{"id":50208,"date":"2022-02-20T08:38:26","date_gmt":"2022-02-20T07:38:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=50208"},"modified":"2022-02-23T12:50:27","modified_gmt":"2022-02-23T11:50:27","slug":"dr-becker-klinik-juliana-therapie-fuer-koerper-und-seele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2022\/02\/20\/dr-becker-klinik-juliana-therapie-fuer-koerper-und-seele\/","title":{"rendered":"Dr. Becker-Klinik Juliana: Therapie f\u00fcr K\u00f6rper und Seele"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_50212\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-50212\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Jul-wupp809-Entspannungstherapie-2-1024x635.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"635\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Entspannungstherapie in der Dr.-Becker-Klinik Juliana &#8211; \u00a9 Dr. Becker-Klinik Juliana<\/span><\/div>\n<p>Die Dr.-Becker-Klinik liegt einen Putt vom Golf-Club Felderbach entfernt an der Strasse Mollenkotten und hat ihre Heimat im Geb\u00e4udekomplex des ehemaligen Hotels Juliana. Vieles erinnert hier noch an einen Hotelbetrieb in einem Vier-Sterne-Haus.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Anders als in anderen Kliniken trifft der Besucher hier im Foyer aber nicht auf Patienten, die mit einem Gipsbein im Rollst\u00fchlen sitzen oder die Infusionsflaschen in einem fahrbaren St\u00e4nder vor sich herschieben.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das liegt daran, dass in der Dr.-Becker-Klinik Juliana Patientinnen und Patienten behandelt werden, die an auf den ersten Blick unsichtbaren, psychischen und psychosomatischen Krankheiten leiden &#8211; an Depressionen, am Burn out-Syndrom oder an Schlaflosigkeit.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wir haben uns mit Klinik-Direktorin Katharina von Maltzahn \u00fcber die Alleinstellungsmerkmale der Einrichtung unterhalten, die im Gr\u00fcnen vor der Haust\u00fcr Wuppertals liegt.<\/p>\n<p><b>DS: Reha in Wuppertal &#8211; haben Sie da nicht schon manches ungl\u00e4ubiges Kopfsch\u00fctteln geerntet, weil Wuppertal als Stadt und Standort nicht das beste Image hat?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;Sie haben Recht! Die meisten Menschen denken bei der Reha noch immer an die \u201eklassische Kur\u201c, wie man sie in den 1990er Jahren verordnet bekam. Dabei ist Reha viel mehr als eine Kur. Und bei einer Kur denken die Menschen wiederum an eine sch\u00f6ne Landschaft: sinnbildlich an den Schwarzwald oder das Meer. Damit k\u00f6nnen wir hier nat\u00fcrlich nicht dienen. Aber auch das Bergische Land ist reizvoll und Wuppertal bietet viele sch\u00f6ne Ecken. Und am Ende ist eine Rehama\u00dfnahme kein Urlaub, sondern harte Arbeit mit und an sich selbst.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_50213\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 760px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-50213\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/JUL-190821-0243_KvM.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"500\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Klinik-Verwaltungsdirektorin Katharina von Maltzahn &#8211; \u00a9 Dr. Becker-Klinik Juliana<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Was macht den besonderen Reiz der Klinik aus, die direkt neben einem Golfplatz liegt?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;Das besondere an der Juliana ist die N\u00e4he zur Stadt und doch die ruhige Lage. Wir liegen an der Grenze zwischen Nordrhein und Westfalen \u2013 im \u00dcbrigen nur einen kurzen Fu\u00dfmarsch zum Tunnel Schee auf der bekannten Nordbahntrasse entfernt &#8211;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>und sind so sowohl mit den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln mit dem Wuppertaler ICE-Bahnhof gut erreichbar als auch am Waldrand und in Golfplatzn\u00e4he f\u00fcr Spazierg\u00e4nge mit einer ruhigen Umgebung gesegnet.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Welches klar definierte Einzugsgebiet gibt es f\u00fcr Ihre Klinik?