{"id":44534,"date":"2021-12-26T13:05:11","date_gmt":"2021-12-26T12:05:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=44534"},"modified":"2022-01-03T13:19:55","modified_gmt":"2022-01-03T12:19:55","slug":"zahnmedizinische-prophylaxe-fuer-den-optimalen-biss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2021\/12\/26\/zahnmedizinische-prophylaxe-fuer-den-optimalen-biss\/","title":{"rendered":"Zahnmedizinische Prophylaxe\u00a0f\u00fcr den optimalen Biss"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_43084\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-43084\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Dr_Schulz-2-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Zahnarzt Dr. Detlef Schulz, Autor des Buches &#8222;Der Zahn-Kompass&#8220; &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>Was ist der \u201eBiofilm\u201c und warum ist er so sch\u00e4dlich?\u00a0Wie h\u00e4ngt Stress und Paradontitis zusammen?\u00a0Warum hat circa jeder 4. Deutsche eine Form von Parodontits?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist es wichtig, medizinische Zusammenh\u00e4nge zu kennen, um gesunde Entscheidungen zu treffen. H\u00e4ufig werden in zahnmedizinischen Ratgebern daher als erstes die Zusammenh\u00e4nge von Zahnstein, Bakterien und Putztechnik aus allen Blickwinkeln erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Eine Gewohnheit zu \u00e4ndern, f\u00e4ngt allerdings nicht im Mund, sondern im Verstehen der langfristigen Auswirkungen an. Erst, wenn Sie sich selbst wirklich als Verantwortlicher f\u00fcr Ihre pers\u00f6nliche Mundgesundheit f\u00fchlen, sind Sie wirklich als Patient m\u00fcndig. Daher widmet sich dieses Kapitel der Ebene, auf der alles beginnen muss \u2013 dem Bewusstsein.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Hartn\u00e4ckige Gewohnheiten<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Hand aufs Herz: Als Sie von Ihren Eltern das Z\u00e4hneputzen gelernt haben, haben Ihre Eltern sich damals \u00fcber die aktuellsten Putztechniken bei Ihrem Zahnarzt informiert und sie penibel mit Ihnen einstudiert? K\u00f6nnen Sie sich noch an die ersten Versuche, die Z\u00e4hne zu putzen, erinnern? Wahrscheinlich nicht.<\/p>\n<p>Vielmehr haben Sie sich mit den Jahren Ihre ganz pers\u00f6nliche Technik angew\u00f6hnt, beeinflusst von Ihren Lebensumst\u00e4nden, Ihren Ritualen am Morgen und am Abend und Ihrer Ablenkbarkeit. Mit dieser Gewohnheit verh\u00e4lt es sich dann wie mit allen Methoden und Verhaltensweisen \u2013 einmal erlernt und \u00fcber Jahrzehnte eingeschliffen, l\u00e4sst sie sich nur schwer \u00e4ndern.<\/p>\n<div id=\"attachment_43493\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 343px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-43493\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bleaching_1.jpg\" alt=\"\" width=\"333\" height=\"500\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Strahlend weisse Z\u00e4hne nach der Behandlung &#8211; \u00a9 Dr. Detlef Schulz<\/span><\/div>\n<p>Die Mitarbeiterinnen der Prophylaxeabteilungen in den Praxen demonstrieren jeweils die aktuellste Putztechnik. Doch h\u00e4ufig f\u00e4llt man wieder in seine alte Angewohnheit zur\u00fcck. Nach allgemeiner Auffassung dauert es mehr als 20 Tage des konsequenten Durchhaltens, um eine neue Routine zu entwickeln. Vielleicht kennen Sie das von anderen guten Vors\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Die optimale Handhabung von Interdentalb\u00fcrsten und Zahnseide erscheint in der Praxis ganz einfach. Zu Hause angekommen verl\u00e4sst einen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>jedoch sp\u00e4testens beim vierten oder f\u00fcnften Versuch, die Seide doch noch in den letzten Zahnzwischenraum einzuf\u00e4deln, die Geduld.<\/p>\n<p>Die Praxismitarbeiter wissen mittlerweile, dass ein erwachsener Mensch mit reinen Unterrichtseinheiten oft nicht so viel anfangen kann. Er nimmt sie eifrig auf und verl\u00e4sst die Praxis mit aufrichtiger Motivation, es fortan besser zu machen. Doch das Leben kommt einfach dazwischen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Um die mindestens zwanzig Tage der Umgew\u00f6hnung wirklich durchzuhalten und eine Ver\u00e4nderung der Putzmethode innerlich zur Priorit\u00e4t zu machen, hilft es, sich einmal ganz genau vor Augen zu f\u00fchren, welcher Feind durch gute Prophylaxe und Pflege da eigentlich bek\u00e4mpft wird.