{"id":3120,"date":"2015-12-19T13:15:26","date_gmt":"2015-12-19T12:15:26","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2015\/12\/19\/uni-rektor-wuppertal-liebe-auf-den-zweiten-blick\/"},"modified":"2025-05-12T19:22:15","modified_gmt":"2025-05-12T17:22:15","slug":"uni-rektor-wuppertal-liebe-auf-den-zweiten-blick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2015\/12\/19\/uni-rektor-wuppertal-liebe-auf-den-zweiten-blick\/","title":{"rendered":"Uni-Rektor &#038; Wuppertal: Liebe auf den zweiten Blick"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_45349\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-45349\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/IMG_8403_a-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Lambert T. Koch &#8211; \u00a9 Dirk Sengotta<\/span><\/div>\n<p>Prof. Dr. Lambert T. Koch, mehrfach ausgezeichneter Rektor der Bergischen Universit\u00e4t, f\u00fchlt sich in seiner neuen Heimatstadt Wuppertal l\u00e4ngst zuhause. Der \u00d6konom und seine Ehefrau Carola nehmen engagiert und voller \u00dcberzeugung am gesellschaftlichen Leben teil. Als &#8222;Wuppertal-Botschafter&#8220; ist der 50j\u00e4hrige ein gefragter Ideengeber. Sein exzellenter Ruf in der deutschen Hochschul-Landschaft strahlt auch auf die Bergische Universit\u00e4t aus.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-83834\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Hand-aufs-Herz-88510200.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"66\" \/><\/p>\n<p>Und wenn es um Bildung und Bildungspolitik geht, nimmt Prof. Dr. Lambert T. Koch kein Blatt vor den Mund. Auch nicht im Interview mit Hanna Pfaff und Peter Pionke.<\/p>\n<p><strong>DS: Sie stammen aus der N\u00e4he von Darmstadt, sind in W\u00fcrzburg aufgewachsen. Inzwischen sind Sie sogar &#8222;Wuppertal &#8211; Botschafter&#8220;. Wie sehr f\u00fchlen Sie sich als Wuppertaler?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Lambert T. Koch: &#8222;Die Stadt ist mir sehr ans Herz gewachsen. Und ich verwende das W\u00f6rtchen &#8222;sehr&#8220; bewusst. Vorangegangen ist ein Prozess \u00fcber nunmehr 15 Jahre. Dabei spielt eine wichtige Rolle, dass auch meine Frau sich in Wuppertal sehr wohl f\u00fchlt, dass zwei meiner drei Kinder hier geboren wurden und wir uns mittlerweile das gesamte gesellschaftliche Leben erschlossen haben. Als Familie mit vielen Interessen und Engagements lernt man eine Stadt nat\u00fcrlich ganz anders kennen, als wenn man dort nur seinen Arbeitsplatz hat. Bei mir steht dahinter die Grund\u00fcberzeugung, dass es viel einfacher ist, ein neues Lebensumfeld sch\u00e4tzen zu lernen, wenn man sich \u00fcber den dienstlichen Kontext hinaus einbringt &#8211; mit seinen Kompetenzen und aller Leidenschaft. Das ist im doppelten Sinne positiv, einmal f\u00fcr einen selbst und dann auch, weil man der neuen Heimatstadt an der einen oder anderen Stelle etwas zur\u00fcckgeben kann. Ich bin im \u00dcbrigen gleich zu Beginn meiner beruflichen T\u00e4tigkeit in Wuppertal hierher gezogen, weil ich nicht &#8211; wie in fr\u00fcheren Stadien meines Lebens &#8211; pendeln wollte. Au\u00dferdem wollte ich so ein Vorbild f\u00fcr die Studierenden sein. Ich kann doch nicht sagen: \u201aZieht in diese sch\u00f6ne Stadt&#8216;, wohne aber selbst au\u00dferhalb.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Also war es keine Pflicht\u00fcbung f\u00fcr Sie, &#8222;Wuppertal-Botschafter&#8220; zu werden?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Nein! Ich mache das aus voller \u00dcberzeugung. Nat\u00fcrlich ist Wuppertal eine Stadt, die erst entdeckt werden will. Man muss zun\u00e4chst ein paar Vorh\u00e4nge aufziehen. Es gibt mehrere Kulissen mit Tiefenwirkung. Mit der Zeit erkennt man dann immer mehr Feinheiten und Liebenswertes an diesem Ort. Eine solche Wachstumsbeziehung hat durchaus etwas Charmantes. Ja, es gibt diese Hochglanzst\u00e4dte, in denen sich alles sofort in harmonischer Eleganz pr\u00e4sentiert. Aber das erinnert mich bisweilen an die Models in den Katalogen, die man nach dem Wegbl\u00e4ttern schon wieder vergessen hat. Es ist sicher eine ganz besondere Attraktivit\u00e4t an Wuppertal, dass man immer wieder etwas Neues, Zus\u00e4tzliches, Feinsinniges entdeckt und einem die Stadt so Schritt f\u00fcr Schritt ans Herz w\u00e4chst.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: K\u00f6nnen Sie sich eigentlich noch an Ihren ersten Besuch in Wuppertal erinnern?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Nat\u00fcrlich. Ich war 1999 zum Bewerbungsgespr\u00e4ch eingeladen und musste einen Probevortrag halten. Unter Professoren wird das salopp \u201aVorsingen&#8216; genannt. Meine Frau Carola begleitete mich nach Wuppertal. Wir waren beide noch nie hier gewesen. Wir nahmen die Ausfahrt Katernberg und fuhren die sch\u00f6ne Einfallstra\u00dfe Richtung Elberfeld hinunter. Das Wetter war gut, die Sonne schien, \u00fcberall schaute das Gr\u00fcn zwischen den H\u00e4usern durch und ich dachte mir: \u201aGar nicht so schlecht&#8216;.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Die Bergische Uni hat in der Au\u00dfenwirkung eine wesentlich h\u00f6here Strahlkraft als die Stadt Wuppertal an sich. Ist das eine Genugtuung f\u00fcr Sie?