{"id":35584,"date":"2021-05-13T09:00:40","date_gmt":"2021-05-13T07:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=35584"},"modified":"2025-02-26T01:00:46","modified_gmt":"2025-02-26T00:00:46","slug":"kuenstler-udo-dziersk-ich-vermisse-meinen-lieblings-italiener","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2021\/05\/13\/kuenstler-udo-dziersk-ich-vermisse-meinen-lieblings-italiener\/","title":{"rendered":"K\u00fcnstler Udo Dziersk: &#8222;Vermisse meinen Lieblings-Italiener&#8220;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_56574\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 827px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-56574\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Udo-Dziersk-Wuppertaler-Atelier-2-1024x697-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"817\" height=\"570\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Udo Dziersk in seiner Atelier &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>Der Wahl-Wuppertaler Udo Dziersk (60) ist ein weltweit gefragter K\u00fcnstler. Im Rahmen seiner Ausbildung hat er Mal-Unterricht bei so renommierten K\u00fcnstlern wie Gerhard Richter, Georg Baselitz, Per Kirkeby und Markus L\u00fcpertz genommen.\u00a0Sein Atelier und sein Zuhause ist eine alte Schreinerei in der N\u00e4he der Steinstra\u00dfe. Hier entstehen seine Werke, eine Mixture aus abstrakten und gegenst\u00e4ndlichen Elementen.<\/p>\n<p>Seinen Stil beschreibt der\u00a0facettenreiche K\u00fcnstler so: &#8222;Es ist reine Malerei. Ich befasse mich mit Problematiken der Malerei, die nicht unbedingt immer neu sein m\u00fcssen, aber die man immer wieder neu definieren und neu zusammen stellen kann. Mich interessiert besonders die Abbildung einer Sache, die Linien im Bild und die \u00dcbermalung, die R\u00e4ume schafft. Das sind so meine Kernfragen. Die Themen, die ich behandele, sind sehr pers\u00f6nlich. Zum Beispiel inspiriert mich meine neue, zus\u00e4tzliche Professur in China immer wieder zu neuen Themen und Ideen. Das kann aber auch einmal wechseln, beispielsweise durch einen Aufenthalt in Italien, wo sehr h\u00e4ufig bin.\u201c<\/p>\n<p>Udo Dziersk ist au\u00dferdem Kunst-Professor an der Kunstakademie D\u00fcsseldorf. Au\u00dferdem erhielt er Lehrauftr\u00e4ge der Academy of Fine Arts in Xi\u2019an, der School of Arts in Beijing (China), der Kunstakademie in Tirana (Albanien), der Kunstakademie Savitski in Pensa (Russland) und der Accademia di Belle Arti in Palermo (Italien).<\/p>\n<p>Die STADTZEITUNG hat sich mit Udo Dzierks unterhalten.<\/p>\n<p><b>DS: Wie nehmen Sie die Corona-Pandemie wahr &#8211; als Mensch und K\u00fcnstler?<\/b><\/p>\n<p>Udo Dziersk: &#8222;Ich empfinde \u2013 wie vermutlich fast alle anderen Menschen \u2013 eine starke Einschr\u00e4nkung im Bewegungs- und Denkradius. Meine Spontanit\u00e4t, besonders im \u00f6ffentlichen Raum, ist hart davon betroffen. Ich kann eben nicht einfach Kultureinrichtungen nutzen oder wenn mir danach ist, ins Kino und Restaurant gehen oder Freunde treffen. Diese allt\u00e4glichen Inspirationen fehlen mir. Die politischen Beschl\u00fcsse aufgrund der Pandemie sind wechselhaft. Je nach aktueller Situation ist eine Teilhabe am kulturellen Leben gar nicht, nur online oder mit einem erh\u00f6hten organisatorischen und b\u00fcrokratischen Aufwand m\u00f6glich. F\u00fcr meine Arbeit als K\u00fcnstler muss ich auch mit diesen Entbehrungen umgehen und mich flexibel zeigen.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>DS: Was nervt Sie besonders am Lockdown?<\/b><\/p>\n<p>Udo Dziersk: &#8222;Das ich bei meinem gesch\u00e4tzten \u201eItaliener\u201c nicht meine Lieblingspizza essen kann und nat\u00fcrlich, dass die Auftritte von Ulrich Tukur und seinen Rhythmus Boys nicht stattfinden k\u00f6nnen und meine bereits gekauften Karten verstauben.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_35598\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-35598 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20200327_131439-1-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Udo Dziersk vor seinen Werken in der Cubus-Kunsthalle in Duisburg &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Inwieweit hat Covid-19 Ihr k\u00fcnstlerisches Schaffen beeinflusst?<\/b><\/p>\n<p>Udo Dziersk: &#8222;Wenn wir schon beim Rhythmus sind: Dadurch, dass ich als Professor an der Kunstakademie in D\u00fcsseldorf zurzeit den Unterricht online gestalten muss und Fragen von Seiten der Studierenden sich \u00fcber die Woche erstrecken, ist mein Arbeitsrhythmus ein anderer geworden. Ich kann somit weniger kontinuierlich im eigenen Atelier an meinen Bildern arbeiten, Flexibilit\u00e4t ist gefragt und das ist ganz okay so.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Wie hat sich Corona auf den Verkauf Ihrer Bilder ausgewirkt?<\/b><\/p>\n<p>Udo Dzierks: &#8222;Durch ungewollte Ausstellungsverschiebungen auf einen sp\u00e4teren Termin, ergibt sich ja wohl zwangsl\u00e4ufig die Tatsache, dass Aussichten auf m\u00f6gliche Verk\u00e4ufe in diesem Kontext vermindert werden. Gl\u00fccklicherweise haben treue Sammler der letzten Jahre weiterhin meine Bilder im Visier und kaufen.