{"id":33257,"date":"2021-01-27T16:44:33","date_gmt":"2021-01-27T15:44:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=33257"},"modified":"2021-01-27T16:44:33","modified_gmt":"2021-01-27T15:44:33","slug":"fuenf-wertvolle-gemaelde-aus-von-der-heydt-sammlung-restauriert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2021\/01\/27\/fuenf-wertvolle-gemaelde-aus-von-der-heydt-sammlung-restauriert\/","title":{"rendered":"F\u00fcnf wertvolle Gem\u00e4lde aus von der-Heydt-Sammlung restauriert"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<div id=\"attachment_33268\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-33268\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Restaurierung1-1024x746.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"746\" \/><span class=\"wp-caption-text\">(V.l.) Die Restauratoren Sarah Vortler, Andreas Iglhaut und Sabine Hermes in dem Atelier von Sabine Hermes vor dem \u201eLofotenbild\u201c (1937) von Ernst Wilhelm Nay &#8211; \u00a9 Sabine Hermes<\/span><\/div>\n<p>Dr. Roland M\u00f6nig, Direktor des Von der Heydt-Museums Wuppertal: \u201eDie f\u00fcnf Gem\u00e4lde, die nun restauriert werden k\u00f6nnen, schlagen einen Bogen von der Romantik zur Nachkriegsavantgarde. Es handelt sich s\u00e4mtlich um Werke von hohem Rang, die aber aufgrund ihres Zustands noch nie oder lange nicht mehr ausgestellt werden konnten. Sie werden echte Entdeckungen f\u00fcr unsere G\u00e4ste sein \u2013 und die au\u00dfergew\u00f6hnliche Dichte und Tiefe der Sammlung des Von der Heydt-Museums eindrucksvoll unterstreichen.\u201c<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>\u201eDass diese f\u00fcnf Gem\u00e4lde durch ihre Restaurierung der \u00d6ffentlichkeit wieder zu- g\u00e4nglich sind, ist ein gro\u00dfer Gewinn f\u00fcr das Museum und seine Besucher. Heraus- ragend ist die kunsthistorische Relevanz der Werke, die H\u00f6hepunkte in der Sammlungsgeschichte des Museums sowohl des 19. als auch des 20. Jh. darstellen. Das Projekt ist exemplarisch f\u00fcr die Corona-F\u00f6rderlinie der Kunststiftung, denn es generiert Auftr\u00e4ge f\u00fcr freiberufliche Restauratorinnen und macht Kunstwerke wieder erlebbar\u201c, freut sich Dr. Martin Hoernes, Generalsekret\u00e4r der Ernst von Siemens Kunststiftung.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Der Schwerpunkt der Sammlung des Von der Heydt-Museums liegt auf Ge- m\u00e4lden des 19. und 20. Jahrhunderts. Auch in der Kunstgeschichte der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg spielt Wuppertal eine wichtige Rolle. Denn so offen wie sich die Wuppertaler B\u00fcrger bereits an Anfang des 20. Jahrhunderts gegen\u00fcber neuen Kunststr\u00f6mungen erwiesen hatten, so zeigten sie sich auc<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>nach dem Zweiten Weltkrieg als h\u00f6chst interessiert an allem Neuen. Die Ga- lerie Parnass beispielsweise war der \u2013 heute legend\u00e4re \u2013 Treffpunkt f\u00fcr alle: K\u00fcnstler, Kritiker, Sammler. Auch die Direktoren des St\u00e4dtischen Museums, das seinen Namen Von der Heydt- Museum erst 1961 bekam, \u00f6ffneten das Haus der neuen Malerei.<\/p>\n<p>Die Sammelt\u00e4tigkeit der 1950er und 1960er Jahre bezeichnet folglich einen Schwerpunkt der Museumsgeschichte; auch in zuk\u00fcnftigen Sammlungspr\u00e4- sentationen wird dieser in gro\u00dfem Umfang sichtbar sein. Einige Hauptwerke, die in dieser Zeit angekauft wurden, k\u00f6nnen allerdings erst nach restaurato- rischen Ma\u00dfnahmen wieder der \u00d6ffentlichkeit gezeigt werden. Dazu geh\u00f6ren die Gem\u00e4lde von Asger Jorn \u201eDu Hund\u201c, 1965, und von Ernst Wilhelm Nay \u201eNordlandfjord: Lofotenbild\u201c, 1937.<\/p>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Der D\u00e4ne Asger Jorn gr\u00fcndete 1948 die internationale Gruppe COBRA. Gemeinsam war den Mitgliedern eine abstrakt-expressionistische Malweise, die sowohl von der \u201e\u00e9criture automatique\u201c der Surrealisten wie auch von der Spontaneit\u00e4t der \u201eArt Brut\u201c inspiriert war. Jorns fantastische Bildwelt wur- zelt tief in den Erz\u00e4hlungen nordischer Mythen. Die Welt der Trolle und D\u00e4- monen gewinnt durch heftige Farben und kraftvolle Gestik eine Steigerung ins Poetische.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Das \u201eLofotenbild\u201c von E.W. Nay stammt aus dem Jahr 1937, aus einer Zeit also, da der Maler mit Mal- und Ausstellungsverbot belegt war. Den Sommer des Jahres hatte er auf Vermittlung des Museumsleiters Carl Georg Heise auf den norwegischen Lofoteninseln verbracht. \u201e. . . die Gegend ist hier schwer hero- isch\u201c, schrieb Nay an Alfred Henzen.