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;So w\u00fcrde ich das nicht sehen. Die Stadt Wuppertal selbst besitzt durchaus auch eine gro\u00dfe Strahlkraft, wenn ich nur die Alleinstellungsmerkmale nenne, die jeder kennt, die Schwebebahn, das Pina-Bausch-Tanztheater, Tony Craggs Skulpturenpark oder das Sinfonie-Orchester. Nat\u00fcrlich freue ich mich, dass die Universit\u00e4t in den letzten Jahren viel an Attraktivit\u00e4t gewonnen hat und ihren Teil zum Imagegewinn beitr\u00e4gt. Dieser Erfolg ist ganz \u00fcberwiegend den Menschen zu verdanken, die bei uns arbeiten. Sie vermehren die Reputation unserer Hochschule im In- und Ausland. Und das mit viel mehr Begeisterung und Wirkung als noch vor Jahren. So h\u00e4ngt die Strahlkraft u.a. mit gro\u00dfartigen internationalen Forschungsprojekten zusammen, an denen wir beteiligt sind. Beispielweise erforschen wir die genauere Herkunft von Kleinstteilchen aus dem Weltraum oder auch die Entstehung von \u201aSchwarzen L\u00f6chern&#8216;. In Peking sind wir an einem Projekt beteiligt, bei dem es um die Erforschung der Atmosph\u00e4ren-Verschmutzung und deren Auswirkungen geht. Aber auch in vielen anderen Bereichen entstehen spannende internationale Kontakte. Es macht einen stolz zu sehen, dass unsere Kompetenzen auf der ganzen Welt gefragt sind.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wuppertal &#8211; in der Welt geachtet, in Deutschland als Pleitestadt verschrien?<\/strong><br \/>\nProf Dr. Koch: &#8222;Das Bild, das in Deutschland h\u00e4ufig von Wuppertal vermittelt wird, finde ich vereinfacht gesagt ungerecht. Da kommt bei mir durchaus Emotionalit\u00e4t auf. Nat\u00fcrlich wurde in den vergangenen Jahrzehnten nicht alles richtig gemacht, nat\u00fcrlich gab es einen l\u00e4ngeren Stillstand, nat\u00fcrlich ist der Schuldenberg hoch. Doch sind die Zeiten der gro\u00dfen Skandale l\u00e4ngst vorbei und es zeigt sich schon seit einigen Jahren eine tolle Aufw\u00e4rtsentwicklung, die einfach noch nicht ausreichend wahrgenommen wird. Irgendwie klebt das alte Image wie ein Stigma an uns.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Was die Rangliste der besten Uni-Rektoren angeht, haben Sie ja offensichtlich einen Platz unter den Top 3 abonniert. Wie viel sind Ihnen diese Auszeichnungen wert?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;F\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist das so etwas wie ein motivierendes Schulterklopfen, das ich dankbar versp\u00fcre. Es hilft sehr, wenn offenbar anerkannt wird, dass ich etwas f\u00fcr die Bergische Universit\u00e4t tue, das nicht ganz falsch ist. Aber auch f\u00fcr die Uni als Institution ist es wichtig, deutschlandweit in einem positiven Zusammenhang wahrgenommen zu werden. Das knappste Gut in der heutigen Medienwelt ist bekanntlich Aufmerksamkeit.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind bereits mit 43 Jahren Rektor der Bergischen Uni geworden. Ein Vorteil oder eher eine B\u00fcrde?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Weder noch! Ohne Frage war zu der Zeit ein so junger Rektor etwas Ungew\u00f6hnliches. Bis dahin wurde man das eher am Ende seiner Karriere. Insofern geh\u00f6rte ich zu einer neuen Generation von Universit\u00e4tsleitern. Dabei spielt eine Rolle, dass die relevanten Aufgabenbereiche viel breiter geworden sind. Fr\u00fcher haben Uni-Rektoren vor allem Gru\u00dfworte gesprochen und sind sonstigen Repr\u00e4sentationsaufgaben nachgegangen. Heute ist zus\u00e4tzlich der Management-Bereich von zentraler Bedeutung. Man braucht aktuell deutlich breitere Schultern, angesichts komplexer hochschulpolitischer Herausforderungen und Risiken und der daraus resultierenden Verantwortung. Viele heute bei uns zu treffenden Entscheidungen lagen fr\u00fcher beim Ministerium. Und zuletzt hat man in Zeiten knapper Kassen auch noch die Aufgabe, an verschiedensten Fronten Mittel einzuwerben.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Stehen Ihnen als renommiertem und vielfach ausgezeichnetem \u00d6konom nicht manchmal die Haare zu Berge, wenn Sie lesen, wie in manchen St\u00e4dten und Gemeinden mit Steuergeldern umgegangen wird?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Ich nehme die Stadt Wuppertal ausdr\u00fccklich aus. Aber sonst gibt es ganz sicher Kommunen, in denen mehr Sachverstand notwendig w\u00e4re, um mit \u00f6ffentlichen Geldern sparsamer und effizienter umgehen zu k\u00f6nnen. Zugleich muss man aber fairerweise zugeben, dass es auch die B\u00fcrgermeister und K\u00e4mmerer heute schwerer haben.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Was erwarten Sie in Ihrer Funktion als Uni-Rektor vom neuen Wuppertaler Oberb\u00fcrgermeister Andreas Mucke?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Zun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich betonen, dass wir exzellent mit Peter Jung und seinem Umfeld zusammengearbeitet haben. Er hat die Bergische Universit\u00e4t unterst\u00fctzt, wo es nur ging. Da nun sein Nachfolger Andreas Mucke sogar hier studiert hat, was f\u00fcr mich ein wirklich netter Aspekt ist, gehe ich fest davon aus, dass wir die hervorragende Zusammenarbeit fortsetzen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Die Bergische Universit\u00e4t kooperiert sehr eng mit der Bergischen Wirtschaft und vielen Unternehmen im Tal, eine echte Win-Win-Situation oder zieht aus Ihrer Sicht eine Seite gr\u00f6\u00dfere Vorteile aus der Zusammenarbeit?