{"id":44383,"date":"2021-12-24T16:34:35","date_gmt":"2021-12-24T15:34:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=44383"},"modified":"2021-12-30T13:12:34","modified_gmt":"2021-12-30T12:12:34","slug":"peter-neururer-sportliche-entwicklung-ist-sensationell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2021\/12\/24\/peter-neururer-sportliche-entwicklung-ist-sensationell\/","title":{"rendered":"Peter Neururer: Sportliche Entwicklung ist sensationell"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_44385\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 919px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-44385\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG_6072-3-1024x699.jpg\" alt=\"\" width=\"909\" height=\"620\" \/><span class=\"wp-caption-text\">WSV-Vorstand Peter Neururer im Stadion am Zoo \u00a9 &#8211; Wuppertaler SV<\/span><\/div>\n<p>Siegfried J\u00e4hne hat Lichtgestalt Peter Neururer, der als Kult-Figur im deutschen Fu\u00dfball gilt und jetzt beim WSV f\u00fcr Sport, Marketing und Kommunikation zust\u00e4ndig ist, f\u00fcr die STADTZEITUNG interviewt.<\/p>\n<p>Die Einbindung des Fu\u00dfballfachmanns Peter Neururer in das neue WSV-Vorstandsteam neben Finanzexperete Jochen Leonhardt und Sportchef Thomas Richter, dem fr\u00fcheren WSV -Torwart, -Manager und -Trainer, darf als geschickter Schachzug von Hauptsponsor Friedhelm Runge gewertet werden.<\/p>\n<p>Peter Neururer ist eine der schillernsten Figuren im deutschen Fu\u00dfball. Neururer gilt als Kult-Trainer schlechthin. Die Kommentare des 66j\u00e4hrigen (\u201egelebte 170 Jahre alt, gef\u00fchlte 35\u201c) sind legend\u00e4r.<\/p>\n<p>Die einen nennen ihn \u201ePeter der Gro\u00dfe\u201c, andere \u201eMotivationswunder\u201c. Uli Hoene\u00df schlug eins vor, das Ruhrgebiet in \u201eNeururergebiet\u201c umzubenennen. \u201eIch war f\u00fcr 16 Vereine aktiv und habe 619 Pflichtspiele als Coach in der Bundesliga absolviert\u201c berichtet er, der auch als Experte f\u00fcr Sport1 t\u00e4tig ist, aus seiner Vita.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Auf eine Journalistenfrage, wo er sich denn jetzt beworben habe, entgegnete er einst: &#8222;Ich bewerbe mich nicht, mich findet man.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Wer war es, der sie f\u00fcr den WSV gefunden hat?<\/b><\/p>\n<p>Peter Neururer (schmunzelnd): \u201cFriedhelm Runge war es. Ich hatte schon in fr\u00fcheren Jahren mit ihm Kontakt, doch damals scheiterte mein Engagement offensichtlich aufgrund von fehlerhafter Kommunikation. Diesmal gab es eine bessere Kommunikation, an der auch WSV-Sponsor St\u00f6lting beteiligt war, den ich ebenfalls seit Jahren kenne und sch\u00e4tze.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Wie ordnen sie die Entwicklung beim WSV ein und welche Erfahrungen haben Sie in ihrer Aufgabe als WSV-Vorstand gemacht?<\/b><\/p>\n<p>Peter Neururer: \u201eDen sportlichen Erfolg kann man nur als sensationell bezeichnen. Die von Bj\u00f6rn Mehnert trainierte Mannschaft spielt einen begeisternden Fu\u00dfball, das erleichtert nat\u00fcrlich auch meine Arbeit im Sponsoringbereich. Es geht zwar langsam, aber es geht aufw\u00e4rts. Die Leute wurden oft entt\u00e4uscht, sehen aber, dass jetzt vieles besser geworden ist. Viele trauern alte Zeiten nach und vergessen dabei, die Probleme in der Jetzt-Zeit zukunftsorientiert zu l\u00f6sen. Ich versuche ihnen zu vermitteln, dass Ressentiments nicht zielf\u00fchrend sind und eine Stadt wie Wuppertal auch aus Gr\u00fcnden der Attraktivit\u00e4t einen Fu\u00dfballverein im oberen Bereich braucht.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_30838\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 649px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-30838\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/DSC_9584-1024x710.jpeg\" alt=\"\" width=\"639\" height=\"443\" \/><span class=\"wp-caption-text\">(V.l.) Sponsor Friedhelm Runge, WSV-Sportvorstand Thomas Richter, ein Vertreter des Sponsors St\u00f6lting-Group und WSV-Vorstand Peter Neururer &#8211; \u00a9 \u00a0Jochen Classen<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Welchen Stellenwert hat in dem Zusammenhang eine Pers\u00f6nlichkeit wie Friedhelm Runge?