{"id":25803,"date":"2020-02-03T14:51:32","date_gmt":"2020-02-03T13:51:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=25803"},"modified":"2025-02-26T12:34:20","modified_gmt":"2025-02-26T11:34:20","slug":"radiomoderator-michael-brockordt-die-stimme-des-tals","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2020\/02\/03\/radiomoderator-michael-brockordt-die-stimme-des-tals\/","title":{"rendered":"Radiomoderator Michael Brockordt: Die Stimme des Tals"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_62187\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 968px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-62187\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/22-05-28_Michael-Brockordt_2-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"958\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Michael Brockordt als Moderator des Charity-Festivals \u00a0WUPPERTAL HILFT!-Festival. Links Stefan Mageney (1. Vorsitzender WUPPERTAL HILFT!) &#8211; rechts OB Dr. Uwe Schneidewind &#8211; \u00a9 Taro Kataoka<\/span><\/div>\n<p>Wer auch das Gesicht des sympathischen Radiomachers kennen lernen m\u00f6chte, der sollte sich ein Ticket f\u00fcr das Charity-Festival WUPPERTAL HILFT! Am 15. Februar zugunsten der Vohwinkeler Kinder-Tafel kaufen. Michael Brockordt moderiert die gro\u00dfe Benefiz-Veranstaltung bereits zum 12. Mal &#8211; selbstverst\u00e4ndlich ehrenamtlich. Der &#8222;Sch\u00f6nwetter-Jogger&#8220;, wie er sich selbst nennt, hat ein gro\u00dfes Herz f\u00fcr die Schwachen der Gesellschaft. Wenn er helfen kann, packt er mit an. Die STADTZEITUNG hat sich mit dem engagierten Radio-Moderator unterhalten.<\/p>\n<p><strong>DS: K\u00f6nnen Sie sich noch an die erste Anfrage von Stefan Mageney im Jahr 2005 erinnern?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt: &#8222;Ja klar. Da rief ein Stefan Mageney in der Redaktion von Radio Wuppertal an, ich kam gerade aus der Morgensendung. Er plane mit ein paar Leuten ein Benefiz-Festival f\u00fcr die Opfer der Tsunami-Katastrophe in S\u00fcdostasien. Das war ein paar Tage nach der Katastrophe, die ja am 1. Weihnachtsfeiertag 2004 passiert ist. Wir hatten nat\u00fcrlich ausf\u00fchrlich \u00fcber das Thema berichet.\u00a0 Und das ganze Ausma\u00df war noch gar nicht klar. Jeden Tag mussten wir in der Berichterstattung die Zahl der Opfer nach oben korrigieren. Stefan war gerade dabei, S\u00e4nger und Bands zusammenzutrommeln f\u00fcr einen Benefizabend, und man war noch auf der Suche nach einem Moderator, der so ein bisschen durch das Programm f\u00fchren k\u00f6nnte. Und da haben sie mich gefragt.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Was hat f\u00fcr Sie den Ausschlag gegeben, zuzusagen?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt: &#8222;Die M\u00f6glichkeit, den Opfern zu helfen. Wir haben jeden Tag dar\u00fcber berichtet, in allen Medien gab es Sondersendugen, \u00fcberall auf der Welt haben die Menschen Spenden gesammelt. Und wenn ich da ein kleines bisschen helfen kann, einfach, indem ich mit meinem Mikrofon auf der B\u00fchne stehe, dann mache ich nat\u00fcrlich sehr gerne mit.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie hat sich das Festival seither aus Ihrer Sicht entwickelt?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Borckordt: &#8222;Es war von Anfang an professionell organsiert. Es gab immer eine gro\u00dfe B\u00fchne, es gab immer ein durchorganisiertes Auftritts-Management: Die Musiker werden zur Unihalle geshuttelt, sie werden vor ihrem Auftritt aus der Garderobe abgeholt, der Sound ist perfekt, das Licht stimmt. Weil da einfach Profis am Werk sind.\u00a0Und trotzdem ist es von Jahr zu Jahr besser geworden. Beim ersten Festival hatten wir nach dem dritten Act schon 20 Minuten Verz\u00f6gerung im Programm, wir haben morgens um 2:30 Uhr noch auf der B\u00fchne gestanden. Inzwischen gibt es weniger Musiker, es ist alles etwas straffer organsiert. Jeder weiss, dass er nur sein vereinbartes Programm spielen kann, und keine Zugaben. Zischenzeitlich wurde auch die B\u00fchne immer gr\u00f6\u00dfer und aufw\u00e4ndiger. Davon hat sich Michael Th\u00f6ne, der B\u00fchne, Licht und Ton macht mit seinen Leuten, auch wieder verabschiedet. Es wird eine tolle, gro\u00dfe B\u00fchne aufgebaut, die wirklich Festival-Niveau hat. Aber es gibt keine &#8222;Materialschlacht&#8220; mehr. Die machen das ja auch alles ehrenamtlich.