{"id":38141,"date":"2021-06-07T15:00:39","date_gmt":"2021-06-07T13:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=38141"},"modified":"2021-06-10T15:37:48","modified_gmt":"2021-06-10T13:37:48","slug":"dagmar-vogt-schuf-sich-ihren-eigenen-skulpturenpark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2021\/06\/07\/dagmar-vogt-schuf-sich-ihren-eigenen-skulpturenpark\/","title":{"rendered":"Dagmar Vogt schuf sich ihren eigenen Skulpturenpark"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_38145\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 970px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-38145\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/MG_9406-Kopie-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"741\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die K\u00fcnstlerin Dagmar D\u00f6rken Vogt &#8211; \u00a9 Davo Art<\/span><\/div>\n<p>Dagmar Vogt ist als Malerin und Bildhauerin gleichermassen erfolgreich. Malerei studierte sie bei\u00a0Prof. Markus L\u00fcpertz, die \u00a0Bildhauerei bei Mathias Lanfer, immerhin Meistersch\u00fcler des weltber\u00fchmten K\u00fcnstlers und Wahl-Wuppertaler Tony Cragg.<\/p>\n<p>Wie sehr hat die Corona-Pandemie Einfluss auf ihr k\u00fcnstlerisches Schaffen genommen, diese und viele andere Fragen beantwortet Dagmar Vogt im Interview mit der STADTZEITUNG.<\/p>\n<p><b>DS: Corona liegt zum Gl\u00fcck wohl in den letzten Z\u00fcgen. Was nehmen Sie f\u00fcr die Zukunft aus dieser Pandemie mit all ihren Beschr\u00e4nkungen und Begleiterscheinungen mit?<\/b><\/p>\n<p>Dagmar Vogt: &#8222;Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn Corona in den letzten Z\u00fcgen liegen w\u00fcrde! Das werden wir wohl leider erst im Herbst sehen. Corona hat mir gezeigt, wie dankbar man sein soll, wenn alles einigerma\u00dfen l\u00e4uft und man gesund ist.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Monatelang in kein Restaurant, in keine Galerie, in kein Theater, in kein Konzert gehen zu k\u00f6nnen, das w\u00e4re doch vor zwei Jahren noch unvorstellbar gewesen. Wie sind sie damit umgegangen?<\/b><\/p>\n<p>Dagmar Vogt: &#8222;Mir ist diese Erfahrung zun\u00e4chst nicht sonderlich schwer gefallen, da ich die Zeit ohne Kontakte und Freizeitaktivit\u00e4ten f\u00fcr mich genutzt habe, um meine Serie \u201eDie Tanzenden\u201c nach Pina Bausch zu vervollst\u00e4ndigen. Das sind insgesamt neun lebensgro\u00dfe Figuren und zwei davon sind Doppelfiguren, also eine Menge Arbeit.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Bef\u00fcrchten Sie nicht eine echt Kunst- und Kultur-\u00dcberflutung, wenn die Pandemie endg\u00fcltig vorbei ist und die Leute nicht wissen, in welche Galerie, in welches Theaterst\u00fcck, oder Konzert sie zuerst gehen sollen?<\/b><\/p>\n<p>Dagmar Vogt: &#8222;Ja, die Menschen sind nat\u00fcrlich ausgehungert. Jeder auf seine Art. Die Leute die kulturell unterwegs sind, werden nat\u00fcrlich auch vieles nachholen wollen. Aber das wird sich doch alles regulieren. Das sind ja zumeist sehr vern\u00fcnftige Menschen, die auch weiterhin auf die Corona-Regeln achten werden.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_38147\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-38147\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/DSC_5404-Kopie-2-1024x574.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"574\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die K\u00fcnstlerin in ihrem Skulpturenpark &#8211; \u00a9 Davo Art<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Wie haben Sie die Solidarit\u00e4t in der Wuppertaler Kunst- &amp; Kultur-Szene wahrgenommen &#8211; beispielsweise die Charity-Aktion \u201eEinTopf\u201c?<\/b><\/p>\n<p>Dagmar Vogt: &#8222;Ehrlich gesagt, habe ich von dieser Aktion \u00fcberhaupt nichts mitbekommen. Ich lebe hier in Beyenburg recht zur\u00fcckgezogen und habe keine aktuelle Tageszeitung. Und ich pendele ja auch h\u00e4ufig zwischen den beiden<\/p>\n<p>St\u00e4dten Herdecke und Wuppertal-Beyenburg. Mein Wohnsitz ist in Herdecke und Beyenburg mein Arbeitsplatz.