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;Unsere Rehabilitanden reisen bundesweit an. Besonders bei psychischen Erkrankungen suchen viele Patientinnen ud Patienten den Abstand zur heimischen Umgebung. Sowohl im sozialen als auch geografischen Sinne. Der Gro\u00dfteil unserer Rehabilitanden kommt jedoch aus NRW.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Wie hoch ist Ihre Klinik-Auslastung?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;Psychische Erkrankungen sind, besonders w\u00e4hrend der Corona-Pandemie aktuell und bedeutsam wie nie. Anfangs haben wir einige Prozesse umstrukturieren m\u00fcssen und als wissenschaftlich noch weniger klar war, wie und wo genau man sich anstecken kann, haben wir unsere Belegung zum Schutz von Patientinnen und Patienten und Mitarbeitenden reduziert. Inzwischen wissen wir aber genug, um mit gezielten Hygienema\u00dfnahmen gegensteuern zu k\u00f6nnen und unsere regul\u00e4re Auslastung zu halten. Wir haben 120 Betten und sind aufgrund der l\u00e4ngerfristigen Planbarkeit der Reha-Ma\u00dfnahme (Antragsstellung mit Einladung anstatt einer ad-hoc Einweisung wie im Akutkrankenhaus sei Dank) in der Regel bis auf wenige Betten komplett ausgelastet.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_50214\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 759px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-50214\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/JUL_Eingangsbereich-klein-2-1024x580.jpg\" alt=\"\" width=\"749\" height=\"424\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Hell und freundlich: Das Foyer mit dem Empfang &#8211; \u00a9 Dr. Becker Klinik Juliana<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Wie sehen Sie die Tendenz f\u00fcr die Zukunft: Wird die Zahl der Patientinnen und Patienten sinken oder steigen?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;Baulich k\u00f6nnen wir nur unsere maximal 120 Patientinnen und Patienten versorgen ohne auf den Standard von Dr. Becker verzichten zu m\u00fcssen. Das hei\u00dft: Einzelzimmer f\u00fcr jeden Rehabilitanden und ein eigenes Bad en suite sowie zahlreiche Aufenthaltsbereiche an unterschiedlichen Stellen der Klinik. Grunds\u00e4tzlich gehen wir davon aus, dass der Bedarf psychosomatischer Rehabilitation und Pr\u00e4vention sich in den kommenden Jahren steigern wird. Gleichzeitig wird nat\u00fcrlich auch das Angebot von Rehabilitationsleistungen sich ver\u00e4ndern. Doch eins ist f\u00fcr uns gewiss: Besonders die Psychotherapie lebt von der pers\u00f6nlichen Interaktion und den kleinen Nuancen in Mimik und Gestik, rein digital kann ein solches Angebot nicht am Heimatort abgebildet werden.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Mediziner welcher Fachrichtungen sind in Ihrer Klinik vertreten?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;In der Dr. Becker Klinik Juliana sind sowohl Fach\u00e4rzte f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie als auch Fach\u00e4rzte f\u00fcr Psychosomatik und Psychotherapie angestellt. Dar\u00fcber hinaus decken wir ein allgemeinmedizinisches Spektrum ab, welches au\u00dferhalb des psychotherapeutischen Bedarfes die Patientenversorgung umfasst.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_50216\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 759px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-50216\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/JUL-17_Aussenansicht-Luftaufnahme-2.jpg\" alt=\"\" width=\"749\" height=\"488\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Luftaufnahme der Reha-Klinik im Gr\u00fcnen, auf der man auch die N\u00e4he zum Golfplatz erkennt &#8211; \u00a9 Dr.-Becker Klinik Juliana<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Sie behandeln im weitesten Sinne Krankheiten der Seele &#8211; welche besonderen Voraussetzungen m\u00fcssen da erf\u00fcllt werden?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;Im therapeutischen Kontext m\u00fcssen unsere Mitarbeitenden nat\u00fcrlich eine besondere Empathie mitbringen und auch ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Belange der Patientinnen und Patietne und deren besonderen und sehr individuellen Lebenssituationen. Aber das ist, denke ich, in jedem Dienstleistungsgewerbe so. Die Rehabilitanden kommen zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten zu uns. Einige haben bereits therapeutische Vorerfahrungen und einen jahrelangen Leidensdruck. Andere sind \u201efrisch\u201c mit einer Situation in ihrem Leben konfrontiert, mit der sie alleine nicht umgehen k\u00f6nnen. Daher ist diese Frage schwer zu beantworten.