{"id":31844,"date":"2020-11-03T10:38:55","date_gmt":"2020-11-03T09:38:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=31844"},"modified":"2022-01-30T16:28:43","modified_gmt":"2022-01-30T15:28:43","slug":"gruener-wasserstoff-befluegelt-klimaschutz-und-volkswirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2020\/11\/03\/gruener-wasserstoff-befluegelt-klimaschutz-und-volkswirtschaft\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcner Wasserstoff befl\u00fcgelt Klimaschutz und Volkswirtschaft"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_37762\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-37762\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Fischedick_Manfred_pic6-3-1024x746.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"746\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof.\u00a0Dr.-Ing. Manfred Fischedick &#8211; \u00a9 Wuppertal Institut<\/span><\/div>\n<p>Eine neue Studie des Wuppertal Instituts und DIW Econ schafft einen \u00dcberblick \u00fcber die aktuelle Datenlage und ermittelt Wertsch\u00f6pfungs- und Besch\u00e4ftigungseffekte beider Strategien.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das Res\u00fcmee: Es trifft nicht zu, dass importierter Wasserstoff allgemein g\u00fcnstiger ist, entscheidend sind je nach Herkunftsland die tats\u00e4chlich realisierbaren Strom- und Transportkosten. Wird der gr\u00fcne Wasserstoff stattdessen im eigenen Land produziert, wird dies zudem eine positive Besch\u00e4ftigungswirkung und Wertsch\u00f6pfung entfalten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Mit der Erreichung der Klimaziele 2050 betr\u00fcge die zus\u00e4tzliche Wertsch\u00f6pfung bei einer stark auf die heimische Erzeugung ausgerichtete Strategie bis zu 30 Milliarden Euro im Jahr 2050 und es k\u00f6nnten bis zu 800.000 Arbeitspl\u00e4tze geschaffen werden.<\/p>\n<p>Die Studie zur &#8222;Bewertung der Vor- und Nachteile von Wasserstoffimporten im Vergleich zur heimischen Produktion&#8220; wurde vom Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und vom Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) in Auftrag gegeben.<\/p>\n<p>Christian Mildenberger, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des LEE NRW: &#8222;Im Energieland NRW sind die Unternehmen auf die Verf\u00fcgbarkeit von gr\u00fcnem Wasserstoff angewiesen, um ihre Produktion klimaneutral zu machen. Die Studie zeigt durch ihre Gesamtbetrachtung eindr\u00fccklich auf, dass dieser besser im eigenen Land erzeugt werden sollte. Es wird zudem klar, dass H2-Importe nicht automatisch g\u00fcnstiger sind und die Wertsch\u00f6pfungseffekte bei heimischer Produktion ein neues Wirtschaftswunder in Deutschland ausl\u00f6sen k\u00f6nnten mit Blick auf die potenziellen Arbeitspl\u00e4tze. Und die Erneuerbare-Energien-Potenziale daf\u00fcr sind da.&#8220;<\/p>\n<p>Dr. Simone Peter, Pr\u00e4sidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE): &#8222;Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie haben wir in Deutschland bisher nur beschlossen, gr\u00fcnen Wasserstoff in gro\u00dfem Stil zu konsumieren. Jetzt muss auf die Agenda, ihn auch zu produzieren! Die Bundesregierung muss die Blockaden l\u00f6sen, um die entsprechende Menge von Strom aus erneuerbaren Energien und den gr\u00fcnen Wasserstoff im eigenen Land zu erzeugen um die Wertsch\u00f6pfungseffekte f\u00fcr Deutschland m\u00f6glich zu machen anstatt sie fortzugeben.&#8220;<\/p>\n<p>Ausgangspunkt der Untersuchung ist die neue Wasserstoffstrategie der Bundesregierung, die vor allem auf den Import des viel diskutierten Energietr\u00e4gers setzt. Mit dem Import sind allerdings nicht nur hohe Unsicherheiten verbunden, auch k\u00f6nnte dies in den produzierenden L\u00e4ndern zu unerw\u00fcnschten Effekten f\u00fchren, wie einer verschleppten Energiewende, wenn nicht von Anfang an die Transformation des Energiesystems vor Ort mitgedacht wird.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Folge: Deutschland importiert gr\u00fcnen Wasserstoff, aber im Produktionsland fachen fossile Energietr\u00e4ger weiterhin den Klimawandel an. Auch besteht die Gefahr, dass wasserstoffnutzende Produktionszweige wie die Stahl- und Chemieindustrie zunehmend dahin abwandern, wo der Wasserstoff produziert wird.