{"id":42970,"date":"2021-11-04T11:42:42","date_gmt":"2021-11-04T10:42:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=42970"},"modified":"2021-11-08T07:55:00","modified_gmt":"2021-11-08T06:55:00","slug":"christliche-kunst-ist-das-goettliche-darstellbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2021\/11\/04\/christliche-kunst-ist-das-goettliche-darstellbar\/","title":{"rendered":"Christliche Kunst: Ist das G\u00f6ttliche darstellbar?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_42980\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 959px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-42980\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/20200410_190641-2-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"949\" height=\"903\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Jesus Christus am Kreuz &#8211; ein Werk des Wuppertaler K\u00fcnstlers Leif Skogl\u00f6f &#8211; \u00a9 Leif Skogl\u00f6f<\/span><\/div>\n<p>F\u00fcr Christen gab es in der Zeit keine M\u00f6glichkeit, ihren Glauben und ihre Gottesdienste in der \u00d6ffentlichkeit darzustellen. Au\u00dferdem \u201ewollte man sich auch absetzen vom Heidentum, das ja charakterisiert war durch die Vielzahl von G\u00f6tterbildern, durch die Verkn\u00fcpfung des Gottesdienstes mit einem Gottesbild\u201c, sagt die Theologin.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u201eMan hat gesagt, dass das G\u00f6ttliche absolut undarstellbar, aber jeder Mensch berufen sei, immer mehr zum Bild Gottes zu werden, \u2013 und da bedarf es keines Bildwerkes.\u201c Bereits an dieser Stelle hat das viele Jahre sp\u00e4ter im sogenannten Bilderstreit scharf diskutierte Thema der Darstellbarkeit des G\u00f6ttlichen seinen Ursprung.<\/p>\n<h4>Was ist christliche Kunst?<\/h4>\n<p>\u201eChristliche Kunst nennt man alle Darstellungen, die biblische oder auch kirchengeschichtliche Ereignisse oder Personen vor Augen stellen\u201c, erkl\u00e4rt die Wissenschaftlerin. In einem weiteren Sinne geh\u00f6rt all das dazu, was im Zusammenhang privater Fr\u00f6mmigkeit und des \u00f6ffentlichen christlichen Gottesdienstes geschaffen wurde, insbesondere auch die Architektur, also die gesamte Geschichte des Kirchenbaus.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Entwicklung der christlichen Kunst sei ein langer Prozess gewesen, an dessen Beginn erste Symbole st\u00fcnden. \u201eUnd dann kam die Konstantinische Wende\u201c (In der Konstantinischen Wende gewann das Christentum an Einfluss im R\u00f6mischen Reich und wurde schlie\u00dflich 393 n. Chr. zur Staatsreligion erhoben, Anm. d. Red.), formuliert Michael die wohl pr\u00e4gnanteste Z\u00e4sur der fr\u00fchen Kirchengeschichte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_42974\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 613px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-42974\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Michael2-1024x710.jpeg\" alt=\"\" width=\"603\" height=\"418\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Bildwerke in der christlichen Kunst\u00a0Dr. Angelika Michael \/ Evangelische Theologie &#8211; \u00a9\u00a0Foto: Privat<\/span><\/div>\n<p>Danach wurde repr\u00e4sentativ gebaut, der Gottesdienst repr\u00e4sentativ gestaltet und in allen Bereichen der Gesellschaft christianisiert. \u201eIm Grunde ist im Mittelalter dann alle Kunst christliche Kunst.\u201c Die Kirche fungierte oftmals als Auftraggeber und auch die Herrschenden gestalteten ihre Schl\u00f6sser oder Burgen in dem Bewusstsein, christliche Herrscher zu sein.