{"id":23179,"date":"2019-08-10T09:00:30","date_gmt":"2019-08-10T07:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2019\/08\/10\/nacpany\/"},"modified":"2022-12-06T15:34:12","modified_gmt":"2022-12-06T14:34:12","slug":"nacpany","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2019\/08\/10\/nacpany\/","title":{"rendered":"Rapper Nacpany: Musik gibt ihm Lebensmut"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_57437\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 970px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-57437\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/32161722_2100827963528568_1683350575548203008_n-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"822\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Rapper Nacpany alias Samuel Scholz &#8211; \u00a9 Nacpany<\/span><\/div>\n<p>Samuel Scholz (21) leidet an spinaler Muskelatrophie Typ zwei. Er kann sich kaum bewegen. Doch dieses Handicap konnte in nicht davon abhalten, sich dennoch seinen gro\u00dfen Traum zu erf\u00fcllen, ein erfolgreicher Musiker zu werden. Sein erstes Album &#8222;Narben des Lebens&#8220; wurde 2016 ver\u00f6ffentlicht. Sein K\u00fcnstlername Nacpany kommt aus dem Polnischen und bedeutet soviel wie \u201ebekifft\u201c.<\/p>\n<p>Rapper Nacpany arbeitet unerm\u00fcdlich an neuen Songs und neuen Musikvideos. Seine Texte sind autobiografisch &#8211; offen, ehrlich, schonungslos. Nacpanys Song &#8222;Engel&#8220; ist ein Hit bei &#8222;youtube&#8220;.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Produktion des Musikvideos f\u00fcr den brandneuen Song &#8222;Vodka&#8220; hofft er jetzt auf Unterst\u00fctzung. Samuel Scholz: &#8222;Als Kulisse f\u00fcr unseren Dreh brauchen wir einen sch\u00f6nen Garten mit Pool. Es w\u00e4re toll, wenn uns jemand helfen k\u00f6nnte und uns seinen Garten mit Pool f\u00fcr die Dreharbeiten zur Verf\u00fcgung stellt.&#8220; Wer also helfen kann und helfen will, sollte \u00fcber <a href=\"mailto:nacpany-music@web.de\">nacpany-music@web.de<\/a>\u00a0Kontakt zu Samuel Scholz alias Nacpany aufnehmen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Die Musik gibt Samuel Scholz Kraft und Lebensmut<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong>DS: Von Ihrem Lebensmut und Ihrer Energie k\u00f6nnen sich viele Jugendliche eine Scheibe abschneiden, woher nehmen Sie die Kraft?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eIch habe schon wirklich viel erlebt, habe den Tod tats\u00e4chlich schon oft ins Gesicht geschaut, wurde schon oft von Menschen entt\u00e4uscht und auch verlassen. Viele Leute sagen immer \u201eEy der ist gerade mal 20, was will der von Narben des Lebens (Mein erstes Album) etc. erz\u00e4hlen.\u201c Ja ich bin erst 21, habe allerdings schon viel durchgemacht, aber auch einiges Gutes und jede negative Erfahrung macht mich st\u00e4rker und baut mich wieder auf, ich denke Jeder sollte im Leben nie aufgeben! Was n\u00fctzt es denn, sich h\u00e4ngen zu lassen, immer weiter machen und selbst daf\u00fcr sorgen dass die Sonne scheint. Einfach das Leben genie\u00dfen und nehmen wie es kommt. Liebe das Leben und du kannst alles erreichen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wann haben Sie gemerkt, dass die Musik Ihnen die Kraft verleiht, IhremLeben eine positive Richtung zu geben?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eDass die Musik wichtig f\u00fcr mich ist habe ich sehr fr\u00fch gemerkt, alleine schon als H\u00f6rer gibt Musik einem sehr viel Halt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Woher kommt Ihre gro\u00dfe Kreativit\u00e4t?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eSehr interessante Frage! Kreativit\u00e4t kommt und geht, manchmal im Auto oder wenn ich eine Serie schaue. Oft inspirieren mich auch Freunde oder andere Menschen. So ganz genau kann man das nicht sagen, ich denke mir immer selber \u201eWhat the fuck, Junge, wie ist das wieder entstanden?\u201c.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Schulbildung haben Sie?