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Was sind das f\u00fcr Menschen, die zu Ihnen kommen?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;Unsere Rehabilitanden sind Menschen wie Sie und Ich. In der Regel haben diese etwas erlebt, womit sie psychisch nicht zurechtkommen. Das kann die pl\u00f6tzliche und unerwartete Trennung von einem langj\u00e4hrigen Partner sein oder der Verlust eines nahen Angeh\u00f6rigen. Aber auch und oftmals berufliche Problemlagen wie Mobbing oder Burn-Out strapazieren die Psyche unserer Patienten so, dass diese sich Hilfe suchen. Einen \u201etypischen\u201c Otto-Normalpatienten k\u00f6nnen wir nicht definieren.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_50217\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 761px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-50217\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/JUL_160706-473_Patientenzimmer-2.jpg\" alt=\"\" width=\"751\" height=\"413\" \/><span class=\"wp-caption-text\">So modern und gem\u00fctlich sind die Patientenzimmer eingerichtet &#8211; \u00a9 Dr.-Becker-Klinik Juliana<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Wie ist das Verh\u00e4ltnis Frauen &#8211; M\u00e4nner bei der Anzahl der Patientinnen und Patienten?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;Das Verh\u00e4ltnis zwischen m\u00e4nnlichen und weiblichen Rehabilitanden liegt bei ca. 1:2 zugunsten des weiblichen Geschlechts. Allerdings liegt dies keineswegs daran, dass Frauen h\u00e4ufiger psychische Probleme als M\u00e4nner haben. Sie suchen sich statistisch gesehen nur fr\u00fcher und umf\u00e4nglicher Hilfe.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: M\u00e4nner sind ja bekanntlich Vorsorge-Muffel und stecken aus Angst vor der m\u00f6glicherweise unangenehmen Wahrheit gern den Kopf in den Sand. Machen Sie diese Erfahrung in Ihrer Klinik auch?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;Ja, diese Erfahrung machen wir bei uns auch. Die Rehabilitation ist klassischerweise nat\u00fcrlich keine Vorsorgeleistung, aber grunds\u00e4tzlich k\u00e4mpfen wir gesellschaftlich auch weiterhin mit einer Stigmatisierung psychischer Erkrankungen. Besonders das \u201estarke Geschlecht\u201c tut sich oftmals schwer damit, sich Schw\u00e4che einzugestehen und offen um Hilfe zu bitten.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Wie gro\u00df ist die Gefahr, dass psychisch erkrankte Menschen viel zu sp\u00e4t den Weg zu Ihnen finden?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;Diese Frage ist schwer bis gar nicht zu beantworten. Als Rehabilitationseinrichtung sehen wir nat\u00fcrlich diejenigen nicht, die so schwer depressiv sind, dass sie in einer Akuteinrichtung behandelt werden m\u00fcssen. Grunds\u00e4tzlich hadern viele Personen mit psychischen Beeintr\u00e4chtigungen aufgrund der gesellschaftlichen Stigmatisierung, auch wenn diese in den letzten Jahren abgenommen hat. Oftmals kommen Patienten zu uns, die bereits eine Chronifizierung der Erkrankung erleben und besser fr\u00fcher gekommen w\u00e4ren. Je sp\u00e4ter ein Patient den Weg zu uns in die Reha findet, desto steiniger wird der Weg zur\u00fcck in den Alltag und oftmals auch in den Beruf, da unsere Patienten teilweise bereits lange berufliche Ausfallzeiten hatten, bevor sie zu uns kamen.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_50218\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 760px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-50218\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Jul-045Dr.Becker_Juliana_7203-Pflege-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"500\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Blutdruckmessen in der Reha-Klinik &#8211; \u00a9 Dr.