{"id":30619,"date":"2020-09-10T09:00:42","date_gmt":"2020-09-10T07:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=30619"},"modified":"2022-01-30T12:13:28","modified_gmt":"2022-01-30T11:13:28","slug":"ob-kandidat-marcel-hafke-entscheidend-is-aufm-platz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2020\/09\/10\/ob-kandidat-marcel-hafke-entscheidend-is-aufm-platz\/","title":{"rendered":"OB-Wahl &#8211; Marcel Hafke: Entscheidend is auf\u2018m Platz!"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_48360\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-48360\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/marcelhafke5790-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Geht als FDP-Kandidat in die OB-Wahl: Marcel Hafke &#8211; \u00a9 fdp.fraktion.nrw<\/span><\/div>\n<p>Marcel Hafke wurde zwar in Bramsche (Kreis Osnabr\u00fcck) geboren, zog aber mit seinen Eltern schon als Kind nach Wuppertal. Hier auf dem Carl-Fuhlrott-Gymnasium machte er sein Abitur. Die n\u00e4chsten Schritte: Von 2001 bis 2004 Ausbildung zum Versicherungskaufmann bei der DEVK. Anschlie\u00dfend Studium Versicherungswesen an der Fach-Hochschule K\u00f6ln mit Abschluss Diplom-Kaufmann. 2008 \u00fcbernahm Marcel Hafke die Versicherungsagentur seines Vaters.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Seine politischen Karriere begann er bei den Jungen Liberalen, der Nachwuchs-Organisation der FDP. Zeitweise war Marcel Hafke sogar stellvertretender NRW-Landesvorsitzender.<\/p>\n<p>Sechs M\u00e4nner und eine Frau treten jetzt bei der OB-Wahl gegeneinander an. Der FDP-Profi ist mit 38 Jahren der j\u00fcngste.\u00a0Wie seine Konkurrenten, Amtsinhaber Andreas Mucke (SPD), Prof. Dr. Uwe Schneidewind (CDU\/Die Gr\u00fcnen), Panagiotis Paschalis (parteilos), Bernhard Sander (Die Linke), Henrik Dahlmann (WfW\/FW) und Mira Lehner (Die Partei), mu\u00df sich Marcel Hafke in Zeiten von Corona auf einen v\u00f6llig anderen Wahlkampf einstellen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Tatkr\u00e4ftige Unterst\u00fctzung erh\u00e4lt beim &#8222;Stimmenfang&#8220; von einem engagierten Team, zu dem u.a. auch die bekannte Wuppertaler Bestattungs-Unternehmerin, Funktion\u00e4rin<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>und erfolgreiche Ex-Leichtathletin Barbara Neusel-Munkenbeck geh\u00f6rt, die als FDP-Frau auch f\u00fcr den Stadtrat kandidiert.<\/p>\n<p>Der STADTZEITUNG hat der FDP-Landespolitiker Marcel Hafke ein ausf\u00fchrliches Interview gegeben.<\/p>\n<p><b>DS: Gab es da ein bestimmtes Schl\u00fcsselerlebnis, das zur Entscheidung gef\u00fchrt hat, bei<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>der OB-Wahl zu kandidieren?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Als Wuppertaler liegt mir die Stadt schon immer am Herzen. Als B\u00fcrger, Familienvater und auch als Politiker verfolge ich daher stets aufmerksam das politische Geschehen vor Ort. Als zu Jahresbeginn immer deutlicher wurde, dass das Kandidatenfeld, neben Amtsinhaber Andreas Mucke, ausschlie\u00dflich aus Vertretern des linken Spektrums bestehen w\u00fcrde, habe ich mich ganz bewusst f\u00fcr eine Kandidatur entschieden. Als Kandidat aus der b\u00fcrgerlichen Mitte reiche ich allen die Hand, die jenseits von Parteib\u00fcchern pragmatische und mutige L\u00f6sungen f\u00fcr unsere Stadt suchen wollen.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Treten Sie trotz Andreas Mucke oder wegen Andreas Mucke bei der OB-Wahl an?