{"id":42441,"date":"2021-10-23T19:39:50","date_gmt":"2021-10-23T17:39:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=42441"},"modified":"2025-05-12T18:48:03","modified_gmt":"2025-05-12T16:48:03","slug":"robert-sturm-tony-cragg-hat-mich-fuer-moby-dick-begeistert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2021\/10\/23\/robert-sturm-tony-cragg-hat-mich-fuer-moby-dick-begeistert\/","title":{"rendered":"Robert Sturm: Tony Cragg hat mich f\u00fcr &#8218;Moby Dick&#8216; begeistert"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_40088\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-40088\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Robert_Sturm_Claudia-Kempf-2-2048x1182-2-1024x696.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"696\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der erfolgreiche Wuppertaler Regisseur Robert Sturm &#8211; \u00a9 Claudia Kempf<\/span><\/div>\n<p>Neun Jahre lang hat der geb\u00fcrtige Dresdener mit Tanz-Ikone Pina Bausch zusammengearbeitet, war ihr Assistent und Probenleiter. Nach ihrem Tod 2009 war er vier Jahre lang gemeinsam mit Dominique Mercy Nachfolger der weltweit bewunderten K\u00fcnstlerin. Das Tanztheater lie\u00df ihn nicht los.<\/p>\n<p>Aber er hatte seine eigenen Ideen im Kopf, hatte Vision. Er wollte au\u00dfergew\u00f6hnliches Theater auf die B\u00fchne bringen, bei dem \u00a0Sparten wie Schauspiel, Musik und Tanz eine Rolle spielen sollten. Das ist ihm eindrucksvoll gelungen. Im &#8222;Hand aufs Herz&#8220;-Interview spricht Robert Sturm \u00fcber seine Regie-Arbeit, \u00fcber seine Gef\u00fchle, seine Pl\u00e4ne und \u00fcber vieles mehr.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-83834\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Hand-aufs-Herz-88510200.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"66\" \/><\/p>\n<p><b>DS: Zuschauer und Kritiker waren von Ihrer Inszenierung des Klassikers &#8222;Moby Dick&#8220; begeistert. Wie sieht Ihre pers\u00f6nliche Wahrnehmung aus?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Robert Sturm: &#8222;Ja, es war auch f\u00fcr mich beeindruckend zu sehen, wie intensiv und offen sich das Publikum jeden Abend auf die Inszenierung eingelassen hat. Das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, haben wir doch bewusst auf hohes Tempo, auf Effekte und &#8217;schnelle Schnitte&#8216; verzichtet, die sehr bestimmend in der heutigen Wahrnehmung und f\u00fcr die heutigen Sehgewohnheiten sind. Wir haben auf das Gewicht des Gesagten, der Situationen, der Darsteller, der eher tieferliegenden, immanenten Emotionen vertraut und auch der Musik einen wesentlichen Teil der Erz\u00e4hlung &#8211; <i>unserer<\/i> Erz\u00e4hlung &#8211; \u00fcberlassen. Wir haben angeboten, sich bereits w\u00e4hrend der Auff\u00fchrung die Zeit zu nehmen, das Geh\u00f6rte, Gesehene, Gef\u00fchlte aufzunehmen und auch eigenen Gedanken und Emotionen Raum zu geben. Diese Freir\u00e4ume sind Teil der Inszenierung geworden und es stimmt mich \u2013 soweit ich das anhand der allabendlichen Reaktionen beurteilen kann \u2013 optimistisch, wie geschlossen das Publikum das angenommen hat.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>DS: Wie sehr waren Sie mit der Auslastung der Vorstellungen zufrieden? Sind Ihre Erwartungen erf\u00fcllt oder entt\u00e4uscht worden?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Robert Sturm: &#8222;Es ist nat\u00fcrlich schade, dass auch wir nach den pandemiebedingten Verschiebungen mit unseren Auff\u00fchrungen noch immer in einer Zeit der Verunsicherung lagen. Die Auslastung war leider nicht so hoch, wie bei den beiden Vorg\u00e4ngerprojekten. Auch die kurzfristige Abkehr vom Sitzplan im &#8218;Schachbrettmuster&#8216; hin zu einer \u00d6ffnung des gesamten Zuschauerraums hat offenbar viele Menschen besonders vorsichtig sein lassen. Das ist aber eine allgemeine Erscheinung und auch bei anderen Produktionen zu beobachten. Ich hoffe, dass sich das nun Schritt f\u00fcr Schritt wieder erholt.