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Wie sicher sind Sie sich, dass die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler in der Zeiten der Pandemie und des k\u00fcnstlerischen Ausnahmezustands nachhaltig n\u00e4her zusammen ger\u00fcckt sind?<\/b><\/p>\n<p>Dagmar Vogt: &#8222;Ich habe leider nicht den Eindruck, dass sich K\u00fcnstler in dieser Zeit mehr f\u00fcr einander interessieren. Weder vom BBK Bergisch Land noch vom Wittener K\u00fcnstlerbund, bei denen ich Mitglied bin, habe ich verst\u00e4rkt Interesse f\u00fcr<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>das Wohlergehen des anderen erfahren. Die meisten bildenden K\u00fcnstler, die ich kenne, oder mal kennengelernt habe, sind doch eher auf sich selbst und ihre eigene Kunst fixiert. Man tut sich nur kurzfristig f\u00fcr einzelne Projekte zusammen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>und danach arbeitet wieder jeder f\u00fcr sich. K\u00fcnstler sind oft Konkurrenten untereinander, daher eher nicht solidarisch.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Mit Blick auf Ihre neue Ausstellung gehe ich davon aus, dass Sie den Lockdown dazu genutzt haben um Ihr \u201ePina-Bausch-T\u00e4nzerinnen-Ensemble\u201c zu vervollst\u00e4ndigen?<\/b><\/p>\n<p>Dagmar Vogt: &#8222;Ja, ich habe diese Zeit hervorragend nutzen k\u00f6nnen! Es war eine unglaublich intensive Zeit f\u00fcr mich und ich habe neben der Vervollst\u00e4ndigung der \u201eTanzenden\u201c auch noch einige andere Gro\u00df-Skulpturen geschaffen. Mit einem lebensgro\u00dfen, menschlichem Paar mit dem Thema \u201eZwischen N\u00e4he und Distanz\u201c bin ich jetzt zu einem Kunstpreis juriert worden.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>DS: Gl\u00fcckwunsch! Letzte Frage rund um das Thema Corona: Welche Rolle wird<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Covid-19 k\u00fcnftig in Ihren Arbeiten spielen?<\/b><\/p>\n<p>Dagmar Vogt: &#8222;Eigentlich keine. Ich habe ein Kunstwerk dazu erschaffen, wie oben erw\u00e4hnt. Aber weiterhin wird Corona f\u00fcr mich in meinen Arbeiten keine Rolle spielen. Allerdings wird die Vermarktung immer st\u00e4rker digitalisiert ablaufen. Und da muss man mit der Zeit gehen.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_38148\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-38148\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Pina-Bausch-Die-Tanzenden-Kopie-2-1024x608.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"608\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die von Dagmar Vogt modellierten Pina Bausch-T\u00e4nzerinnen und -T\u00e4nzer &#8211; \u00a9 Davo Art<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Viele K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler haben sich spezialisiert &#8211; entweder auf die Malerei oder die Bildhauerei. Sie machen beides. Was treibt Sie an?<\/b><\/p>\n<p>Dagmar Vogt: &#8222;Ich habe bei drei Professoren Malerei studiert und bei zwei Professoren Bildhauerei. In der Kunst schlie\u00dft sich ja nichts aus. Man muss nur das K\u00f6nnen und die Energie f\u00fcr beides haben! Au\u00dferdem braucht es die richtige Zeit, die Umst\u00e4nde und die Umgebung um bestimmte Werke verwirklichen zu k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Wie unterscheiden sich Ihre kerativen Ans\u00e4tze, wenn Sie an ein Gem\u00e4lde oder an eine Skupltur herangehen?<\/b><\/p>\n<p>Dagmar Vogt: &#8222;Fangen wir mit der Gemeinsamkeit an: In beiden Bereichen arbeite ich oft in Serien. Nebenher entstehen dann aber auch einzelne spontane Arbeiten durch Ideen auf Reisen, Wanderungen oder in Gespr\u00e4chen, Filmen, B\u00fcchern.<\/p>\n<p>Die Serie \u201eDie Tanzenden\u201c ist nach dem Film von Wim Wenders entstanden, den ich sehr lange auf DVD im Atelier liegen hatte und dann eines Abends spontan angeschaut hatte. Ich war sofort fasziniert und wusste, da muss ich was raus machen. Ich habe mir den Film dann mehrfach angeschaut und Fotos gemacht. F\u00fcr jede einzelne Figur habe ich erst ein kleines Wachsmodell gefertigt, oft wieder verworfen oder stark korrigiert. Und es gibt ja auch T\u00e4nzerpaare, die sind besonders schwierig.