{"id":39629,"date":"2021-07-24T09:10:22","date_gmt":"2021-07-24T07:10:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=39629"},"modified":"2021-07-24T09:10:22","modified_gmt":"2021-07-24T07:10:22","slug":"career-story-stephan-orth-der-schreibende-weltenbummler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2021\/07\/24\/career-story-stephan-orth-der-schreibende-weltenbummler\/","title":{"rendered":"\u201eCareer Story\u201c: Stephan Orth &#8211; der schreibende Weltenbummler"},"content":{"rendered":"<div class=\"header\">\n<div id=\"attachment_39632\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-39632\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Foto_Orth_von_Christoph_Jorda.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"682\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Stephan Orth in Saudi-Arabien &#8211; \u00a9\u00a0Foto Christoph Jorda<\/span><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"teaser-text\">\n<p class=\"bodytext\">\u00dcber diese Reisen schreibt der 41-J\u00e4hrige mittlerweile B\u00fccher, die die Bestsellerlisten erobert haben. Auf seinem Weg dahin hat er einige Jahre in Wuppertal Station gemacht und ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"c28596\" class=\"csc-default\">\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-intext-right csc-textpic-equalheight\">\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<p class=\"bodytext\">\u201eMeine Eltern hatten schon immer ein Haus mit sehr vollen B\u00fccherregalen, haben beide immer sehr viel gelesen und das hat mich sicher gepr\u00e4gt\u201c, sagt Stephan Orth zu Beginn des Gespr\u00e4chs. Sein erstes Buch hat er schon mit sechs Jahren verfasst und erz\u00e4hlt: \u201eDas hie\u00df ,Die zehn Soldaten\u2018, war auf DIN A 4 ausgedruckt nachher sogar zehn Seiten lang.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Eine v\u00f6llig irre Geschichte \u00fcber Soldaten in China, die gegen Drachen k\u00e4mpfen und Verbrecher auf teilweise sehr rabiate Art t\u00f6ten.\u201c Dieses Werk warte noch immer auf seine Ver\u00f6ffentlichung, erkl\u00e4rt er schmunzelnd.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Danach ruhten seine Schreibversuche mehrere Jahre und Orth besch\u00e4ftigte sich, wie viele Jugendliche, mit den Herausforderungen der neuen Technologien. \u201eIch hatte mit zw\u00f6lf dann einen Amiga 500 (Computer) bekommen, mit dem ich auch sehr viel Zeit verbracht habe. Aber die B\u00fccher habe ich nie verlassen und mit Anfang 20 fing das dann wieder an.\u201c<\/p>\n<h4 class=\"bodytext\">Magisterstudium an der Bergischen Universit\u00e4t<\/h4>\n<p class=\"bodytext\">Stephan Orth kommt an die Bergische Universit\u00e4t und macht dort den Magister mit Hauptfach Anglistik\/Amerikanistik und den Nebenf\u00e4chern Psychologie und Wirtschaft. \u201eIch habe dann f\u00fcr einige Medien auch in Wuppertal geschrieben. F\u00fcr die Coolibri zum Beispiel. Und bei der Westdeutschen Zeitung habe ich ein Praktikum gemacht.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Nach erfolgreichem Studienabschluss sucht Orth nach zus\u00e4tzlicher Praxiserfahrung und entschlie\u00dft sich zu einem Master of Journalism, den er drei Semester in Brisbane, Australien, dranh\u00e4ngt. \u201eIch wollte auf dem Arbeitsmarkt eindeutiger auftreten und habe dort mehr Praxisorientierung erfahren.\u201c Der positive Nebeneffekt dabei: Seine Reiselust ging da erst richtig los.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u201eIch habe dann in den Semesterferien eine dreimonatige Reise mit dem Rucksack nach Neuseeland, Fidschi, zu den Cookinseln und durch Australien unternommen. Ich war viel allein unterwegs\u201c, berichtet er, \u201eund habe gemerkt, wie toll das sein kann, auch alleine zu reisen.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Aufzeichnungen dieser Reise waren somit der Startschuss zu dem, was Orth heute erfolgreich macht: Reiseb\u00fccher der etwas anderen Art.<\/p>\n<h4 class=\"bodytext\">Couchsurfing \u2013 Reiseberichte \u00fcber besondere Begegnungen<\/h4>\n<p class=\"bodytext\">Vier B\u00fccher mit dem Titel \u201eCouchsurfing\u201c, in denen er L\u00e4nder vorstellt, die man nicht so einfach bereisen kann, stehen heute auf den Bestsellerlisten. \u201eMir geht es darum, L\u00e4nder mit einem schlechten Ruf zu bereisen und dann in den Alltag einzusteigen und zu sehen, wie leben dort die ganz normalen Menschen\u201c, erkl\u00e4rt er.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ihn besch\u00e4ftigen dabei Fragen wie: \u201eWie kommt man in einer Diktatur zum Beispiel zurecht? Was bewegt die Menschen? Was sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten, auch im Vergleich exotischer L\u00e4nder zu unserem eigenen Land?\u201c Oft kommt Orth zu der Erkenntnis, dass die Menschen viel mehr gemeinsam haben als gedacht, und solche Begegnungen machten die B\u00fccher besonders interessant.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Dabei verschweigt er auch nicht, dass es auf diesen Reisen immer wieder einmal auch be\u00e4ngstigende und heikle Situationen gebe, die eine unerw\u00fcnschte Recherche erschwere, was ihn aber nicht daran hindere, diesen Weg weiterzugehen.