{"id":50136,"date":"2022-02-14T16:06:23","date_gmt":"2022-02-14T15:06:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=50136"},"modified":"2022-02-15T09:27:29","modified_gmt":"2022-02-15T08:27:29","slug":"shakespeares-traum-um-verwirrte-liebende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2022\/02\/14\/shakespeares-traum-um-verwirrte-liebende\/","title":{"rendered":"Shakespeares Traum um verwirrte Liebende"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_50138\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-50138\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sommernachtstraum_SchSpW__c__JensGrossmann_04-1024x683.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Eine Szene aus Shakespeares &#8222;Sommernachtstraum&#8220; &#8211; \u00a9 Jens Grossmann<\/span><\/div>\n<p>\u00dcber 400 Jahre ist Shakespeares Traum um verwirrte Liebende alt, und doch<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>hat er nichts von seiner Aktualit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft. Gibt es h\u00f6here M\u00e4chte, die Liebe und Hass zwischen den Menschen beeinflussen k\u00f6nnen? Eine<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Frage, die bei der neuerlichen Inszenierung in Wuppertal<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>von Maja Delinic\u2019 ahistorisch in den Mittelpunkt r\u00fcckt. Bei der Regisseurin und Shakespeare Expertin glaubt man den Einfluss aus ihrer St. Petersburger Schule zu erkennen. Der russische Autor Lew Nikolajewitsch Tolstoi geh\u00f6rte zu den Hauptvertretern des Verismus, bei dem es um eine Hinwendung der Literatur zur Gegenwart, zum Alltag und zur Volkssprache geht.<\/p>\n<p>Es ist ein temporeiches Spiel um Verwirrung und Verwandlung. Die virtuos verwobenen Geschichten des St\u00fccks sind schnell skizziert: Die Betroffenen, Hermia (Silvia Munzon Lopez), Helena (Mona Kloos),<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Demetrius (Thomas Braus) und Lysander Stefan Walz) scheinen ganz sicher zu wissen, wen sie lieben und bezeugen dies sogar vor ihrem Herzog Theseus (Alexander Peiler).<\/p>\n<p>Shakespeare f\u00fchrte aus: \u201eDer Kurs der wahren Liebe verlief nie reibungslos.&#8220; Und tats\u00e4chlich, schon im Wald auf der Flucht, in der Nacht der Sommersonnenwende und unter dem Einfluss von Kobold \u201ePuck\u201c, (Kevin Wilke) und seinem<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Wunderblumensaft, l\u00f6sen ich die Gewissheiten auf und das Begehren \u00e4ndert die Richtung.<\/p>\n<div id=\"attachment_50139\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 709px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-50139\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sommernachtstraum_SchSpW__c__JensGrossmann_01-1024x683.jpeg\" alt=\"\" width=\"699\" height=\"466\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das B\u00fchnenbild i St\u00fcck &#8222;Sommernachtstraum&#8220; &#8211; \u00a9 Jens Grossmann<\/span><\/div>\n<p>Athener Liebespaare werden in der Mittsommernacht verzaubert, sodass pl\u00f6tzlich jeder einen anderen liebt. Die Herrscher des Elfenreichs, Oberon (Konstantin Rickert) und Titania (Mathitha Dolle) haben Ehekrach, was das globale Klima aus dem Lot und die Jahreszeiten in Verwirrung bringt.<\/p>\n<p>Mit dem Wunderblumenelexier will der Elfenk\u00f6nig Oberon (Konstantin Rickert) seine Gattin Titania (Maditha Dolle) zur R\u00e4son bringen. Ins Auge getr\u00e4ufelt l\u00e4\u00dft der Saft die Erwachenden das Erste begehren, das ihr in den Blickfeld ger\u00e4t: In Titanias Fall einen zum Esel verwandelten Sterblichen, Zettel (Alexander Peiler), den Hauptdarsteller einer Laienspielgruppe.