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Das ist durchaus eine Win-Win-Situation, wobei Schwankungen normal sind. In jeder Kooperation profitiert mal der Eine mehr, mal der Andere. Aber im Schnitt gibt es nur Gewinner. Wir haben viele technologie- und wissensorientierte Mittelst\u00e4ndler in Wuppertal, die gerade auch im Bereich Forschung und Entwicklung kostenbewusst agieren m\u00fcssen. Diese Unternehmen k\u00f6nnen gerne an den bei uns vorhandenen hohen Kompetenzen partizipieren. Zugleich ist es f\u00fcr uns ein Benefit, Zugang zur Praxis zu haben &#8211; gerade dort, wo wir besonders anwendungsorientiert forschen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wo sehen Sie die Grenzen einer solchen Kooperation zwischen Universit\u00e4t und Wirtschaft?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Wir sind nat\u00fcrlich der grundgesetzlich gesicherten Freiheit von Forschung und Lehre verpflichtet. Da ist es auch meine Aufgabe als Rektor, \u00fcber deren Einhaltung zu wachen. Eine Grenze w\u00e4re beispielsweise dort erreicht, wo von au\u00dfen versucht w\u00fcrde, ganz gezielt Einfluss zu nehmen. Wenn beispielsweise Geldfl\u00fcsse daran gekoppelt w\u00e4ren, dass bei einer Studie ganz bestimmte Ergebnisse erzielt werden m\u00fcssten. Doch in diese Richtung hat es meines Wissens bislang keinerlei Versuche gegeben.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Sehen Sie es auch so wie viele Experten, dass es zu leicht ist, das Abitur zu machen und dadurch zu viele Studenten in die Universit\u00e4ten dr\u00e4ngen?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Sicher war es fr\u00fcher schwerer, ein Einserabitur zu machen. Das zeigen uns die nackten Statistiken. Auch werden heute, politisch gewollt, viel mehr junge Menschen zum Gymnasium zugelassen. Entsprechend ist auch die Zahl der Studierenden \u00fcber die vergangenen Jahre hinweg drastisch angestiegen. Dagegen kann man erst mal nichts haben. Wir ben\u00f6tigen heute mehr gute Akademiker in der Arbeitswelt &#8211; gerade in den sogenannten MINT-F\u00e4chern. Doch m\u00fcssen wir leider auch konstatieren, dass die Mathematikkennnisse bei den Studienbeginnern deutlich zur\u00fcckgegangen sind. Gleiches gilt f\u00fcr die F\u00e4higkeit, sich in der deutschen Sprache gewandt auszudr\u00fccken. Und im \u00dcbrigen muss man diejenigen Politiker, die am liebsten alle studieren s\u00e4hen, auch mal daran erinnern, dass in den Ausbildungsberufen h\u00e4nderingend gute Bewerber gesucht werden. In Berufen, die ja auch keineswegs schlecht bezahlt werden. Ich halte es f\u00fcr zentral, dass wieder genauer hingeschaut wird, f\u00fcr wen ein Universit\u00e4tsstudium geeignet ist und f\u00fcr wen sich eher eine Berufsausbildung anbietet.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie sch\u00e4tzen Sie \u00fcberhaupt das derzeitige Bildungsniveau ein?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Wie schon angedeutet, muss ich davon ausgehen k\u00f6nnen, dass Abiturienten in allen universit\u00e4ren F\u00e4chern Klausuren schreiben, die in fl\u00fcssigem Deutsch formuliert sind. Das ist ein wichtiger Indikator f\u00fcr unser Bildungsniveau. Auch darf man erwarten, dass eine gewisse Allgemeinbildung vorhanden ist. Ich meine erst einmal ganz triviale Dinge: etwa das Wissen um geopolitische Machtkonstellationen, um die Wohlstandsverteilung in der Welt, um die sozialen Verh\u00e4ltnisse in Europa oder auch die Funktionsweise unseres demokratischen Systems. Das alles muss ohne Wenn und Aber vorhanden sein. Doch leider ist da &#8211; um es vorsichtig zu sagen &#8211; das Eis relativ d\u00fcnn, wie Umfragen unter Abiturienten in ganz Deutschland belegen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Macht denn nicht auch die Politik gro\u00dfe Fehler, die jedem auf Wahlplakaten vorgaukelt, er bekomme die Chance, zu studieren?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Das Problem ist, dass wir in unserem Bildungssystem zu viel wollen und damit manchmal eher schaden als helfen. Ich meine damit die politische Forderung m\u00f6glichst jeden zum Abitur zu f\u00fchren. Zugleich sollen alle Ausbildungsg\u00e4nge immer k\u00fcrzer werden. Von der Politik wurden sogar Anreiz-Systeme installiert, die uns zwingen, die Leute f\u00f6rmlich durch das Studium zu jagen &#8211; z.B. zum Bachelor in sechs Semestern. Wenn diese Mindest-Studienzeit nicht erreicht wird, erhalten wir weniger Geld. Und obwohl nach dem Willen einiger m\u00f6glichst auch die Ungeeigneten studieren sollen, werden wir angehalten, Studienabbr\u00fcche in jedem Fall zu vermeiden. Dabei, das sei in Klammern gesagt, kann es f\u00fcr den jungen Menschen unter Umst\u00e4nden ein Segen sein, wenn er eine Fehlentscheidung rechtzeitig korrigiert und in einen anderen Bildungsgang wechselt. So verschiebt sich das Problem oft in die Arbeitswelt und es entstehen Entt\u00e4uschungen auf beiden Seiten, bei den Bewerbern und den Arbeitgebern. \u00dcbrigens, ich spreche nicht ausdr\u00fccklich von NRW, sondern es handelt sich auch hier um Fehlsteuerungen, die in ganz Deutschland an der Tagesordnung sind.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Aber sind gleiche Bildungs-Chancen nicht die gerechteste Sache der Welt?