{"id":432,"date":"2015-06-02T12:21:43","date_gmt":"2015-06-02T10:21:43","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2015\/06\/02\/museumsdirektor-dr-gerhard-finckh-im-gespraech\/"},"modified":"2025-02-26T13:08:27","modified_gmt":"2025-02-26T12:08:27","slug":"museumsdirektor-dr-gerhard-finckh-im-gespraech","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2015\/06\/02\/museumsdirektor-dr-gerhard-finckh-im-gespraech\/","title":{"rendered":"Dr. Gerhard Finckh: Besucherzahl ist kein Qualit\u00e4tsmerkmal"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_45294\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-45294\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_1604_a-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Gerhard Finckh &#8211; \u00a9 Dirk Sengotta<\/span><\/div>\n<p>Das bekannte Wuppertaler Von der Heydt-Museum ist derzeit dicht. Diesen Umstand nutzt die Stadtzeitung f\u00fcr ein ausf\u00fchrliches Gespr\u00e4ch mit Museumsdirektor Dr. Gerhard Finckh.<\/p>\n<p><strong>DS: Ist eine Ausstellung dann gut, wenn sie viele Besucher hat?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Gerhard Finckh: \u201eNein. Die Besucherzahl hat an sich mit der Qualit\u00e4t der Ausstellung nichts zu tun. Gute Besucherzahlen sind heutzutage zwar notwendig, weil sich die Museen \u00fcber die Eintrittsgelder finanzieren. Insofern ist es sch\u00f6n, wenn viele Leute kommen, weil wir dann am Ende wenigstens eine schwarze Null schreiben. Aber Zuschauerzahlen an sich geben keine Auskunft dar\u00fcber, wie gut eine Ausstellung ist, sondern nur dar\u00fcber, wo das Publikumsinteresse gerade liegt oder wie gut die Marketingstrategie war. In der Kunst gibt es keine Abstimmung mit den F\u00fc\u00dfen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben es geschafft, Menschen ins Museum zu locken, die bislang h\u00f6chstens Leonardo da Vincis \u201aMona Lisa&#8216; oder Rembrandts \u201aMann mit dem Goldhelm&#8216; als Kunstdrucke kannten. Macht Sie das stolz?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Gerhard Finckh: \u201eStolz macht mich das nicht unbedingt. Aber es freut mich, wenn Leute zur Kunst kommen, die sich bisher nicht so sehr daf\u00fcr interessiert haben. Ich sehe Kunst als etwas, das mich selbst unheimlich bereichert. Kunst ist mit meinem Leben untrennbar verbunden, und daher freue ich mich, wenn ich diese Freude mit anderen teilen und Leute dazu bewegen kann, h\u00e4ufiger mal ins Museum zu gehen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Nach welchen Kriterien gestalten Sie eine erfolgreiche Ausstellung?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Gerhard Finckh: \u201eWir sind keine Kunsthalle, sondern ein Museum mit einer umfangreichen eigenen Sammlung. Deshalb halte ich sehr viel davon, daraus die Grundlage f\u00fcr Ausstellungen zu entwickeln. Unsere Sammlung hat eine ganz bestimmte Struktur. Sie beginnt mit der sp\u00e4ten Gotik und endet mit der Gegenwart. Wir besitzen eine gro\u00dfe Menge an alten Niederl\u00e4nder-Gem\u00e4lden. Da bietet es sich an, Ausstellungen mit niederl\u00e4ndischer Kunst des 17. Jahrhunderts zu machen. Wir haben zudem viele impressionistische und expressionistische Gem\u00e4lde. Deshalb machen wir auch regelm\u00e4\u00dfig impressionistische oder expressionistische Ausstellungen wie zuletzt \u201aDer Sturm&#8216;. Die R\u00fcckkoppelung an die Sammlung zeigt ja auch den B\u00fcrgern unserer Stadt, wie sinnvoll es ist, eine solche Sammlung zu haben und wie stolz man darauf sein kann.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: K\u00f6nnten Sie sich in Ihrem Hause auch eine Ausstellung wie \u201aFeministische Avantgarde der 70er Jahre&#8216; vorstellen, die ja auch eine politische Komponente hat?