<\/p>\n<p>Die Kunstwerke, erkl\u00e4rt Michael, seien zun\u00e4chst ganz normal Gegenstand der Kunstgeschichte. \u201eKunstbeschreibungen gibt es schon in der Literatur der Antike und Sp\u00e4tantike, in der Renaissance finden wir K\u00fcnstlerviten sowie \u00dcberlegungen \u00fcber die Frage, was Kunst \u00fcberhaupt ist\u201c, sagt sie, aber erst seit der zweiten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts gibt es Kunstgeschichte als Wissenschaft. An den theologischen Fakult\u00e4ten geh\u00f6rte eine Zeit lang die Besch\u00e4ftigung mit der christlichen Kunst zum Studium der Kirchengeschichte, hier gab es Lehrst\u00fchle f\u00fcr \u201eChristliche Arch\u00e4ologie\u201c \u2013 diese sind heute meist den philosophischen Fakult\u00e4ten zugeordnet.<\/p>\n<h4>Ist eine g\u00f6ttliche Person darstellbar?<\/h4>\n<p>Wie kann man nun aber Glaubensinhalte darstellen? Das Problem dabei ist, dass eine Gottesbeziehung naturgem\u00e4\u00df nicht sichtbar sei, sagt Dr. Angelika Michael, und man sei so vorgegangen, dass man zun\u00e4chst Symbole gefunden habe, im weiteren Verlauf dann versucht habe, das biblisch berichtete Handeln Jesu darzustellen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u201eUnd damit ergab sich die Aufgabe der Darstellung dieses Menschen, von dem der christliche Glaube sagt, er sei sowohl Mensch wie wir &#8211; als auch Gott.\u201c Daraus entwickelten sich wiederum Darstellungstraditionen, \u00fcber die die Theologen irgendwann reflektierten und \u00fcber die ein Streit entbrannte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u201eEs gab also Theologen, die sagten, es sei unm\u00f6glich, Christus darzustellen, denn er ist Gott, und das G\u00f6ttliche ist nicht darstellbar. Also ist auch diese Person als g\u00f6ttliche Person nicht darstellbar.\u201c Auf der anderen Seite argumentierten die Bef\u00fcrworter mit der Notwendigkeit der Darstellung Christi.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Diese Auseinandersetzung wurde \u00fcber Jahrhunderte im sog. Byzantinischen Bilderstreit gef\u00fchrt (Der byzantinische Bilderstreit war eine Zeit der theologischen Debatte in der orthodoxen Kirche und dem byzantinischen Kaiserhaus w\u00e4hrend des 8. und 9. Jahrhunderts. Es ging um die Verehrung von Ikonen Anm. d. Red.).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-42975\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/image002.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><\/p>\n<p>Der Streit drehte sich vor allem um die Christus-Darstellungen, obwohl auch andere Bildwerke wichtig waren: z.B. entstand das Pilgerwesen und Gl\u00e4ubige sammelten Erde oder Wasser von heiligen Orten, oder nahmen Heiligenbilder mit, denen sie wundert\u00e4tige Kr\u00e4fte zuschrieben.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Bis heute g\u00fcltige Entscheidung fiel 787 n. Chr.<\/h4>\n<p>Die bis heute g\u00fcltige Entscheidung in diesem Streit wurde 787 n. Chr. auf dem durch Kaiser Konstantin VI. bzw. der Regentin, seine Mutter Eirene, einberufenen siebten \u00f6kumenischen Konzil in Nicaea formuliert.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Dazu Dr. Angelika Michael: \u201eDie Entscheidung damals lautete: Die Bilder d\u00fcrfen und sollen verehrt werden. Sie haben einen guten Sinn im Leben der Christen. Das, was sowieso schon vorher da war, wurde nun also offiziell anerkannt. Insbesondere in der Orthodoxie kommt diese Entscheidung wirklich bis heute zum Tragen. Da geh\u00f6ren die Ikonen dazu, Bilder, die die g\u00f6ttliche Person oder die Heiligen vergegenw\u00e4rtigen.