<\/p>\n<p>Diese Theatergruppe probt auf der Waldlichtung die hochpathetische Trag\u00f6die der unm\u00f6glichen Liebe zwischen Pyramus (Alexander Peiler) und Thisbe (Konstantin Rickert) die bei der Hochzeit von Theseus (Alexander Peiler) und Hippolyta (Julia Meier) aufgef\u00fchrt werden soll. Durch ihre Hinweise und hitzigen Diskussionen, wie etwas darzustellen sei, entwickelt sich das St\u00fcck schlu\u00dfendlich noch zum einer Kom\u00f6die. Die Akteure treten im<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>verwandelbaren Typus auf, die ihren K\u00f6rper artistisch beherrschen und gebrauchen. Alles hervorragend in Szene gesetzt durch eindrucksvolle Kost\u00fcme von Janina Lang, einer fesselnden Choreografie von Pascal Merighi, die die begleitende atmosph\u00e4rische Musik von Clemens Gutjahr aufnimmt und optisch sehr gut umsetzt.<\/p>\n<p>Der Sommernachtstraum, eine Kom\u00f6die \u00fcber die Liebe, ist fraglos voller turbulent komischer Szenen und wundersamer Einf\u00e4lle.<\/p>\n<p>\u201ePuck\u201c, erkl\u00e4rt im Schlussmonolog, der Mensch ist nur ein Esel, man solle glauben, alles nur getr\u00e4umt zu haben. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_50140\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 709px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-50140\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sommernachtstraum_SchSpW__c__JensGrossmann_08-1024x683.jpeg\" alt=\"\" width=\"699\" height=\"466\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Eine Szene aus dem St\u00fcck &#8222;Sommernachtstraum&#8220; &#8211; \u00a9 Jens Grossmann<\/span><\/div>\n<p>Sheakspeare sagte an anderer Stelle &#8222;Es ist nicht genug zu sprechen, sondern wahr zu sprechen. \u201cShakespeare Zitate sind nicht immer leicht zu verstehen \u2013 sowohl sprachlich als auch bildlich nicht. Und so bedarf auch diese Inszenierung gewi\u00df einer<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>inhaltlicher Vorbereitung, will man sich nicht nur auf optische Eindr\u00fccke und akustische Kl\u00e4nge begrenzen. Dies scheint umso wichtiger als hier neun herausragende Akteure insgesamt 20 Rollen zu verk\u00f6rpern haben.<\/p>\n<p>Das Premierenpublikum nahm die Vorstellung mit gro\u00dfer Zustimmung entgegen und sparte nach der langen Pandemie bedingten Pause nicht mit anhaltenden Beifall. Die offiziellen Schlussworte von Intendant Thomas<\/p>\n<p>Braus taten ein \u00fcbriges, als er auf die erheblichen Corona bedingten<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Schwierigkeiten hinwies, die es zu \u00fcberwinden gegolten habe.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>Text: Siegfried J\u00e4hne<\/b><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrungsdauer ohne Pause<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>ca. 1 Stunde 50 Minuten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span><\/p>\n<p>Weitere Vorstellungen sind f\u00fcr den<\/p>\n<p>19. und 20. Februar,<\/p>\n<p>den<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 0<\/span>8., 09. und 13. M\u00e4rz,<\/p>\n<p>22. April und 23. Juni. 2022 geplant.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;E\u00edn Sommernachtstraum\u201c mitten im Winter. Shakespeares Jahrhundertwerk\u00a0erlebte im Wuppertaler Opernhaus eine Premiere. Hier kommen am Schluss alle zusammen, Sterbliche und Unsterbliche, Herrscher, Liebende, Elfen und Handwerker. Dramaturgin Barbara Noth bringt es auf den Punkt: \u201cIm Theater, dem Ort, an dem Phantasie und Tr\u00e4ume zuhause sind, ist alles m\u00f6glich\u201c.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-50136","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-10 07:48:00","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50136","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50136"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50136\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50141,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50136\/revisions\/50141"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50136"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=50136"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=50136"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}