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Gerhard Finckh: \u201eIch halte sehr viel davon. Kunst ist ja eigentlich immer politisch. Wenn Rubens ein Bild gemalt hat, dann nicht, weil er sich nur f\u00fcr die nackten Frauen interessiert hat, sondern weil er einen politischen Inhalt damit her\u00fcberbringen wollte. Er hatte etwa die Absicht, einem F\u00fcrsten mit seinem Bild einen Spiegel vorzuhalten. Wenn beispielsweise in den 70er Jahren Hamburger K\u00fcnstlerinnen etwas geschaffen haben, dann stellten sie in dieser Kunst ihre eigene Position als Frau dar. Heute ist eine solche Ausstellung \u00fcber den Feminismus in den 70er Jahren die Reflektion einer politischen Haltung, verbunden mit der Frage: Wie weit ist der Feminismus von damals von den heutigen Positionen entfernt? Schlie\u00dflich gab es zu der Zeit noch keine Quotenfrauen in den Dax-Konzernen, heute gibt es sie. Ein kleiner Fortschritt. Deshalb lohnt es sich auch, gelegentlich einmal zur\u00fcckzuschauen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Glauben Sie, dass die Wuppertaler Kunstfreunde an \u201aEat Art&#8216;, einer Ausstellung des K\u00fcnstlers Daniel Spoerri Appetit haben k\u00f6nnten, der Essensreste nebst Geschirr und Besteck in Kunst verwandelt?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Gerhard Finckh: \u201eDie \u201aEat Art&#8216; ist eine Spielart von Minimal- oder konkreter Kunst, die in den 60er und 70er Jahren weit verbreitet war. Und Spoerri ist einer der ganz wichtigen K\u00fcnstler dieser Richtung. Ein toller Typ \u2013 und es ist auch kein Quatsch, den er da macht. Es geht ja nicht darum, nur einen Teller oder eine Tasse an die Wand zu knallen. Es geht auch um formale Prinzipien dabei. In der Kunst spielt Form immer eine Rolle. Aber eine gro\u00dfe Retrospektive von Spoerri gab es gerade in D\u00fcsseldorf und in Stuttgart.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Woher kommen denn heutzutage \u00fcberhaupt noch die Gelder, um neue Kunst anzukaufen?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Gerhard Finckh: \u201eEs gibt f\u00fcr uns zwei M\u00f6glichkeiten. Das eine ist die Von der Heydt-, das andere ist die Renate und Eberhard Robke-Stiftung. Von der Heydt hat der Stadt nicht nur seine Kunstsammlung, sondern auch eine gro\u00dfe Geldsumme vermacht, die von der Stadt verwaltet wird. Daraus flie\u00dfen Zinsertr\u00e4ge, von denen wir jedes Jahr auf meinen Vorschlag hin etwas Kunst ankaufen k\u00f6nnen \u2013 und zwar in der Regel von K\u00fcnstlern, die bereits verstorben sind und gegenst\u00e4ndlich gemalt haben. Die Robke-Stiftung legt dagegen gro\u00dfen Wert darauf, dass Gegenwartskunst gef\u00f6rdert und f\u00fcr unsere Sammlung erworben wird.&#8220;<\/p>\n<p><strong><em>DS: In Kunst zu investieren \u2013 ist das eigentlich noch eine lohnende Geldanlage?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Dr. Gerhard Finckh: \u201eIch halte sehr wenig davon, dass man mit Kunst sein Verm\u00f6gen vermehrt. Das kann man nat\u00fcrlich tun, wenn man z.B. Werke von Gerhard Richter oder Georg Baselitz erwirbt. Aber daf\u00fcr wird Kunst eigentlich nicht geschaffen. Sie ist daf\u00fcr da, dass sich Menschen daran erfreuen oder kritisch mit ihr auseinandersetzen. F\u00fcr mich w\u00e4re es undenkbar, ein Kunstwerk zu erwerben, nur um es dann hinterher f\u00fcr mehr Geld wieder zu verkaufen. Mein Tipp: Kaufen Sie nur die Kunst, mit der Sie sich auch umgeben wollen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Viele Kunstwerke stehen jahrelang aus Platzgr\u00fcnden in Ihrem Depot und sind den Wuppertaler Kunstfreunden nicht zug\u00e4nglich, ist das nicht ein Trauerspiel?