<\/p>\n<h4 class=\"bodytext\">Eine neue Surfcouch in Saudi-Arabien<\/h4>\n<p class=\"bodytext\">Sein neustes Buch besch\u00e4ftigt sich mit Saudi-Arabien, einem Land zwischen Reichtum, Fortschritt und einem umstrittenen Rechtssystem, dass Stephan Orth mit den Worten untertitelt: Meine Reise durch ein Land zwischen Mittelalter und Zukunft. \u201eIch fand es sehr interessant, dort wirklich Neuland im Jahre 2020 erleben zu k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt er, \u201ealso in ein Land zu reisen, wo Tourismus bisher quasi kaum existierte.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Erst seit Ende 2019 gebe es Visa f\u00fcr Individualreisende. Vorher konnten nur Pilger oder Gastarbeiter ins Land einreisen. \u201eEs war sehr interessant, einer der Ersten zu sein, obwohl es ja ein sehr hoch entwickeltes Land ist. Leute haben die neuesten Smartphones und hochmoderne Fahrzeuge, mit denen sie durch die Gegend fahren.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Im totalen Gegensatz zu dieser zukunftsorientierten Bev\u00f6lkerung stehe jedoch ein extrem konservativer Islam, der das ganze Leben bestimme. Vermischt mit einer \u00fcberlieferten Beduinentradition geh\u00f6re Saudi-Arabien sicher noch zu einem der konservativsten L\u00e4nder der Erde, erkl\u00e4rt Orth, \u201emit einer extremen Geschlechtertrennung und einem Rechtssystem, wo noch Menschen in der \u00d6ffentlichkeit enthauptet werden\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c28597\" class=\"csc-default\">\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-intext-left csc-textpic-equalheight\">\n<div class=\"csc-textpic-imagewrap\" data-csc-images=\"1\" data-csc-cols=\"2\">\n<figure class=\"csc-textpic-image csc-textpic-last\">\n<p><div class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 254px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.presse.uni-wuppertal.de\/fileadmin\/_processed_\/3\/3\/csm_Cover_Couchsurfing_Orth_098c6ee521.png\" alt=\"\" width=\"244\" height=\"384\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Buch-Cover &#8222;In Saudi-Arabien&#8220; &#8211; \u00a9 Malik<\/span><\/div><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c28597\" class=\"csc-default\">\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-intext-left csc-textpic-equalheight\">\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<p><span style=\"font-size: 16px;\">Stephan Orth bereitet sich auf diese Reisen lange vor. Er versucht die jeweilige Sprache zu lernen und besucht Sprachkurse, denn zumindest Begr\u00fc\u00dfungs- oder Dankesformeln sind in vielen L\u00e4ndern unabdingbar, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Er nutzt zus\u00e4tzliche \u00dcbersetzungsprogramme und nat\u00fcrlich auch die Sprachgewandtheit seiner ortsans\u00e4ssigen Gastgeber, die als \u00dcbersetzer aushelfen.<\/span><\/p>\n<h4 class=\"bodytext\">\u201eSorry, wir haben die Landebahn verfehlt\u201c<\/h4>\n<p class=\"bodytext\">Viele Studierende tr\u00e4umen davon, ihre B\u00fccher einmal zu verlegen. \u201eIn meinem Fall fing das mit meiner T\u00e4tigkeit bei Spiegel Online an\u201c, erz\u00e4hlt Stephan Orth, wo er acht Jahre als Redakteur im Reiseressort arbeitete. \u201eDa habe ich schon die ersten Buchprojekte verwirklicht. Ein Buch mit dem Titel ,Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt\u2018 war ein Buch \u00fcber lustige Spr\u00fcche aus dem Flugzeug, gesammelt von den Spiegel Online-Lesern.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das wurde dann gleich ein Bestseller in Zusammenarbeit mit dem Spiegel-Verlag, der dann auch den Kontakt zu dem Buchverlag hergestellt hat.\u201c Das war der Einstieg. \u201eIch w\u00fcrde einem Newcomer tats\u00e4chlich empfehlen, eher zu versuchen eine Agentur zu finden, also einen Literaturagenten oder -Agentin, bei dem oder der man mit seinem Expos\u00e9 \u00fcberzeugt\u201c, r\u00e4t er. \u201eDie haben gute Kontakte zu den Verlagen.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wo Stephan Orth, dessen B\u00fccher mittlerweile in zehn Sprachen \u00fcbersetzt sind, demn\u00e4chst sein Zelt aufstellt, kann er noch gar nicht sagen. Die Coronasituation mit ihren Reisebeschr\u00e4nkungen erschwert die Planungen. Aber eines ist sicher, verr\u00e4t er zum Schluss: \u201eIch kann nur sagen, dass es kein Buch \u00fcber die Toskana oder Mallorca werden wird. Da bleibe ich mir schon treu.\u201c<\/p>\n<p class=\"align-right\"><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Rucksack, ein Schlafsack und ein Zelt sind die wichtigsten Requisiten, die ein Weltenbummler braucht, um an den unterschiedlichsten Orten zurechtzukommen. Stephan Orth ist so ein Reisender, dessen Ziele jedoch alles andere als allt\u00e4glich sind, denn er bereist damit L\u00e4nder wie China, Russland, den Iran oder Saudi-Arabien.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-39629","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-08 06:00:36","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39629","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=39629"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39629\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39634,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39629\/revisions\/39634"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=39629"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=39629"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=39629"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}