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Nat\u00fcrlich finde ich es gut, dass wir heute ein durchl\u00e4ssigeres Schul- und \u00fcberhaupt Bildungssystem haben. Ich stehe zum Beispiel voll hinter der Grundidee der Gesamtschulen, die auch denjenigen Optionen bieten, einen Durchmarsch zum Abitur zu machen, die zwar die n\u00f6tige Begabung besitzen, aber aus ihrem sozialen Umfeld heraus sonst kaum die Chance dazu h\u00e4tten. Wenn wir den Anspruch erf\u00fcllen wollen, diesen Menschen von Beginn an ein Geleit zu geben, bis sie dann hervorragend gebildet im Arbeitsmarkt ankommen, dann muss aber auch ehrlich gesagt werden: Ein solcher Weg ist wesentlich teurer. Wir m\u00fcssen wieder beginnen, im Bildungssystem nicht nur &#8222;A&#8220;, sondern auch &#8222;B&#8220; zu sagen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Von 2011 bis 2012 waren Sie geladener Experte beim &#8222;Zukunftsdialog der Kanzlerin&#8220;. Wie oft haben Sie Angela Merkel in der Zeit getroffen?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Mehrere Male und im Rahmen verschiedener Formate, so auch bei einer Veranstaltung unter Einbeziehung von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern. Dabei hat mich jedes Mal beeindruckt, wie gut die Kanzlerin zuh\u00f6ren kann und wie zielgenau und inhaltlich bestens vorbereitet sie ihre Fragen stellt. Im Sport w\u00fcrde man sagen: Sie war immer auf den Punkt fit. Die Ergebnisse dieser konstruktiven Zusammenarbeit der einbezogenen Expertinnen und Experten haben sich hinterher \u00fcbrigens in einem lesenswerten Buch niedergeschlagen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Bei der Unterst\u00fctzung von Fl\u00fcchtlingen hatte die Bergische Uni eine Vorreiterfunktion inne. Wie gro\u00df war der Einfluss, den Sie pers\u00f6nlich darauf genommen haben?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Ohne Frage, dieses Thema liegt mir sehr am Herzen. Zu unserer gro\u00dfen Freude kommen aus allen Bereichen der Universit\u00e4t eine riesengro\u00dfe Hilfsbereitschaft und unglaublich viel Engagement. Ausdr\u00fccklich auch seitens der Studierenden. Im Rektorat k\u00fcmmern wir uns vor allem darum, die vielen einzelnen Initiativen im Sinne der Fl\u00fcchtlinge zu koordinieren. Ein wichtiger Bestandteil des so entstandenen Programms ist ein kostenloses Gaststudium &#8211; ganz ohne gro\u00dfen Papierkrieg. Wir haben einfach interessierte Fl\u00fcchtlinge eingeladen und in den F\u00e4llen, in denen wir feststellen konnten, dass es eine gro\u00dfe Motivation und eine entsprechende Vorkompetenz gibt, schnell und unb\u00fcrokratisch entschieden.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Tragen eine Universit\u00e4t und ihre Studenten in einer solchen Situation eine besondere Verantwortung?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Jeder B\u00fcrger tr\u00e4gt hier eine moralische Verantwortung. Diejenigen aber, die hauptberuflich im Bildungswesen unterwegs sind, sind in besonderem Ma\u00dfe aufgerufen, diese \u00fcberdimensionale Integrationsaufgabe mit anzugehen. Bildung ist nun mal einer der Hauptansatzpunkte f\u00fcr eine Integration der Fl\u00fcchtlinge in unsere Gesellschaft.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Glauben Sie, dass auch die Bergische Uni letztlich vom Fl\u00fcchtlingsstrom profitieren k\u00f6nnte? Viele der ankommenden Fl\u00fcchtlinge haben ja einen hohen Bildungsstand?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Das ist im Moment nur eine Vermutung und steht als Frage angesichts der akuten Not weniger im Vordergrund. Grunds\u00e4tzlich gibt es Argumente, die daf\u00fcr sprechen, doch das wird die Zukunft zeigen. In jedem Fall kommen interessante junge Leute, von denen vielleicht der eine oder die andere an unserer Universit\u00e4t ihren Weg machen wird.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie sehen Sie die Zukunft der Bergischen Universit\u00e4t?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Wir haben das Ziel, dass unsere Absolventen hinterher sagen: \u201aDas war genau das Richtige f\u00fcr mich und obendrein hat es Spa\u00df gemacht, wozu auch der Standort Wuppertal beigetragen hat. F\u00fcr dieses Ziel arbeiten wir. Au\u00dferdem wollen wir immer noch forschungsst\u00e4rker werden. Demensprechend haben wir uns aufgestellt, auch und gerade, was die Auswahl unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler angeht.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wird die Bergische Uni Ihre Endstation als Uni-Rektor sein oder tr\u00e4umen Sie noch davon, noch einmal eine andere Universit\u00e4t zu f\u00fchren?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch (lachend): &#8222;So langfristig denke ich mit Blick auf meine Person nicht.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Als Uni-Rektor hat man auch sehr viele repr\u00e4sentative Aufgaben. Wie verbringen Sie eigentlich Ihre wenige Freizeit?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Ich mache Musik, spiele Klavier und bin Aushilfs-Organist in der Gemeinde St. Michael. Zudem treibe ich sehr gern Sport und halte mich z.B. durch Laufen fit. Ferner reise ich gerne, vor allem mit der Familie.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Bleiben Sie nach Ihrem Karriere-Ende Wuppertal erhalten oder zieht es Sie dann wieder in Ihre Heimat nach Hering bei Darmstadt?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Koch: &#8222;Mein eigentliches Zuhause war ja W\u00fcrzburg. Jetzt habe ich mit Wuppertal eine zweite Heimat gefunden. Nach so vielen Jahren ist es normal, dass die Erinnerungen an die fr\u00fchere Zeit etwas verblassen. Es gibt neue Bilder, die in den Vordergrund treten. Mein sympathisches Wuppertal-Bild tr\u00e4gt, wie schon gesagt, dazu bei, dass ich derzeit keine Gedanken an eine R\u00fcckkehr nach S\u00fcddeutschland verschwende.