-Becker-Klinik Juliana<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Welche Rolle spielt es, wie die Patienten krankenversichert sind?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;In der Regel kommen Patienten zu uns, die noch erwerbsf\u00e4hig sind. Dann ist die Rentenversicherung der Leistungstr\u00e4ger, sofern sie gesetzlich krankenversichert sind. Wir bieten aber auch Rehabilitationsleistungen f\u00fcr bereits berentete Personen an, dann zahlt die gesetzliche Krankenversicherung. Aber auch Privatversicherte oder Beamte k\u00f6nnen bei uns in der Regel auf Kosten Ihrer Versicherung behandelt werden.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Wie schwer tun sich die Krankenkassen, die Kosten von Therapien gegen Burnout, Depressionen oder Schlafst\u00f6rungen etc. zu \u00fcbernehmen?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;Die Kosten\u00fcbernahme ist in der Regel nicht das Problem. Psychische Erkrankungen sind anerkannte Diagnosen mit einer internationalen Klassifikation. Viel schwieriger als die Kosten\u00fcbernahme ist es, einen Behandlungsplatz zu finden, auf den der Patient nicht erst monatelang warten muss.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Eine Therapie in Ihrem Hause dauert f\u00fcnf Wochen. Wie hoch ist Ihre Erfolgsquote?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;Erfolg ist in diesem Zusammenhang ein schwer zu definierender Begriff. Unsere Chef\u00e4rztin verspricht allen Patientinnen und Patienten zu Beginn der Ma\u00dfnahme, dass sie gebessert nach Hause gehen werden, sofern sie sich auf die Ma\u00dfnahme und unsere Ans\u00e4tze einlassen. Das ist das A und O bei einer therapeutischen Ma\u00dfnahme: Bereit zu sein, sich mit sich selbst und seinen Themen auseinandersetzen zu wollen und sich zu \u00f6ffnen und den therapeutischen Ans\u00e4tzen \u201eeine Chance\u201c zu geben, die wir den Patienten bieten. Erfolg, besonders im psychischen Kontext zu messen, ist sehr subjektiv.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_50219\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 759px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-50219\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Jul-218Dr.Becker_Juliana_7675_Gesprachs-therapie-Einzel-2-1024x620.jpg\" alt=\"\" width=\"749\" height=\"454\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein Patienten-Gespr\u00e4ch in Zeiten von Covid-19 &#8211; \u00a9 Dr.-Becker Klinik Juliana<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Am Ende von Reha-Therapien in neurologischen, kardiologische oder orthop\u00e4dischen Reha-Kliniken stehen oft messbare oder offensichtliche Erfolge, mit welchen Ergebnissen werden Ihre Patienten in der Regel entlassen?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;Unsere Rehabilitanden werden immer mit einer Perspektive entlassen, das ist besonders in der Psychosomatik in meinen Augen bereits ein gro\u00dfer Zugewinn. Das Konzept der Rehabilitation umfasst \u201eHilfe zur Selbsthilfe\u201c, das hei\u00dft, dass wir den Patienten bildlich gesprochen die Werkzeuge mit an die Hand geben. Wie viel sie davon im Alltag in der H\u00e4uslichkeit nutzen, liegt jeweils am Einzelnen.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Wie der Erfolg einer Therapie in Ihrem Bereich \u00fcberhaupt messbar?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;Es gibt wissenschaftliche Testungen, die die Ver\u00e4nderung des Gesundheitszustands abbilden. Es h\u00e4ngt aber nat\u00fcrlich auch viel von der pers\u00f6nlichen Erwartung(shaltung) und der Langfristigkeit, quasi der Nutzung des o.g. Werkzeugkoffers ab.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_50220\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 761px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-50220\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/JUL_aussen_Hautpeingang-2-1024x622.jpg\" alt=\"\" width=\"751\" height=\"456\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein Blick auf den Klinik-Eingang &#8211; \u00a9 Dr.-Becker-Klinik Juliana<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Patientinnen und Patienten m\u00fcssen sich bei Ihnen \u00f6ffnen, vieles von dem preisgeben, was sich im Innersten abspielt. Dadurch d\u00fcrfte die Bindung \u00c4rztin-Arzt-Patient enger und intensiver sein, als zum Zahnarzt, HNO-Arzt oder Orthop\u00e4den. Hat das Auswirkungen auf eine m\u00f6gliche Nachbehandlung?