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ein wichtiger Satz des Konzilsbeschlusses sagt, dass die Ehre, die dem Bild erwiesen wird, auf das Urbild \u00fcbergehe, so dass man in Wahrheit nicht etwa den materiellen Gegenstand, sondern die g\u00f6ttliche Person im Bild verehre. \u201eDas Bild ist f\u00fcr die Orthodoxie bis heute Mittler des G\u00f6ttlichen und spielt eine gro\u00dfe Rolle in der Ausstattung der Kirchenr\u00e4ume &#8211; die Bilderwand geh\u00f6rt dazu \u2013; f\u00fcr orthodoxe Fr\u00f6mmigkeit offenbart das Bild das G\u00f6ttliche\u201c sagt Michael, \u201eauch zu jedem Haushalt geh\u00f6rt eine Ikone.\u201c<\/p>\n<p>Hier besteht also ein gro\u00dfer Gegensatz zu den anderen monotheistischen Religionen. \u201eIm Judentum und auch im Islam ist es verboten, irgendeine Gottesdarstellung zu versuchen. Es ist nicht nur im Islam, sondern auch im Judentum un\u00fcblich, den gottesdienstlichen Raum mit irgendwelchen fig\u00fcrlichen Darstellungen auszustatten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der Islam verbietet generell jede Darstellung mit fig\u00fcrlichem Charakter in der Richtung des Gebetes, und alle Darstellungen des Propheten Mohammed gelten als beleidigend. Wenn man sich mit den Fragen des Bilderstreits besch\u00e4ftigt, dann kl\u00e4rt man die eigene Tradition, aber man kommt auch dahin, andere Traditionen besser zu verstehen.\u201c<\/p>\n<h4>Verbannung von Bildwerken in der Reformationszeit<\/h4>\n<p>Eine zweite Welle der Auseinandersetzung begann im Sp\u00e4tmittelalter und erreichte ihren H\u00f6hepunkt in der Reformationszeit, in der Bildwerke aus Kirchen entfernt und z.T. auch zerst\u00f6rt wurden. Wieder wurden Darstellungen Christi, aber auch Gem\u00e4lde und Skulpturen der Heiligen in Frage gestellt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u201eEs ging allen Reformatoren darum, dass der Mensch, wenn er nach g\u00f6ttlicher Hilfe sucht, sich allein an Gott wendet\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Angelika Michael. \u201eDie Heiligen sollten nicht in der Weise verehrt werden, dass man an sie Bittgebete richtet. Da, wo bestimmte Bittgebete vor bestimmten Bildwerken als besonders wirksam galten, und da, wo Bildwerke verehrt wurden, da waren sich alle Reformatoren einig, da mussten diese Bildwerke entfernt werden.\u201c I<\/p>\n<p>n Bezug auf das Christusbild gingen die Meinungen der Reformatoren jedoch auseinander, wei\u00df die Wissenschaftlerin. Zwingli und Calvin etwa schlossen sich quasi den Argumenten der byzantinischen Bildergegner an; und sie meinten, dass \u201eder Mensch immer, wenn er etwas hat, was eine Darstellung des G\u00f6ttlichen ist, zu der abergl\u00e4ubischen Auffassung neigt, mit dieser Darstellung das G\u00f6ttliche selbst zu besitzen und \u00fcber es zu verf\u00fcgen.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_42976\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 615px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-42976\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Kirchenfenster.jpeg\" alt=\"\" width=\"605\" height=\"401\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein Kirchenfenster zeigt die Kreuzigung von Jesus Christus &#8211; \u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Diese streng reformierte Tradition k\u00f6nne man sogar bis heute sehen. \u201eWenn man gottesdienstliche R\u00e4ume in streng reformierter Tradition trifft, gibt es dort weder Bildwerke noch irgendwelche Zeichen des G\u00f6ttlichen. Keine Kerzen, noch nicht einmal das Zeichen des Kreuzes\u201c, sagt Michael.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Martin Luther hingegen habe das moderater gesehen und gesagt, wenn man aufkl\u00e4re und richtig predige, dann k\u00f6nne man Bildwerke durchaus zulassen. Man brauche sie zwar nicht, sie sollten auch nicht verehrt werden, aber sie k\u00f6nnten Erinnerungszeichen an die Inhalte des Glaubens sein.