<\/p>\n<p>Die elementare Kraft der Natur bringt er in einer abstrahierten, dynamischen Formsprache zum Ausdruck. Nacktes Gestein in Grau und von Wiesen \u00fcberzogene Felsen in Gr\u00fcn umschlie\u00dfen ei- nen tiefblauen Fjord. Das Bild wurde 1957 f\u00fcr das Wuppertaler Museum erworben.<\/p>\n<p>Einen anderen Aspekt deutscher Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg zeigt das Konvolut an Zeichnungen und Aquarellen des Hamburgers Eduard Bargheer, welches das Von der Heydt Museum im Laufe der Jahre erwarb. Bargheer ist ein typischer Vertreter der vielen zwischen Deutschland, Italien und Ischia pendelnden Maler, die in den l960er und l970er Jahren die Sehnsucht der BRD-B\u00fcrger nach Fernreisen in den S\u00fcden Europas befeuerten.<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit einer Ausstellung im Von der Heydt-Museum 2005 konnte das\u00a0Selbstbildnis dieses bedeutenden K\u00fcnstlers erworben werden, das er 1940 malte. F\u00fcr Bargheer war dies ein entscheidenden Jahr: Eine Ausstellung mit seinen Werken in einer Hamburger Galerie wurde geschlossen, da Bargheer als \u201eentarteter K\u00fcnstler\u201c galt, und er entschloss sich, endg\u00fcltig nach Forio auf lschia zu gehen. Bisher konnte dieses Gem\u00e4lde aufgrund seines Zustandes nicht ausgestellt werden.<\/p>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung des Von der Heydt-Museums liegt bei den sogenannten \u201eK\u00f6lner Progressiven\u201c. Neben dem ber\u00fchmten Bild \u201eDenkmal der unbekannten Prothesen\u201c, 1930, von Heinrich Hoerle besitzt das Museum das Werk \u201eMann und Frau\u201c, 1932.<\/p>\n<div id=\"attachment_33269\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 830px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-33269 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Retusche-Schwindt.jpeg\" alt=\"\" width=\"820\" height=\"815\" \/><span class=\"wp-caption-text\">(V.l.) Die Restauratoren Sarah Vortler und Sabine Hermes bei der Retusche von Moritz von Schwinds Bild \u201eRitterliches Liebespaar\u201c von 1824 _ \u00a9 Sabine Hermes<\/span><\/div>\n<p>Aus einer antikapitalistischen und am einfachen Menschen interessierten Haltung heraus, ist Hoerle k\u00fcnstle- risch der Neuen Sachlichkeit und dem Konstruktivismus verbunden. W\u00e4h- rend die Einzelschicksale der Malerfreunde um Hoerle auch heute noch bewegen, ist sowohl sein malerisches Konzept als auch das Thema \u201eMann und Frau\u201c, das die prek\u00e4re Situation der 1930er Jahre transzendiert, existentiell und zeitlos.<\/p>\n<p>In Publikumsgespr\u00e4chen \u00fcber die Bedeutung von Kunst spielt der Maler Hoerle immer wieder eine wichtige Rolle, weshalb dem Museum auch die Pr\u00e4sentation dieses Bildes besonders am Herzen liegt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Zu den besonderen Preziosen der Sammlung geh\u00f6rt das Bild \u201eRitterliches Liebespaar\u201c, 1824, des Sp\u00e4tromantikers Moritz von Schwind. In den nordrhein-westf\u00e4lischen Museen sind seine Werke selten anzutreffen. Das Bild ist wie eine Zusammenfassung dessen, was als romantisch gilt: der aufrechte Ritter, die z\u00e4rtlich liebende Frau, die Burg auf dem Felsen.<\/p>\n<p>In Komposition und Farbigkeit orientiert sich von Schwind, ebenfalls typisch f\u00fcr die Romantik, an der Malerei der D\u00fcrerzeit. Das Gem\u00e4lde ist ein H\u00f6hepunkt der exquisiten Sammlung zur Malerei des 19. Jahrhunderts.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcnf Gem\u00e4lde der K\u00fcnstler Moritz von Schwind, Heinrich Hoerle, Asger Jorn, Ernst Wilhelm Nay und Eduard Bargheer aus der Sammlung des Von der Heydt-Museums Wuppertal sind dank einer F\u00f6rderung der Ernst-von- Siemens-Kunststiftung aufw\u00e4ndig restauriert worden. Alle Bilder befanden sich in einem nicht ausstellungsf\u00e4higen Zustand und stehen jetzt wieder f\u00fcr hausinterne Projekte oder Ausleihen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-33257","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-19 18:23:42","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33257","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33257"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33257\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33272,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33257\/revisions\/33272"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33257"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33257"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33257"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}