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Gerhard Finckh: \u201eWir haben ungef\u00e4hr 3.000 Gem\u00e4lde, 30.000 Arbeiten auf Papier und dazu etwa 500 Skulpturen. Das ist schon eine stattliche Sammlung. Davon k\u00f6nnen wir leider immer nur relativ wenig zeigen. Wir realisieren regelm\u00e4\u00dfig gro\u00dfe Ausstellungen. Der Nachteil ist, dass dann f\u00fcr unsere eigene Sammlung nur noch wenig Raum bleibt. Wir setzten deshalb auf ein Umschichtsystem, dass wir z.B. mal nur die Niederl\u00e4nder zeigen oder mal nur Gegenwartskunst. Mit diesem Rotationsprinzip wollen wir unserem Publikum trotz der Platzknappheit immer wieder andere Aspekte unserer Sammlung vor Augen f\u00fchren.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Tr\u00e4umen Sie da nicht von einem gr\u00f6\u00dferen Museum?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Gerhard Finckh: \u201eIm Grunde genommen schon. Schon der erste Direktor des Hauses, Friedrich Fries, hat damals gesagt: \u201aDas Haus ist eigentlich zu klein. Wir k\u00f6nnen nicht alle Sch\u00e4tze zeigen und parallel gro\u00dfe Ausstellungen machen&#8216;. Das bedeutet, das Museum hatte immer schon Platznot. Und die Sammlung w\u00e4chst ja st\u00e4ndig weiter. Wir haben gro\u00dfe Probleme, Werke unterzubringen, geschweige denn, sie zu zeigen. Deshalb w\u00e4re es sehr, sehr w\u00fcnschenswert, ein neues, deutlich gr\u00f6\u00dferes Museum zu bekommen. Es gab immer wieder mal Neubaupl\u00e4ne, z.B. das Schauspielhaus als Kunstmuseum umzubauen, diese lie\u00dfen sich aus Geldmangel aber bisher leider nie realisieren.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Provokant gefragt: K\u00f6nnten Sie sich denn vorstellen, einige gro\u00dfe Werke Ihrer Sammlung zu verkaufen, um mit dem Ertrag daraus ein neues, gr\u00f6\u00dferes Museum zu finanzieren?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Gerhard Finckh: \u201eHier wird keine Kunst verkauft, zumindest nicht, solange ich da bin! Die Kunstmuseen sind immer unter der Ma\u00dfgabe gegr\u00fcndet worden, dass die Werke f\u00fcr die Ewigkeit im Museum bleiben. Wir w\u00fcrden doch auch nicht unsere Wuppertaler Stadtgr\u00fcndungsurkunde verkaufen. Und das gilt auch f\u00fcr unsere Sammlung. Wir sind stolz auf unseren Monet und unseren van Gogh. Die Werke sind Ausdruck daf\u00fcr, welche \u00e4sthetischen, politischen und soziologischen Pr\u00e4ferenzen B\u00fcrger unserer Stadt zu einer ganz bestimmten Zeit hatten. So eine Sammlung ist ein Dokument. Und das darf man auf keinen Fall auseinanderrei\u00dfen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie stehen Sie pers\u00f6nlich zum Ausverkauf der Kunst in NRW, in dessen Zuge z.B. auch Werke von Andy Warhol regelrecht verh\u00f6kert wurden?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Gerhard Finckh: \u201eDas ist eine absolute Katastrophe! Und zudem eine kulturpolitische Bankrotterkl\u00e4rung. Es ist unglaublich, was die da angestellt haben. Denn gerade diese beiden Bilder von Andy Warhol waren eng mit der Kunstgeschichte Nordrhein-Westfalens verbunden. Warhol &#8211; geb\u00fcrtiger Rum\u00e4ne und sp\u00e4ter US-B\u00fcrger &#8211; ist dadurch ber\u00fchmt geworden, dass der K\u00f6lner Kunstsammler Peter Ludwig seine Werke gekauft hat. \u00dcber NRW ist Warhol also letztlich weltweit ber\u00fchmt geworden. Und jetzt gerade zwei seiner Hauptwerke zu verschleudern, das ist v\u00f6llig idiotisch und weckt nat\u00fcrlich Begehrlichkeiten der st\u00e4dtischen K\u00e4mmerer, auch Kunst aus ihren Museen zu Geld machen zu wollen. Direktorenkollegen in anderen Kommunen hatten gr\u00f6\u00dfte M\u00fche, dies abzuwehren. Das ist genau der falsche Weg, abgesehen davon, dass die St\u00e4dte in ein paar Jahren ja ohnehin wieder verschuldet w\u00e4ren.