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Lambert T. Koch, mehrfach ausgezeichneter Rektor der Bergischen Universit\u00e4t, f\u00fchlt sich in seiner neuen Heimatstadt Wuppertal l\u00e4ngst zuhause. Der \u00d6konom und seine Ehefrau Carola nehmen engagiert und voller \u00dcberzeugung am gesellschaftlichen Leben teil. Als \u201eWuppertal-Botschafter\u201c ist der 50j\u00e4hrige ein gefragter Ideengeber. Sein exzellenter Ruf in der deutschen Hochschul-Landschaft strahlt auch auf die Bergische Universit\u00e4t aus. Und wenn es um Bildung und Bildungspolitik geht, nimmt Prof. Dr. Lambert T. Koch kein Blatt vor den Mund. Auch nicht im Interview mit Hanna Pfaff und Peter Pionke.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Sie stammen aus der N\u00e4he von Darmstadt, sind in W\u00fcrzburg aufgewachsen. Inzwischen sind Sie sogar \u201eWuppertal &#8211; Botschafter\u201c. Wie sehr f\u00fchlen Sie sich als Wuppertaler?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Lambert T. Koch: \u201eDie Stadt ist mir sehr ans Herz gewachsen. Und ich verwende das W\u00f6rtchen \u201esehr\u201c bewusst. Vorangegangen ist ein Prozess \u00fcber nunmehr 15 Jahre. Dabei spielt eine wichtige Rolle, dass auch meine Frau sich in Wuppertal sehr wohl f\u00fchlt, dass zwei meiner drei Kinder hier geboren wurden und wir uns mittlerweile das gesamte gesellschaftliche Leben erschlossen haben. Als Familie mit vielen Interessen und Engagements lernt man eine Stadt nat\u00fcrlich ganz anders kennen, als wenn man dort nur seinen Arbeitsplatz hat. Bei mir steht dahinter die Grund\u00fcberzeugung, dass es viel einfacher ist, ein neues Lebensumfeld sch\u00e4tzen zu lernen, wenn man sich \u00fcber den dienstlichen Kontext hinaus einbringt \u2013 mit seinen Kompetenzen und aller Leidenschaft. Das ist im doppelten Sinne positiv, einmal f\u00fcr einen selbst und dann auch, weil man der neuen Heimatstadt an der einen oder anderen Stelle etwas zur\u00fcckgeben kann. Ich bin im \u00dcbrigen gleich zu Beginn meiner beruflichen T\u00e4tigkeit in Wuppertal hierher gezogen, weil ich nicht \u2013 wie in fr\u00fcheren Stadien meines Lebens \u2013 pendeln wollte. Au\u00dferdem wollte ich so ein Vorbild f\u00fcr die Studierenden sein. Ich kann doch nicht sagen: \u201aZieht in diese sch\u00f6ne Stadt\u2018, wohne aber selbst au\u00dferhalb.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Also war es keine Pflicht\u00fcbung f\u00fcr Sie, \u201eWuppertal-Botschafter\u201c zu werden?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eNein! Ich mache das aus voller \u00dcberzeugung. Nat\u00fcrlich ist Wuppertal eine Stadt, die erst entdeckt werden will. Man muss zun\u00e4chst ein paar Vorh\u00e4nge aufziehen. Es gibt mehrere Kulissen mit Tiefenwirkung. Mit der Zeit erkennt man dann immer mehr Feinheiten und Liebenswertes an diesem Ort. Eine solche Wachstumsbeziehung hat durchaus etwas Charmantes. Ja, es gibt diese Hochglanzst\u00e4dte, in denen sich alles sofort in harmonischer Eleganz pr\u00e4sentiert. Aber das erinnert mich bisweilen an die Models in den Katalogen, die man nach dem Wegbl\u00e4ttern schon wieder vergessen hat. Es ist sicher eine ganz besondere Attraktivit\u00e4t an Wuppertal, dass man immer wieder etwas Neues, Zus\u00e4tzliches, Feinsinniges entdeckt und einem die Stadt so Schritt f\u00fcr Schritt ans Herz w\u00e4chst.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: K\u00f6nnen Sie sich eigentlich noch an Ihren ersten Besuch in Wuppertal erinnern?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eNat\u00fcrlich. Ich war 1999 zum Bewerbungsgespr\u00e4ch eingeladen und musste einen Probevortrag halten. Unter Professoren wird das salopp \u201aVorsingen\u2018 genannt. Meine Frau Carola begleitete mich nach Wuppertal. Wir waren beide noch nie hier gewesen. Wir nahmen die Ausfahrt Katernberg und fuhren die sch\u00f6ne Einfallstra\u00dfe Richtung Elberfeld hinunter. Das Wetter war gut, die Sonne schien, \u00fcberall schaute das Gr\u00fcn zwischen den H\u00e4usern durch und ich dachte mir: \u201aGar nicht so schlecht\u2018.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Die Bergische Uni hat in der Au\u00dfenwirkung eine wesentlich h\u00f6here Strahlkraft als die Stadt Wuppertal an sich. Ist das eine Genugtuung f\u00fcr Sie?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eSo w\u00fcrde ich das nicht sehen. Die Stadt Wuppertal selbst besitzt durchaus auch eine gro\u00dfe Strahlkraft, wenn ich nur die Alleinstellungsmerkmale nenne, die jeder kennt, die Schwebebahn, das Pina-Bausch-Tanztheater, Tony Craggs Skulpturenpark oder das Sinfonie-Orchester. Nat\u00fcrlich freue ich mich, dass die Universit\u00e4t in den letzten Jahren viel an Attraktivit\u00e4t gewonnen hat und ihren Teil zum Imagegewinn beitr\u00e4gt. Dieser Erfolg ist ganz \u00fcberwiegend den Menschen zu verdanken, die bei uns arbeiten. Sie vermehren die Reputation unserer Hochschule im In- und Ausland. Und das mit viel mehr Begeisterung und Wirkung als noch vor Jahren. So h\u00e4ngt die Strahlkraft u.a. mit gro\u00dfartigen internationalen Forschungsprojekten zusammen, an denen wir beteiligt sind. Beispielweise erforschen wir die genauere Herkunft von Kleinstteilchen aus dem Weltraum oder auch die Entstehung von \u201aSchwarzen L\u00f6chern\u2018. In Peking sind wir an einem Projekt beteiligt, bei dem es um die Erforschung der Atmosph\u00e4ren-Verschmutzung und deren Auswirkungen geht. Aber auch in vielen anderen Bereichen entstehen spannende internationale Kontakte. Es macht einen stolz zu sehen, dass unsere Kompetenzen auf der ganzen Welt gefragt sind.