<\/p>\n<p>Ihn zu kennen, unterstreicht, wie sehr sich die Investition in Zeit und Termine langfristig \u00fcber mehrere Jahrzehnte bezahlt macht. Die Rede ist vom sogenannten Biofilm.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Der Biofilm<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Mit diesem Begriff bezeichnen wir in der Zahnmedizin eine Schicht aus unterschiedlichen Bakterienarten. Sie tun sich zusammen und bilden eine Art Koalition, mit dem Ziel, einen neuen Lebensraum zu besiedeln. Dummerweise handelt es sich dabei um den sogenannten Halteapparat Ihres Zahnes.<\/p>\n<p>Ziel der Bakterien ist es, die optimalen Temperaturverh\u00e4ltnisse im Mund f\u00fcr die bestm\u00f6gliche Vermehrung zu nutzen. Durch diese Bakterien ohnehin schon angegriffen, kann die Abwehr des K\u00f6rpers zus\u00e4tzlich durch Stress, medikament\u00f6se Nebenwirkungen oder genetische Faktoren geschw\u00e4cht sein.<\/p>\n<div id=\"attachment_43870\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 599px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-43870\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/12ce088c-3b3b-4fed-af07-7dd2c8b49959.jpg\" alt=\"\" width=\"589\" height=\"287\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Zahnarzt-Besteck, vor dem viele Respekt haben &#8211; \u00a9 Dr. Detlef Schulz<\/span><\/div>\n<p>Sind die Nischen erst einmal gro\u00df genug, die Zahnfleischtaschen also tiefer als drei Millimeter, lassen sie sich mit den meisten Zahnb\u00fcrsten kaum noch reinigen. Ein neues Biotop hat sich gebildet. Der Abbau des Zahnhaltapparates nimmt seinen Gang und kann durch Allgemeinerkrankungen wie Diabetes, genetische Faktoren oder medizinische Nebenwirkungen beschle nigt werden.<\/p>\n<p>Welches Zusammenspiel welcher Faktoren wie genau wirkt, ist immer noch nicht endg\u00fcltig erforscht. Studien katalogisieren den drohenden Zahnverlust ann\u00e4hernd in Schweregraden und versuchen so, Ordnung und Systematik in den komplexen Pro- zess zu bringen. Eine klare Prognose oder allgemeing\u00fcltige Ther pie ist in schnell fortschreitenden F\u00e4llen weiterhin nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Im Ergebnis findet ein mehr oder weniger rascher Abbau des sogenannten Zahnhalteapparates statt. Dabei will der K\u00f6rper Sie eigentlich nur sch\u00fctzen. Vereinfacht gesagt, wird im Kampf mit den Bakterien des Biofilms das Gewebe rund um den Zahn mehr oder weniger schnell durch eine Art zu gut gemeinter Abwehr aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>In Ihrer Verzweiflung kennen die Zellen nur noch den R\u00fcckzug. Die Z\u00e4hne lockern sich und sind letztendlich nicht mehr zu halten. Einmal verlorener Knochen ist f\u00fcr immer verloren. Diese Tatsache hat f\u00fcr Ihre Lebensqualit\u00e4t mitunter eine dramatische Konsequenz.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Die einzig wahre Abwehr: Prophylaxe<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Bevor ihr Zahnhalteapparat die Folgen der k\u00f6rpereigenen Abwehr gegen die Angreifer des Biofilms ausbaden muss, k\u00f6nnen Sie aktiv werden. Im Schnitt sollten Ihre bleibenden Z\u00e4hne, die sich mit 15 Jahren ausgebildet haben, weitere 64 Jahre in Ihrem Mund verweilen.<\/p>\n<p>Kein Zahn der Welt kann sich \u00fcber sechs Jahrzehnte ganz allein gegen die Gefahren wehren \u2013 ohne ein professionelles Begleitprogramm, um die Auswirkungen von Ern\u00e4hrungss\u00fcnden, Umwelt und eventueller genetischer Vorbelastungen aufzufangen. Daher empfiehlt es sich, in jedem Lebensabschnitt einen passenden Airbag zu installieren. Lernen Sie Ihr pers\u00f6nliches Risiko kennen. Die Prophylaxeassistentin gibt bereitwillig Auskunft.