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Es l\u00e4ge mir fern, meine Kandidatur an Andreas Mucke festzumachen, den ich pers\u00f6nlich sehr sch\u00e4tze. Wir verstehen uns gut. Ich trete an, weil ich glaube, dass die kommenden f\u00fcnf Jahre f\u00fcr die Entwicklung Wuppertals entscheidend sein werden. Trotz jahrzehntelanger Amtsf\u00fchrung ist es weder CDU noch SPD gelungen, eine echte Idee f\u00fcr die Zukunft der Stadt zu entwickeln und die Menschen mitzunehmen. Stattdessen wird der Status quo verwaltet \u2013 eine Haltung, die im Vergleich mit den St\u00e4dten und Regionen in der Umgebung, in NRW, aber auch bundesweit letztlich R\u00fcckschritt bedeutet.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Wie gro\u00df sch\u00e4tzen Sie Ihre Chance ein?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Ich kandidiere ohne ein breites Parteienb\u00fcndnis im R\u00fccken. Was wie auf den ersten Blick nachteilig wirken mag, ist \u2013 das zeigen die vergangenen Wochen im Wahlkampf \u2013 vielmehr ein Vorteil: Statt, wie etwa der gr\u00fcne Kandidat Uwe Schneidewind, bereits vor der Wahl teils unm\u00f6gliche Turn\u00fcbungen zwischen unterschiedlichen Lagern machen zu m\u00fcssen, kann ich den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern ein eindeutiges Angebot mit klarer Linie machen. Die Stimmung ist gut, ich glaube fest an die Chance, in die Stichwahl einzuziehen. Daf\u00fcr gebe ich alles.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Sie sitzen f\u00fcr Ihre Partei FDP im NRW-Landtag und machen Landespolitik, was reizt Sie daran, Oberb\u00fcrgermeister einer Gro\u00dfstadt wie Wuppertal zu werden?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Wuppertal ist f\u00fcr mich Heimat und Herzensangelegenheit. Die M\u00f6glichkeit, gemeinsam mit den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern einen echten Neustart f\u00fcr unsere Stadt anzugehen, ist doch einmalig, ich brenne daf\u00fcr. Und: Mein lange Erfahrung in der Landespolitik \u00f6ffnet T\u00fcren und Perspektiven auch und gerade f\u00fcr Wuppertal. Kitas, Digitalisierung, Schulen, Bauen \u2013 bei so vielen Themen m\u00fcssen Land und Kommune zusammenwirken. Dieses Bindeglied kann und m\u00f6chte ich f\u00fcr Wuppertal sein.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>DS: Durch die Coronakrise handelt es sich ja zum gro\u00dfen Teil um einen reinen Online-Wahlkampf, der m\u00f6glicherweise am Ende durch eine Briefwahl entschieden wird &#8211; sehen Sie das als Vorteil oder als Nachteil?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Ja, das ist richtig. Die Online-Pr\u00e4senz ist durch die Corona-Krise noch wichtiger geworden. Als j\u00fcngster Kandidat im Bewerberrennen und mit einem tollen Team f\u00fchle ich mich dabei gut aufgestellt, sowohl auf meiner Homepage als auch in den sozialen Medien. Allerdings zeigt die aktuelle Situation auch: Der pers\u00f6nliche Austausch ist nicht zu ersetzen. Ganz viele Vereine, Institutionen und Verb\u00e4nde haben dann auch mit viel Aufwand und ehrenamtlichem Engagement Veranstaltungen auf die Beine gestellt, die viel Spa\u00df machen, Diskussion erm\u00f6glichen und dabei alle geltenden Regeln einhalten. Toll, zu sehen, wie aufmerksam die Menschen in Wuppertal den Wahlkampf verfolgen.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Wie w\u00fcrden Sie Ihr Verh\u00e4ltnis zu Amtsinhaber Andreas Mucke beschreiben?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Andreas und ich sind per du, wir verstehen uns sehr gut. Ich halte das gerade auf kommunaler Ebene f\u00fcr eine Grundvoraussetzung, Politik f\u00fcr die Stadt zu machen. Denn letztendlich geht es darum \u2013 Verantwortung f\u00fcr Wuppertal zum Wohle Wuppertals zu \u00fcbernehmen.