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>DS: Finanzielle Einbussen haben ja viele durch das Virus und die Kontaktbeschr\u00e4nkungen bedingt hinnehmen m\u00fcssen. Haben Sie das Gef\u00fchl, dass sich potentielle Kunst-K\u00e4ufer jetzt mehr als sonst \u00fcberlegen, ob und wie viel sie f\u00fcr Kunst ausgeben wollen?<\/b><\/p>\n<p>Udo Dziersk: &#8222;Es werden weiterhin Bilder verkauft. Die Lust, Kunst zu sammeln, es zu zelebrieren ist aber durch die allgemeine Verunsicherung sicherlich beeintr\u00e4chtigt. Es fehlt das Euphorische und es f\u00fchlt sich irgendwie grau an.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Inwieweit wird sich diese bislang einmalige Situation k\u00fcnftig in Ihren Werken widerspiegeln?<\/b><\/p>\n<p>Udo Dziersk: &#8222;Bisher ist Corona noch nicht in meine Bilder vorgedrungen und ich habe auch nicht die Absicht, es zuk\u00fcnftig zuzulassen.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>DS: Wird irgendwann wieder alles wie fr\u00fcher sein oder was bleibt aus Ihrer Sicht von Corona zur\u00fcck?<\/b><\/p>\n<p>Udo Dziersk: &#8222;Ich bin kein Hellseher, zur\u00fcckbleiben wird mit Sicherheit etwas. M\u00f6glicherweise verst\u00e4rkte Hygieneregeln, mehr Achtsamkeit f\u00fcr die Gesundheit generell, aber auch Momente der Verunsicherung in unterschiedlichen Bereichen. Vielleicht wird der zwischenmenschliche Umgang weniger sorglos sein als vorher. Meine Hoffnung w\u00e4re mehr Selbstreflektion, mehr Respekt gegen\u00fcber unserer Natur, die Einsicht, dass gutgemeinte Balkonges\u00e4nge von Barcelona bis Barmen allein nichts bewirken, sondern es nun Zeit ist, dass echte Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr Berufst\u00e4tige in sozialen und medizinischen Bereichen mit angemessener Bezahlung nicht Wunsch bleibt, sondern Tatsache wird.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Sie stehen ja sicher in Kontakt mit Kollegen. Was glauben Sie, welche Lehren und Schl\u00fcsse wird die Kunst-Szene aus der Corona-Pandemie ziehen?<\/b><\/p>\n<p>Udo Dziersk: &#8222;Ich glaube, wir haben in den letzten Monaten in Sachen Digitalisierung echt was gelernt und k\u00f6nnen diese M\u00f6glichkeiten zuk\u00fcnftig f\u00fcr unser Werk nutzen.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_35599\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-35599 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20200412_164516-2-1024x599.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"599\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Udo Dziersk in seinem Wuppertaler Atelier &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Welche Pl\u00e4ne werden Sie umsetzen, sobald der Lockdown und die damit verbundenen Beschr\u00e4nkungen Geschichte sind?<\/b><\/p>\n<p>Udo Dzierks: &#8222;Wann soll das sein? Nein im Ernst, ich werde meine Pizza genie\u00dfen und freue mich meine Arbeit mit meinen Studierenden als Gastprofessor in Xi\u00b4an (die Redaktion: China) wieder aufnehmen zu d\u00fcrfen. Privat werde ich sicherlich mal wieder am Meer ausspannen.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Sie sind ein alter Fu\u00dfballer, Schalke-Fan und haben sogar einmal gemeinsam mit Schalke-Spielern ein Bild gemalt. Mit welchen Gef\u00fchlen sehen Sie die dramatische Entwicklung bei Schalke, die jetzt in einem Zweitliga-Abstieg gipfelt?\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Udo Dziersk: &#8222;Als Unternehmen, das gilt nicht nur f\u00fcr den Fu\u00dfball, sollte man gut wirtschaften. Dass muss ich \u2013 in wesentlich kleineren Dimensionen \u2013 auch. Das ist den \u201eSchalkern\u201c zuletzt einfach nicht gelungen, ich sehe die ganze Situation eher n\u00fcchtern. Sehr leid tun mir all die Fans, die diese Tradition leben, eine gro\u00dfe Identifikation mit ihrem Verein haben und in dieser Saison ma\u00dflos entt\u00e4uscht sind. Nat\u00fcrlich w\u00fcnsche ich den \u201eSchalkern\u201c beim Zweitliga-Start ein letztendliches &#8218;Gl\u00fcck auf&#8216;!&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Vielen Dank f\u00fcr das interessante, spannende Gespr\u00e4ch<\/b><\/p>\n<p><b>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Udo Dziersk ist ein K\u00fcnstler, der aus dem Rahmen f\u00e4llt.\u00a0Der geb\u00fcrtige Gelsenkirchener h\u00e4tte beinahe nicht nur mit dem Pinsel, sondern auch mit dem Fu\u00dfball Karriere gemacht. In der Oberliga-Mannschaft des STV Horst-Emscher spielte er im Tor. Er entschied sich dann aber letztlich doch f\u00fcr die Kunst. Und das mit gro\u00dfem Erfolg.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-35584","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-19 02:08:39","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35584","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35584"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35584\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":56597,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35584\/revisions\/56597"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35584"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35584"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35584"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}