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Um Paradontitis m\u00f6glichst fr\u00fch zu erkennen, zahlt die Krankenkasse alle zwei Jahre f\u00fcr eine Untersuchung mit dem Namen PSI: Parodontaler Screening Index. Die Methode kann fr\u00fche Formen von Zahnbetterkrankungen gut erkennen. Mit einer Spezialsonde, die in einer kleinen Halbkugel endet, pr\u00fcft der Arzt behutsam die Zahnfleischtaschen und den Zahn auf Tiefe, Blutungsneigung und Rauigkeit. Die Befunde werden als Codewerte von 0 (gesund),<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>1-2 (Zahnfleischentz\u00fcndung), 3 (mittelschwere Parodontitis) und 4 (schwere Parodontitis) ausgegeben. Entscheidend ist bei allen Befunden die Aufrechterhaltung oder eben die dringende Verbesserung der Mundhygiene.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die j\u00e4hrliche professionelle Zahnreinigung kann einiges verhindern. Dennoch leiden mehr als 20 Prozent der \u00fcber 35j\u00e4hrigen an einer behandlungsbed\u00fcrftigen Form der Zahnfleischentz\u00fcndung \u2013 meist ohne es zu merken. Vor allem Raucher sp\u00fcren keinerlei Alarmzeichen, da der Tabakgenuss die feinen Gef\u00e4\u00dfe verengt.<\/p>\n<p>H\u00f6ren sie mit dem Rauchen auf, setzt leicht zeitversetzt das gro\u00dfe Zahnfleischbluten aus heiterem Himmel ein. Eine PSI-Untersuchung h\u00e4tte auch hier vorbeugend Klarheit geschaffen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Ursachen f\u00fcr den Zahnverlust<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Schreitet eine Zahnfleischentz\u00fcndung lange genug voran, bilden sich sogenannte Taschen. Wie der Name schon sagt, beschleunigen diese Nischen die Vermehrung der aggressiven Bakterien. Eine Zahnb\u00fcrste kann unter optimalen Bedingungen einen Millimeter unter dem Zahnfleischsaum reinigen. Darunter tobt der Kampf zwischen Abwehrzellen und Bakterien.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Chronische Entz\u00fcndungen tun oft nicht weh und schreiten langsam und unaufhaltsam voran. Stellen Sie sich die Knochensubstanz als Sandstrand vor und die Z\u00e4hne als Heringe. Den ganzen Tag \u00fcber hat der Windschutz gut seinen Dienst getan. Nun ist es windstill geworden, der Abend naht und Sie wollen den Hering wieder aus dem Sand bekommen.<\/p>\n<div id=\"attachment_44256\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 566px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-44256\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/08401632-3346-477c-933c-7c8dbb750887.jpg\" alt=\"\" width=\"556\" height=\"435\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Eine Auswahl an Kronen und Br\u00fccken &#8211; \u00a9 Dr. Detlef Schulz<\/span><\/div>\n<p>Er scheint fest im Boden verankert, doch nach ein wenig best\u00e4ndigem R\u00fctteln und Zerren l\u00f6st sich der Haken mit einem Mal leicht. So \u00e4hnlich verh\u00e4lt es sich mit den Z\u00e4hnen und der Parodontitis. Die Lockerung geht durch den Knochenabbau immer schneller voran, denn die Hebelkr\u00e4fte auf den Zahn werden beim Zubei\u00dfen immer gr\u00f6\u00dfer, je weniger die Wurzel vom Knochen stabilisiert ist. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Rund 30 Prozent der \u00fcber 30- bis 40j\u00e4hrigen leiden an einer Form der Parodontitis. Die Wunde einer offenen Zahnfleischentz\u00fcndung ist so gro\u00df wie die Fl\u00e4che eines Handtellers \u2013 fast unvorstellbare 70 Quadratzentimeter! Eine gigantische Eintrittspforte f\u00fcr Bakterien in den Blutkreislauf. Mundbakterien werden so auch noch in entlegene Gebiete verschleppt.<\/p>\n<p>Eine schlechte Mundhygiene kann somit sogar gef\u00e4hrliche Auswirkungen auf den gesamten K\u00f6rper haben, bis hin zu einem Angriff auf die Herzgef\u00e4\u00dfe. Wer sich n\u00e4her f\u00fcr die Zusammenh\u00e4nge interessiert, suche im Netz nach den Schlagw\u00f6rtern Rheuma, Diabetes Typ 3 sowie Herzkranzgef\u00e4\u00dfen in Zusammenhang mit Zahnfleisch und Mundbakterien.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Meist gehen die Backenz\u00e4hne zuerst verloren. Das l\u00f6st ein herausnehmbares Gebiss als Standardtherapie aus, wie man es immer noch von der Mehrheit der \u00fcber 70j\u00e4hrigen kennt. Das muss heute nicht mehr sein. \u00dcberwinden Sie Ihre Angst, stellen Sie sich Ihren Vorbehalten und investieren Sie in die Vorbeugung.