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_45296\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 328px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-45296\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_1590_a-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"318\" height=\"477\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Gerhard Finckh &#8211; \u00a9 Dirk Sengotta<\/span><\/div>\n<p><strong><em>DS: Wie sehen Sie die Diskussion um die vermeintliche Nazi-Vergangenheit von Eduard von der Heydt, dem Namensgeber Ihres Museums?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Dr. Gerhard Finckh: \u201eDie Diskussion ist immer noch aktuell. Und wir f\u00fchren sie ganz bewusst weiter. Wir planen im Herbst die gro\u00dfe Ausstellung \u201aWeltkunst&#8216; mit dem Untertitel: \u201aDie Sammlung Eduard von der Heydt&#8216;. Er hat ja nicht nur europ\u00e4ische Kunst gesammelt, sondern auch Werke aus Asien, Afrika, Indonesien, Mexiko. Diesen zweiten Teil der Sammlung kennt man hier in Wuppertal kaum, der befindet sich normalerweise im Rietberg-Museum in Z\u00fcrich. Wir f\u00fchren jetzt beide Sammlungen zusammen. Um sie zu strukturieren, wollen wir die Lebensstationen Eduard von der Heydts anhand seiner Wohnr\u00e4ume nachempfinden. Er hat mit den Werken unterschiedlichster Kulturen unter einem Dach gelebt. Man wird erkennen, dass jemand, der Weltkunst gesammelt hat, sich mit den bl\u00f6den Ariergedanken der Nazis gar nicht anfreunden konnte. Von der Heydt war ein Weltb\u00fcrger. Seine Sammlung unterstreicht eindeutig, dass er vom Herzen her kein Nazi gewesen sein kann. Parallel zur Ausstellung veranstalten wir ein Symposium, um noch einmal die Frage zu kl\u00e4ren: \u201aWie viel Schuld hat Eduard von der Heydt im Dritten Reich auf sich geladen?&#8216; Wahrscheinlich werden die Experten zu dem Ergebnis kommen: Relativ wenig! Eduard von der Heydt ist ja auch 1945 vom Milit\u00e4rgericht in Z\u00fcrich freigesprochen worden.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Welche in der Kunstwelt existierenden Werke haben Sie pers\u00f6nlich am meisten beeindruckt?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Gerhard Finckh: \u201eEs f\u00e4ngt an mit der 35.000 Jahre alten Mammutfigur, die ein unbekannter K\u00fcnstler ohne Messer und nur mit einem Stein aus einem Mammutzahn geschnitzt hat. Dieses Werk wurde in der Vogelherdh\u00f6hle in der Schw\u00e4bischen Alb gefunden. Dann der Isenheimer Altar von Matthias Gr\u00fcnewald in Colmar, ein Meisterwerk, das mich schon als Teenager total beeindruckt hat. Ihn schaue ich mir immer wieder einmal an und erlebe ihn jedes Mal neu. Ich hatte mal die Gelegenheit, ganz allein vor dem Altar stehen zu d\u00fcrfen und dieses Kunstwerk auf mich einwirken zu lassen. Ein einmaliges Erlebnis. Die Gem\u00e4lde \u201aDie Kreuzaufrichtung&#8216; und \u201aDie Kreuzabnahme&#8216; von Peter Paul Rubens, den ich f\u00fcr den bedeutendsten K\u00fcnstler aller Zeiten halte, bewegen mich, genauso wie \u201aDer tote Christus im Grab&#8216; von Hans Holbein. In der Gegenwart ist es \u201aGuernica&#8216; von Pablo Picasso, das mich fasziniert. Jedes Mal, wenn ich vor solchen bedeutenden Kunstwerken stehe &#8211; und davon gibt es noch viele mehr &#8211; bin ich so beeindruckt, dass ich mir die Frage stelle: Kann ich so weiterleben oder muss ich mein Leben \u00e4ndern?&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie sieht denn die Traumausstellung von Dr. Gerhard Finckh aus?