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>DS: Wie sch\u00e4tzen Sie &#8211; losgel\u00f6st von Amtsinhaber Andreas Mucke &#8211; Ihre Mitkonkurrenten ein?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Ich sch\u00e4tze den respektvollen Umgang, der den Wahlkampf bislang pr\u00e4gt. Was mir jedoch bisweilen fehlt, sind konkrete Vorschl\u00e4ge, wie die anderen Kandidaten Wuppertal tats\u00e4chlich entwickeln wollen. Nur gegen etwas zu sein, hat noch keinem geholfen. Herr Schneidewind hat sich durch sein akademisches Wirken in der Wissenschaft gro\u00dfe Anerkennung verdient \u2013 allerdings stelle ich mit Blick auf das schwarz-gr\u00fcne B\u00fcndnis eine gro\u00dfe Unwucht fest, denn der Wahlkampf ist f\u00fcr mich \u00fcberwiegend gr\u00fcn gepr\u00e4gt. Wuppertal ist aber kein Freiluftlabor f\u00fcr gr\u00fcne Lieblingsthemen, wie etwa eine undurchdachte Umweltspur auf der B7. Die Menschen wollen L\u00f6sungen, die allen gerecht werden.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Wen halten Sie f\u00fcr den st\u00e4rksten Konkurrenten?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Ich versuche, mich weniger an den politischen Mitbewerbern abzuarbeiten und vielmehr alle M\u00f6glichkeiten zu nutzen, um den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern meine Ideen f\u00fcr Wuppertals Zukunft n\u00e4herzubringen. Andreas Mucke und Uwe Schneidewind haben den Amtsbonus bzw. ein breites Parteienb\u00fcndnis als Pfund. \u201aEntscheidend is auf\u2018m Platz\u2018 \u2013 in dem Falle in der Wahlarena. Und da ist jeder gut beraten, auf sich zu schauen.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Ist Andreas Mucke, der ja kraft seines Amtes in Coronazeiten allgegenw\u00e4rtig ist und als Krisen-Manager gl\u00e4nzen kann, aus Ihrer Sicht \u00fcberhaupt noch zu schlagen?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Ja. Die Corona-Krise ist eine Ausnahmesituation f\u00fcr alle. Diejenigen, de politische Verantwortung tragen, m\u00fcssen vorangehen und Entscheidungen im Sinne der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger treffen und umsetzen. Das ist keine leichte Aufgabe, auf keiner Ebene \u2013 dieser Einsatz verdient Respekt. Die Menschen unterscheiden aber sehr wohl zwischen kurzfristig N\u00f6tigem und mittel- sowie langfristigen Entwicklungen, die es anzusto\u00dfen gilt. Die Wahl ist v\u00f6llig offen.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Was w\u00fcrden Sie im Falle einer Wahl anders machen als Ihr Vorg\u00e4nger?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;CDU und SPD haben es nicht nachhaltig geschafft, die Probleme des Strukturwandels in Wuppertal zu l\u00f6sen. Wir m\u00fcssen unbedingt die zu lange einge\u00fcbte und zu bequeme Haltung ablegen, st\u00e4ndig nur mit dem Finger auf andere, etwa Land und Bund, zu zeigen. Ja, aufw\u00e4rts geht es nur gemeinsam. Aber unsere Hausaufgaben m\u00fcssen wir zuallererst selber machen. Ich werde mich daher auf drei Schwerpunkte konzentrieren, die wir selbst in der Hand haben: Wirtschaft, Bildung und Stadtentwicklung. Wirtschaftsf\u00f6rderung und Stadtmarketing zusammenlegen, gezielte Schwerpunkte setzen, Arbeitspl\u00e4tze schaffen \u2013 Wirtschaftspolitik ist vor Ort immer auch Sozialpolitik. Machen wir Schulen zu echten Stadtteilzentren, mit Kunst, Musik, Kultur, Sport und Jugendhilfe unter einem Dach, um echte Chancengerechtigkeit f\u00fcr die Kinder und Jugendlichen im Tal zu erm\u00f6glichen. Kaufen wir die \u00fcber 100 Schrottimmobilien in der Stadt auf und entwickeln sie mit Investoren f\u00fcr die Stadtgesellschaft weiter und schaffen wir mit Licht, Ordnungsbeh\u00f6rden und Respektteams wieder mehr \u00f6ffentlichen und sicheren Raum f\u00fcr alle.