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Wuppertal \u2013 in der Welt geachtet, in Deutschland als Pleitestadt verschrien?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof Dr. Koch: \u201eDas Bild, das in Deutschland h\u00e4ufig von Wuppertal vermittelt wird, finde ich vereinfacht gesagt ungerecht. Da kommt bei mir durchaus Emotionalit\u00e4t auf. Nat\u00fcrlich wurde in den vergangenen Jahrzehnten nicht alles richtig gemacht, nat\u00fcrlich gab es einen l\u00e4ngeren Stillstand, nat\u00fcrlich ist der Schuldenberg hoch. Doch sind die Zeiten der gro\u00dfen Skandale l\u00e4ngst vorbei und es zeigt sich schon seit einigen Jahren eine tolle Aufw\u00e4rtsentwicklung, die einfach noch nicht ausreichend wahrgenommen wird. Irgendwie klebt das alte Image wie ein Stigma an uns.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Was die Rangliste der besten Uni-Rektoren angeht, haben Sie ja offensichtlich einen Platz unter den Top 3 abonniert. Wie viel sind Ihnen diese Auszeichnungen wert?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eF\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist das so etwas wie ein motivierendes Schulterklopfen, das ich dankbar versp\u00fcre. Es hilft sehr, wenn offenbar anerkannt wird, dass ich etwas f\u00fcr die Bergische Universit\u00e4t tue, das nicht ganz falsch ist. Aber auch f\u00fcr die Uni als Institution ist es wichtig, deutschlandweit in einem positiven Zusammenhang wahrgenommen zu werden. Das knappste Gut in der heutigen Medienwelt ist bekanntlich Aufmerksamkeit.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Sie sind bereits mit 43 Jahren Rektor der Bergischen Uni geworden. Ein Vorteil oder eher eine B\u00fcrde?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eWeder noch! Ohne Frage war zu der Zeit ein so junger Rektor etwas Ungew\u00f6hnliches. Bis dahin wurde man das eher am Ende seiner Karriere. Insofern geh\u00f6rte ich zu einer neuen Generation von Universit\u00e4tsleitern. Dabei spielt eine Rolle, dass die relevanten Aufgabenbereiche viel breiter geworden sind. Fr\u00fcher haben Uni-Rektoren vor allem Gru\u00dfworte gesprochen und sind sonstigen Repr\u00e4sentationsaufgaben nachgegangen. Heute ist zus\u00e4tzlich der Management-Bereich von zentraler Bedeutung. Man braucht aktuell deutlich breitere Schultern, angesichts komplexer hochschulpolitischer Herausforderungen und Risiken und der daraus resultierenden Verantwortung. Viele heute bei uns zu treffenden Entscheidungen lagen fr\u00fcher beim Ministerium. Und zuletzt hat man in Zeiten knapper Kassen auch noch die Aufgabe, an verschiedensten Fronten Mittel einzuwerben.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Stehen Ihnen als renommiertem und vielfach ausgezeichnetem \u00d6konom nicht manchmal die Haare zu Berge, wenn Sie lesen, wie in manchen St\u00e4dten und Gemeinden mit Steuergeldern umgegangen wird?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eIch nehme die Stadt Wuppertal ausdr\u00fccklich aus. Aber sonst gibt es ganz sicher Kommunen, in denen mehr Sachverstand notwendig w\u00e4re, um mit \u00f6ffentlichen Geldern sparsamer und effizienter umgehen zu k\u00f6nnen. Zugleich muss man aber fairerweise zugeben, dass es auch die B\u00fcrgermeister und K\u00e4mmerer heute schwerer haben.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Was erwarten Sie in Ihrer Funktion als Uni-Rektor vom neuen Wuppertaler Oberb\u00fcrgermeister Andreas Mucke?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eZun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich betonen, dass wir exzellent mit Peter Jung und seinem Umfeld zusammengearbeitet haben. Er hat die Bergische Universit\u00e4t unterst\u00fctzt, wo es nur ging. Da nun sein Nachfolger Andreas Mucke sogar hier studiert hat, was f\u00fcr mich ein wirklich netter Aspekt ist, gehe ich fest davon aus, dass wir die hervorragende Zusammenarbeit fortsetzen k\u00f6nnen.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Die Bergische Universit\u00e4t kooperiert sehr eng mit der Bergischen Wirtschaft und vielen Unternehmen im Tal, eine echte Win-Win-Situation oder zieht aus Ihrer Sicht eine Seite gr\u00f6\u00dfere Vorteile aus der Zusammenarbeit?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eDas ist durchaus eine Win-Win-Situation, wobei Schwankungen normal sind. In jeder Kooperation profitiert mal der Eine mehr, mal der Andere. Aber im Schnitt gibt es nur Gewinner. Wir haben viele technologie- und wissensorientierte Mittelst\u00e4ndler in Wuppertal, die gerade auch im Bereich Forschung und Entwicklung kostenbewusst agieren m\u00fcssen. Diese Unternehmen k\u00f6nnen gerne an den bei uns vorhandenen hohen Kompetenzen partizipieren. Zugleich ist es f\u00fcr uns ein Benefit, Zugang zur Praxis zu haben \u2013 gerade dort, wo wir besonders anwendungsorientiert forschen.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Wo sehen Sie die Grenzen einer solchen Kooperation zwischen Universit\u00e4t und Wirtschaft?