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Gerhard Finckh: \u201eDas Schwierige bei Traumausstellungen ist, dass man die Kunstwerke praktisch nicht mehr zusammen bekommt, die man dazu braucht. Wenn ich beispielsweise eine Rubens-Ausstellung machen wollte, die noch spektakul\u00e4rer sein soll als die, die wir schon gemacht haben, dann wird das daran scheitern, dass ich die daf\u00fcr notwendigen Kunstwerke nicht mehr bewegt bekomme. Die Gem\u00e4lde sind so empfindlich, das die Museen sie gar nicht mehr herausr\u00fccken. Deshalb kann man die Traumausstellung schlechthin nie verwirklichen. Ich kann sie virtuell am Computer zusammenstellen, aber in der Realit\u00e4t wird es sie nie geben. Um Kunstwerke zu erleben, gibt es f\u00fcr mich nur eine M\u00f6glichkeit: Ich muss mich auf eine Reise zu den Kunstwerken begeben, also dorthin fahren, wo sie ausgestellt sind.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wenn Sie sich frei entscheiden k\u00f6nnten: Von welchem Kunstmuseum auf der Welt w\u00e4ren Sie gern Direktor?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Gerhard Finckh: \u201eIch f\u00fchle mich in Wuppertal sehr wohl. Ich mag das Haus und seine Sammlung sehr gern. Ich habe hier wunderbare Mitarbeiter, mit denen ich gern zusammenarbeite und ich habe das Gef\u00fchl, dass das Museum von der Wuppertaler Bev\u00f6lkerung getragen wird. Es gibt hier Stiftungen sowie Unternehmen und Privatleute, die unser Museum unterst\u00fctzen. Wir haben B\u00fcrger, die auf uns zukommen und sagen: \u201aIch habe hier ein Kunstwerk, ich schenke es Euch&#8216;. Es ist unglaublich, wie die Leute in dieser Stadt auf ihr Museum fokussiert sind. Schon allein deshalb bin ich sehr gerne hier.&#8220;<br \/>\nDS: Herr Dr. Finckh, wir danken Ihnen f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p><strong>Das Interview f\u00fchrten Hans-Herbert Preising und Peter Pionke<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Ein \u00dcberblick \u00fcber Dr. Gerhard Finckhs Leben<\/h3>\n<p>Dr. Gerhard Finckh wurde am 12. April 1952 in Bruckm\u00fchl bei M\u00fcnchen geboren. Nach dem Abitur studierte er an der Universit\u00e4t M\u00fcnchen Kunstgeschichte und Bayerische Geschichte. 1987 promovierte er an der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen. Titel seiner Arbeit: \u201eM\u00fcnchner Bildhauerei der 1920er Jahre&#8220;. Von 1987 bis 1990 war Dr. Gerhard Finckh Leiter der Kunsthalle Emden. Von 1990 bis 2000 war er als Ausstellungsleiter des Folkwang-Museums in Essen t\u00e4tig. Anschlie\u00dfend leitete er sechs Jahre lang das Museum Morsbroich in Leverkusen. Seit 2006 ist er Direktor des Von der Heydt-Museums.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das weit \u00fcber die Grenzen Wuppertals bekannte Von der Heydt-Museum ist derzeit geschlossen. Umbauarbeiten. Gelegenheit zum R\u00fcckblick und zur Vorausschau. Die Stadtzeitung unterhielt sich mit Museumsdirektor Dr. Gerhard Finckh, dem Initiator erfolgreicher Ausstellungen von weltber\u00fchmten Malern wie Pierre-Auguste Renoir, Claude Monet oder zuletzt Camille Pissarro.<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":430,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[189,188],"class_list":["post-432","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur","tag-dr-gerhard-finckh","tag-von-der-heydt-museum"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-04 16:05:29","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/432","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=432"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/432\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45297,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/432\/revisions\/45297"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/430"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=432"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=432"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=432"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}