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Das Bonusheft<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Das sogenannte Bonusheft ist eine Erfindung der gesetzlichen Krankenkassen und soll in der Reparatur-Medizin die regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle durch einen finanziellen Zuschuss erleichtern. Seit den Achtzigerjahren wurden die Zuzahlungen von 50 Prozent des Gesamtbetrages der prothetischen Arbeit auf heute einen befundbezogenen Festzuschuss st\u00e4ndig neu angepasst und abgesenkt. Doch die Befundung eines Mundsystems erstellt eine Statistik.<\/p>\n<p>Es ist ein Verwaltungs- und Dokumentationsvorgang. Anders verh\u00e4lt es sich beim Zahnstein entfernen und das haupts\u00e4chlich an den Frontz\u00e4 nen im Unterkiefer. Nach den Richtlinien der gesetzlichen Kasse einmal pro Kalenderjahr. Meist kommt der Zahnstein, je nach Speichelzusammensetzung, schnell wieder.<\/p>\n<p>Ihn regelm\u00e4\u00dfig zu entfernen, ist wichtig und richtig, doch der eigentliche \u00dcbelt\u00e4ter ist der Biofilm. Ihm k\u00f6nnen wir nur mittels einer ordentlichen Parodontitisbehandlung zu Leibe r\u00fccken.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Die Parodontitisbehandlung<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Nach einer Vorbehandlungsphase und einem dokumentierten Formblatt wird eine systematische Reinigung der Taschen unter- halb des Zahnfleisches (bei erh\u00f6hten Messwerten unter Bet\u00e4ubung) gr\u00f6\u00dftenteils von der gesetzlichen Krankenkasse \u00fcber- nommen. Der langfristige Erfolg h\u00e4ngt von der intensiven Nachsorge ab.<\/p>\n<p>Best\u00e4ndigkeit und regelm\u00e4\u00dfiges Wiederauftauchen bei der Prophylaxe sind alles. Die professionelle Zahnreinigung hei\u00dft heute UPT: unterst\u00fctzende Parodontitistherapie. Damit Sie auch hier wissen, was bei dieser Station Ihrer Heldenreise zur Zahnge- sundheit auf Sie zukommt, ein \u00dcberblick \u00fcber den Ablauf.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Die Vorbehandlung<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Zahnstein oberhalb des Zahnfleisches wird entfernt. Die professionelle Zahnreinigung beseitigt Verf\u00e4rbungen. Die Blutung l\u00e4sst bereits nach. Erste Erfolge sind deutlich sp\u00fcrbar.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>In dem Formblatt, das zur gesetzlichen Versicherung geschickt wird, sind diese Punkte \u00fcberdies die dokumentierten Indices. Der Antrag kann erst eingereicht werden, wenn Sie Ihre aktive Mitarbeit unter Beweis gestellt haben, da die Behandlung gr\u00f6\u00dftenteils von den Beitr\u00e4gen der Beitragszahler \u00fcbernommen wird.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Die Hauptbehandlung<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Wie viele von Ihnen k\u00f6nnen sich noch an die etwas invasiveren Therapieans\u00e4tze der Achtziger- und Neunzigerjahre erinnern? Damals wurde das Zahnfleisch entweder weggeschnitten oder operiert. Das f\u00fchrte h\u00e4ufig zu sehr freien Zahnh\u00e4lsen mit gesteigerter Empfindlichkeit auf K\u00e4lte und W\u00e4rme.<\/p>\n<p>Die Absicht dahinter war, dass einmal gestrafftes Gewebe sich nicht mehr so leicht entz\u00fcnden kann. Der Therapieerfolg war zwar feststellbar, hielt aber oft nicht so lange an.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Heute basieren die meisten Modelle auf dem Biofilm-Konzept. Die Vorgehensweise ist sanfter und die postoperativen Ergebnisse ermutigen dazu, diesen Weg weiter zu gehen. Um den Biofilm abzutragen, werden Ultraschallaufs\u00e4tze, sogenannte Handinstrumente, Pulverstrahl, Wasserstrahler und Politurpasten verwendet.<\/p>\n<div id=\"attachment_42904\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 376px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-42904\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DER_ZAHN-KOMPASS.jpg\" alt=\"\" width=\"366\" height=\"517\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Buch &#8222;Der Zahn-Kompass&#8220;, geschrieben von Dr. Detlef Schulz \u00a9 Dr. Detlef Schulz<\/span><\/div>\n<p>Die gesamte Wurzeloberfl\u00e4che des Zahnes wird so von dem b\u00f6sen Bakterienverbund befreit. Die k\u00f6rpereigene Abwehr hat keine Gegenspieler mehr und kann sich endlich erholen. Nat\u00fcrlich h\u00e4lt diese Sauberkeit nicht lange vor. Der Biofilm bildet sich neu. Jetzt f\u00e4ngt die lebenslange Pr\u00e4vention erst an.