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Aus Ihrer Sicht: Wie bodenst\u00e4ndig und volksnah, aber auch kompetent in Wirtschafts-, Verwaltungs- und Sozialfragen muss der Oberb\u00fcrgermeister einer Gro\u00dfstadt wie Wuppertal heutzutage sein?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Bodenst\u00e4ndigkeit und Expertise schlie\u00dfen sich nicht aus, im Gegenteil. Als Wuppertaler kenne und liebe ich unsere Stadt mit allen Ecken und Kanten, wenn man mich irgendwo in der Stadt aussetzen w\u00fcrde, ich w\u00fcrde immer zur\u00fcck nach Hause finden, wenn auch etwas au\u00dfer Atem, hoch nach Ronsdorf. Als langj\u00e4hriger Landes- und Kommunalpolitiker habe ich aber auch weitreichende Erfahrungen mit Verwaltungen, Beh\u00f6rden und Personalf\u00fchrung. Beides zusammenzubringen und mit einem starken Team l\u00f6sungsorientiert f\u00fcr Wuppertal zu arbeiten, daf\u00fcr trete ich aus voller \u00dcberzeugung an.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Wuppertal ist eine Hochburg der Automobilzulieferer, deren Mauern in Zeiten von Umweltdiskussionen, Diesel-Verteufelung und E-Mobilit\u00e4t br\u00f6ckeln. Wie wollen Sie die hier ans\u00e4ssigen, gro\u00dfen Unternehmen mit vielen Arbeitspl\u00e4tzen unterst\u00fctzen?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;In der Tat, die Automobilbranche hat in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung momentan einen schweren Stand. Dennoch d\u00fcrfen Fehler einiger weniger Unternehmen nicht dazu f\u00fchren, dass eine ganze Branche \u2013 und damit eben auch die Zulieferer \u2013 zur Zielscheibe ideologisch motivierter Verdr\u00e4ngung werden. Denn eines kommt in der oft hektischen Debatte aus meiner Sicht deutlich zu kurz: In den Zulieferbetrieben sind zehntausende Menschen besch\u00e4ftigt. Auch im Bergischen Land, in Wuppertal sind viele mittelst\u00e4ndische Betriebe auf die ein oder andere Weise mit der Automobilindustrie verbunden. Wir t\u00e4ten gut daran, ihnen den R\u00fccken zu st\u00e4rken \u2013 auch im Interesse des Wohn- und Wirtschaftsstandortes Wuppertal. Ganz konkret: Statt die Betriebe auch noch mit zus\u00e4tzlicher B\u00fcrokratie, hohen Gewerbesteuers\u00e4tzen und zu kurz gedachten Eingriffen in den Pendlerverkehr unter Druck zu setzen, m\u00fcssen wir von st\u00e4dtischer Seite klar und deutlich langfristige Unterst\u00fctzung signalisieren.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>DS: Wie k\u00f6nnte man WUPPERTAL als Wirtschaftsstandort besser aufstellen und nach innen und au\u00dfen st\u00e4rken?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Ich f\u00fchre hier gerne den Gedanken zur Automobilbranche weiter, denn von einer St\u00e4rkung des Wirtschaftsstandortes profitieren alle ans\u00e4ssigen Unternehmen und Betriebe. Wuppertal ist eine Stadt, in der angepackt wird \u2013 Handwerk, und Einzelhandel, mittelst\u00e4ndische Betriebe und international agierende Unternehmen bilden das R\u00fcckgrat f\u00fcr Wohlstand und Perspektive im Bergischen Land. Wir m\u00fcssen es aber wieder all jenen einfacher machen, die hier vor Ort arbeiten, Arbeitspl\u00e4tze schaffen und sich f\u00fcr den Standort Wuppertal entschieden haben.