\u00a0 Die bauen nachts die B\u00fchen auf, betreuen das komplette Festival und bauen in der Nacht danach alles wieder ab. Und auch die Vorab-Bewerbung hat sich weiterentwickelt. Beim ersten Festival musste alles innerhalb von vier Wochen gestemmt werden: Plakate, Radio-Interviews, Zeitungsartikel, der Kartenvorverkauf musste geregelt werden, es gab Aufkleber und T-Shirts und jede Menge Orga-Kram. Das l\u00e4uft inzwischen alles wesentlich entspannter und organisierter.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_45342\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-45342\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/21-08-21_Interviews_372-www-1024x558-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"495\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Michael Brockordt (l.) interviewt beim Charity-Festival WUPPERTAL HILFT! (2021) seinen Chef Georg Rose, Chefredakteur von Radio Wuppertal und Vorsitzender des Benefiz-Vereins &#8222;Win&#8220; &#8211; \u00a9 WUPPERTAL HILFT!<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Wie anspruchsvoll ist die Herausforderung des Festivals an Sie als Moderator?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt: &#8222;Ich muss einfach nur da sein und reden, das kann ich. Es gibt ja nur ganz kurze Umbaupausen, die ich mit einer kurzen Moderation \u00fcberbr\u00fccke. Die Herausforderung ist einfach, dass ich rund 15 Mal kurz auf die B\u00fchne gehe, also den ganzen Abend immer wieder\u00a0f\u00fcr die Moderation hellwach sein muss. Und genau den Moment abpassen muss, wenn die Bands fertig sind mit ihrem Programm. Ich erinnere mich, dass es einmal auch vorgekommen ist, dass eine Band fr\u00fcher fertig war, als ich dachte. Ich war noch irgendwo in der Halle unterwegs, und pl\u00f6tzlich kamen mir die Musiker entgegen. Da bin ich dann aber gerannt. Und habe die n\u00e4chste Moderation auf der B\u00fchne etwas atemlos gemacht. Insgesamt macht es aber super viel Spa\u00df, weil die Stimmung immer super ist in der Halle, und weil es einfach live ist.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie bereiten Sie sich auf dieses Festival vor?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt: &#8222;Ich habe mit fast allen Bands und Musikern vor dem Festival kurz gesprochen. Viele habe ich auch zum Interview zu Radio Wuppertal eingeladen. Ich kenne dann so ungef\u00e4hr die Geschichte der Bands und Musiker, suche mir da ein paar spannende Facts raus, die ich vielleicht in die Anmoderation einbauen m\u00f6chte. Und dann mache ich mir ein paar Tage vor dem Festival meine Moderationskarten: Zu jeder Band und zu jedem Musiker ein paar Stichpunkte, die drucke ich mir aus und habe dann etwas Material f\u00fcr die Anmoderation.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Was macht einen guten Moderator aus?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt: &#8222;Ich finde immer, ein guter Moderator muss &#8222;er selbst&#8220; sein. Er darf da keine Rolle spielen, wie ein Schauspieler auf der B\u00fchne oder den Leuten eine Show vormachen. Das merken die Zuschauer. Mit ein bisschen Humor kommt man eigentlich immer weiter, man sollte sich selbst nicht zu wichtig nehmen und auch mal \u00fcber sich selbst lachen k\u00f6nnen. Ich finde nichts schlimmer, als wenn ein Moderator sich selbst f\u00fcr den coolsten Typen der Welt h\u00e4lt. Und eine solide Vorbereitung ist wichtig. Ich muss einfach wissen, was ich da mache, dann bin ich auch sicher auf\u00a0der B\u00fchne, weil ich weiss, dass mir nichts passieren kann. Ich habe \u00fcbrigens nie Lampenfieber, wenn ich auf der B\u00fchne moderiere.