{"id":27448,"date":"2020-03-29T17:09:50","date_gmt":"2020-03-29T15:09:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=27448"},"modified":"2022-01-30T09:34:27","modified_gmt":"2022-01-30T08:34:27","slug":"coronakrise-wie-ist-engels-2020-noch-zu-retten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2020\/03\/29\/coronakrise-wie-ist-engels-2020-noch-zu-retten\/","title":{"rendered":"Coronakrise: Wie ist ENGELS 2020 noch zu retten?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_48351\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 960px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-48351\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_6668_a.jpg\" alt=\"\" width=\"950\" height=\"633\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Vok Dams, ein K\u00e4mpfer f\u00fcr die Stadt Wuppertal &#8211; \u00a9 Dirk Sengotta<\/span><\/div>\n<p>Fragen und \u00fcber Fragen, auf die es zum jetzigen Zeitpunkt kaum eine Antwort gibt. Die STADTZEITUNG hat sich dar\u00fcber mit dem Live-Marketing-Experten und Wuppertal Botschafter Vok Dams unterhalten.<\/p>\n<p><strong>DS: Wie ist in Zeiten der Coronakrise &#8222;Engels 2020&#8220; \u00fcberhaupt noch zu retten?<\/strong><\/p>\n<p>Vok Dams: &#8222;Ich frage mich schon seit l\u00e4ngerer Zeit, wie die Akteure von ENGELS 2020 auf die aktuelle Lage reagieren w\u00fcrden.\u00a0W\u00e4re nicht jetzt die Zeit dar\u00fcber nachzudenken, wie man auf die aktuelle Situation reagiert, das gesamte Programm neu strukturiert und st\u00e4rker kommuniziert?&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Die gro\u00dfe Ausstellung \u201eFriedrich Engels &#8211; ein Gespenst geht um in Europa\u201c ist in der Barmer Kunsthalle aufgebaut, darf aber nicht er\u00f6ffnet werden. Zum Trost gibt es einen Begleitband in einer limitierten Auflage von 1.000 Exemplaren f\u00fcr 24 \u20ac, den niemand kennt. Was halten Sie davon?<\/strong><\/p>\n<p>Vok Dams:\u00a0&#8222;Ich kenne den Ausstellungskatalog leider auch noch nicht und kann dessen Qualit\u00e4t nicht beurteilen.\u00a0Der Anspruch, mit der die Ausstellung angek\u00fcndigt wurde, weckt aber Erwartungen.\u00a0Eine aktuelle Ver\u00f6ffentlichung zur Vorstellung des Bandes vermerkt aber lediglich, \u201ewas die Ausstellung zeigen w\u00fcrde\u201c.\u00a0Nicht nur was, auch wie es gezeigt wird, ist dabei wichtig.\u00a0Warum gibt es keine virtuelle Er\u00f6ffnung, die gestreamt einer breiten \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht wird? Warum keine begleitende Pressekampagne, die einzelne Themen der Ausstellung aufgreift und \u00f6ffentlichkeitswirksam mit WUPPERTAL und den weitere 199 Engels-Veranstaltungen in Verbindung bringt? Allein der Katalog k\u00f6nnte \u2013 wenn er denn gut gemacht ist \u2013 in limitierter Auflage als Sammlerobjekt aktiv verkauft werden\u00a0und an Wert gewinnen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Die Verantwortlichen haben angek\u00fcndigt, sich im Mai &#8211; so es die Coronakrise zul\u00e4sst &#8211; zusammen zu setzen, um die Planungen voran zu treiben. Ist das nicht viel zu sp\u00e4t?<\/strong><\/p>\n<p>Vok Dams: &#8222;Ich kann die Schockstarre durch die Entwicklung der Coronakrise nachvollziehen.\u00a0Aber gerade jetzt gilt es doch, sich kreativ und flexibel auf die neue Situation einzustellen.\u00a0Inhalte sind ja ausreichend vorhanden und werden intern lebhaft diskutiert.\u00a0Wenn erst im Mai weiter gedacht wird, verlieren wir wertvolle Zeit und die bisherige Arbeit war umsonst.