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany (lacht): \u201eNa typisch Rapper, gar keine. Ich versuche noch meinen Abschluss nachzuholen f\u00fcr einen Plan B. Zu meiner Abschlusszeit habe ich leider durch eine gro\u00dfe OP lange gefehlt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wollen Sie Berufsmusiker werden oder gaben Sie andere Pl\u00e4ne?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eJeder Musiker, der etwas anderes behauptet l\u00fcgt. Klar w\u00e4re es sch\u00f6n, aber es ist schwer. Ich habe nat\u00fcrlich mehrere Standbeine: Rapper, Produzent, Songwriter, Kleidung und arbeite wie gesagt am Plan B. Aber Rapper als Job &#8211; ja, da arbeite ich gerade dran.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Inwieweit hat die Musik Ihren Horizont erweitert?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eSehr! Alleine weil man viele tolle aber auch falsche Menschen kennenlernt. Aber auch, weil man sich immer verbessern m\u00f6chte.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie wichtig ist Ihre Familie f\u00fcr Sie?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eUnfassbar wichtig! Ohne die Unterst\u00fctzung meiner Familie w\u00fcrde vieles nicht gehen, egal ob sie mich fahren, mit organisieren, Feedback und Kritik \u00e4u\u00dfern oder einfach hinter mir stehen, daf\u00fcr bin ich wirklich sehr dankbar.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Rolle spielen Freundinnen und Freunde in Ihrem Leben?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eJeder K\u00fcnstler wei\u00df, Freundschaft oder auch Liebe kommt manchmal etwas zu kurz. Ich versuche ein gutes Gleichgewicht zu halten, denn meine Freunde sind mir extrem wichtig, auch im Business, ohne Sympathie und Harmonie kommt am Ende nur Scheisse heraus.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie entstehen Ihre sehr emotionalen und authentischen Texte?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eJeder Text sollte authentisch sein, ein pers\u00f6nlicher Anspruch den ich mir stelle. Ich kann \u00fcber nichts rappen, wovon ich keine Ahnung habe oder es nie erlebt habe, sowas f\u00fchlt man. Generell bin ich ein Herzmensch und sehr emotional, auch wenn ich nat\u00fcrlich nicht nur so bin.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie gro\u00df war die \u00dcberwindung f\u00fcr Sie, selbst zu singen?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eEs war schon eine \u00dcberwindung. Aber ich singe ja eigentlich nicht, ich rappe. Und scheinbar ist es doch nicht sooo schlecht. Und wenn ich Andere damit gl\u00fccklich mache und meine Message was erreicht, macht es mich gl\u00fccklich. Hier und da singe ich aber auch &#8211; es gibt da bald eine kleine \u00dcberraschung.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie verspr\u00fchen ein Selbstbewusstsein wie kaum ein anderer, woraus ziehen Sie dieses?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eWow, danke erstmal f\u00fcr dieses tolle Kompliment! Ich wurde in der Vergangenheit, wirklich oft entt\u00e4uscht und verletzt, all das hat mich sehr gepr\u00e4gt und gest\u00e4rkt. Aber auch mit einer Krankheit oder als Musiker muss man seinen Wert kennen und an sich selbst glauben, ansonsten scheitert man bereits beim ersten Schritt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie gro\u00df ist Ihre Angst, dass sich Ihr Leiden weiter verschlimmern k\u00f6nnte?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eEs ist keine Angst, sondern leider Gewissheit, also genie\u00dfe ich alles solange es geht. Aber als leidend w\u00fcrde ich mich nicht bezeichnen, ich hab ein tolles Leben, mit tollen Freunden und einer super Familie. Ich arbeite hart daran dass es sich langsam ver\u00e4ndert, damit ich noch lange die Welt entertainen kann und au\u00dferdem, kann ich nicht einfach gehen, die arme Frauenwelt!\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Versp\u00fcren Sie niemals so etwas wie Neid, wenn Sie Ihr Umfeld sehen, Ihre S\u00e4ngerinnen, Ihre Mitmusiker, die nicht im Rollstuhl sitzen und alles tun k\u00f6nnen, was sie wollen?