{"id":38394,"date":"2021-06-10T09:22:54","date_gmt":"2021-06-10T07:22:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=38394"},"modified":"2021-06-15T11:15:30","modified_gmt":"2021-06-15T09:15:30","slug":"silbermond-christa-warnkes-groesste-entdeckung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2021\/06\/10\/silbermond-christa-warnkes-groesste-entdeckung\/","title":{"rendered":"&#8222;Silbermond&#8220; &#8211; Christa Warnkes gr\u00f6\u00dfte Entdeckung"},"content":{"rendered":"<div class=\"header\">\n<div id=\"attachment_38396\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-38396\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Transferstory_Christa_Warnke-2-1024x712.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"712\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Christa Warnke &#8211; \u00a9<br \/>Foto UniService Transfer<\/span><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"teaser-text\">\n<p class=\"bodytext\">Befl\u00fcgelt von der Chorleitung ihres Vaters \u00fcbernimmt sie schon fr\u00fch selber diese Aufgabe und sagt: \u201eIm Chorgesang kann man ein permanentes Gl\u00fccksgef\u00fchl erleben.\u201c Um ihre Leidenschaft f\u00fcr Musik beruflich ausleben zu k\u00f6nnen, bewies sie Mut. Von ihrem Weg berichtet sie in den Bergischen Transfergeschichten.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"c28458\" class=\"csc-default\">\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-intext-right csc-textpic-equalheight\">\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<p class=\"bodytext\">\u201eIch hatte immer schon die Sehnsucht, Musik zu studieren\u201c, sagt Christa Warnke. Doch zun\u00e4chst gilt es, sich um die vier eigenen Kinder zu k\u00fcmmern, die ein Studium in weite Ferne r\u00fccken lassen. Die Wirren des Mauerfalls geben ihrer Leidenschaft dann noch einmal eine ungeplante Wende. Ganz gegen den Strom zieht die Westfamilie aus beruflichen Gr\u00fcnden 1991 nach Dresden. Hier erf\u00e4hrt Warnke die ostdeutsche Kinderversorgung.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u201ePl\u00f6tzlich waren alle Kinder versorgt. Ich musste nicht mehr Mittagsessen kochen und was wei\u00df ich noch organisieren. Das war f\u00fcr mich was ganz Neues\u201c, erkl\u00e4rt sie, \u201eund dann konnte ich studieren.\u201c Mit 34 Jahren wagt sie den entscheidenden Schritt und nimmt ein Musikstudium auf.<\/p>\n<h4 class=\"bodytext\">Vermittlung von Musik- und K\u00f6rpergef\u00fchl<\/h4>\n<p class=\"bodytext\">14 Jahre lebt und arbeitet Warnke in Sachsen.\u00a0 An der Hochschule f\u00fcr Kirchenmusik in Dresden lehrt sie die F\u00e4cher Gesang und Chorleitung. Dort lernt sie viele hochqualifizierte Musiker kennen, die nach einer rein klassischen Ausbildung auch Popmusik kennenlernen wollen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Christa Warnkes Aufgabe besteht darin, ihnen diesen Stil n\u00e4herzubringen. \u201eDas Lebensgef\u00fchl der Popmusik war ihnen gar nicht vertraut. Sie waren von Kind auf klassisch erzogen. Es waren auch Kruzianer, ehemalige Mitglieder des Dresdner Knabenchors dabei, die waren ganz anders aufgewachsen.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Christa Warnke vermittelt Musik- und K\u00f6rpergef\u00fchl sowie eine intuitive und direkte Zugangsweise. \u201eIch glaube, in der Popmusik ist vor allem das Metrum wichtig, zu dem man sich bewegen kann, zu dem man tanzen kann. Ein K\u00f6rpergef\u00fchl ist ja in der Kirchenmusik nicht wichtig und das war f\u00fcr viele eine ganz neue Erfahrung.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_38399\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-38399\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/81MUp4DpNXL._SL1200_-2-1024x760.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"760\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Erfolgs-Album &#8222;Schritte&#8220; aus dem Jahr 2019 &#8211; es belegte 19 Wochen lang den 1. Platz in den Album Charts &#8211; \u00a9 Sony Music<\/span><\/div>\n<p class=\"bodytext\">Christa Warnke gilt als Entdeckerin der Band Silbermond. \u201eIch w\u00fcrde sagen, die haben sich selber entdeckt\u201c, sagt sie bescheiden, \u201esie wurden erfolgreich, weil es eine gl\u00fcckliche F\u00fcgung war.\u201c Christa Warnke leitete damals im Rahmen einer offenen Jugendarbeit einen Bautzener Jugendchor mit 120 Mitgliedern, ein Projekt, auf das sie heute noch stolz ist. \u201eWir haben jedes Jahr eine semiprofessionelle Show gemacht\u201c, erkl\u00e4rt sie dazu.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Vor der jeweiligen Chorprobe bot sie dazu immer noch eine 20-min\u00fctige Einzelbetreuung an. \u201eDa war die Stefanie Klo\u00df immer dabei, immer topvorbereitet, immer super neugierig und talentiert. Sie war wirklich eine von der Interpretation her sehr begabte S\u00e4ngerin. Sie konnte das, was in ihr war, am besten herausbringen. Ich konnte ihr bestimmt ein paar Dinge mitgeben, ein paar Techniken, aber sie hat ihren Weg ansonsten alleine gemacht.