{"id":39842,"date":"2021-07-27T11:19:44","date_gmt":"2021-07-27T09:19:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=39842"},"modified":"2022-01-21T06:56:41","modified_gmt":"2022-01-21T05:56:41","slug":"ki-gestuetzt-forschungsprojekt-will-fehlerbehebung-verbessern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2021\/07\/27\/ki-gestuetzt-forschungsprojekt-will-fehlerbehebung-verbessern\/","title":{"rendered":"KI-gest\u00fctzt: Forschungsprojekt will Fehlerbehebung verbessern"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_45250\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-45250\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IZ2A1469-1-2-2-1024x654.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"654\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Forscherinnen und Forscher der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal um Prof. Dr. Bela Gipp vom Lehrstuhl Data &amp; Knowledge Engineering entwickeln deshalb nun ein aktiv lernendes KI-System, das die Effektivit\u00e4t und Effizienz der Fehlerbehebung an gro\u00dftechnischen Anlagen, z. B. in der chemisch-pharmazeutischen Industrie, erh\u00f6hen und dadurch Ausfallzeiten und -kosten signifikant senken soll.<\/p>\n<p>Es handelt sich um ein gemeinsames Forschungsprojekt mit der Eschbach GmbH, das durch das Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand gef\u00f6rdert wird.<\/p>\n<p>Nach heutigem Stand der Technik werden Fehler und ihre Behebung manuell, zumeist digital in Logb\u00fcchern dokumentiert. \u201eEschbach\u00a0entwickelt und vertreibt Shiftconnector\u00ae,\u00a0eine der erfolgreichsten Softwarel\u00f6sungen f\u00fcr die schicht\u00fcbergreifende Kommunikation von Betriebspersonal gro\u00dftechnischer Anlagen. Daher besitzt das Unternehmen gro\u00dfe Erfahrung in diesem Bereich und seine zahlreichen Kunden haben einen erheblichen ,Datenschatz\u2018 in der Software angesammelt\u201c, sagt Bela Gipp.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gebe es oft zahlreiche weitere Systeme, z.\u00a0B. f\u00fcr die Produktionsplanung und -steuerung, Lagerverwaltung und die Dokumentation der Anlagen und Betriebsabl\u00e4ufe. Durch all diese Systeme werde in Unternehmen zwar ein immenser Datenbestand aufgebaut, der derzeit jedoch nur unzureichend genutzt werden kann. Die einfache Speicherung und Verwaltung der Daten, die aktuelle Systeme bieten, unterst\u00fctzten eine effektive Fehlerbehebung nur eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<h4>Fehlerbehebung beruht massiv auf Expertenwissen<\/h4>\n<p>Experten (z.\u00a0B. Schichtleiter) m\u00fcssen die heterogenen Daten sichten, Beziehungen in den Daten erkennen und durch die Kombination von Daten und Erfahrungswissen eine Probleml\u00f6sung ableiten. \u201eDie Fehlerbehebung beruht daher massiv auf Expertenwissen, das nicht kontinuierlich, rund um die Uhr verf\u00fcgbar ist und durch Personalfluktuation verloren gehen kann\u201c, so Gipp.<\/p>\n<p>Hier setzt das vorliegende Projekt an. Das zu entwickelnde System soll den vorhandenen Datenschatz in Unternehmen nutzbar machen, Mitarbeiter*innen gezielt und interaktiv bei der Fehlerdiagnose unterst\u00fctzen, Schritt f\u00fcr Schritt durch m\u00f6gliche L\u00f6sungsschritte f\u00fchren sowie L\u00f6sungsstrategien im Zusammenspiel mit den erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sukzessive lernen und verbessern.<\/p>\n<p>Professor Gipp: \u201eKonkret stellen wir uns das finale Produkt als eine Anwendung vor, auf die das Betriebspersonal mittels mobiler Ger\u00e4te zugreift: Kommt es zu einem Fehler, schildert das Betriebspersonal am Ort des Geschehens per Spracheingabe das Problem. Die Anwendung analysiert das Problem anhand der aus den verschiedenen Systemen zusammengetragenen Daten und erfragt gegebenenfalls weitere Informationen. Im Folgenden unterbreitet das System interaktiv und abh\u00e4ngig von den weiteren R\u00fcckmeldungen der Nutzer m\u00f6gliche L\u00f6sungsschritte. Dabei lernt das System im laufenden Betrieb kontinuierlich weiter, indem es vom Personal R\u00fcckmeldung bekommt, welche L\u00f6sungen in welcher Situation erfolgreich waren bzw. indem das Personal noch nicht im System erfasste Fehlerbehebungen erg\u00e4nzt.\u201c<\/p>\n<p>Die Umsetzung dieses Projektziels erfolgt in drei Schritten: Erstens entwickelt das Team Verfahren der nat\u00fcrlichen Sprachverarbeitung, die es erm\u00f6glichen, aus einer breiten heterogenen Datengrundlage bestehend aus technischer Dokumentation, Reparaturanleitungen, Logb\u00fcchern und Reports automatisch verwertbare Daten zu gewinnen. Im zweiten Schritt geht es um KI-basierte Sprachmodelle, die es Computern erm\u00f6glichen, die komplexe Fachsprache des Betriebspersonals zu verstehen und auszuwerten.<\/p>\n<p>Zuletzt wird auf Basis der aufbereiteten Daten ein KI-Modell trainiert, das den zeitlichen Verlauf der Ereignisse betrachtet, Fehlermuster und zugeh\u00f6rige L\u00f6sungsans\u00e4tze lernt und den Benutzer pr\u00e4sentieren kann. In Form eines adaptiv lernenden Modells werden Nutzerexperten die L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge des Systems bewerten und weitere, nicht vom System vorgeschlagene L\u00f6sungen erg\u00e4nzen. Dieses Feedback wird f\u00fcr die kontinuierliche Verbesserung des Modells verwendet.<\/p>\n<p>Lehrstuhl: <a href=\"http:\/\/www.dke.uni-wuppertal.de\/\">www.dke.uni-wuppertal.de<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Industriepartner: <a href=\"http:\/\/www.eschbach.com\/\">www.eschbach.com\u00a0<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Juni dieses Jahres musste das Pharmazie-Unternehmen Johnson &#038; Johnson wegen eines Produktionsfehlers mehrere Chargen seines Corona-Impfstoffes vernichten. Betroffen waren 60 Millionen Dosen. Fehler an gro\u00dftechnischen Anlagen treten h\u00e4ufig auf und haben ein besonders hohes Schadenspotenzial.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-39842","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-22 23:44:03","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39842","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=39842"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39842\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45256,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39842\/revisions\/45256"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=39842"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=39842"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=39842"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}