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eWir sind nat\u00fcrlich der grundgesetzlich gesicherten Freiheit von Forschung und Lehre verpflichtet. Da ist es auch meine Aufgabe als Rektor, \u00fcber deren Einhaltung zu wachen. Eine Grenze w\u00e4re beispielsweise dort erreicht, wo von au\u00dfen versucht w\u00fcrde, ganz gezielt Einfluss zu nehmen. Wenn beispielsweise Geldfl\u00fcsse daran gekoppelt w\u00e4ren, dass bei einer Studie ganz bestimmte Ergebnisse erzielt werden m\u00fcssten. Doch in diese Richtung hat es meines Wissens bislang keinerlei Versuche gegeben.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Sehen Sie es auch so wie viele Experten, dass es zu leicht ist, das Abitur zu machen und dadurch zu viele Studenten in die Universit\u00e4ten dr\u00e4ngen?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eSicher war es fr\u00fcher schwerer, ein Einserabitur zu machen. Das zeigen uns die nackten Statistiken. Auch werden heute, politisch gewollt, viel mehr junge Menschen zum Gymnasium zugelassen. Entsprechend ist auch die Zahl der Studierenden \u00fcber die vergangenen Jahre hinweg drastisch angestiegen. Dagegen kann man erst mal nichts haben. Wir ben\u00f6tigen heute mehr gute Akademiker in der Arbeitswelt \u2013 gerade in den sogenannten MINT-F\u00e4chern. Doch m\u00fcssen wir leider auch konstatieren, dass die Mathematikkennnisse bei den Studienbeginnern deutlich zur\u00fcckgegangen sind. Gleiches gilt f\u00fcr die F\u00e4higkeit, sich in der deutschen Sprache gewandt auszudr\u00fccken. Und im \u00dcbrigen muss man diejenigen Politiker, die am liebsten alle studieren s\u00e4hen, auch mal daran erinnern, dass in den Ausbildungsberufen h\u00e4nderingend gute Bewerber gesucht werden. In Berufen, die ja auch keineswegs schlecht bezahlt werden. Ich halte es f\u00fcr zentral, dass wieder genauer hingeschaut wird, f\u00fcr wen ein Universit\u00e4tsstudium geeignet ist und f\u00fcr wen sich eher eine Berufsausbildung anbietet.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Wie sch\u00e4tzen Sie \u00fcberhaupt das derzeitige Bildungsniveau ein?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eWie schon angedeutet, muss ich davon ausgehen k\u00f6nnen, dass Abiturienten in allen universit\u00e4ren F\u00e4chern Klausuren schreiben, die in fl\u00fcssigem Deutsch formuliert sind. Das ist ein wichtiger Indikator f\u00fcr unser Bildungsniveau. Auch darf man erwarten, dass eine gewisse Allgemeinbildung vorhanden ist. Ich meine erst einmal ganz triviale Dinge: etwa das Wissen um geopolitische Machtkonstellationen, um die Wohlstandsverteilung in der Welt, um die sozialen Verh\u00e4ltnisse in Europa oder auch die Funktionsweise unseres demokratischen Systems. Das alles muss ohne Wenn und Aber vorhanden sein. Doch leider ist da \u2013 um es vorsichtig zu sagen \u2013 das Eis relativ d\u00fcnn, wie Umfragen unter Abiturienten in ganz Deutschland belegen.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Macht denn nicht auch die Politik gro\u00dfe Fehler, die jedem auf Wahlplakaten vorgaukelt, er bekomme die Chance, zu studieren?\u00a0 <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eDas Problem ist, dass wir in unserem Bildungssystem zu viel wollen und damit manchmal eher schaden als helfen. Ich meine damit die politische Forderung m\u00f6glichst jeden zum Abitur zu f\u00fchren. Zugleich sollen alle Ausbildungsg\u00e4nge immer k\u00fcrzer werden. Von der Politik wurden sogar Anreiz-Systeme installiert, die uns zwingen, die Leute f\u00f6rmlich durch das Studium zu jagen &#8211; z.B. zum Bachelor in sechs Semestern. Wenn diese Mindest-Studienzeit nicht erreicht wird, erhalten wir weniger Geld. Und obwohl nach dem Willen einiger m\u00f6glichst auch die Ungeeigneten studieren sollen, werden wir angehalten, Studienabbr\u00fcche in jedem Fall zu vermeiden. Dabei, das sei in Klammern gesagt, kann es f\u00fcr den jungen Menschen unter Umst\u00e4nden ein Segen sein, wenn er eine Fehlentscheidung rechtzeitig korrigiert und in einen anderen Bildungsgang wechselt. So verschiebt sich das Problem oft in die Arbeitswelt und es entstehen Entt\u00e4uschungen auf beiden Seiten, bei den Bewerbern und den Arbeitgebern. \u00dcbrigens, ich spreche nicht ausdr\u00fccklich von NRW, sondern es handelt sich auch hier um Fehlsteuerungen, die in ganz Deutschland an der Tagesordnung sind.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Aber sind gleiche Bildungs-Chancen nicht die gerechteste Sache der Welt? <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eNat\u00fcrlich finde ich es gut, dass wir heute ein durchl\u00e4ssigeres Schul- und \u00fcberhaupt Bildungssystem haben. Ich stehe zum Beispiel voll hinter der Grundidee der Gesamtschulen, die auch denjenigen Optionen bieten, einen Durchmarsch zum Abitur zu machen, die zwar die n\u00f6tige Begabung besitzen, aber aus ihrem sozialen Umfeld heraus sonst kaum die Chance dazu h\u00e4tten. Wenn wir den Anspruch erf\u00fcllen wollen, diesen Menschen von Beginn an ein Geleit zu geben, bis sie dann hervorragend gebildet im Arbeitsmarkt ankommen, dann muss aber auch ehrlich gesagt werden: Ein solcher Weg ist wesentlich teurer. Wir m\u00fcssen wieder beginnen, im Bildungssystem nicht nur \u201eA\u201c, sondern auch \u201eB\u201c zu sagen.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Von 2011 bis 2012 waren Sie geladener Experte beim \u201eZukunftsdialog der Kanzlerin\u201c. Wie oft haben Sie Angela Merkel in der Zeit getroffen?