<\/p>\n<h4>Darstellungen von Jesus folgen Bildnisse Gottes des Vaters<\/h4>\n<p>An der Grundeinsicht, dass das G\u00f6ttliche nicht darstellbar ist, h\u00e4tten eigentlich immer alle festgehalten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Dennoch, sagt Dr. Angelika Michael, \u201ehat sich im sp\u00e4ten Mittelalter eine Darstellungstradition etabliert, in der nicht nur der menschgewordene Gott, sondern auch die erste g\u00f6ttliche Person, der unsichtbare allm\u00e4chtige ewige Vater abgebildet wird, und zwar in der Gestalt eines alten Mannes. Da spielte zum einen eine Prophetenvision eine Rolle, mit der man solche Bilder rechtfertigt, au\u00dferdem scheint es wegen des Vaternamens irgendwie nahe zu liegen, wenn man den Sohn als einen Mann mittleren Alters darstellt, dann dessen Vater als \u00e4lteren Mann darzustellen.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Man m\u00fcsse sich aber fragen, ob solche Bildwerke hilfreich seien oder einem Verst\u00e4ndnis doch eher im Wege st\u00fcnden, formuliert Michael und f\u00e4hrt fort: \u201eWenn ich den Leuten Bilder vor die Augen setze, das ist auch eine Grunderkenntnis dieser ganzen Bilderstreitigkeiten, haben diese eine ganz unmittelbare Wirkung. Und wenn ich die Vorstellung oder den Affekt durch ein Bildwerk festlege, dann kommt das Wort, in welchem sich f\u00fcr uns in Wahrheit Gott offenbart, kaum mehr gegen das Bild an. Das muss man religionsp\u00e4dagogisch unbedingt ber\u00fccksichtigen.\u201c<\/p>\n<h4>Das Gerokreuz im K\u00f6lner Dom<\/h4>\n<p>Ein einzigartiges monumentales Bildwerk findet sich bis heute im K\u00f6lner Dom. Das sogenannte Gerokreuz stammt aus dem 10. Jahrhundert und hat die Menschen seiner Zeit ungeheuer beeindruckt. \u201eEs stand fr\u00fcher im alten Dom mitten in der Kirche, heute ist es mit einer Sonne barock gefasst an einer Wand zu sehen und dadurch etwas in eine himmlische Sph\u00e4re entr\u00fcckt.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>In seiner Aufstellung am Kreuzaltar in fr\u00fcherer Zeit sei der Eindruck offensichtlich so realistisch gewesen, erkl\u00e4rt Michael, dass Zeitgenossen angesichts der Gr\u00f6\u00dfe tats\u00e4chlich die Erfahrung einer Gottesbegegnung gemacht h\u00e4tten. Da man jedoch einem Bildwerk diese Kraft nicht ohne weiteres zuschreiben wollte, entstand schon bald die Legende, das Kreuz sei durch Gott selbst vollendet worden und es enthalte tats\u00e4chlich das, was es darstellt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ein Chronist schrieb um das Jahr 1000 n. Chr., dass es einen Spalt im Haupt des Bildwerkes gegeben habe, in den der Erzbischof Gero eine Kreuzreliquie sowie eine konsekrierte Hostie gelegt habe, woraufhin der Spalt sich schloss. \u201eMan rechtfertigte das Erleben durch die Legende\u201c, erkl\u00e4rt die Theologin. \u201eMan hat dieses Bildwerk bei einer Restauration gr\u00fcndlich untersucht und nichts von einer Kreuzreliquie oder Hostie gefunden. Man merkt, wie neu und ungewohnt diese Pr\u00e4senzerfahrung war.\u201c<\/p>\n<h4>Ein Kirchenraum spricht eine eigene Sprache<\/h4>\n<p>Bildwerke jeglicher Art sind heute in fast jedem Gotteshaus zu finden. Namhafte K\u00fcnstler haben \u00fcber die Jahrhunderte ihre Spuren in Form von Bildern, Skulpturen oder Fenstern hinterlassen. Im 20. Jahrhundert ziehen Namen wie Chagall, L\u00fcpertz und Richter Tausende in die Kirchen, um die Pracht der monumentalen Fenster zu betrachten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_42981\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 