&#8220;<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-27454\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/image008.jpg\" alt=\"\" width=\"586\" height=\"402\" \/><\/p>\n<div id=\"attachment_35023\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-35023\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20210415_151253-1024x738.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"504\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Engels-Skulptur im Engelsgarten &#8211; \u00a9 Achim Otto<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Welche M\u00f6glichkeiten schweben Ihnen da vor?<\/strong><\/p>\n<p>Vok Dams: &#8222;Die Zeit steht w\u00e4hrend der Corona-Krise ja nicht still.\u00a0Die Kommunikation verlagert sich lediglich auf die Medien, die daraus erstaunlich wenig machen. Wie w\u00e4re es also, die Zeit f\u00fcr eine starke PR- und Werbe-Aktion zu nutzen, die WUPPERTAL in den Mittelpunkt stellt und ENGELS 2020 als spannenden, inhaltlichen \u201eAufh\u00e4nger\u201c kommuniziert?<\/p>\n<p><strong>DS: Sie bringen immer wieder den Begriff &#8222;Storytelling&#8220; ins Spiel. Haben Sie da schon konkrete Vorstellungen?<\/strong><\/p>\n<p>Vok Dams: &#8222;Heutzutage braucht man eine gut erz\u00e4hlte Story um sich aus der Masse herauszuheben.\u00a0Das gilt besonders in Zeiten, in denen man sich gegen die Flut t\u00e4glicher Katastrophen-Meldungen abgrenzen muss.\u00a0Das bietet aber auch eine Chance: Die Menschen sehnen sich nach Normalit\u00e4t und Ablenkung.\u00a0ENGELS 2020 bietet diese Story, mit der sich WUPPERTAL gerade jetzt (!) national und international herausheben k\u00f6nnte.\u00a0Eine gut erz\u00e4hlte Geschichte mit Fortsetzungen, mit der man aus der Masse heraussticht und WUPPERTAL neu denkt.\u00a0Die letzte erfolgreiche Aktion war 1950 &#8211; Tuffi und die Schwebebahn lassen gr\u00fc\u00dfen. Durch den Stillstand der Wirtschaft und den Verzicht auf Zusammenk\u00fcnfte und Veranstaltungen sind auch die Medien an interessanten Geschichten \u2013 abseits von Corona und seinen Folgen \u2013 interessiert. Die digitalen Medien werden weiter an Bedeutung gewinnen und in diesem Zusammenhang bereits vielfach aktiv eingesetzt. Wer diese M\u00f6glichkeiten nicht nutzt, lebt in der Vergangenheit und hat auch nach \u201eCorona\u201c keine Zukunft.\u00a0Das gilt f\u00fcr ENGELS 2020 ebenso, wie f\u00fcr die Stadt-Marke WUPPERTAL.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Was sollte jetzt zeitnah geschehen?<\/strong><\/p>\n<p>Vok Dams: &#8222;Eingeworbene Mittel k\u00f6nnten umgeschichtet werden und die bisherige Arbeit w\u00e4re nicht umsonst.\u00a0Alles w\u00e4re ganz einfach: Statt 200 Veranstaltungen, die nicht stattfinden k\u00f6nnen, ein Kommunikations-Konzept\u00a0mit 200 Ma\u00dfnahmen, die das Thema aufgreifen und medial umsetzen.\u00a0Also nicht \u00fcber die 200 Veranstaltungen zu ENGELS 2020 reden,\u00a0sondern 200 aufsehenerregende Meldungen zu WUPPERTAL und dem 200. Geburtstag von Friedrich Engels in Storys abhandeln,\u00a0die WUPPERTAL in den Mittelpunkt stellen und die Bedeutung von Friedrich Engels thematisieren!\u00a0Eine spannende und kreative Aufgabe, um unter den ver\u00e4nderten Bedingungen die Chance f\u00fcr WUPPERTAL zu nutzen,\u00a0die uns das Engels-Jahr bietet.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Doch wer soll die Neuausrichtung koordinieren und konzeptionell umsetzen &#8211; der Vertrag der beiden Kuratoren Rainer Lucas und Hans-Dieter Westhoff endet am 31. M\u00e4rz 2020?