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Altes Denken versus Eigenverantwortung<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>W\u00e4hrend meines Studiums Mitte der Achtzigerjahre war das Behandlungsspektrum klar definiert: Der Zahn wurde mit Amalgam gef\u00fcllt, wie es heute noch als Standard verwendet wird. Nach dieser technikbedingt meist gro\u00dfen F\u00fcllung, hatte der Zahn nur noch eine Chance: die Krone. Danach stand die Extraktion auf dem Programm. Eine Prothese um das 60. bis 70. Lebensjahr zu bekommen, galt als normal.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Heute geht es hingegen darum, die Z\u00e4hne so lange wie m\u00f6glich im Mund zu behalten. Die regelm\u00e4\u00dfige Prophylaxe bildet die Methode dazu. Die psychologischen Hemmnisse hierf\u00fcr hoffe ich ebenso wie die des mangelnden Wissens, an dieser Stelle unserer Reise aus dem Weg ger\u00e4umt zu haben.<\/p>\n<p>Was bei vielen weiterhin bleibt, ist eine Scheu vor den eigenanteiligen Kosten der professionellen Zahnreinigung. Hier hilft es, sich deutlich zu machen, dass Sie durch die Prophylaxe, auf Jahre gerechnet, sogar sehr viel Geld sparen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Wie das?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Nehmen wir an, Sie gehen zweimal im Jahr zur professionellen Zahnreinigung. Setzen Sie den Betrag ein, der in Ihrer Praxis daf\u00fcr veranschlagt wird. Nun vergegenw\u00e4rtigen Sie sich, dass die<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>regelm\u00e4\u00dfige Prophylaxe den Zahnverlust sehr lange verz\u00f6gern und im besten Fall sogar stoppen kann.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Jetzt wird es interessant!<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Was kostet es, einen Zahn 1:1 durch ein Implantat zu ersetzen?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Rechnen wir im besten Fall zwischen 1.700 bis 2.500 Euro, wohlgemerkt f\u00fcr einen Zahn inklusive Krone.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das ist die Referenzversorgung. Wie viele Prophylaxesitzungen k\u00f6nnen Sie mit diesem Betrag durchf\u00fchren?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Sitzungen, die \u00fcber das Bewahren des Zahnes hinaus jedes Mal den Mehrwert einer tollen Optik, eines frischeren Atems, eines besseren Geschmackes im Mund und des Gef\u00fchls eines Neustarts haben?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>So betrachtet stellt sich aus gesundheitlicher und finanzieller Sicht gar nicht die Frage, ob eine professionelle Zahnreinigung durch- gef\u00fchrt werden soll!<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_42899\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 585px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-42899\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/IMG_4787-2-1024x633.jpeg\" alt=\"\" width=\"575\" height=\"356\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Gesundheitscoach Dr. Detlef Schulz bei einem seiner vielen Vortr\u00e4ge &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<h4>Doktor Dets Praxistipp: Werden Sie jetzt aktiv.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Lassen Sie sich von Ihrem Praxisteam dahingehend beraten, wie Ihr pers\u00f6nliches Risikoprofil aussieht. Machen Sie, je nach pers\u00f6nlicher Risikoeinsch\u00e4tzung, gleich einen oder mehrere Prophylaxetermine aus. Suchen Sie die passende Zahncreme sowie die beste B\u00fcrste f\u00fcr Ihre pers\u00f6nliche Risikogruppe. Die heutigen Putzhilfsmittel sind so optimal, dass Sie f\u00fcr jeden Bedarf eine optimale Kombination bekommen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Die vier Stufen der pers\u00f6nlichen Entwicklung<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Egal, ob in der Zahngesundheit oder in anderen Formen der Selbstsorge. Egal, ob in der Karriereplanung oder dem Anstreben des pers\u00f6nlichen Gl\u00fccks \u2013 Gedanken und Glaubenss\u00e4tze steuern unsere Lebensqualit\u00e4t. Der Weg der pers\u00f6nlichen Heldenreise, die hoffentlich nicht in der \u201eVerweigerung\u201c endet, nimmt dabei auf allen Feldern pers\u00f6nlicher Weiterentwicklung vier Stufen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Erste Stufe: Nichtwissen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Die Fakten sind einfach nicht bekannt. Vor Ihnen liegt dunkles Gel\u00e4nde. Die schwarzen Flecken auf der Landkarte sind in keiner Weise erhellt. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Zweite Stufe: Wissen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Die Fakten sind bekannt. Sie wissen, wie die Landschaft aussieht. Die Karte liegt klar und deutlich vor Ihnen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Dritte Stufe: Verstehen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Die Fakten werden auf die eigene Situation \u00fcbertragen. Sie werden sich klar dar\u00fcber, welche Wege Sie warum beschreiten wollen und zeichnen sie ein. Aus der neutralen Karte wird Ihr pers\u00f6nlicher Reisef\u00fchrer.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Vierte Stufe: Tun<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Die notwendigen Handlungsschritte werden bewusst durchgef\u00fchrt. Sie \u00fcberwinden alte \u00c4ngste und Hemmnisse und best\u00e4rken sich Schritt f\u00fcr Schritt mit jedem Erfolgserlebnis. Das neue Verhalten geht in Fleisch und Blut \u00fcber. Es wird zur Gewohnheit.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u00dcbertragen Sie dieses allgemeing\u00fcltige Gesetz auf Ihre Mundgesundheit und beginnen Sie ein neues Kapitel.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wieso ich diesen Ratgeber geschrieben habe \u2013 der Kompasswert<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Beratung in einer Zahnarztpraxis ist Ihrer gesetzlichen Versicherung rund 11 Euro wert \u2013 und zwar egal, wie lange diese Beratung dauert! Die Private veranschlagt immerhin etwas mehr als 20 Euro. Die Praxisminute kostet, je nach Gr\u00f6\u00dfe und technischer Ausstattung, 2,50 bis 4 Euro.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wie viel Inhalt kann in dieser bezahlten Zeit vermittelt werden? Beantworten Sie sich die Frage selbst, ehrlich und vorurteilslos!<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Richtig angewendet, kann der Zahn-Kompass ein neues Kapitel im Umgang mit Ihrem K\u00f6rper einleiten. Der Wert ist somit so hoch, wie Sie es f\u00fcr sich selbst zulassen. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren K\u00f6rper besser kennenzulernen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Gehen Sie kein Risko durch Nichtwissen ein!<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span> Denken Sie an Ihre Mundgesundheit!\u00a0Nur ein aufgekl\u00e4rter Patient ist ein m\u00fcndiger Patient!<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der Zahn-Kompass hilft Ihnen die Zusammenh\u00e4nge besser zu verstehen und verantwortungsvoll zu entscheiden!<\/p>\n<p><b>LINK zur Webseite von Dr. Detlef Schulz<\/b><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.zahnheilkunst.de\/\">https:\/\/www.zahnheilkunst.de\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Zahnarzt Dr. Detlef Schulz alias Dr. Det. aus Essen sieht sich als Gesundheitscoach, er setzt auf Prophylaxe und will so dem \u00dcbel, Zahn- und Zahnfleisch-Erkrankungen, an die Wurzel gehen. In seinem Buch &#8222;Der Zahn-Kompass&#8220; erkl\u00e4rt er sein Philosophie und spricht die wichtigsten Themen rund um die Z\u00e4hne. In dieser Serien-Folge geht es um die wichtige und richtige zahnmedizinische Prophylaxe.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[],"class_list":["post-44534","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lifestyle"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-07 15:21:07","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44534","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=44534"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44534\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":44541,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44534\/revisions\/44541"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44534"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=44534"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=44534"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}