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: #00000a;\">Prof. Dr. Koch: \u201eMehrere Male und im Rahmen verschiedener Formate, so auch bei einer Veranstaltung unter Einbeziehung von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern. Dabei hat mich jedes Mal beeindruckt, wie gut die Kanzlerin zuh\u00f6ren kann und wie zielgenau und inhaltlich bestens vorbereitet sie ihre Fragen stellt. Im Sport w\u00fcrde man sagen: Sie war immer auf den Punkt fit. Die Ergebnisse dieser konstruktiven Zusammenarbeit der einbezogenen Expertinnen und Experten haben sich hinterher \u00fcbrigens in einem lesenswerten Buch niedergeschlagen.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Bei der Unterst\u00fctzung von Fl\u00fcchtlingen hatte die Bergische Uni eine Vorreiterfunktion inne. Wie gro\u00df war der Einfluss, den Sie pers\u00f6nlich darauf genommen haben?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: #00000a;\">Prof. Dr. Koch: \u201eOhne Frage, dieses Thema liegt mir sehr am Herzen. Zu unserer gro\u00dfen Freude kommen aus allen Bereichen der Universit\u00e4t eine riesengro\u00dfe Hilfsbereitschaft und unglaublich viel Engagement. Ausdr\u00fccklich auch seitens der Studierenden. Im Rektorat k\u00fcmmern wir uns vor allem darum, die vielen einzelnen Initiativen im Sinne der Fl\u00fcchtlinge zu koordinieren. Ein wichtiger Bestandteil des so entstandenen Programms ist ein kostenloses Gaststudium \u2013 ganz ohne gro\u00dfen Papierkrieg. Wir haben einfach interessierte Fl\u00fcchtlinge eingeladen und in den F\u00e4llen, in denen wir feststellen konnten, dass es eine gro\u00dfe Motivation und eine entsprechende Vorkompetenz gibt, schnell und unb\u00fcrokratisch entschieden.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Tragen eine Universit\u00e4t und ihre Studenten in einer solchen Situation eine besondere Verantwortung?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eJeder B\u00fcrger tr\u00e4gt hier eine moralische Verantwortung. Diejenigen aber, die hauptberuflich im Bildungswesen unterwegs sind, sind in besonderem Ma\u00dfe aufgerufen, diese \u00fcberdimensionale Integrationsaufgabe mit anzugehen. Bildung ist nun mal einer der Hauptansatzpunkte f\u00fcr eine Integration der Fl\u00fcchtlinge in unsere Gesellschaft.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Glauben Sie, dass auch die Bergische Uni letztlich vom Fl\u00fcchtlingsstrom profitieren k\u00f6nnte? Viele der ankommenden Fl\u00fcchtlinge haben ja einen hohen Bildungsstand?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eDas ist im Moment nur eine Vermutung und steht als Frage angesichts der akuten Not weniger im Vordergrund. Grunds\u00e4tzlich gibt es Argumente, die daf\u00fcr sprechen, doch das wird die Zukunft zeigen. In jedem Fall kommen interessante junge Leute, von denen vielleicht der eine oder die andere an unserer Universit\u00e4t ihren Weg machen wird.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Wie sehen Sie die Zukunft der Bergischen Universit\u00e4t?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: #00000a;\">Prof. Dr. Koch: \u201eWir haben das Ziel, dass unsere Absolventen hinterher sagen: \u201aDas war genau das Richtige f\u00fcr mich und obendrein hat es Spa\u00df gemacht, wozu auch der Standort Wuppertal beigetragen hat. F\u00fcr dieses Ziel arbeiten wir. Au\u00dferdem wollen wir immer noch forschungsst\u00e4rker werden. Demensprechend haben wir uns aufgestellt, auch und gerade, was die Auswahl unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler angeht.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Wird die Bergische Uni Ihre Endstation als Uni-Rektor sein oder tr\u00e4umen Sie noch davon, <a name=\"_GoBack\"><\/a>noch einmal eine andere Universit\u00e4t zu f\u00fchren?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: #00000a;\">Prof. Dr. Koch (lachend): \u201eSo langfristig denke ich mit Blick auf meine Person nicht.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Als Uni-Rektor hat man auch sehr viele repr\u00e4sentative Aufgaben. Wie verbringen Sie eigentlich Ihre wenige Freizeit?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eIch mache Musik, spiele Klavier und bin Aushilfs-Organist in der Gemeinde St. Michael. Zudem treibe ich sehr gern Sport und halte mich z.B. durch Laufen fit. Ferner reise ich gerne, vor allem mit der Familie.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Bleiben Sie nach Ihrem Karriere-Ende Wuppertal erhalten oder zieht es Sie dann wieder in Ihre Heimat nach Hering bei Darmstadt?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%;\">Prof. Dr. Koch: \u201eMein eigentliches Zuhause war ja W\u00fcrzburg. Jetzt habe ich mit Wuppertal eine zweite Heimat gefunden. Nach so vielen Jahren ist es normal, dass die Erinnerungen an die fr\u00fchere Zeit etwas verblassen. Es gibt neue Bilder, die in den Vordergrund treten. Mein sympathisches Wuppertal-Bild tr\u00e4gt, wie schon gesagt, dazu bei, dass ich derzeit keine Gedanken an eine R\u00fcckkehr nach S\u00fcddeutschland verschwende.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 107%; color: red;\">DS: Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. Dr. Lambert T. Koch: Zwischen ihm und Wuppertal hat es\u00a0nicht gleich gefunkt. Es war eher eine Liebe auf den zweiten oder dritten Blick. 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