<\/strong><\/p>\n<p>Vok Dams: &#8222;Das Problem ist ja nicht neu. Wir haben bereits in der Vergangenheit dar\u00fcber diskutiert, wie wir die beeindruckende Vorarbeit der Kuratoren f\u00fcr die Stadt-Marke WUPPERTAL nutzen k\u00f6nnen.\u00a0Die \u00fcbergreifende Verantwortung m\u00fcsste politisch definiert werden. In Verbindung mit einer Organisationsstruktur und den entsprechenden Kompetenzen. Die Kapazit\u00e4ten d\u00fcrften gerade jetzt vorhanden sein, da ja alle weiterf\u00fchrenden Aktivit\u00e4ten eingefroren wurden.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Was halten Sie von den Gedankenspielen, das Engels-Festjahr bis in Jahr 2021 zu verl\u00e4ngern?<\/strong><\/p>\n<p>Vok Dams: &#8222;Das ist der Blick des Kaninchens auf die Schlange.\u00a0Wer jetzt nicht wagt, der wird auch in Zukunft nicht gewinnen.Wir wissen nicht, wie schnell und in welcher Form wir nach Corona wieder aktiv werden k\u00f6nnen.Aus meiner Sicht w\u00e4re die Chance, die WUPPERTAL mit Engels 2020 hat, endg\u00fcltig verspielt.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie gro\u00df sehen Sie die Gefahr, dass das ganze Engels-Thema versandet\u00a0und sehen Sie als Grund daf\u00fcr nur die schwer vorhersehbare Coronakrise?<\/strong><\/p>\n<p>Vok Dams: &#8222;Fehlende Verantwortlichkeiten und unklare Strukturen verhindern auch in normalen Zeiten innovative Entwicklungen.\u00a0Krisenzeiten machen das besonders deutlich. Nutzt man Krisen als Chance kann man gewinnen.\u00a0Nutzt man die Chancen nicht, hat man schon verloren.\u00a0Das gilt nicht nur f\u00fcr Unternehmen. Das gilt auch f\u00fcr Politik und Verwaltung.\u00a0Besonders in Krisenzeiten.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie viel Schadensbegrenzung ist jetzt \u00fcberhaupt noch m\u00f6glich?<\/strong><\/p>\n<p>Vok Dams: &#8222;Ginge es jetzt nicht \u201enur\u201c um eine Chance f\u00fcr WUPPERTAL, sondern um das \u00dcberleben eines Unternehmens,\u00a0w\u00fcrde das Unternehmen (bzw. der Unternehmer) jetzt eine Task Force einrichten, um Kapazit\u00e4ten zu nutzen und das Projekt\u00a0(und damit das Unternehmen) zu retten.\u00a0Wir haben die Chance.\u00a0Ob wir sie nutzen, wird in diesem Fall von Politik und Verwaltung abh\u00e4ngen.\u00a0Ich bin selber sehr gespannt.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Peter Pionke<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man stelle sich vor, es ist Engels-Jahr und keiner geht hin &#8211; oder besser gesagt &#8211; keiner kann hingehen. Die Coronakrise hat auch das Programm von &#8222;ENGELS 2020&#8220; total durcheinander gewirbelt. Und niemand weiss so recht, wie es weiter geht. Welche Events werden ersatzlos gestrichen? Welche k\u00f6nnen sp\u00e4ter nachgeholt werden? Welche finden nach den Ausgangsbeschr\u00e4nkungen termingerecht statt? Soll das Engels-Festjahr vielleicht sogar bis 2021 verl\u00e4ngert werden?<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26],"tags":[],"class_list":["post-27448","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-21 02:40:17","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27448","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27448"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27448\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48526,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27448\/revisions\/48526"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}