<\/b><\/p>\n<p>Peter Neururer: &#8222;Man muss wissen und anerkennen, dass es diesen Traditionsverein WSV vermutlich nicht mehr g\u00e4be, h\u00e4tte sich nicht Friedhelm Runge mit seinem pers\u00f6nlichen und finanziellen Engagement eingebracht. Der Verein kann sich aber dauerhaft nicht nur auf eine Person konzentrieren, sondern muss sich breiter aufstellen. Wir brauchen mehr Pers\u00f6nlichkeiten vom Schlage Runges. In Wuppertal ist Gro\u00dfartiges m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Trotz des sportlichen Auftriebs ist die Zuschauer-Resonanz in dieser Saison eher entt\u00e4uschend. Haben Sie daf\u00fcr eine Erkl\u00e4rung?<\/b><\/p>\n<p>Peter Neururer: \u201eJa, Sie haben recht. In Essen kommen derzeit mehr Zuschauer zum Training als beim WSV zu Heimspielen. Das h\u00e4ngt mit vielen Faktoren zusammen. Corona ist sicher ein Grund. Aber auch die Entwicklungen in der Vergangenheit. Wer, wie der WSV von ganz oben kommt und nach unten geht, hat es naturgem\u00e4\u00df deutlich schwerer als jemand, der von unten nach oben kommt. Das h\u00e4ngt mit Begeisterung und mit Illusionen und Desillusionen zusammen. In Wuppertal kommen auch noch mediale Themen hinzu. In einer Stadt, in der es auf diesem Gebiet einen gr\u00f6\u00dferen Wettbewerb gibt, gibt es auch mehr Gespr\u00e4chsstoff, oft auch mehr positive Berichte. Hier sehe ich einen deutlichen Nachholbedarf.<\/p>\n<p>Schade, dass wir gegen Bochum recht ungl\u00fccklich aus dem DFB-Pokal ausgeschieden sind. Da h\u00e4tten wir noch eine gr\u00f6\u00dfere Resonanz und gute Einnahmen haben k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Noch nie war die Chance aufzusteigen, gr\u00f6\u00dfer als in dieser Saison. Sollte der Verein nicht gerade jetzt f\u00fcr weitere Verst\u00e4rkungen sorgen?<\/b><\/p>\n<p>Peter Neururer: \u201eEin Aufstieg schon in dieser Saison k\u00e4me aus meiner Sicht einem Fu\u00dfballwunder gleich. Immer gerne und auch sofort, wenn das m\u00f6glich ist! Aber daf\u00fcr braucht man auch die Voraussetzungen. Man sollte sich immer nur realistische Ziele setzen. Wenn man jetzt drei oder vier Spieler aussortieren w\u00fcrde, die die Erwartungen nicht erf\u00fcllen konnten, m\u00fcsste man drei oder vier neue spielst\u00e4rkere Akteure hinzugewinnen. Wenn man sich oben etablieren kann, m\u00fc\u00dfte ein solcher Austausch kontinuierlich Jahr f\u00fcr Jahr erfolgen. Das gesamte Team am Saisonende etwa mit zehn neuen Spielern zu best\u00fccken w\u00e4re kontraproduktiv\u201c.<\/p>\n<p><b>DS: Wo stehen sie Schwachpunkte im Umfeld?<\/b><\/p>\n<p>Peter Neururer: \u201eF\u00fcr mich ist es schon sensationell, wie die Mannschaft auf diesem Rasenplatz, der f\u00fcr mich eher ein Acker ist, solch herausragenden Fu\u00dfball spielen kann. Hier sind die gegnerischen Mannschaften immer im Vorteil, weil es leichter ist gegen den Ball als mit dem Ball zu spielen. Das hat auch mit dem Ballbesitz zu tun. Unsere Mannschaft hatte ihr bestes Spiel in dieser Saison beim 1.FC K\u00f6ln im Franz-Kremer-Stadion, wo sie einen Traum-Teppich vorfand. Aber auch hier im Zoo-Stadion erwarte ich Verbesserungen. Wenn 2024 in Deutschland die Fu\u00dfball-Europameisterschaft stattfindet, wird es im Westen vier Spielst\u00e4tten, n\u00e4mlich in K\u00f6ln, D\u00fcsseldorf, Dortmund und Gelsenkirchen geben. Da wird Wuppertal Trainings-Standort f\u00fcr eine Nationalmannschaft werden und dann bekommen wir auch einen besseren Rasenplatz, der dann auch mit einer Rasenheizung ausgestattet sein d\u00fcrfte. Ansonsten kenne ich keine Stadt, in der eine Mannschaft zu Trainingszwecken t\u00e4glich so weit reisen muss wie in Wuppertal. Nicht umsonst werden wir unser Trainingslager im Winter wieder in der T\u00fcrkei aufschlagen.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Wie sehen Sie die globale Entwicklung im Fu\u00dfball?