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_42450\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 686px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-42450\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/BB_MoDi-152-von-158_PAN1180-2-1024x728.jpg\" alt=\"\" width=\"676\" height=\"481\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Robert Sturm (l.) mit Komponist\u00a0Alexander Balanescu<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Haben Sie bereits Zahlen vorliegen, inwieweit Ihre Produktion Strahlkraft und Anziehungskraft \u00fcber die Stadtgrenzen von Wuppertal hinaus hatte?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Robert Sturm: &#8222;Nein, dazu habe ich keine Informationen.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Gab es aus Ihrer Sicht \u00dcberraschungen, was die Publikums-Struktur angeht?<\/b><\/p>\n<p>Robert Sturm: &#8222;Nicht wirklich. Das Publikum war \u00fcber die zehn Abende betrachtet sehr gemischt und nicht an eine bestimmte Altersgruppe gebunden \u2013 was ich nat\u00fcrlich sehr positiv sehe.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>DS: Ihre Produktionen stellen was die Komplexit\u00e4t angeht &#8211; ich meine da das Zusammenspiel von Schauspielern, Musikern, T\u00e4nzern etc. &#8211; ganz besondere Herausforderungen an die Darsteller. Welche Kriterien haben f\u00fcr Sie beim Casting die wichtigste Rolle gespielt?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Robert Sturm: &#8222;Wichtig war mir bei dieser Produktion, Darsteller zu haben, die den wuchtigen Texten Melvilles Intensit\u00e4t und Klarheit verleihen und sie auch emotional f\u00fcllen k\u00f6nnen. Leitgedanke wurden f\u00fcr mich die Worte Melvilles zu vierzig Jahren Krieg gegen die Grauen der Tiefe, vierzig Jahre auf dem erbarmungslosen Meer und die Frage, was f\u00fcr ein Narr Ahab denn vierzig Jahre lang gewesen sei. Ein gef\u00e4hrlicher, ein ungl\u00fccklicher Narr. Die Frage nach dem Warum und Wozu. Das mit Schauspielern und T\u00e4nzern zu erarbeiten, die selbst schon Jahrzehnte auf dem Meer des Lebens hinter sich haben, schien mir ein \u00e4u\u00dferst spannender Ansatz. Dazu die wunderbare junge Luise Kinner, die das alles kommentiert und hinterfragt. Es schien mir ein interessanter Versuch, Melvilles literarisch komplexe und teils sehr dramatische S\u00e4tze auch pers\u00f6nlicher zu machen, an uns heranzur\u00fccken. Wir leben in einer Zeit, in der der gedankenlose Umgang mit Sprache zu einer immer gr\u00f6\u00dferen Gefahr wird, in denen k\u00fcrzeste Tweets voller Ungenauigkeiten, oft auch Unwahrheiten am Ende sogar Menschenleben kosten. Worten, ihrer Bedeutung und ihren m\u00f6glichen Auswirkungen muss dringend wieder mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Das geschieht, auch in unserem Moby-Dick, nat\u00fcrlich nicht nur \u00fcber die gesprochenen Texte &#8211; hierf\u00fcr war von besonderer Bedeutung auch die gro\u00dfartige Musik, deren Komposition Alexander Balanescu eng mit den Texten und Inhalten verbunden hat, wie auch die minimalistischen, f\u00fcr mich \u00e4u\u00dferst ber\u00fchrenden Bewegungen, Szenen und Bilder, die Jean Sasportes und die T\u00e4nzer beigetragen haben.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_14370\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 647px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-14370\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/662c7f372db51f3297825546ab53cf42.jpg\" alt=\"Foto: Ralf Silberkuhl\" width=\"637\" height=\"330\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Regisseur Robert Sturm (l.) und Hauptdarsteller Marco Wohlwend bei der Produktion &#8222;Don Quijote&#8220;<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Bei Ihrer Produktion &#8222;Don Quijote&#8220; hatten Sie das Pech, dass Christoph Maria Herbst, der eigentlich aus Hauptdarsteller, Lokalmatador und Publikumsmagnet eingeplant war, kurzfristig abgesprungen ist. Inwieweit sind Sie diesmal auf Nummer sicher gegangen?