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>DS: Und was schwebt Ihnen da konkret vor?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Drei Hebel: Die Gewerbesteuer in Wuppertal ist zu hoch, senken wir sie, um ans\u00e4ssige Betriebe zu entlasten und mittelfristig wieder mehr Neuansiedlungen zu erreichen. Dazu geh\u00f6ren auch kluge Fl\u00e4chenentwicklungskonzepte, sowohl im innerst\u00e4dtischen Bereich als auch an den Stadtr\u00e4ndern, gerne gemeinsam mit Solingen, Remscheid und anderen Nachbarst\u00e4dten. Bislang hat Wuppertal es verpasst, das Bergische St\u00e4dtedreieck als Chance und nicht als Konkurrenzkampf zu begreifen. Legen wir zweitens Wirtschaftsf\u00f6rderung und Stadtmarketing zusammen. Mit einem modernen Gesamtkonzept \u00fcberzeugen wir nicht nur Unternehmen, sondern auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vom Standort Wuppertal \u2013 dazu geh\u00f6ren n\u00e4mlich auch Kitapl\u00e4tze, Naherholung und gute Verkehrsanbindungen sowie Wohnraum und Bildungsangebote. Und drittens m\u00fcssen wir endlich mit passenderen Konzepten Ausbildungsbetriebe und junge Menschen zusammenbringen. Es kann nicht sein, dass gerade auf der Talachse die Jugendarbeitslosigkeit auf der einen Seite viel zu hoch ist und auf der anderen Seite Betriebe Ausbildungspl\u00e4tze nicht besetzen k\u00f6nnen. Hier sehe ich die Stadt in der Verantwortung.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Seit Jahrzehnten bem\u00fcht sich die Stadt WUPPERTAL vergeblich, ihr Image und ihre Au\u00dfenwirkung zu verbessern. Welche M\u00f6glichkeiten sehen Sie, diesen Zustand zu \u00e4ndern?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Fangen wir bei uns selber an. Wie oft beantworten Wuppertalerinnen und Wuppertaler die Frage nach ihrem Wohnort mit \u201ein der N\u00e4he von D\u00fcsseldorf\u201c? Viel zu oft. Wuppertal ist nicht D\u00fcsseldorf-Ost und auch nicht Essen-S\u00fcd. Diese duckm\u00e4userische Haltung m\u00fcssen wir \u00e4ndern und zwar zuallererst bei uns selbst. Ein probates Mittel w\u00e4re es, aus dem kleinteiligen Nebeneinander von Wirtschaftsf\u00f6rderung und Stadtmarketing eine Wuppertalagentur zu bilden und schlagkr\u00e4ftig bundesweit und international f\u00fcr die Stadt zu werben. Und Wuppertal hat viel zu bieten. Kunst und Kultur, Naherholung und ein gewichtiges Plus, bezahlbaren und sch\u00f6nen Wohnraum. Das aber muss den Menschen au\u00dferhalb Wuppertals auch endlich zu Ohren kommen. Daf\u00fcr will ich mit Nachdruck sorgen.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Stichwort Stadtentwicklung, welche konkreten Ma\u00dfnahmen h\u00e4tten bei Ihnen absolute Priorit\u00e4t?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Drei Themen, die ich f\u00fcr zentral erachte: In Wuppertal gibt es \u00fcber 100 Schrottimmobilien, die nicht nur wertvolle Fl\u00e4che auf dem Stadtgebiet blockieren, sondern zum Teil ganze Stra\u00dfenz\u00fcge abwerten. Mein Vorschlag ist es, diese Immobilien von st\u00e4dtischer Seite zu erwerben, um sie gemeinsam mit Investoren bedarfsgerecht zu entwickeln, etwa f\u00fcr Wohnraum, aber auch Betreuungsangebote, Bildungseinrichtungen und Gewerbefl\u00e4chen. Dar\u00fcber hinaus ist mir ein Anliegen, urbane R\u00e4ume, gerade in der Innenstadt, wieder f\u00fcr alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger neu zu erschlie\u00dfen. Dazu geh\u00f6ren moderne Lichtkonzepte, um dunkle Ecken und Unterf\u00fchrungen viel besser auszuleuchten und sicherer zu machen. Aber auch \u201eSolidarit\u00e4tszonen\u201c, etwa am D\u00f6ppersberg: In diesen Bereichen sollen kommunale Ordnungsdienste, gemeinsam mit Polizei und Sozialarbeitern, schwerpunktm\u00e4\u00dfig daf\u00fcr sorgen, dass \u00f6ffentliche Fl\u00e4chen, wie der Weg zu den City-Arkaden, nicht weiter verschmutzt und als \u00f6ffentliche Toilette umfunktioniert werden. Ich denke, dass wir hier mit klarer, sachlicher Linie st\u00e4dtische Raume f\u00fcr alle in den Blick nehmen sollten. Und drittens w\u00fcrden feste Marktst\u00e4nde auf dem Neumarkt, so wie in D\u00fcsseldorf, den Platz beleben und in Verbindung mit einer Begr\u00fcnungsoffensive in den Innenstadtbereichen die Aufenthaltsqualit\u00e4t deutlich anheben.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Was mu\u00df beim Thema Integration Ihrer Meinung nach verbessert werden?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;In Wuppertal sind Menschen aus den unterschiedlichsten L\u00e4ndern und Kulturen zuhause und es freut mich, dass das Miteinander in unserer Stadt bei der \u00fcberw\u00e4ltigenden Mehrheit von gegenseitigem Respekt und Toleranz gepr\u00e4gt ist. Wie andere St\u00e4dte und Gemeinden auch, hat Wuppertal 2015 mit gro\u00dfem Einsatz und vielf\u00e4ltigem Engagement ein gro\u00dfe Zahl gefl\u00fcchteter Menschen aufgenommen \u2013 eine echte Leistung. Ich denke aber, dass wir versuchen m\u00fcssen, Integration weiter zu denken und das ganz konkret: Sprachkurse, Praktika, soziale und kulturelle Teilhabe m\u00fcssen niedrigschwelliger organisiert werden, damit die vielen Angebote auch dort ankommen, wo sie wirklich gebraucht werden. Ein Vorschlag, der mir pers\u00f6nlich wirklich wichtig ist, ist die Weiterentwicklung unserer Schulen zu echten Stadtteilzentren, wo vor Ort Kunst, Kultur und Jugendhilfe unmittelbar mit den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zusammenkommen k\u00f6nnen. Bildung und Sprache sind aus meiner Sicht der Schl\u00fcssel, um auf kommunaler Ebene Integration zu bef\u00f6rdern. Integration darf aber nie Einbahnstra\u00dfe sein. Daher halte ich es f\u00fcr wichtig, dass die Stadt die landesweite Bek\u00e4mpfung der Clan-Kriminalit\u00e4t nicht aus falsch verstandener Toleranz nur halbherzig begleitet, sondern die Polizei durch die Arbeit von Bau-, Gesundheits- und Finanzamt proaktiver unterst\u00fctzt.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Der Wuppertaler SV ist zur Lichtjahre von den glorreichen Zeiten entfernt. Dennoch ist der Traditionsverein von Kiel bis Passau bekannt und k\u00f6nnte ein echter Werbetr\u00e4ger sein. Wie werden Sie als OB mit diesem Thema umgehen?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Der WSV geh\u00f6rt zu Wuppertal wie die Schwebebahn und der Regen \u2013 wobei letzteres hoffentlich kein Omen f\u00fcr die Zukunft des Vereins ist! Tats\u00e4chlich ist die Lage vertrackt, denn die Regionalliga wird, gerade f\u00fcr Traditionsvereine wie den Wuppertaler SV, immer wieder zu Falle, da reicht aktuell ein Blick nach Wattenscheid. Das Problem ist, dass ein ambitionierter Viertligist stets ins finanzielle Risiko gehen muss, um einen Kader zu stellen, der die namhafte Konkurrenz im Westen hinter sich l\u00e4sst und den Aufstieg in die Dritte Liga schaffen kann. Gelingt dies nicht, gehen schnell die Lichter aus. Der WSV ist finanziell ohnehin nicht auf Rosen gebettet und vor diesem Hintergrund erscheint der Weg zum Werbetr\u00e4ger f\u00fcr die Stadt noch weit. Um es kurz zu machen: Die Stadt ist dem Verein bereits seit Jahren immer wieder entgegengekommen. Ich bin im Zweifel absolut offen f\u00fcr Gespr\u00e4che \u00fcber m\u00f6gliche Stellschrauben, an denen man k\u00fcnftig noch drehen k\u00f6nnte \u2013 ohne weitere private Investoren wird der sportliche Aufstieg allerdings weiterhin eine enorme Herausforderung bleiben.