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Heute freut sich Warnke jedes Mal, wenn sie einen Silbermond-Song im Radio h\u00f6rt. \u201eUnd ein bisschen was von mir, h\u00f6re ich immer noch raus\u201c, sagt sie lachend.<b>\u00a0<\/b><\/p>\n<h4 class=\"bodytext\">Eine Lehrerin muss auch eine Performerin sein<\/h4>\n<p class=\"bodytext\">Alle Musikstudierenden an der Bergischen Universit\u00e4t m\u00fcssen vor Studienantritt ein Testverfahren absolvieren. \u201eWir haben uns viele Gedanken dar\u00fcbergemacht und einen Katalog zusammengestellt, nach dem wir das auch beurteilen. Das gilt f\u00fcr Pr\u00fcfungen ebenso wie f\u00fcr das Eignungsfeststellungsverfahren.\u201c Einmal eingeschrieben, bereitet Christa Warnke ihre Studierenden auch durch Live-Auftritte auf ihren kommenden Schuldienst vor.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Leute m\u00fcssen sich entwickeln und das k\u00f6nne man besonders gut, indem man sich auf der B\u00fchne pr\u00e4sentiere. Skeptisch seien die Studierenden zu Anfang, denn ihre Intention sei ja in erster Linie der Schuldienst. \u201eAber eine Lehrerin muss auch Unterhalterin sein, muss Performerin sein und muss faszinieren k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Es sei wichtig in diesem Zusammenhang an Charisma und Pr\u00e4senz zu glauben, versichert die P\u00e4dagogin. Obendrein sei es ein begl\u00fcckendes Gef\u00fchl, sch\u00fcchterne Menschen dazu zu bewegen, ins Scheinwerferlicht zu gehen, denn das Gl\u00fcck, welches sie hernach erleben, ver\u00e4ndere sie. \u201eDie Studierenden lieben das. Man f\u00fcgt sich zu Bands zusammen, schwitzt, f\u00fcrchtet und feiert am Ende miteinander. Diese Semesterkonzerte finden seit einigen Jahren im Live Club Barmen statt.\u201c<\/p>\n<h4>Singwerkstatt f\u00fcr Laien<\/h4>\n<p class=\"bodytext\">Die Gesangsp\u00e4dagogin bietet au\u00dferuniversit\u00e4r auch eine sogenannte Singwerkstatt an, in der Laien unter professioneller Leitung ihre Stimme festigen, sp\u00fcren und entdecken k\u00f6nnen. \u201eWir haben alle eine Stimme! Die ist da, die ist nur manchmal versteckt und muss ihren Weg finden\u201c, sagt Warnke. Es gebe diesen Dauerspruch, der besage: Du kannst nicht singen!<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Dazu sagt sie: \u201eIch glaube, dass wir unseren Gesang sehr unterdr\u00fccken mit unserem intellektuellen, gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfigen Wesen. Aber ich muss nur den Zugang finden, dann kommt die Stimme schon.\u201c Warnke nimmt den Gesangsinteressierten ihre Angst, indem sie selber viel Schabernack veranstaltet, sich verbiegt oder Fratzen schneidet, denn das l\u00f6se die Menschen, bringe sie zum Lachen. Sehr viel funktioniere dabei \u00fcber die Atmung.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u201eSingen ist Atmen und durch meinen Gesang oder mein Atmen kann ich ganz viel manipulieren. Dann merken andere, ach, das geht ja bei mir auch.\u201c Zum Singen ist man bekanntlich nie zu alt und das Sch\u00f6ne f\u00fcr Warnke sei, dass gerade die \u00e4lteren S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger oft viel hemmungsloser seien und sich mehr trauten, als die J\u00fcngeren.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Pandemie hat die Auftrittsm\u00f6glichkeiten aller K\u00fcnstler bis auf kleine Ausnahmen seit \u00fcber einem Jahr beendet. Statt Frust und Hoffnungslosigkeit kann Warnke jedoch die Musik jetzt mehr genie\u00dfen. \u201eIch finde es sehr traurig, nicht aufzutreten und sehr wenig live zu unterrichten, aber ich genie\u00dfe die Zeit auch sehr, denn ich habe ja die Musik. Ich liebe es, in meinem Arbeitszimmer zu sein und an meinem Fl\u00fcgel zu sitzen.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">W\u00e4hrend ihre Konzertpl\u00e4ne bestehender Programme wieder und wieder verschoben werden, arbeitet sie zu Hause an einem neuen Konzertabend.<\/p>\n<p class=\"align-right\"><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eMein Vater konnte sehr sch\u00f6n singen, und diese Stimme habe ich immer noch im Ohr\u201c, sagt Christa Warnke, die seit 2005 als k\u00fcnstlerische Angestellte in der Musikp\u00e4dagogik der Bergischen Universit\u00e4t die Talente junger angehender Musiklehrer formt und f\u00f6rdert. \u201eMeine Mutter hat Klavier gespielt und ein Instrument musste jeder bei uns zu Hause lernen\u201c, erz\u00e4hlt sie.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-38394","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-08 02:35:16","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38394","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=38394"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38394\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38403,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38394\/revisions\/38403"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=38394"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=38394"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=38394"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}