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Robert Sturm: &#8222;Ich denke, bei Besetzungen kann man nicht auf Nummer sicher gehen \u2013 besonders nicht ohne eigenes festes Ensemble. Die &#8218;richtige Besetzung&#8216; ist aus meiner Sicht die wesentliche Grundlage, \u00fcberhaupt eine gute Inszenierung machen zu k\u00f6nnen. Ob eine Besetzung tats\u00e4chlich &#8218;richtig&#8216; war, das zeigt sich aber immer erst im Nachhinein. Bei &#8218;Don Quijote&#8216; ist Marco Wohlwend kurzfristig eingesprungen und spielte einen ganz anderen Ritter der traurigen Gestalt als dies Christoph Maria Herbst wahrscheinlich getan h\u00e4tte. Wir hatten in den zehn Auff\u00fchrungen am Ende knapp viertausend zahlende Zuschauer und jeden Abend stehende Ovationen. Die komplette Besetzung von &#8218;Moby-Dick&#8216; halte ich ganz pers\u00f6nlich auch im Nachhinein f\u00fcr einen Gl\u00fccksfall.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Das eher minimalistische B\u00fchnenbild von Tony Cragg hat beim Publikumm und den Kritikern gro\u00dfen Anklang gefunden. Inwieweit haben haben Sie dem erfolgsverw\u00f6hnten Bildhauer da freie Hand gelassen?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Robert Sturm: &#8222;Die ganze Idee zu Moby-Dick kam ja von ihm. Nachdem er den Roman vor 3 oder 4 Jahren wieder gelesen hatte, sprach er mich darauf an. So habe ich das Werk auch noch einmal in die Hand genommen und \u2013 nachdem wir auch mit Alexander Balanescu kurz zuvor dar\u00fcber gesprochen hatten, mal eine gemeinsame Arbeit zu machen \u2013 meine Entscheidung, nach &#8218;Don Quijote&#8216; keine so gro\u00dfen Projekte mehr zu planen, revidiert. W\u00e4hrend Tony Craggs Arbeit f\u00fcr &#8218;Romeo und Julia&#8216; 2015 noch eher eine Installation war \u2013 wie ja der ganze Charakter der damaligen Produktion ein anderer, eher projektbezogener war \u2013 stand diesmal die Entwicklung eines B\u00fchnenbildes im Mittelpunkt. Nachdem ich die Grundz\u00fcge meiner Interpretation und Textfassung des Moby-Dick entwickelt hatte, f\u00fchrten wir viele Gespr\u00e4che, trafen uns ab und zu in seinem Atelier oder in Halle V und Tony Cragg entwickelte Schritt f\u00fcr Schritt dieses wunderbare B\u00fchnenbild, das auch der ganzen Vielschichtigkeit des in Text, Bewegung, Bild und Musik Erz\u00e4hlten und einer gro\u00dfen Offenheit und Vielfalt m\u00f6glicher Interpretationen einen Raum bietet.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_41197\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 646px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-41197\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/BB_MoDi-2-1024x707.jpg\" alt=\"\" width=\"636\" height=\"439\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Eine Szene aus &#8222;Moby Dick&#8220;: Die Darsteller in dem angedeuteten Schiff von Tony Cragg &#8211; \u00a9 Heinrich Brinkm\u00f6ller-Becker<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Dass ein so renommierter, weltber\u00fchmte K\u00fcnstler zum wiederholten Mal Ihr B\u00fchnenbild gestaltet hat, ist ein Ritterschlag, aber noch keine Garantie, dass eine so komplexe Produktion ein Erfolg wird. Welchen Stellenwert hat bei Ihnen die Zusammenarbeit mit Tony Cragg?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Robert Sturm: &#8222;F\u00fcr mich war die Arbeit mit Tony Cragg an &#8218;Moby-Dick&#8216; sehr bereichernd und inspirierend.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Ihre Inszenierungen sind ja kein Mainstream wie die meisten Musical-Produktionen, die ein breites Publikum erreichen sollen. Wie schaffen Sie es immer wieder, Ihrem pers\u00f6nlichen Anspruch gerecht zu werden und gleichzeitig den Geschmack des Publikums zu treffen und auch noch die Kritiker zu begeistern?