{"id":50345,"date":"2022-02-17T15:07:14","date_gmt":"2022-02-17T14:07:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=50345"},"modified":"2022-02-25T14:02:48","modified_gmt":"2022-02-25T13:02:48","slug":"gruendaecher-als-oekologische-hotspots-an-der-uni","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2022\/02\/17\/gruendaecher-als-oekologische-hotspots-an-der-uni\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcnd\u00e4cher als \u201e\u00d6kologische Hotspots an der Uni\u201c"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_50347\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 910px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-50347\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Lohaus.jpeg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"618\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Einmal im Monat stellt Botanikerin Professorin Dr. Gertrud Lohaus einen \u201e\u00f6kologischen Hotspot\u201c an der Bergischen Uni vor &#8211; \u00a9 Foto Sebastian Jarych<\/span><\/div>\n<p>Dachbegr\u00fcnung ist bei flach geneigten oder flachen D\u00e4chern m\u00f6glich und reicht von d\u00fcnnen Substratschichten mit trockenheitsresistenten Pflanzen, die eher eine geringe Wuchsh\u00f6he erreichen (extensive Begr\u00fcnung), bis zu h\u00f6heren Bodenaufbauten, auf denen Str\u00e4ucher und B\u00e4ume wachsen k\u00f6nnen (intensive Begr\u00fcnung).<\/p>\n<p>Die Pflanze auf dem Dach hat es jedoch meistens nicht leicht: hohe Strahlungsintensit\u00e4t, Trockenheit, N\u00e4sse, N\u00e4hrstoffmangel, Frost und wenig Wurzelraum. H\u00e4ufig werden bei der extensiven Begr\u00fcnung Mischkulturen, insbesondere mit Sedum-Arten verwendet. Diese geh\u00f6ren zu den Dickblattgew\u00e4chsen und sind an solche extremen Bedingungen angepasst. Aber auch Mischungen aus Sedum mit Moosen oder Gr\u00e4sern werden eingesetzt.<\/p>\n<h4>Lange Tradition von \u201egr\u00fcnen D\u00e4chern\u201c<\/h4>\n<p>Eines der \u00e4ltesten Beispiele f\u00fcr Dachg\u00e4rten sind die \u201eH\u00e4ngenden G\u00e4rten\u201c der Semiramis, die im 6. Jahrhundert v. Chr. in Babylon angelegt wurden und zu den sieben Weltwundern der Antike z\u00e4hlen. Dachbegr\u00fcnung wurde auch bereits in der Vergangenheit zur D\u00e4mmung genutzt, z. B. bei den skandinavischen Grasd\u00e4chern, \u00fcberwachsenen Weinkellern bzw. weil die Menschen sich andere Materialien nicht leisten konnten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_50355\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 566px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-50355\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/DSC3861-2-1024x600.jpeg\" alt=\"\" width=\"556\" height=\"326\" \/><span class=\"wp-caption-text\">An der Bergischen Universit\u00e4t ist aktuell das Flachdach auf der Mensaebene ME 05 auf dem Campus Grifflenberg begr\u00fcnt &#8211; \u00a9 Friederike von Heyden<\/span><\/div>\n<p>In der Bauhaus-Architektur war Dachbegr\u00fcnung ebenfalls weit verbreitet. In den 1980er Jahren ging die Dachbegr\u00fcnung in Richtung extensive Dachbegr\u00fcnung, bei der nicht die direkte Nutzung, sondern \u00f6kologische Gesichtspunkte im Mittelpunkt stehen. Momentan sollen in Deutschland j\u00e4hrlich bis zu acht Millionen m\u00b2 begr\u00fcnte Dachfl\u00e4che hinzukommen, auf Wohnh\u00e4usern, Industriebauten oder Tiefgaragen.<\/p>\n<p>Die Vorteile von Gr\u00fcnd\u00e4chern liegen klar auf der Hand: z. B. ein besseres Raumklima in den R\u00e4umen darunter und angrenzenden R\u00e4umen oder Wasserr\u00fcckhaltung, da etwa die H\u00e4lfte des Niederschlags wieder verdunstet, anstatt in der Kanalisation abzuflie\u00dfen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Insgesamt tragen Gr\u00fcnd\u00e4cher zur Verbesserung des Stadtklimas bei (erh\u00f6hen die Luftfeuchtigkeit durch Verdunstung und verringern die Temperatur durch entstehende Verdunstungsk\u00e4lte, bzw. Pflanzen absorbieren Strahlung und sind nicht solche W\u00e4rmespeicher wie die Bausubstanz). Zus\u00e4tzlich bieten Gr\u00fcnd\u00e4cher Lebensraum f\u00fcr Insekten oder V\u00f6gel. Die Nachteile sind wirtschaftlicher Art: Die Kosten f\u00fcr die Einrichtung von Gr\u00fcnd\u00e4chern k\u00f6nnen relativ hoch sein und ein Gr\u00fcndach muss gepflegt werden.<\/p>\n<h4>Begr\u00fcnung an der Bergischen Uni<\/h4>\n<p>An der Bergischen Universit\u00e4t ist aktuell das Flachdach auf der Mensaebene ME 05 auf dem Campus Grifflenberg begr\u00fcnt. Warum gerade an dieser Stelle? Einerseits kam es in den Geb\u00e4uden darunter immer wieder zu Wassersch\u00e4den, da das Dachwasser bei st\u00e4rkerem Regen nicht schnell genug abflie\u00dfen konnte und andererseits heizte sich der Belag aus Beton und Dielen w\u00e4hrend hei\u00dfer Sommer mit starker Sonneneinstrahlung sehr stark auf, ebenso wie die angrenzenden R\u00e4ume.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_50351\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 492px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-50351\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/csm_Hensche_ba555c11a5.jpeg\" alt=\"\" width=\"482\" height=\"427\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Matthias Hensche, verantwortlich beim Hochschul-Sozialwerk f\u00fcr die Begr\u00fcnung der Geb\u00e4ude\u00a0&#8211;\u00a0\u00a9 Friederike von Heyden<\/span><\/div>\n<p>Die Herausforderung an diesem Standort: Am Mensageb\u00e4ude stehen oberhalb Pioniergeh\u00f6lze wie Robinien oder Pappeln. Diese samen bis auf das Gr\u00fcndach aus und m\u00fcssen entfernt werden, da gr\u00f6\u00dfere Str\u00e4ucher oder B\u00e4ume das Dach mit ihren Wurzeln sch\u00e4digen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Neben dem Mensageb\u00e4ude sind au\u00dferdem die Studierenden-Wohnheime des Hochschulsozialwerks Wuppertal bepflanzt \u2013 und die nahezu komplett: Mehr als 90 Prozent der Wohnheimpl\u00e4tze haben ein \u201egr\u00fcnes Dach&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des Jubil\u00e4umsjahres stellt die Wuppertaler Botanikerin Professorin Dr. Gertrud Lohaus einmal im Monat ein Beispiel daf\u00fcr vor, wie die Bergische Universit\u00e4t ihr Gel\u00e4nde naturn\u00e4her umgestaltet und damit aktiv einen Beitrag zur biologischen Vielfalt leistet. Dieses Mal geht es um das Thema Gr\u00fcnd\u00e4cher.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-50345","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-04 06:39:30","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50345","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50345"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50345\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50356,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50345\/revisions\/50356"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50345"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=50345"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=50345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}