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Der Handball-Bundesligist Bergischer HC ist quasi heimatlos, tr\u00e4gt seine Spiel in Wuppertal, Solingen und D\u00fcsseldorf aus. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00f6rg F\u00f6ste k\u00e4mpft sein Jahren h\u00e4nderingend um eine neue, gr\u00f6\u00dfere Halle als fest Heimat. Inwieweit kann der BHC auf Ihre Unterst\u00fctzung setzen?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Ich habe mich vor Kurzem erst mit Herrn F\u00f6ste getroffen, um \u00fcber die Thematik zu beraten. Die Pl\u00e4ne, gemeinsam mit privaten Investoren eine Multifunktionsarena zu errichten, halte ich nicht nur f\u00fcr gelungen, sondern auch f\u00fcr wirklich weitsichtig. Ein Veranstaltungsort dieser Gr\u00f6\u00dfe fehlt im Bergischen Land und eine sportliche Heimat f\u00fcr unseren Handball- Erstligisten ist l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig. Der BHC ist das sportliche Aush\u00e4ngeschild der gesamten Region, nicht nur Wuppertals \u2013 das bezeugt bereits der Vereinsname. Die Stadt kann aus meiner Sicht zwei Dinge tun: M\u00f6glichmacher sein, nicht Verhinderer \u2013 von der Planung bis zur Einweihung. Und die Stadt kann den Verein bei den laufenden Kosten sowie der Verwaltung der Arena zuverl\u00e4ssig unter die Arme greifen. Ich pers\u00f6nlich w\u00fcrde mich sehr freuen, in absehbarer Zeit mit meinen beiden Kindern ein Spiel des BHC in der eigenen Arena besuchen zu k\u00f6nnen. Im \u00dcbrigen hat mit dem TVB Wuppertal eine sehr erfolgreiche Damenhandballmannschaft, die in der Zweiten Liga antritt, ebenfalls seine Heimat in unserer Stadt \u2013 auch dort w\u00fcrde man sich sicher \u00fcber eine St\u00e4rkung des Handballstandortes freuen.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Wenn es Ihre Freizeit zul\u00e4sst, mit welchen Hobbies schalten Sie mal so richtig ab?<\/b><\/p>\n<p>Marcel Hafke: &#8222;Gute Frage, Hobbys kommen zur Zeit nat\u00fcrlich etwas kurz! Wie bereits angedeutet, ich habe zwei kleine T\u00f6chter, die unser Leben unfassbar bereichern, die aber nat\u00fcrlich auch alle m\u00f6glichen Flausen im Kopf haben. Daher bin ich aktuell oft, Vorleser, Vorturner und Vorkoster in einem, oder wir schwingen uns als Familie auf die Fahrr\u00e4der und erkunden das Bergische Land. Wenn am Abend dann etwas Ruhe eingekehrt ist, lese ich gerne ein gutes Buch oder schaue eine Serie auf Netflix.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Vielen Dank f\u00fcr das interessante, spannende Gespr\u00e4ch<\/b><\/p>\n<p><b>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/b><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.marcel-hafke.de\">http:\/\/www.marcel-hafke.de<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fdpwuppertal.de\">http:\/\/www.fdpwuppertal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz seiner erst 38 Jahre ist er in der Politik schon ein alter Hase. Seit 2010 sitzt Marcel Hafke f\u00fcr die FDP im D\u00fcsseldorfer Landtag und ist dort f\u00fcr seine Fraktion mittlerweile Sprecher f\u00fcr Kinder, Familie und Digitalsierung. Doch jetzt hat er ein neues Ziel vor Augen: Marcel Hafke tritt bei der Kommunalwahl am 13. September als Kandidat f\u00fcr das Amt des Wuppertaler Oberb\u00fcrgermeisters an. 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