725px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-42981\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/DSC04240-2-1024x616.jpg\" alt=\"\" width=\"715\" height=\"430\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der prunkvolle Altar im Kloster Andechs &#8211; \u00a9 Paul Coon<\/span><\/div>\n<p>Im Zuge vieler Kirchenaustritte kann man sich fragen, ob Kirchen zuk\u00fcnftig eine Alternative zu den Museen werden? Das sieht die studierte Kunstgeschichtlerin allerdings anders. \u201eIch w\u00fcrde einen Unterschied zum Museumsbesuch sehen, denn im Museum habe ich meist eine gewisse Distanz. Man hat da Kataloge, informiert sich und schreitet die Dinge ab. In der Kirche dagegen wirkt der Raum als ganzer. Man geht vielleicht zun\u00e4chst hin, um dieses eine Kunstwerk zu sehen, aber man betritt den Raum, und der spricht oft auch eine eigene Sprache. Vielleicht kann man die Erfahrung machen, dass man als Einzelner in einem gro\u00dfen Sinnzusammenhang aufgehoben ist. Ein entsprechend gestalteter Kirchenraum hat eine Botschaft ohne Worte.\u201c<\/p>\n<h4>Kirchenr\u00e4ume in Wuppertal<\/h4>\n<p>Diese Botschaft ohne Worte kann man auch in der eigenen Stadt erleben. Dr. Angelika Michael hat eine Zeitlang oberhalb der Bergischen Universit\u00e4t gelebt und die umliegenden Kirchen besucht. In der Laurentiuskirche z.B. gefalle ihr der klar strukturierte, sehr helle und kostbar, aber sparsam ausgestattete Raum.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u201eUnd besonders gut gef\u00e4llt mir die Christuskirche hier am Grifflenberg. Die war ja sehr kriegszerst\u00f6rt und ist dann in den 50er Jahren innen ganz modern gestaltet worden, und das ist sehr gelungen. Man hat da diese schlanken St\u00fctzen, man hat den klaren, hellen Raum. Besonders sch\u00f6n ist das Apsisfenster. Das ist eine Darstellung des wiederkommenden Christus\u2019, sehr vielf\u00e4ltig im Einzelnen und gerade, wenn die Sonne scheint, dann ist das Bild ein einziges gl\u00fchendes Licht. Das ist sehr beeindruckend.\u201c<\/p>\n<p>\u201eReligion\u201c, sagt sie am Ende, \u201eist ja nicht nur Weltanschauung oder Ethik, sondern Religion hat mit dem Verh\u00e4ltnis zum Unendlichen zu tun\u201c, und da kann vielleicht Kunst etwas zum Ausdruck bringen, was sich nicht leicht in Worte fassen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><b>Uwe Blass<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>\u00dcber Dr. Angelika Michael<\/b><\/p>\n<p>Dr. Angelika Michael ist Lehrbeauftragte f\u00fcr christliche Kunst und Religionsdidaktik in der Evangelischen Theologie der Bergischen Universit\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den ersten 200 Jahren der Kirchengeschichte gibt es keine christliche Kunst\u201c, sagt Angelika Michael, Lehrbeauftragte f\u00fcr christliche Kunst und Religionsdidaktik in der Evangelischen Theologie der Bergischen Universit\u00e4t: Und das liege zun\u00e4chst einfach an der Tatsache, dass die christliche Religion im damaligen r\u00f6mischen Reich nicht anerkannt gewesen sei.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-42970","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-22 12:51:25","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42970","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=42970"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42970\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":42983,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42970\/revisions\/42983"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42970"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=42970"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=42970"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}