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Robert Sturm: &#8222;Ich mache mir eigentlich nie Gedanken zu diesen Dingen. Wie vermutlich die meisten Regisseure mache ich mir Gedanken zum Thema des jeweiligen St\u00fcckes und zu unserer Zeit. Und nat\u00fcrlich auch zum Charakter der jeweiligen Inszenierung \u2013 in diesem Falle zur Verbindung der Kunst eines Melville mit der eines Balanescu und der jungen Musiker und S\u00e4nger, eines Cragg, der &#8218;gestandenen&#8216; Schauspieler und der ehemaligen langj\u00e4hrigen T\u00e4nzer aus den fr\u00fchen Jahren von Pina Bausch. Das Ergebnis ist immer offen und ich glaube nicht, dass sich k\u00fcnstlerischer Erfolg vorhersagen l\u00e4sst.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>DS: Sie arbeiten monatelang auf ein Ziel hin. Auf dem Weg dahin gibt viele Unwegbarkeiten und keine \u00c9rfolgsgarantie. Wie kompensieren Sie diesen Druck?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Robert Sturm: &#8222;Ich konzentriere mich ausschlie\u00dflich auf die Arbeit und die L\u00f6sungen in jedem einzelnen Detail.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_42453\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 621px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-42453\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/IMG_3392-2-1024x608.jpg\" alt=\"\" width=\"611\" height=\"363\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Robert Sturm im Opernhaus<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Alle Ihre Produktionen in der au\u00dfergew\u00f6hnlich Location Riedel Halle V waren bislang gro\u00dfe Erfolge. Was \u00fcberwiegt da bei Ihnen: Die Demut oder der Stolz?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Robert Sturm: &#8222;Man ist sicherlich nie restlos zufrieden mit seiner Arbeit und Stolz ist ein schwieriges Wort \u2013 besonders auf einen selbst bezogen. Es ist aber immer wieder ein starkes Gef\u00fchl der Freude und Dankbarkeit, wenn die Premiere und die Auff\u00fchrungen kommen, ich das St\u00fcck loslassen muss und sehe, wie die Darsteller und Musiker das Publikum fesseln, wie die Arbeit so vieler Beteiligter zu einer Einheit verschmilzt und es gelingt, das Publikum da innerlich mit hineinzuziehen.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: In Ihrem Kopf spukt doch ganz bestimmt schon die n\u00e4chste Idee herum. Wissen Sie schon, welches St\u00fcck Sie als n\u00e4chstens inszenieren wollen und wann das sein wird?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Robert Sturm: &#8222;Nein, im Moment steht mein Entschluss fest, dass dies meine letzte Inszenierung bei Riedel war. Zun\u00e4chst konzentriere ich mich erst einmal weiter voll auf meine Arbeit am Tanztheater.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>DS: Gibt es eine Schauspielerin oder einen Schauspieler, die Sie unbedingt einmal bei einer Ihrer Inszenierungen auf der B\u00fchne h\u00e4tten?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Robert Sturm: &#8222;Diese Frage kann ich momentan nicht beantworten, denn \u00fcber Besetzungen denke ich immer nur aus konkreten St\u00fcck-Ideen heraus nach.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>DS: Welches Erlebnis hat Sie im Rahmen der Produktion von &#8218;Moby Dick&#8216; besonders beeindruckt?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Robert Sturm: &#8222;Ein konkretes Erlebnis k\u00f6nnte ich da nicht herauspicken. Die ganze Arbeit mit allen Mitwirkenden, mit diesen Darstellern, mit den jungen Musikern \u2013 das alles war f\u00fcr mich pers\u00f6nlich auch sehr ber\u00fchrend.