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie sind Sie \u00fcberhaupt Moderator geworden?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockardt: &#8222;Ich wollte das immer werden. Ich habe mit 14 oder 15 zu Hause im Kinderzimmer eigene Radiosendungen auf Kassetten aufgenommen und an meine Freunde verschenkt. Wenn ich heute dar\u00fcber nachdenke, ist das eigentlich sehr peinlich. Ich hoffe auch, dass diese Kassetten nie wieder irgendwo auftauchen werden. Dann habe ich bei einem Lokalradio ein Praktikum gemacht, wurde dann irgendwann freier Mitarbeiter. Ich bin dann nach Feierabend, wenn alle weg waren, ins leere Radio-Studio gegangen und habe f\u00fcr mich einfach Radiosendung gespielt.\u00a0Was super war, weil die ganze Profi-Ausr\u00fcstung ja da war. Und irgendwann in einer Gewitternacht hatte der Sender dann einen Sendeausfall. Ich habe das zu Hause geh\u00f6rt, bin dann ganz schnell\u00a0 in den Sender gefahren, habe eine CD eingelegt (es war in den 90er-Jahren, da hatten wir noch CD-Player im Studio) und habe den Chef angerufen: Was soll ich denn jetzt machen? Er hat gesagt: &#8218;Spielen Sie Musik und sagen sie zwischendurch mal was.&#8216; Das habe ich dann gemacht. Ich hatte das ja vorher stundenlang nach Feierabend ge\u00fcbt. Nach 90 Minuten lief alles wieder, ich kam raus aus dem Studio, der Chef war inzwischen da und sagte: Das sollten Sie \u00f6fter machen. Und so wurde ich als Moderator engagiert. Klingt wie ein schlechter Hollywood-Film, ist aber echt so passiert.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Eigentlich m\u00fcssten Sie demn\u00e4chst 12 unterschiedliche Jackets in<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Kleiderschrank h\u00e4ngen haben &#8211; oder haben Sie eines der Jackets schon auf mehreren Festivals getragen?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt: &#8222;Ich kann mich erinnern, dass ich bei einem Festival mal Hemd und Pullover getragen habe und kein Sakko. Und es gibt ein legend\u00e4res Glitzersakko, schwarz mit silbernen Glitzer-Nadelsreifen, das habe ich wegen der gro\u00dfen Nachfrage zwei oder drei mal getragen. Aber gut, dass Sie mir diese Frage stellen, da f\u00e4llt mir ein, dass ich noch keine Idee habe, was ich in diesem Jahr anziehen soll, ich glaube ich muss dringend nochmal shoppen gehen in den n\u00e4chsten Tagen.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_51817\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 710px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-51817\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/D131BAF4-3F40-44AA-B64E-79CDB42C4CC0-2-807x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"888\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Radio Wuppertal-Moderator Michael Brockordt &#8211; \u00a9 Radio Wuppertal<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Welches war denn Ihr sch\u00f6nstes Erlebnis im Zusammenhang mit WUPPERTAL HILFT!?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt: &#8222;Oh, es gibt so viele tolle Begegnungen mit so vielen unglaublich sympathischen Musikern. Die ich ohne das Festival alle nie getroffen h\u00e4tte. Was mir immer noch in Erinnerung ist, das ist die Garderobenparty. Eine spanische Band hat nach dem Auftritt einfach in der Garderobe weitergmacht. Wer mal in der Unihalle war, kennt die Garderoben: Das sind diese einfachen Sportler-Gardeoben, die\u00a0 auch immer nach Sportler-Garderobe riechen. Die haben da echt bestimmt noch zwei Stunden lang weiter unplugged-Party gemacht. Nach und nach sind immer mehr Leute dazugekommen. Und alle haben da mitgemacht. Das zeigt auch so ein bisschen den Spirit von WUPPERTAL HILFT! Alle haben so viel Spa\u00df an dem Festival und alle arbeiten zusammen, ohne Neid und ohne schlechte Stimmung.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Welcher K\u00fcnstler oder Gast bei WUPPERTAL HILFT! Hat Sie am meisten beeindruckt?