die Corona-Pandemie habe die Situation teils versch\u00e4rft \u2013 und alte Rollenbilder verfestigt. \u201eIn Zeiten von Lockdowns und Schulschlie\u00dfungen waren es in vielen Familien gerade die Frauen, die beruflich zur\u00fcckstecken und sich um Kinder und Haushalt k\u00fcmmern mussten\u201c, erkl\u00e4r Zayde Torun.<\/p>\n<p>In Branchen wie dem Gastgewerbe habe die Krise Frauen zudem besonders stark getroffen \u2013 etwa weil sie \u00fcberdurchschnittlich oft in Minijobs arbeiteten. Diese Stellen seien nach zwei Jahren Pandemie in gro\u00dfem Stil abgebaut worden. Die Betroffenen st\u00fcnden nach dem Job-Verlust ohne Arbeitslosenversicherung da und h\u00e4tten auch keinen Anspruch auf das Kurzarbeitergeld.<\/p>\n<p>Neben prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen gebe es aber in vielen Betrieben nach wie vor einen gro\u00dfen ,Gender Pay Gap\u2018, also eine erhebliche Lohnl\u00fccke zwischen den Geschlechtern. \u201eSo verdienen B\u00e4ckereifachverk\u00e4uferinnen in Nordrhein-Westfalen bei Vollzeit rund 400\u00a0Euro weniger als B\u00e4cker. Dabei haben beide eine dreij\u00e4hrige Ausbildung hinter sich und es im Arbeitsalltag mit genauso hohen Anforderungen zu tun\u201c, betont Zayde Torun.<\/p>\n<p>Die NGG-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin ruft die Unternehmen in der Region dazu auf, die Ungleichbehandlung zu beenden und \u201egleichen Lohn f\u00fcr gleiche Arbeit\u201c zu zahlen. Gerade mit Blick auf den Fachkr\u00e4ftemangel im Lebensmittel- und Gastgewerbe sollten die Firmen alles daransetzen, durch attraktive Arbeitsbedingungen Frauen zu gewinnen. \u201eHier schlummert ein enormes Potential f\u00fcr den heimischen Arbeitsmarkt\u201c, unterstreicht Zayde Torun.<\/p>\n<p>Allerdings stehe auch die Politik in der Pflicht, mehr f\u00fcr die Gleichberechtigung zu tun. Die NGG kritisiert insbesondere das Ehegattensplitting. \u201eDas Steuersystem bietet Frauen, deren Partner ein gutes Einkommen haben, kaum Anreize, selbst beruflich durchzustarten. Durch hohe Abz\u00fcge in der Steuerklasse V bleiben viele von ihnen doch zuhause oder machen nur einen Minijob. Hier muss die Bundesregierung eine Reform anpacken\u201c, fordert die Gewerkschafterin.<\/p>\n<p>Sie verweist zugleich auf Fortschritte. Nach einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung haben Frauen M\u00e4nner bei den Bildungsabschl\u00fcssen in den letzten Jahren \u00fcberholt. Hatten im Jahr 2005 bundesweit lediglich 26 Prozent aller Frauen die Hochschulreife, waren es im Jahr 2019 gut 40 Prozent (M\u00e4nner: 29 bzw. 39 Prozent).<\/p>\n<p>Auch die Zahl der Haushalte, in denen Frauen das Haupteinkommen beisteuerten, ist zuletzt deutlich \u2013 auf ein Achtel aller Haushalte \u2013 gestiegen. Allerdings sind F\u00fchrungspositionen nach Angaben des WSI weiterhin \u00fcberwiegend in m\u00e4nnlicher Hand. Einer der Gr\u00fcnde: Frauen haben weitaus h\u00e4ufiger eine Teilzeitstelle als M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung der NGG k\u00f6nnte die Pandemie jedoch langfristig zu einem Umdenken beitragen: \u201eCorona kann auch eine Chance f\u00fcr mehr Gleichberechtigung sein. Viele M\u00e4nner haben in den letzten zwei Jahren erstmals richtig erfahren, welche Arbeit Kinderbetreuung und Haushalt machen \u2013 aber auch, wie wichtig ihre Unterst\u00fctzung zuhause ist\u201c, so Zayde Torun weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frauen sind beim Lohn weiterhin im Nachteil: Zum &#8222;Internationalen Frauentag&#8220; (08.03.) weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG) auf gro\u00dfe Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern in Wuppertal hin. Frauen, die eine Vollzeitstelle haben, verdienen in der Stadt aktuell neun Prozent weniger als ihre m\u00e4nnlichen Kollegen.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-50576","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wirtschaft"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-14 12:04:55","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50576","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50576"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50576\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50579,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50576\/revisions\/50579"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50576"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=50576"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=50576"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}