{"id":38616,"date":"2021-06-17T16:10:43","date_gmt":"2021-06-17T14:10:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=38616"},"modified":"2021-06-18T06:59:05","modified_gmt":"2021-06-18T04:59:05","slug":"leif-skogloef-neue-emotionalitaet-ohne-beruehrungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2021\/06\/17\/leif-skogloef-neue-emotionalitaet-ohne-beruehrungen\/","title":{"rendered":"Leif Skogl\u00f6f: Neue Emotionalit\u00e4t ohne Ber\u00fchrungen"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<div id=\"attachment_34852\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-34852\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/ccbb02be1d3607f85e850500e0702edc-scaled-2-1024x708.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"708\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Leif Skogl\u00f6f in seinem Atelier &#8211; \u00a9 Paul Coon<\/span><\/div>\n<p>Der in Schweden geborene Wahl-Wuppertaler liebt &#8211; von einigen Ausnahmen abgesehen &#8211; freundliche, helle Farben. Das ist sein Markenzeichen, sein unverwechselbarer Stil.<\/p>\n<p>Wie er das k\u00fcnstlerische Wechselbad der Gef\u00fchle in Coronazeiten erlebt und durchlebt hat, verr\u00e4t er in einem Interview mit der STADTZEITUNG.<\/p>\n<p><strong>DS: Die Corona-Pandemie befindet sich wohl zum Glu\u0308ck in der Endphase, wie hat sie Ihr Leben als Mensch und als Ku\u0308nstler vera\u0308ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Leif Skogl\u00f6f: &#8222;Aus Angst, angesteckt zu werden, habe ich gro\u0308\u00dfere Menschenansammlungen vermieden und das Zusammensein mit meiner Frau Katja und der Familie wurde mir viel wichtiger. Das war meine stabile Plattform, um meinen Alltag zu bewa\u0308ltigen und meine Kunst hatte plo\u0308tzlich nicht mehr die ho\u0308chste Priorita\u0308t.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Rolle wird Corona ku\u0308nftig in Ihren Werken spielen?<\/strong><\/p>\n<p>Leif Skogl\u00f6f: &#8222;Corona hat mich nachdenklich gemacht und um die Angst abzubauen, habe ich Coronaviren gemalt, als hu\u0308bsche harmlose Hintergrund Dekoration.<\/p>\n<div id=\"attachment_38620\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-38620\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210515_103327-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">&#8222;Corona &#8211; nicht mit mir&#8220; &#8211; so der Titel des Bildes &#8211; \u00a9 Leif Skogl\u00f6f<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Wie hoch in Prozenten scha\u0308tzen Sie den Verlust ein, den Sie durch die\u00a0Corona-Pandemie hinnehmen mussten?<\/strong><\/p>\n<p>Leif Skogl\u00f6f: &#8222;Ich wu\u0308rde sagen um die 80 Prozent. Zum Glu\u0308ck habe ich U\u0308berbru\u0308ckungshilfe und Kultur-Unterstu\u0308tzung von Bezirksregierung Du\u0308sseldorf, bekommen. Sonst ha\u0308tte ich die Alltagskosten nicht bezahlen ko\u0308nnen.&#8220;<\/p>\n<p>DS: Wie sehr hat es sie gea\u0308rgert oder gar verletzt, dass gro\u00dfe Teile der Politik und Verwaltung Kunst und Kultur als nicht systemrelevant eingestuft haben?<\/p>\n<p><strong>DS: Nach Corona: Welche Priorita\u0308ten setzen sie das als Erstes: Private oder ku\u0308nstlerische?<\/strong><\/p>\n<p>Leif Skogl\u00f6f: &#8222;Ich habe eine stabile Familienbeziehung schon aufgebaut. Jetzt muss wieder die Kunst mehr in Vordergrund kommen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Haben Sie in Zeiten des Lockdowns auf Vorrat gearbeitet und Kunst geschaffen?<\/strong><\/p>\n<p>Leif Skogl\u00f6f: &#8222;Ich dachte zun\u00e4chst, die Zeit w\u00e4re gut, um auf Vorrat zu malen. Aber die Motivation und Inspiration hat mir einfach dafu\u0308r gefehlt.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_37088\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 798px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-37088\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/2c42a4e64a91ec5c88eee5f5cabd945a-2.jpg\" alt=\"\" width=\"788\" height=\"537\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der K\u00fcnstler Leif Skogl\u00f6f mit Ehefrau Katja, die ihm ein gro\u00dfer Halt war \u00a0&#8211; \u00a9 Paul Coon<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Viele Ku\u0308nstler haben die Zeit genutzt, um ihre Online-Aktivita\u0308ten auszubauen: Sprich Online-Verka\u0308ufe forciert u\u0308ber die eigene Webseite oder u\u0308ber Online-Galerien. Inwieweit sind Sie in der Hinsicht auch aktiv geworden?<\/strong><\/p>\n<p>Leif Skogl\u00f6f: &#8222;Online war nie ein wichtiger Faktor fu\u0308r mich. Fotos von Bildern entsprechen oft nicht die Realita\u0308t, weil Farbe und Struktur nicht so sichtbar ist, wie auf dem Original. Potentielle Kunden sind dann beim Vergleich schnell entta\u0308uscht.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Inwieweit war Ihre Frau Ratgeber in einer Situation, die es vorher in dieser Form noch nie gegeben hat?