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Gibt es Ideen, Themen, die Sie sowohl als Bildhauerin, als auch als Malerin umsetzen?<\/b><\/p>\n<p>Dagmar Vogt: &#8222;Bisher male ich vorwiegend Landschaften oder Motive aus der Natur. Der Mensch kommt nicht mehr darin vor. In den 90er Jahren habe ich ich mal eine Serie \u201ePaare\u201c gemalt. Diese Serie war sehr erfolgreich und wurde von Verlagen als Vorlage f\u00fcr Kunstdrucke gekauft. Bis heute sind noch einige im Umlauf. Aber falls ich den Menschen wieder malerisch aufgreifen w\u00fcrde, w\u00e4ren das jetzt andere Bilder. Man entwickelt sich ja weiter.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Woran arbeiten Sie gerade aktuell?<\/b><\/p>\n<p>Dagmar Vogt: &#8222;Aktuell greife ich gerade wieder zu Leinwand und Pinsel. Meine Serie \u201eSommer am Fluss\u201c wird noch erweitert.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Werden Sie ausgefallene Ausstellung einfach nachholen oder suchen Sie daf\u00fcr jetzt einen ganz neuen Ansatz?<\/b><\/p>\n<p>Dagmar Vogt: &#8222;Nachholen macht f\u00fcr mich keinen Sinn. Bei mir passiert immer so viel Neues und es gibt viele neue Anfragen auch zu Ausstellungen bei Galerien, dass die Zeit daf\u00fcr nicht reicht.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Welche Pl\u00e4ne haben Sie \u201aals normaler Mensch\u2018 f\u00fcr die nahe Zukunft?<\/b><\/p>\n<p>Dagmar Vogt: &#8222;Ich werde mich nach meinem OPEN HOUSE verst\u00e4rkt um meine Freunde und Familie k\u00fcmmern, einige davon wohnen weiter weg und die m\u00f6chte ich gerne besuchen.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Vielen Dank f\u00fcr das interessante, informative Gespr\u00e4ch<\/b><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.davo.de\">http:\/\/www.davo.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_38151\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-38151\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Dagmar-Vogt_Pina_12-Kopie-2-3-1024x597.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"597\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dagmar Vogt mit Pina Bausch -T\u00e4nzerinnen &#8211; \u00a9 Davo Art<\/span><\/div>\n<h4>VITA DAGMAR VOGT<\/h4>\n<p>K\u00fcnstlerische Ausbildung an der Hochschule in Dortmund bei Prof. Kampmann und Prof. Schubert.<\/p>\n<p>1. und 2. Staatsexamen in den F\u00e4chern: Kunst und Geschichte.<\/p>\n<p>Akademische Ausbildung in Malerei bei Prof. Markus L\u00fcpertz und in Bildhauerei bei Mathias Lanfer,\u00a0Meistersch\u00fcler von Tony Cragg<\/p>\n<p>Gr\u00fcndungsmitglied der Gruppe Ultramarin, Mitglied des Wittener K\u00fcnstlerbundes und des BBK Bergisches Land<\/p>\n<p>Lehrauftr\u00e4ge an Kunstakademien und Volkshochschulen (Malerei, Grafik und Grundlagen der freien\u00a0Gestaltung)<\/p>\n<p>Lebt und arbeitet in\u00a0Herdecke, Wuppertal und im\u00a0Allg\u00e4u<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Garten ihres wundersch\u00f6nen Atelierhauses in Beyenburg, einen Steinwurf vom malerischen Stausee entfernt, hat sich Dagmar D\u00f6rken Vogt ihren eigenen, kleinen Skulpturenpark geschaffen. Hier entstand auch ihre neunk\u00f6pfige T\u00e4nzer-Gruppe in Lebensgr\u00f6\u00dfe, inspiriert von Pina Bausch, der wohl ber\u00fchmtesten Tochter der Stadt Wuppertal. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-38141","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-21 11:37:15","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38141","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=38141"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38141\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38191,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38141\/revisions\/38191"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=38141"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=38141"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=38141"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}