{"id":39545,"date":"2021-07-19T14:37:55","date_gmt":"2021-07-19T12:37:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=39545"},"modified":"2021-07-19T14:37:55","modified_gmt":"2021-07-19T12:37:55","slug":"humboldt-stipendiat-forscht-in-der-lebensmittelchemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2021\/07\/19\/humboldt-stipendiat-forscht-in-der-lebensmittelchemie\/","title":{"rendered":"Humboldt-Stipendiat forscht in der Lebensmittelchemie"},"content":{"rendered":"<div class=\"header\">\n<div id=\"attachment_39548\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-39548 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Humboldt_Dr._Ijomone-2-1024x698.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"698\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Humboldt-Stipendiat: Seit April ist der nigerianische Wissenschaftler Dr. Omamuyovwi Meashack Ijomone zu Gast an der Bergischen Uni &#8211; \u00a9 Foto Marylen Reschop<\/span><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"teaser-text\">\n<p class=\"bodytext\">In Wuppertal geht der Neurowissenschaftler von der Federal University of Technology Akure im S\u00fcdwesten Nigerias der Frage nach, welche Auswirkungen Nickel auf den menschlichen Organismus haben k\u00f6nnte. Dass das Metall bei \u00dcberdosierung nachteilige Effekte auf den K\u00f6rper hat, steht bereits fest.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"c28515\" class=\"csc-default\">\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-intext-right csc-textpic-equalheight\">\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<p class=\"bodytext\">Die genauen Mechanismen hinter den Ver\u00e4nderungen sind der Wissenschaft jedoch noch weitestgehend unbekannt. In Wuppertal steht dem Humboldt-Stipendiaten das n\u00f6tige Equipment zur Verf\u00fcgung, sodass er bereits vielversprechende Messungen durchf\u00fchren konnte.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Zum Hintergrund: Kennengelernt haben sich Prof. Dr. Julia Bornhorst und Dr. Omamuyovwi Meashack Ijomone\u00a0\u00fcber ihren gemeinsamen Kollegen Michael Aschner in New York, bei dem beide jeweils Aufenthalte w\u00e4hrend ihrer Postdoc-Zeit absolvierten. \u201eAschner leitet dort am Albert-Einstein-College of Medicine das Institut f\u00fcr Molekulare Pharmakologie und Neurowissenschaften und ist auf unserem Gebiet einer der bekanntesten Experten\u201c, erkl\u00e4rt Julia Bornhorst.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">2017 stellte der Professor den Kontakt untereinander her \u2013 Aschner war klar, dass sich eine Kooperation f\u00fcr beide Seiten lohnen w\u00fcrde: Prof. Bornhorst und ihre Arbeitsgruppe besch\u00e4ftigen sich intensiv mit der Wirkung von lebensmittelrelevanten Metallen, insbesondere von Spurenelementen, und deren Rolle in biologischen Prozessen. Mithilfe von Modellen, wie Zellen und Fadenw\u00fcrmern (Caenorhabditis elegans, kurz C. elegans), erforschen sie die Auswirkungen von \u00dcber- und Unterversorgungen auf die Gesundheit des Organismus.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u201eMit unseren Ergebnissen wollen wir das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Bedeutung von Spurenelementen f\u00fcr Gesundheit und Krankheit erweitern\u201c, so die Wuppertaler Professorin.<\/p>\n<h4>Nickel gef\u00e4hrlich f\u00fcr Gesundheit und Umwelt<\/h4>\n<p class=\"bodytext\">Das Element Nickel kann unter anderem \u00fcber die Umwelt und die Lebensmittelaufnahme in den K\u00f6rper gelangen. Eine \u00dcberversorgung mit dem Mikron\u00e4hrstoff k\u00f6nne nachteilig f\u00fcr die Gesundheit aber auch die Umwelt sein, erkl\u00e4rt die Wissenschaftlerin.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u201eNigeria ist Afrikas gr\u00f6\u00dfter Roh\u00f6lproduzent und verzeichnet dadurch auch ein hohes Nickelvorkommen, da das Metall Bestandteil des Erd\u00f6ls ist. Ich m\u00f6chte wissen, wie sch\u00e4dlich Nickel f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung ist. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir aber erst verstehen, warum es giftig ist. Daher erforschen wir die Auswirkungen in dem Fadenwurm als Modellorganismus\u201c, berichtet Dr. Ijomone.