<\/strong><\/p>\n<p>Leif Skogl\u00f6f: &#8222;Meine Frau Katja malt ja auch und versteht die Probleme der Ku\u0308nstler, die davon Leben mu\u0308ssen. Davon profitiere ich auch und zusammen haben wir immer einen Weg gefunden, um aus der Sackgasse Corona heraus zu kommen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Demna\u0308chst gibt es endlich wieder Pra\u0308senz-Ausstellungen, wie gro\u00df sehen Sie die Gefahr, dass jetzt nach einem Jahr ohne Ausstellungen zu viele Ku\u0308nstler zur gleichen Zeit ausstellen, so dass die Kunst-Fans die Orientierung verlieren k\u00f6nnten?\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Leif Skogl\u00f6f: &#8222;Ich denke, Galerien und andere Kunstra\u0308ume zeigen nur auserwa\u0308hlte Kunst und Ku\u0308nstler, die ein entsprechendes Niveau haben. Eine akademische Ausbildung sollte hier ein Muss sein. Dann filtert man schon viele heraus.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Bei allem Frust, was war Ihr positivstes Erlebnis oder die positivste Erfahrung wa\u0308hrend des Corona-Lockdowns?<\/strong><\/p>\n<p>Lief Skogl\u00f6f: &#8222;Es ist eine neue Art von Gef\u00fchl und Emotionalita\u0308t &#8211; allerdings ohne Beru\u0308hrung. Man musste mit der Stimme und der Sprache Kontakte aufbauen, ohne dass man sich k\u00f6rperlich zu nahe kommen durfte.\u00a0Ich habe eine neue Sensibilita\u0308t in mir gefunden, durch den Verzicht\u00a0auf Beru\u0308hrungen.\u00a0Also, auch ein Mangel kann etwas Gro\u00dfartiges hervorrufen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das offene und ehrliche Gespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n<h4>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/h4>\n<\/div>\n<div id=\"attachment_38623\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 970px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-38623\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210616_134151-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"1005\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein Bild aus der Nach-Frust-Phase: Hell, optimistisch &#8211; \u00a9 Leif Skogl\u00f6f<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Vita Leif Skogl\u00f6f<\/h4>\n<p>Leif Skogl\u00f6f kam am 28.11.1949 in Enk\u00f6ping (Schweden) zur Welt. Schon fr\u00fch offenbarte er zwei Leidenschaften hatte: Sport und Malen. Der K\u00fcnstler, der seit 1983, abgesehen von einem Abstecher nach Schwelm, in Wuppertal lebt und arbeitet: \u201eSchon im Kindergarten war ich der Beste. Immer wenn es etwas zu malen gab, musste ich ran, ob es jetzt um Einladungen f\u00fcrs Sommerfest ging oder um selbstgemalte Weihnachtskarten.\u201c<\/p>\n<p>Diese Tradition hat er bis heute beibehalten. Jedes Jahr schickt er seinen Freundinnen und Freunden eine selbstgemalte Weihnachtskarte ins Haus.<\/p>\n<p>Leif Skogl\u00f6f studierte an der renommierten Kunstakademie Stockholm. 1.000 Bewerber gab es f\u00fcr die Studienpl\u00e4tze, nur sechs wurden angenommen. Leif Skogl\u00f6f war dabei. Stolz ist der sympathsiche Maler auch auf sein Stipendium f\u00fcr ein Kunststudium an der angesehenen Yale University (US-Staat Connecticut) im Bereich Malerei \u2013 Grafik \u2013 Zeichnung. Auch hier war er einer von nur zwei Europ\u00e4ern, denen diese Ehre zuteil wurde.<\/p>\n<p>Werke von ihm h\u00e4ngen mittlerweile im Nationalmuseum Stockholm (Schweden), im Modern Museum of Art in V\u00e4steras (Schweden), in der Schwedensammlung der Kunstsammlung NRW \u201eK20 K21\u201c (D\u00fcsseldorf) und in vielen \u00f6ffentlichen Einrichtungen in Schweden und Deutschland. Seit 1975 stellt Leif Skogl\u00f6f regelm\u00e4ssig in Scheden, Belgien und Deutschland aus.<\/p>\n<p>In Wuppertal ist er seit \u00fcber 30 Jahren fest verwurzelt. Das Mitglied der Bergischen Kunstgenossenschaft (BKG) betreibt in seinem Atelier in Barmen eine erfolgreiche Malschule.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.skogloef.de\">http:\/\/www.skogloef.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der erfolgreiche Wuppertaler K\u00fcnstler Leif Skogl\u00f6f hat w\u00e4hrend des Corona-Lockdown unterschiedliche Phasen durchlebt. Der Verlust sonst sicherer Einnahmen durch Ausstellungen und seiner Malschule und den damit verbundenen Sorgenfalten hat ihn eine Zeit lang in dunklen, d\u00fcsteren Farben malen lassen. Doch diese Phase ist Vergangenheit. Inzwischen hat er sich mit dem Virus und dessen Auswirkungen arrangiert und schaut wieder optimistisch in die Zukunft. Dieser Optimismus strahlt f\u00f6rmlich aus seinen Bildern heraus.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-38616","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-19 02:08:27","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38616","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=38616"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38616\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38626,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38616\/revisions\/38626"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=38616"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=38616"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=38616"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}