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt: &#8222;Das ist echt eine schwere Frage. Ich finde ja diese Abwechslung so unglaublich spannend. Dass da Cover-Rockbands auftreten und Liedermacher und Ch\u00f6re und Bigbands und Schlagers\u00e4nger und Jugendbands, und so weiter, das macht wirklich Spa\u00df. Ich bin immer fasziniert von den ganz jungen Bands. In diesem Jahr zum Beispiel &#8222;The Cube&#8220;, die sind zwischen 16 und 19 Jahre alt, schreiben ihre eigenen Songs und sind wirklich richtig professionell. Das beeindruckt mich jedes Mal. Wie selbstbewusst und professionell die da auftreten. Und mit welcher Energie die da spielen. Ich war dagegen mit 16 ein kleiner, sch\u00fcchterner Junge aus der Kleinstadt, ich w\u00e4re im Leben nicht auf eine B\u00fchne gegangen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie oft werden Sie denn im Jahr als Moderator irgendwelcher Events au\u00dferhalb Ihres Jobs als fester Moderator von Radio Wuppertal gebucht?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt: &#8222;Das ist ganz unterschiedlich, das kommt immer wieder mal vor und ist auch eine sch\u00f6ne Abwechslung zu meinem Radio-Moderationsjob. Vor allem weil es dann live auf der B\u00fchne ist und nicht in meinem kleinen Radiostudio. Ich stehe gerne f\u00fcr jede Art von Moderation zur Verf\u00fcgung, f\u00fcr Firmenveranstaltungen oder Galas oder Vereinsfeste oder Benefizkonzerte und so weiter.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Immer weniger Jugendliche h\u00f6ren Radio oder schauen Fernsehen &#8211; sehenhn Sie<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>eine M\u00f6glichkeit, die jungen Leute irgendwo abzuholen oder zur\u00fcckzuholen?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt: &#8222;Wir m\u00fcssen uns einfach Gedanken machen \u00fcber die Verbreitungswege unserer Programme. Das lineare Fernsehen hat starke Konkurrenz bekommen durch YouTube und Netflix usw. Weil man sich da seine Inhalte dann abrufen kann, wann man will. Wir Radioleute bekommen Konkurrenz von Streaminganbietern wie Spotify, trotzdem ist das lineare Radioprogramm immer noch erfolgreich. Weil es einfach bequem ist, hier muss ich keine Playlists oder Inhalte selbst ausw\u00e4hlen, das kommt alles von selbst aus dem Radio. Unser Programm ist zum Beispiel auch \u00fcber unsere App oder \u00fcber &#8222;Alexa&#8220; zu h\u00f6ren, das wird auch immer mehr genutzt. Und wir sind dabei, auch unser Podcast-Angebot weiter zu entwickeln, um die Radioinhalte zeitunabh\u00e4ngig anbieten zu k\u00f6nnen. Au\u00dferdem setzten wir auf Netzwerke wie Facebook und Instagram, die den Vorteil haben, dass die H\u00f6rer zus\u00e4tzlich mit uns interagieren k\u00f6nnen, was dann auch wieder in unserem Programm stattfindet. Unsere regelm\u00e4\u00dfig gemachten Einschalt-Studien zeigen aber auch, dass Radio immer noch ein viel genutztes, attraktives Medium ist, auch bei jungen Leuten.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>DS: Wieviel Fan-Post bekommen Sie &#8211; vermutlich alles via Internet?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt&#8220; Das h\u00e4lt sich eigentlich in Grenzen. Es kommen immer mal wieder E-Mails oder Reaktionen auf Facebook und Instagram, aber es ist keine Flut von Fanpost. Was aber auch daran liegen mag, dass wir uns nicht als &#8222;Stars&#8220; sehen beim Radio. Wir sind ganz normale Typen, die hier in der Stadt leben, die gerne hier leben und die einfach nur einen Job haben, in dem sie \u00fcbers Radio zu den Leuten nach Hause kommen. Aber nach Feierabend gehen wir im gleichen Supermarkt einkaufen wie unsere H\u00f6rer, ich gehe in die gleichen Kneipen im Luisenviertel, und ich freu mich, wenn ich da ganz normale Alltagsgespr\u00e4che f\u00fchren kann.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Haben Sie als Moderator irgendein Vorbild?