{"id":23499,"date":"2020-09-20T15:15:34","date_gmt":"2020-09-20T13:15:34","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2019\/09\/20\/was-ist-eigentlich-jung-und-was-ist-alt\/"},"modified":"2022-05-26T12:04:43","modified_gmt":"2022-05-26T10:04:43","slug":"was-ist-eigentlich-jung-und-was-ist-alt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2020\/09\/20\/was-ist-eigentlich-jung-und-was-ist-alt\/","title":{"rendered":"Was ist eigentlich jung \u2013 und was ist alt?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_45400\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-45400\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/IMG_2431-1024x637.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"637\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die engagierte TV-Journalistin Milena Preradovic &#8211; \u00a9 Heli Mayr<\/span><\/div>\n<p>Milena Preradovic (56) ist der Prototyp einer Powerfrau. \u00dcber Jahre war die wortgewandte und schlagfertige Gelsenkirchenerin eines der bekanntesten Fernsehgesichter Deutschlands.\u00a0Unter anderem kennt man sie als Aush\u00e4ngeschild der bunten, informativen Show \u201ePunkt 12\u201c (RTL). Mit ihrer lockeren Art revolutionierte sie die bis dahin beschaulichen, angestaubten Mittagsmagazine im deutschen Fernsehen.<\/p>\n<p>In ihrer Kolumne \u201eMilenas 50 plus\u201c setzt sie sich humorvoll mit dem Thema \u00c4lterwerden auseinander. Nicht wenige werden sich in Milenas Geschichten und Beobachtungen wiederfinden.<\/p>\n<p><strong>Was ist eigentlich jung \u2013 und was ist alt?<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Der wirklich sympathische Sohn einer Freundin hat frisch sein Abi in der Tasche. Ich frage nach seinen Zukunftspl\u00e4nen. \u201eEin Titel w\u00e4re mir schon wichtig\u201c, sagt er. Ein Titel? Ich denke, er scherzt. \u201eNein, wenn du einen Titel hast, sehen die Leute zu Dir auf und dann verdienst du auch mehr Geld. Ich brauche schon Sicherheit\u201c.<\/p>\n<p>Ich sage:\u201c Neben Dir f\u00fchle ich mich richtig jung!\u201c Er lacht: \u201cDas h\u00f6re ich nicht zum ersten Mal.\u201c Er tr\u00e4gt \u00fcbrigens lieber Anz\u00fcge als Lederjacken und liebt Volksmusik.<\/p>\n<p>Ist ja auch okay, aber ich komme ins Gr\u00fcbeln. Wo ist die Abenteuerlust der Jugend, dieser unbedingte Wille, verr\u00fcckte Dinge zu erleben? Haben das etwa gar nicht alle Jungen? Was ist eigentlich jung und was ist alt? Mal abgesehen vom \u00e4u\u00dferen Verfall.<\/p>\n<p>Meine Mutter ist fast 80 und jung. Ihr Alter ist ihr v\u00f6llig egal. Nat\u00fcrlich sp\u00fcrt ihr K\u00f6rper die Jahre, aber sie hadert nicht. Sie tr\u00e4gt Jeans und T-Shirts mit John Lennon drauf, silberne Stiefeletten und eine rockige Frisur. \u201eRod Stewart\u201c hat mal einer gerufen.<\/p>\n<p>Mit knapp 70 hat sie ihren ersten Paragliding-Flug absolviert, warum nicht? Als ich es mit 50 versuchen wollte, sagte sie: \u201cIch glaube, das ist nichts f\u00fcr Dich!&#8220;<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise entscheidet sich unser Alters-Status schon bei der Geburt und ist ganz einfach Charaktersache. Schwierig\u2026<\/p>\n<p>\u201eAlt ist man dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude als an der Zukunft hat\u201c, schrieb der Schweizer Schriftsteller John Knittel.<\/p>\n<p>Genau! Kennen wir doch, die \u201eFr\u00fcher war alles besser\u201c-Fraktion. Mal abgesehen davon, dass es nicht stimmt \u2013 dieses Denken schr\u00e4nkt unheimlich ein, auf alte Konzepte und Abgeschlossenes. Daraus entsteht nichts Neues, also auch nichts Junges. Und vor allem \u2013 fr\u00fcher kommt nicht zur\u00fcck. Macht also keinen Sinn.<\/p>\n<p>Niemand kann die Vergangenheit festhalten \u2013 alles \u00e4ndert sich andauernd, alles ist immer im Fluss. Ich habe mir abgew\u00f6hnt, das zu bewerten. Eine Freundin letztens: \u201cDie jungen M\u00e4dels heute sehen alle gleich aus, Haare, Figur, Gesichtsausdruck \u2013 alles gleich. Da waren wir doch individueller!\u201c<\/p>\n<p>Waren wir das wirklich? In den Augen der \u00c4lteren sicher nicht. Da waren wir auch nur \u201edie Jungen\u201c mit den glatten, unfertigen Gesichtern, an denen sich der Blick nicht festklammern konnte.<\/p>\n<p>Mode, Musik, Filme, fr\u00fcher war alles anders, aber besser? Ich will nicht in diese Generationenfalle tappen, nur weil mir manches fremd erscheint. Es muss mir ja nicht gefallen, ich fand ja auch fr\u00fcher nicht alles gut.<\/p>\n<p>Ich habe mich entschieden, offen zu bleiben. Und ich freue mich auch auf das n\u00e4chste Pl\u00e4uschchen mit dem konservativen Abiturienten. Er ist mir n\u00e4mlich ans Herz gewachsen und darauf kommt es schlie\u00dflich an. Er macht jetzt \u00fcbrigens eine Banklehre und will nebenbei studieren\u2026.<\/p>\n<p>Das ist doch auch irgendwie cool\u2026&#8220;<\/p>\n<p><strong>Ihre Milena Preradovic<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Milena Preradovic hat \u00fcber viele Jahre TV-Geschichte geschrieben. 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