<\/b><\/p>\n<p>Peter Neururer: \u201eDie kann ich nur katastrophal nennen. Vieles hat mit Fu\u00dfball gar nichts mehr zu tun. Den, der 100 Mio. Euro Abl\u00f6se zahlt, den k\u00f6nnte man sonst f\u00fcr geisteskrank erkl\u00e4ren. Auch mit den utopischen Geh\u00e4ltern macht man den Fu\u00dfball an seiner Basis kaputt. Das ist ja alles nicht mehr finanzierbar. Wenn wir sehen, dass der von einem arabischen Scheich gesponserte englische Fu\u00dfballclub Newcastle United der reichste Verein der Welt sein wird, wei\u00df man, worum es eigentlich geht. Der FC Barcelona ist mit 1,35 Milliarden verschuldet, bet\u00e4tigt sich aber als Gro\u00dfeink\u00e4ufer. Und wenn es bei den Weltmeisterschaften k\u00fcnftig statt 16 Teilnehmern nach den Pl\u00e4nen des Schweizers Infantino ab dem Jahre 2026 eine Weltmeisterschaft mit 48 Mannschaften geben soll, wei\u00df man sp\u00e4testens jetzt, dass es hier nur noch um Gesch\u00e4ft und nicht mehr um Sport gehen kann. Nicht nur die Qualit\u00e4t leidet, wenn absurde Pl\u00e4ne realisiert werden.\u00a0Wenn unsere Vereine auf diesem Klavier mitspielen wollten, m\u00fcssten sie scheitern. Schon heute sieht man, dass die Jugendarbeit vernachl\u00e4ssigt wird und wir dabei sind, zweitklassige Spieler aus dem Ausland zu verpflichten. Zum Gl\u00fcck hat der WSV in Wuppertal immer gro\u00dfen Wert auf Jugendarbeit gelegt.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_40043\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 643px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-40043\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_6297-2-1024x748.jpg\" alt=\"\" width=\"633\" height=\"462\" \/><span class=\"wp-caption-text\">WSV-Vorstandsmitglied Peter Neururer mit dem Bochumer Fan am Rande des Pokalspiels WSV gegen VfL Bochum \u00a0&#8211; \u00a9 Siegfried J\u00e4hne<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Welche Hobbys pflegt der Privatmann Neururer?<\/b><\/p>\n<p>Peter Neururer: \u201eIch spiele regelm\u00e4\u00dfig in Gelsenkirchen Buer oder in meinem Garten am Haus Golf. Mein Handicap ist allerdings von einst 10,4 auf 17,5 abgesunken. Dann bereitet mir meine Harley-Davidson gro\u00dfe Freude, aktuell fehlen mir nur noch zwei gro\u00dfe Ziele auf der Weltkarte.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Was w\u00fcrden Sie machen, wenn sie nicht Fu\u00dfballtrainer geworden w\u00e4ren?<\/b><\/p>\n<p>Peter Neururer: \u201eIch habe eine sportwissenschaftliche Lehrerausbildung, in der ich es auch mit Jura zu tun hatte. Da h\u00e4tte sich sicher etwas gefunden.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Ein Reporter schrieb mal, sie w\u00fcrden mit ihrem Auto nicht einparken, sondern einschleudern. Ist ihre diesbez\u00fcgliche Leidenschaft noch vorhanden und welches Auto nennen Sie nach ihrer Porsche-Zeit derzeit ihr eigen?<\/b><\/p>\n<p>Peter Neururer: \u201eAlso man darf nicht alles glauben, was geschrieben steht, manche Zitate stammen von Leuten, mit denen ich noch nie gesprochen habe. Derzeit nutze ich f\u00fcr meine t\u00e4glichen Fahrten einen Peugeot.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Es gibt soviel tolle Spr\u00fcche von Ihnen. Welchen k\u00f6nnen Sie im Zusammenhang mit dem WSV beitragen?<\/b><\/p>\n<p>Neururer: \u201eSpr\u00fcche sind immer situationsbedingt, w\u00e4re es anders, w\u00e4re ich ja ein Spr\u00fccheklopfer. Das bin ich nicht und das will ich auch nicht sein.\u201c<\/p>\n<p><b>Das Interview f\u00fchrte SIEGFRIED J\u00c4HNE<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wuppertaler SV ist nach Jahren endlich wieder im Schweinwerferlicht. In der Winterpause trennt den WSV nur ein einziger Punkt von Tabellenf\u00fchrer Rot-Weiss Essen. Nicht wenige Fans tr\u00e4umen vom Aufstieg in die 3. Liga. Seit Mai sitzt mit Peter Neururer (66) ein weiterer ausgewiesener Fussball-Experte im WSV-Vorstand.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-44383","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-27 11:00:20","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44383","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=44383"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44383\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":44389,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44383\/revisions\/44389"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44383"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=44383"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=44383"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}