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c28516\" class=\"csc-default\">\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-intext-right csc-textpic-equalheight\">\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<p class=\"bodytext\">Die winzigen Forschungsmodelle sind durchsichtig, alle Neurotransmitter im Gehirn des Wurms, wie Dopamin und Serotonin, sind bekannt. \u201eDie Neurotransmitter steuern die Schl\u00e4ngelbewegung des Fadenwurms, wenn sich also die Schl\u00e4ngelrate ver\u00e4ndert, wissen wir, bei dem Wurm stimmt etwas nicht\u201c, so Prof. Dr. Julia Bornhorst.<\/p>\n<div id=\"attachment_39549\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 478px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-39549\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Humboldt_Ijomone-Bornhorst-2-772x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"468\" height=\"620\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr.\u00a0Omamuyovwi Meashack Ijomone mit Lebensmittelchemikerin Prof. Dr. Julia Bornhorst, seiner Gastgeberin &#8211; \u00a9\u00a0Foto Marylen Reschop<\/span><\/div>\n<p class=\"bodytext\">Konkret laufen Ijomones Untersuchungen so ab: Der Wissenschaftler f\u00fcttert die W\u00fcrmer mit unterschiedlich viel Nickel, beobachtet im Anschluss daran ihre Entwicklung und vergleicht sie mit W\u00fcrmern, die kein Nickel erhalten haben. Im Zuge seiner Untersuchungen konnte er bereits eine massive Verhaltens\u00e4nderung bei W\u00fcrmern mit Nickel feststellen \u2013 sie beginnen ungleichm\u00e4\u00dfig zu schl\u00e4ngeln oder machen vor Futter, wie normalerweise \u00fcblich, nicht mehr Halt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ijomones Problem allerdings: An seinem Heimatinstitut fehlt ihm die n\u00f6tige Ausstattung, um genau bestimmen zu k\u00f6nnen, wie viel Nickel tats\u00e4chlich in dem Wurm ist und auch bleibt. Welche Mengen des Metalls die Ver\u00e4nderungen letztlich hervorrufen, konnte er so nicht wissen. Dank der Ausstattung im Wuppertaler Labor l\u00e4sst sich diese Herausforderung nun meistern \u2013 die Analytik liefert ihm exakte Nickelwerte und erm\u00f6glicht ihm ein viel pr\u00e4ziseres Arbeiten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Seine Ergebnisse, die er bislang sammeln konnte, lassen die Beteiligten aufhorchen: \u201eDer Fadenwurm C. elegans wird in der Regel 21 Tage alt und gilt ab einem Alter von circa 60 Stunden als Teenager. Nach dieser Zeit entwickelt sich im Wurm ein ,heller Fleck\u2018 (Larvenstadium L4), der unter dem Mikroskop sichtbar wird.<\/p>\n<h4>N\u00e4chstes Treffen in Nigeria<\/h4>\n<p class=\"bodytext\">Bei den W\u00fcrmern mit Nickel verz\u00f6gert sich diese Entwicklung, je nachdem wie viel Nickel sie in sich tragen. Nun gilt es herauszufinden, welche Prozesse das Nickel wie beeinflusst\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Ijomone.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ihm ist der Fortschritt seiner Forschung ein wichtiges Anliegen, um in Nigeria auf Missst\u00e4nde aufmerksam machen zu k\u00f6nnen: \u201eGern gesehen ist es zu Hause nat\u00fcrlich nicht, aber wir m\u00fcssen uns um die Kinder k\u00fcmmern und hinterfragen, was passiert mit ihnen, wenn sie durch ihre Umwelt einem zu hohen Nickelvorkommen ausgesetzt sind.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das Humboldt-Forschungsstipendium f\u00fcr erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist dabei eine gro\u00dfe Hilfe, das betont auch Julia Bornhorst: \u201eEs bietet uns die M\u00f6glichkeit, diese internationale Kooperation aufrecht zu erhalten und bietet langfristige Planungssicherheit f\u00fcr die Wissenschaft. Nicht nur Mamus, wie wir Kolleginnen und Kollegen ihn nennen, profitiert von uns, auch wir profitieren von seiner Expertise.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Im kommenden Sommer wollen die beiden eine Summer-School organisieren. Dann in Nigeria.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"news-text-wrap\"><\/div>\n<div class=\"control\">\n<div class=\"prev\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit April ist der nigerianische Wissenschaftler Dr. Omamuyovwi Meashack Ijomone zu Gast an der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal. 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