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt: &#8222;Ein direktes Vorbild habe ich nicht. Ich h\u00f6re aber sehr interssiert bei anderen Radiosendern rein, im Urlaub zum Beispiel, einfach um zu h\u00f6ren, wie die das machen. Zuletzt habe ich auf einer langen Autofahrt in Florida verschiedene amerikanische Sender geh\u00f6rt. Bei denen wirkt alles viel schneller und durchgetaktet. Die machen nur ganz kurze Interviews, und sehr kurze Moderationen. Und trotzdem vermisst du als H\u00f6rer nix. Danach habe ich selber darauf geachtet, k\u00fcrzere Moderationen zu machen, die trotzdem auf den Punkt kommen. Und genau das ist Kunst. Lang kann jeder, kurz k\u00f6nnen Profis.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Viele Rundfunk-Moderatoren tr\u00e4umen vom Fernsehen &#8211; Sie auch?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt: &#8222;F\u00fcr mich ist Radio das perfekte Medium. Ich kenne Leute, die beim Fernsehen arbeiten, ich finde immer, das ist super aufw\u00e4ndig, was die machen. Die brauchen Kameraleute, Kabelhilfen, Aufnahmeleiter, da sitzen Kollegen in der Regie, die Moderatoren werden vorher geschminkt, sie m\u00fcssen immer top aussehen. Radio ist so schnell und unmmittelbar. Ich stehe da in meinem Studio, und wenn irgendwas in der Stadt passiert, kann ich damit innerhalb von Sekunden direkt und live on air gehen und die Infos vermitteln. Und f\u00fcr die H\u00f6rer geht das alles so nebenbei. Sie m\u00fcssen sich nicht extra auf die Couch setzen und bewusst auf den Fernseher gucken. Einfach Radio einschalten, beim Autofahren, beim Fr\u00fchst\u00fccken, beim Putzen, beim Lernen oder wenn sie nebenbei auf dem Handy online sind, und wir sind \u00fcberall dabei. Und ich bin froh, dass ich NICHT \u00fcberall angesprochen werde, weil man mich aus dem Fernsehen kennt. Die meisten Wuppertaler kennen meine Stimme, wissen vielleicht ungef\u00e4hr, wie ich aussehe, aber ich kann ganz normal einkaufen gehen oder essen gehen, ohne st\u00e4ndig Selfies machen zu m\u00fcssen, mit Leuten, die mich erkannt haben. Das soll jetzt niemanden abschrecken! Ich mache gerne Selfies mit Euch, aber es gibt wirklich sch\u00f6nere Motive.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Gibt es noch andere Charity-Projekte, die Sie unterst\u00fctzen?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt: &#8222;Wenn Anfragen kommen, bin ich jederzeit dabei! Ich habe selbst so viel Gl\u00fcck gehabt im Leben, dass ich davon gerne was abgebe. Nat\u00fcrlich unterst\u00fctze ich die Radio-Wuppertal-Hilfsaktion &#8222;Kindertal&#8220;, die k\u00fcmmert sich um Wuppertaler Kinder, die an der Armutsgrenze leben. Meine Kollegen kennen da schon meine Standard-Antwort: &#8222;F\u00fcr Kindertal mach&#8216; ich alles&#8220;. Da gehe ich auch gerne nach Feierabend Waffeln backen oder moderiere Benefiz-Veranstaltungen. Ich habe \u00fcber 10 Jahre lang den Weihnachtsmarkt des DRK Wuppertal moderiert in der Stadthalle. Leider hat das Konzept sp\u00e4ter nicht mehr so viele Wuppertaler angelockt. Deshalb hat das DRK es dann eingesehen und den Weihnachtsmarkt abgesetzt. Aber die mussten mir am Ende immer nur den Termin sagen, weil sie wussten, ich bin auf jeden Fall dabei. Das ist bei WUPPERTAL HILFT! genau so. Da sprechen wir inzwischen einfach per Mail das Datum ab und ich blocke den Tag in meinem Kalender.&#8220;<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-25809\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/IMG_3152-896x1024.jpeg\" alt=\"\" width=\"896\" height=\"1024\" \/>DS: Wie verbringen Sie Ihren Feierabend?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt: &#8222;Nach Sendeschluss gehe ich nach Hause und enstpanne mit Netflix oder mit Freunden.\u00a0Ich mag Spiele-Abende oder einfach nette Gespr\u00e4che. Vor der Sendung findet man mich bei gutem bis mittelgutem Wetter oft auf der Nordbahntrasse. Da gehe ich eine Runde joggen. Bei schlechtem Wetter verlagert sich das auf den Crosstrainer im Fitnesstudio. Ansonsten reise ich gerne um die Welt, ich liebe Bangkok, ich liebe das lokale Essen in den Urlaubsl\u00e4ndern und ich liebe es, die Menschen vor Ort kennenzulernen. Was fast immer klappt. Und was immer eine Bereicherung ist, weil man durch sie das &#8222;echte&#8220; Leben kennenlernt, und nicht nur die Touristen-Hotspots.