{"id":45854,"date":"2022-01-29T14:37:47","date_gmt":"2022-01-29T13:37:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=45854"},"modified":"2022-02-03T13:25:16","modified_gmt":"2022-02-03T12:25:16","slug":"ein-sommernachtstraum-liebe-zwischen-illusion-und-realitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2022\/01\/29\/ein-sommernachtstraum-liebe-zwischen-illusion-und-realitaet\/","title":{"rendered":"Ein Sommernachtstraum: Liebe\u00a0zwischen Illusion und Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_45856\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-45856\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_8736-2-1024x728.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"728\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Auf der B\u00fchne im Wuppertaler Opernhaus bei der Vorstellung des St\u00fcckes \u201eEin Sommernachtstraum\u201c. Von links\u00a0 Janine Lang (Kost\u00fcme), Maja Delinic\u2019 (Inszenierung), Ria Papadopoulou (B\u00fchne), Clemens Gutjahr (Musik).\u00a0Es fehlt Pascal Merighi (Choreografie) &#8211; \u00a9 Siegfried J\u00e4hne<\/span><\/div>\n<p>\u201eWir haben eine Kom\u00f6die gesucht und gefunden, die alle Kriterien der schauspielerischen M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnet, mit Poesie und Dramatik, spannend uns sch\u00f6n\u201c sagt die f\u00fcr die Dramaturgie des Wuppertaler Schauspiels zust\u00e4ndige Barbara Noth.<\/p>\n<p>Zwei Athener Liebespaare werden in der Mittsommernacht verzaubert, sodass pl\u00f6tzlich jeder einen anderen liebt. In der Handlung im griechischen Athen geht es um Hermia, die Lysander liebt, aber Demetrius heiraten soll. Helena liebt Demetrius, der aber nichts von ihr wissen will. Demetrius hasst Lysander und verachtet Helena.<\/p>\n<p>Unter Zuhilfenahme magischer S\u00e4fte und beim Mondschein im Wald sollen die Richtigen sich dann finden. Doch \u201ePuck\u201c, die n\u00e4rrische Figur, hat die Finger im Spiel und so fallen auch schon einmal die Falschen \u00fcbereinander her. Die Herrscherpaare exerzieren derweil Hochzeits-,und Eheroutine, mit Neid, Eifersuchtsdramen und Beziehungskrach. In Shakespeares Wunderkugel wirbeln Begehren und Poesie wild durcheinander.<\/p>\n<h4>Hochkar\u00e4tige Shakespeare-Expertin<\/h4>\n<p>Mit Maja Delinic\u2019 konnte f\u00fcr die Inszenierung eine hochkar\u00e4tige frei arbeitende Shakespeare-Expertin gewonnen werden, die erst im Herbst zur Intendantin des Shakespeare Festivals in Neuss berufen wurde. Die in Franken geborene Kroatin studierte in Heidelberg und St. Petersburg und spricht f\u00fcnf Sprachen. In ihrer Wuppertaler Inszenierung ist das gesamte Ensemble des<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Wuppertaler Schauspiels eingebunden, das jeweils in einer Doppelbesetzung auftritt.<\/p>\n<p>Gerade die Verwandlungen und Verschmelzung der Rollen habe sie gereizt sagte sie und betont, dass f\u00fcr sie bei dem gro\u00dfen Potential des Themas das Intellektuelle sowie ebensowenig zu kurz kommen solle wie die Poesie. Ihr ging es darum, die Sexualit\u00e4t nicht nur auf die pubert\u00e4re Zeit zu reduzieren, sondern zu zeigen, dass die Liebe bis ins hohe Alter Lebensgeister wecken und spannend sein kann. Maja Delinic\u2019: \u201e50j\u00e4hrige erleben nicht selten ihre zweite Liebe und mir sind schon Menschen begegnet, die ihre Homosexualit\u00e4t noch mit 65 Jahren entdeckt haben\u201c, sagt sie.<\/p>\n<p>Spannend auch das B\u00fchnenbild von Ria Papadopoulou, eine in Athen geborene freie B\u00fchnenbildnerin mit Studium in Athen und Trier. Sie bekam bereits beachtliche Auszeichnung: Ria Papadopoulou gewann den Wettbewerb f\u00fcr die Wanderausstellung \u00bbKlimaflucht\u00ab der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr die Vereinten Nationen, die seit 2015 durch Deutschland tourt.