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eNein, ich kann trotz vieler Einschr\u00e4nkungen gr\u00f6\u00dftenteils alles umsetzen, gehe ins Stadion, an den Strand\/See, shoppen, feiere, alles was Andere auch tun. Klar muss man sich anpassen und alles beachten, wie Treppen etc. Eher sind andere neidisch, was ich alles mache und Dinge kann, die nicht jeder beherrscht: Songs schreiben, Menschen motivieren und mitrei\u00dfen und selbstverst\u00e4ndlich mit Frauen umgehen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie reagieren Sie, wenn Sie sp\u00fcren, dass Ihnen der eine oder andere eher aus Mitleid applaudiert?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eIch brauche kein Mitleid, deshalb reagiere ich bei Fremden da meist nicht drauf. Ansonsten quatscht man 2-3 S\u00e4tze und schafft dass aus der Welt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie treten in den Videos zu Ihren Songs immer auch selbst auf. M\u00f6chten Sie damit auch Leidensgenossen*innen ein St\u00fcck weit Mut machen?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eNaja, es sind meine Songs, zu denen ich stehe und deshalb m\u00f6chte ich sie pr\u00e4sentieren und verk\u00f6rpern, ich muss mich ja nicht verstecken. Grunds\u00e4tzlich m\u00f6chte ich allen Menschen Mut machen, nicht nur einer Gruppe.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Gibt es Reaktionen von Leidensgenossen*innen auf Ihre tolle Karriere?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eEs haben seitdem tats\u00e4chlich viele Rollstuhlfahrer mit Musik angefangen, vereinzelnd gab es pers\u00f6nliche Nachrichten mit Lob, aber jetzt keine gro\u00dfen Reaktionen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Tr\u00e4ume haben Sie als junger Mensch?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eZum einen Standartw\u00fcnsche wie eine eigene Familie sp\u00e4ter. Allerdings w\u00fcnsche ich mir ,dass Menschen mit Handicap mehr in die Gesellschaft integriert werden. Viele Jugendliche haben keinen Kontakt mit Behinderten, weshalb sie nicht wissen, wie sie z.B. mit mir umgehen sollen obwohl es ganz simpel ist. N\u00e4mlich ganz normal, ich bin nicht anders als Andere, aber das muss man wissen und unterscheiden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Tr\u00e4ume haben Sie als erfolgreicher Musiker?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: Meine Message sollte zumindest ein wenig erreichen und ver\u00e4ndern, aber vor allem m\u00f6chte ich es schaffen, dass Menschen mit Behinderung akzeptiert, verstanden und wie alle Anderen behandelt werden. Stephen Hawking war da ein gro\u00dfes Vorbild f\u00fcr mich.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welchen ber\u00fchmten Musiker w\u00fcrden Sie gern einmal pers\u00f6nlich kennenlernen?<\/strong><\/p>\n<p>Nacpany: \u201eIch bin ja mittlerweile etwas mit Farid Bang befreundet, bzw. man versteht sich sehr gut, was mich sehr freut und ehrt. Allerdings gibt es nat\u00fcrlich viele K\u00fcnstler mit denen ich gerne zusammenarbeiten w\u00fcrde, vor allem Rapper.<\/p>\n<p><strong>Text &amp; Interview: Peter Pionke<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Samuel Scholz, ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Mensch und Musiker. Der Rapper, der sich &#8222;Nacpany&#8220; nennt, sitzt im Rollstuhl. Trotzdem strotzt er vor Energie. Sein neuer Song heisst &#8222;Vodka&#8220;. Das Drehbuch f\u00fcr das Video dazu ist auch fertig. Aber da gibt es noch ein kleines Problem: Ihm fehlt noch optimale Kulisse.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":23177,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[4377,4378],"class_list":["post-23179","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur","tag-nacpany","tag-samuel-scholz"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-24 01:52:59","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23179","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23179"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23179\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":57440,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23179\/revisions\/57440"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23177"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23179"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23179"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23179"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}