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;Nein. Grunds\u00e4tzlich ist die Rehabilitation nicht darauf ausgelegt, eine Alltagsstruktur f\u00fcr den Patienten zu schaffen, in der er sich dauerhaft bewegt, sondern eher, den Rahmen f\u00fcr die Nachbehandlung zu stecken. Besonders, da wir ein bundesweites Einzugsgebiet haben, w\u00e4re dies rein geografisch nicht m\u00f6glich. Wir bieten ein Nachsorgeprogramm in Form einer w\u00f6chentlichen Gruppentherapie an, welches Patientinnen und Patienten, die in der N\u00e4he wohnen, gerne annehmen. Darin sind dann aber auch oftmals Patienten, die ihre Reha an einem anderen Ort absolviert haben. Wir versuchen, den Patienten ein stabiles Fundament zu bieten, welches, \u00e4hnlich wie die Verschalung bei einer Bodenplatte, auch stabil steht, nachdem die Verschalung weggenommen wurde \u2013 daf\u00fcr muss aber der Beton nat\u00fcrlich ausgetrocknet sein. Das ist dann idealerweise das Ende der Reha. Am Heimatort sind die Patienten in der Regel bereits psychotherapeutisch eingebunden. Und wenn nicht, dann hat ihnen die Ma\u00dfnahme bei uns zumindest gezeigt, dass die H\u00fcrde, sich pers\u00f6nlich zu \u00f6ffnen, der schwerste Schritt ist.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Was war f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich das beeindruckendste Erlebnis in Ihrer Zeit als Verwaltungsdirektorin der Dr. Becker-Klinik Juliana?<\/b><\/p>\n<p>Katharina von Maltzahn: &#8222;Das definitiv sch\u00f6nste Gef\u00fchl war es, nachdem wir zu Beginn der Pandemie den Rehabetrieb f\u00fcr einen knappen Monat eingestellt hatten und uns als Ersatzkrankenhaus f\u00fcr Kurzzeitpflege mit sehr umfassender Detailplanung bereits mit der WTG-Beh\u00f6rde abgestimmt hatten, wieder \u201eunsere\u201c Patienten begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen. In so einer Klinik ist immer etwas los und dieser Monat ohne Patienten ist etwas gewesen, das ich vorher auch noch nie erlebt hatte.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Vielen Dank f\u00fcr das sehr offene, informative Gespr\u00e4ch<\/b><\/p>\n<p><b>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/b><\/p>\n<div id=\"attachment_50221\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 759px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-50221\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Jul-PXL_20211222_102251421.PORTRAIT-2-1024x962.jpg\" alt=\"\" width=\"749\" height=\"703\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Katharina von Maltzahn mit dem speziellen Klinik-T-Shirt &#8222;Impfluencer&#8220;, mit dem sie und ihr Team f\u00fcr die Corona-Impfung werben &#8211; \u00a9 Dr.-Becker-Klinik Juliana<\/span><\/div>\n<p><strong>Weitere Infos finden Sie unter:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.dbkg.de\">http:\/\/www.dbkg.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rehakliniken liegen meist abgelegen an einem idyllischen See, mit Blick auf ein imposantes Berg-Massiv oder direkt am wei\u00dfen Meeresstrand. Bei der Dr. Becker-Klinik Juliana gelten diese Klischees nicht. Sie ist in 15 Bus-Minuten vom Zentrum Wuppertal-Barmen aus erreichbar. Was aber nicht bedeutet, dass das Umfeld weniger attraktiv ist.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[],"class_list":["post-50208","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lifestyle"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-15 00:44:38","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50208","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50208"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50208\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50226,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50208\/revisions\/50226"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50208"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=50208"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=50208"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}