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_52551\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 711px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-52551\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Taro-Kataka-2-1024x701.jpg\" alt=\"\" width=\"701\" height=\"480\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Er\u00f6ffnung des 14. WUPPERTAL-HILFT-Festivals: (v.l.) Stefan Mageney (1. Vorsitzender WUPPERTAL HILFT!), Oberb\u00fcrgermeister Dr. Uwe Schneidewind, Moderator Michael Brockordt und Ityna Shtern (Leiche e.V.) &#8211; \u00a9 Taro Kataoka<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Sie wirken immer, freundlich, verbindlich und gelassen &#8211; was kann Sie so richtig auf die Palme bringen?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt: &#8222;Danke f\u00fcr das Kompliment. Ich bin eigentlich immer bem\u00fcht darum, dass es den Menschen um mich rum gut geht, dass sie sich wohlf\u00fchlen. So richtig ausrasten kann ich glaube ich gar nicht. Was mich richtig \u00e4rgert, ist zum Beispiel schlechter Service im Restaurant. Wenn die Seriveleute offenbar keinen Bock haben, oder wenn sie einfach schlecht geschult sind. Ich will \u00fcberhaupt nicht, dass sie mich hofieren oder unterw\u00fcrfig sind. Im Gegenteil. Einfach freundlicher Serivce auf Augenh\u00f6he reicht mir schon. Gerne mit Humor und pers\u00f6nlicher Note. Das ist deren Job. Daf\u00fcr gehe ich ja ins Restaurant, dass ich da bedient werde und eine sch\u00f6ne Zeit habe. Und wenn das nicht stimmt, bin ich echt genervt.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>DS: Haben Sie jetzt Ihr Traumziel als Moderator bei Radio Wuppertal erreicht oder gibt es da noch Tr\u00e4ume?<\/strong><\/p>\n<p>Michael Brockordt: &#8222;F\u00fcr mich geht jeden Tag ein Traum in Erf\u00fcllung. Als Jugendlicher wollte ich unbedingt zum Radio. Jetzt mache ich das und bekomme auch noch Geld daf\u00fcr. Klar sind auch mal Tage dabei, an denen ich nicht so viel Lust habe, das kennt vermutlich jeder aus seinem Job. Ich habe \u00fcber 15 Jahre lang jeden Tag die Morgensendung moderiert. Das hie\u00df f\u00fcr mich immer sp\u00e4testens um 2 Uhr aufstehen. Das kann man nur machen, wenn man das wirklich will. Aktuell bin ich am Nachmittag zu h\u00f6ren, und im Moment ist das genau das Richtige. Ich habe wieder ein ganz normal getaktetes Leben, ich kann auch mal abends weggehen, ohne st\u00e4ndig auf die Uhr gucken zu m\u00fcssen, weil ich weiss, dass um 2 Uhr der Wecker klingelt. Ich habe das nie bewusst geplant, was ich mache. Es hat sich immer irgendwie von selbst ergeben. Deshalb bin ich neugierig, was da noch kommt.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das spannende, interessante Gespr\u00e4ch und viel Spa\u00df bei Moderieren von WUPPERTAL HILFT am 15. Februar in der Unihalle<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/strong><\/p>\n<p>www.wuppertal-hilft.de<\/p>\n<p>www.radiowuppertal.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seine sonore Stimme kennt jeder Wuppertaler. Michael Brockordt moderiert tagt\u00e4glich die Nachmittags-Sendung von &#8222;Radio Wuppertal&#8220; von 14 bis 18 Uhr. Lokalnachrichten, Facts, Kultur, Geschichten aus der Stadt. F\u00fcr viele ist der Moderator mit Charme und Humor schon so etwas wie ein guter, alter Bekannter.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-25803","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-16 18:13:50","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25803","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25803"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25803\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45343,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25803\/revisions\/45343"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25803"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25803"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25803"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}