<\/p>\n<p>&#8222;Aktuell wird zu sehr \u00fcber die Kosten und zu wenig \u00fcber die Notwendigkeiten und positiven Effekte der heimischen Wasserstoffproduktion aus erneuerbaren Energien gesprochen. Wir brauchen sie als flexibles Speicherelement f\u00fcr die Integration von erneuerbarem Strom sowie als Grundlage f\u00fcr die Dekarbonisierung der heimischen Schwerindustrie. Dadurch bieten sich f\u00fcr Deutschland gro\u00dfe Chancen, sich als Vorreiter und Spezialist auf dem k\u00fcnftigen Weltmarkt f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff zu positionieren&#8220;, sagt Frank Merten, Co-Leiter des Forschungsbereichs Systeme und Infrastrukturen in der Abteilung Zuk\u00fcnftige Energie- und Industriesysteme am Wuppertal Institut und Projektkoordinator der Studie.<\/p>\n<p>Dr. Yann Girard, Co-Autor der Studie und Manager beim DIW Econ, betont: &#8222;Aus Klimaschutzgr\u00fcnden muss der zuk\u00fcnftig genutzte Wasserstoff ausschlie\u00dflich aus Strom aus erneuerbarer Energie gewonnen werden und damit gr\u00fcn sein. Die heimische Produktion von gr\u00fcnem Wasserstoff hat zudem ein enormes volkswirtschaftliches Potenzial mit Blick auf Wertsch\u00f6pfung und Besch\u00e4ftigung und sollte bei der Entscheidung, wie viel Wasserstoff aus dem Ausland importiert wird, nicht au\u00dfer Acht gelassen werden.&#8220;<\/p>\n<p><b>Kernergebnisse der Studie<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Im optimistischen Szenario eines heimischen Wasserstoff-Produktionsanteils von 90 Prozent sind Wertsch\u00f6pfungseffekte von bis zu maximal 30 Milliarden Euro im Jahr 2050 und mehr als 800.000 zus\u00e4tzliche Arbeitspl\u00e4tze m\u00f6glich, die im direkten und indirekten Zusammenhang mit der gr\u00fcnen Wasserstoffproduktion stehen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Gro\u00dfe Synergien ergeben sich vor allem dort, wo mit zunehmendem Einsatz fluktuierender Energietr\u00e4ger \u00dcberschussmengen in Wasserstoff umgewandelt werden. Strom aus Onshore-Windenergieanlagen erm\u00f6glichen im Vergleich zum H2-Import zudem eine konkurrenzf\u00e4hige H2-Erzeugung.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Wasserstoffimporte via Schiffstransport sind aus \u00f6konomischen Gr\u00fcnden nicht sinnvoll, da diese eine energieintensive Verfl\u00fcssigung voraussetzen. Die Kosten f\u00fcr den Transport per Schiff sind drei Mal so hoch wie beim Transport per Pipeline und rechnen sich erst ab 4.000 Kilometer Entfernung zum Produktionsland.<\/li>\n<li>Viele potenzielle Exportl\u00e4nder sind selbst stark abh\u00e4ngig von fossilen Energietr\u00e4gern. In Marokko etwa machen fossile Energietr\u00e4ger derzeit rund 90 Prozent des Prim\u00e4renergiemix aus und werden auch in 2030 noch tragende Rollen einnehmen. In solchen Regionen birgt eine stark exportorientierte Wasserstoffwirtschaft das Risiko, die Energiewende vor Ort zu verschleppen mit negativen Effekten f\u00fcr den Klimaschutz.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Studie des Wuppertal Instituts und DIW Econ bewertet Vor- und Nachtteile von Wasserstoffimporten gegen\u00fcber heimischer Erzeugung. Deutschlands Klimaschutzstrategie baut auf den Einsatz von gr\u00fcnem Wasserstoff aus erneuerbaren Energien. Doch wo soll der Wasserstoff herkommen, aus heimischer Produktion oder importiert aus dem Ausland?\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-31844","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wirtschaft"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-01 08:01:15","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31844","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31844"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31844\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48621,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31844\/revisions\/48621"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31844"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31844"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31844"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}