<\/p>\n<div id=\"attachment_45859\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 395px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-45859\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_8746-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"385\" height=\"514\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Ank\u00fcndigungsplakat &#8211; \u00a9 Wuppertaler B\u00fchnen<\/span><\/div>\n<p>Die B\u00fchnenbildnerin\u00a0w\u00e4hlte f\u00fcr den Untergrund eine den Waldboden nachgebildete gelbe Plattform mit einer gro\u00dfen \u00d6ffnung, aus der als Zeichen f\u00fcr Wertvolles, silbern gehaltene flexible Rohre herausragen, die dem Zuschauer jede Menge Raum zur Fantasie-Entfaltung geben sollen. Janin Lang, freie Kost\u00fcmbildnerin im Team von Maja Delinic\u2019, hatte die nicht ganz leichte Aufgabe, passende Kost\u00fcme zu erschaffen, die sich wegen der Doppelbesetzung leicht an- und ausziehen lassen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der Clou: W\u00e4hrend die Schauspieler zu Beginn nahezu gleichf\u00f6rmig betucht sind, entwickeln sie sich zum Ende mehr und mehr zu einer individuellen, farbenfrohen Pers\u00f6nlichkeit in all ihren Facetten, was die Kost\u00fcme dann auch so widerspiegeln sollen.<\/p>\n<p>Clemens Gutjahr will mit seiner Musik den Zuschauer in den Bann ziehen.<\/p>\n<p>Sein Sounddesign soll in einer atmosph\u00e4rische Welt St\u00e4rken erlauben Deshalb hat er magische und mystische Elemente eingebaut. Gutjahr\u00a0ist Komponist und Musicproducer, der Filmmusik an der Filmakademie Ludwigsburg studierte und ein Jazz Piano Studium in Paris sowie ein Soziologie Studium absolvierte.<\/p>\n<p>Der &#8222;Sommernachtstraum&#8220; geh\u00f6rt zu den meist gespielten St\u00fccken Shakespeares, die die Auff\u00fchrungspraxis in den vergangenen 400 Jahren und damit einen gro\u00dfen Teil der Literaturgeschichte widerspiegelt. In der Kritik wurde das St\u00fcck im Lauf der Jahrhunderte ziemlich kontrovers mal als &#8222;das d\u00fcmmste und l\u00e4cherlichste St\u00fcck&#8220;, die &#8222;gro\u00dfartigste Kom\u00f6die&#8220; oder auch als das &#8222;erotischste St\u00fcck&#8220; Shakespeares bezeichnet.<\/p>\n<p>Man darf gespannt sein, wie das Urteil des Wuppertaler Publikum ausf\u00e4llt. Vielleicht mit Shakespeares Worten \u00bbGut gebr\u00fcllt, L\u00f6we!\u00ab?<\/p>\n<p><b>Text: Siegfried J\u00e4hne<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weitere Auff\u00fchrungen im Opernhaus:<\/strong><\/p>\n<p>13., 19. und 20. Februar, am<\/p>\n<p>08., 09. und 13.M\u00e4rz<\/p>\n<p>22. April und am 23. Juni.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wuppertaler-buehnen.de\">http:\/\/www.wuppertaler-buehnen.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEin Sommernachtstraum\u201c ist eines von William Shakespeares meistgespielten St\u00fccken. Es geh\u00f6rt zu den Klassikern der Weltliteratur. Den am\u00fcsanten Tanz um die flatterhafte menschliche Liebe auf der Grenze zwischen Illusion und Wirklichkeit bringt das Schauspiel Wuppertal auf die B\u00fchne des Opernhauses. Premiere ist am Samstag, den 12. Februar 2022 um 19.30 Uhr.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-45854","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-21 05:01:01","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45854","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45854"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45854\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45862,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45854\/revisions\/45862"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45854"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45854"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45854"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}