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Vielen Dank f\u00fcr das offene, interessante Gespr\u00e4ch<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p><b>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_5454\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 439px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-5454\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/99552797e1630f1fc706d3714ba75745.jpg\" alt=\"Foto: Johannes Rothenhagen\" width=\"429\" height=\"285\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Robert Sturm, einer der kreativsten K\u00f6pfe Wuppertals<\/span><\/div>\n<h4>Vita Robert Sturm<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Robert Sturm wurde 1965 in Dresden geboren. Seine Eltern waren Schauspieler.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Anfang 1989 siedelte er in die Bundesrepublik \u00fcber und studierte ab 1990 in K\u00f6ln Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Philosophie und Internationale Politik.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Robert Sturm brach sein Studium kurz vor seinem Abschluss ab, weil ihn die Theater-Praxis lockte. Er nahm Jobs in Budapest und Szolnok als Regieassistent und Dramaturg an. Erste eigene Inszenierungen lie\u00dfen nicht lange auf sich warten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>1999 nutzte er die M\u00f6glichkeit, das Tanztheater Wuppertal bei der Recherche-Reise f\u00fcr das Pina-Bausch-St\u00fcck &#8222;Wiesenland&#8220; in Ungarn zu begleiten. Robert Sturm wurde zun\u00e4chst Assistent f\u00fcr die entstehende Produktion, ab 2000 engagierte ihn Pina Bausch als K\u00fcnstlerischen Assistenten und Probenleiter.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>In dieser Funktion arbeitete Sturm mit Pina Bausch bei der Entwicklung ihrer letzten Urauff\u00fchrungen wie &#8222;Wiesenland&#8220;, &#8222;\u00c1gua&#8220;, &#8222;F\u00fcr die Kinder von gestern&#8220;, &#8222;heute und morgen&#8220;, &#8222;Nef\u00e9s&#8220;, &#8222;Ten Chi&#8220;, &#8222;Rough Cut&#8220;, &#8222;Vollmond&#8220;, &#8222;Bamboo Blues&#8220;, &#8222;Sweet Mambo&#8220; und &#8222;&#8230;como el musguito en la piedra, ay si, si, si&#8230;&#8220; eng zusammen.<\/p>\n<p>Nach dem Tod von Pina Bausch 2009 \u00fcbernahm Robert Sturm gemeinsam mit Dominique Mercy bis 2013 die K\u00fcnstlerische Leitung des Tanztheater Wuppertal bis 2013. Inzwischen ist er K\u00fcnstlerischer Betriebsdirektor des Tanztheaters.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Seit 2015 inszeniert Robert Sturm in der Riedel-Halle V gro\u00dfe, sparten\u00fcbergreifenden B\u00fchnen-Projekte wie &#8222;Romeo und Julia&#8220; (2015), &#8222;Don Quijote&#8220; (2017) und &#8222;Moby Dick&#8220; (2021). Hier arbeitete er u.a. mit Jean Laurent Sasportes (Ex-Ensemblemitglied Tanztheater Pina Bausch) und dem weltber\u00fchmten Bildhauer Tony Cragg zusammen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Robert Sturm hat sich an gro\u00dfe B\u00fchnen-Klassiker wie &#8222;Romeo &#038; Julia&#8220;, &#8222;Don Quijote&#8220; oder &#8222;Moby Dick&#8220; herangetraut und sie alle in den Griff bekommen. Das Publikum und auch die Kritiker haben den Wuppertaler Regisseur, der sparten\u00fcbergreifendes Theater in einer Industriehalle inszenierte, f\u00fcr seinen Mut, seine Phantasie und seine Visionen gefeiert. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32],"tags":[],"class_list":["post-42441","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interviews"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-20 02:17:33","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42441","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=42441"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42441\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":83857,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42441\/revisions\/83857"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42441"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=42441"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=42441"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}