{"id":22732,"date":"2019-06-11T19:30:32","date_gmt":"2019-06-11T17:30:32","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2019\/06\/11\/hilfe-mein-kind-luegt\/"},"modified":"2022-08-09T13:28:53","modified_gmt":"2022-08-09T11:28:53","slug":"hilfe-mein-kind-luegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2019\/06\/11\/hilfe-mein-kind-luegt\/","title":{"rendered":"Hilfe, mein Kind l\u00fcgt&#8230;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_53727\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-53727\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/IMG_1195_a-2-1024x778.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"778\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Diplom-Psychologin Barbara Knoblauch &#8211; \u00a9 Dirk Sengotta<\/span><\/div>\n<p>&#8222;Es fehlen schon wieder f\u00fcnf Euro im Portemonnaie, die Tafel Schokolade aus dem Schrank ist nicht mehr da, das teure Glas liegt zerdeppert im M\u00fclleimer und niemand ist es bei Nachfragen gewesen. Ihr Kind beteuert, \u201eMama das war ich nicht!\u201c Eltern sind meist\u00a0hoch betroffen, wenn ihre Kinder l\u00fcgen.<\/p>\n<p>Sie fragen sich, was sie falsch gemacht haben. Sie sind meist traurig und w\u00fctend, weil sie ihren Kindern doch versucht haben, den hohen Stellenwert von Ehrlichkeit klar zu machen, f\u00fchlen sich betrogen und entt\u00e4uscht.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig fallen ihnen eigene Kindheitserlebnisse und die Reaktionen ihrer Bezugspersonen ein: \u201eDu darfst nicht l\u00fcgen\u201c, das steht schon in der Bibel. Neben Stehlen ist kaum ein Thema so hoch mit Betroffenheit und Emotionen besetzt.<\/p>\n<p>Dabei wird im Alltag der Erwachsenen st\u00e4ndig gelogen, jeder l\u00fcgt zig Mal am Tag: L\u00fcgen um Unzul\u00e4nglichkeiten zu vertuschen, falsche Versprechen, um seine Ruhe zu erhalten, L\u00fcgen um jemanden zu schonen, weil die Wahrheit vermeintlich zu schrecklich ist, L\u00fcgen, um keinen Komplikationen und Stress ausgesetzt zu werden.<\/p>\n<p>Es gibt viele Arten von L\u00fcgen. Und es w\u00e4re schrecklich, wenn nicht gelogen, immer nur die Wahrheit unverbl\u00fcmt ausgesprochen w\u00fcrde. Nur Autisten sprechen stets aus, was sie denken und zahlen den hohen Preis der sozialen Isolation daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Die F\u00e4higkeit zu l\u00fcgen ist stark an die Entwicklung der Intelligenz gekoppelt. Ein Kleinkind nach Spracherwerb befindet sich in der magischen Phase, kann Fantasie und Realit\u00e4t nicht auseinanderhalten.<\/p>\n<p>Zudem dreht sich die ganze Welt um das Kind. Es kann sich noch nicht in andere Menschen hineinversetzen. Das Kind kann auch nicht zwischen lebendigen und nicht lebenden Objekten unterscheiden.<\/p>\n<p>Es erz\u00e4hlt beispielsweise, dass der Stein b\u00f6se war und hinter dem Kind hergeflogen ist. Viele der Kinder haben Fantasiegef\u00e4hrten, mit denen sie sprechen und die f\u00fcr sie durchaus real sind, auch wenn die Anderen sie nicht sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kinder in diesem Alter k\u00f6nnen sehr wohl erste L\u00fcgen erkennen, z.B., dass der Kasper schwindelt, wenn er sagt, er habe den Kuchen der Gro\u00dfmutter nicht gegessen. Sie k\u00f6nnen aber noch nicht bei sich selbst sicher zwischen Realit\u00e4t und Fantasie unterscheiden.<\/p>\n<p>Kinder machen z.T. zur Realit\u00e4t, was sie sich w\u00fcnschen. \u201eSo ist der Keks dann einfach in den Mund hineingeflogen.\u201c Die Tochter einer Freundin haute sich mit vier Jahren auf die Hand und schimpfte \u201edu b\u00f6se, b\u00f6se Hand\u201c mit ihr, wobei hier die Koketterie im Spiel mit der Wahrheit schon zu erkennen ist.<\/p>\n<p>Egozentrik und magisches Denken verschwinden allm\u00e4hlich. Mit ca. f\u00fcnf Jahren k\u00f6nnen Kinder die Fantasie von der Wirklichkeit sicher unterscheiden und fangen an, bewusst zu flunkern.<\/p>\n<p>Wer l\u00fcgt, muss auch eine Vorstellung von der Wahrheit haben. Mit Einschulung hat sich das Kind deutlich kognitiv entwickelt, das logische Denkverm\u00f6gen w\u00e4chst. Es wei\u00df, wie sich sein Gegen\u00fcber f\u00fchlt, kann sich hineinversetzen.<\/p>\n<p>Ab diesem Zeitpunkt kann man von ganz bewusstem, eindeutigem L\u00fcgen sprechen. Es gibt kaum Eltern, die das Thema unber\u00fchrt l\u00e4sst, die nicht an eigene Erfahrungen denken.<br \/>\nWas tun, wenn ihr Kind l\u00fcgt? Was sind die Gr\u00fcnde? Versuchen Sie herauszubekommen, warum ihr Kind l\u00fcgt.<\/p>\n<p>Hier ein paar Beispiele:<br \/>\nHat das Kind Angst vor Strafe? Hat es zum Beispiel eine schlechte Note geschrieben und will diese vor Ihnen verbergen? \u00dcberpr\u00fcfen Sie sich selbst, sind Sie zu streng oder zu traurig, \u00fcben Sie zu viel Druck aus, hat das Kind Angst, Ihren Anforderungen nicht gerecht zu werden?<\/p>\n<p>\u00dcberlegen Sie mit dem Kind, ob es machbar ist eine bessere Note zu schreiben, ob das Kind auch nicht \u00fcberfordert ist, was man daf\u00fcr tun kann, dass das \u00dcben bei Faulenzerei kontrolliert wird, dass das Kind belohnt wird, wenn es eine schlechte Note zugibt.<\/p>\n<p>Will Ihr Kind etwas vertuschen? Hat es Geld aus dem Portemonnaie genommen und kann es nicht zugeben? Erh\u00e4lt das Kind zu wenig Taschengeld? Es wird \u00fcberlegt, wie das Kind Taschengeld dazu verdienen kann. Die Geld- b\u00f6rse bleibt mit Absprache offen liegen, das Geld wird kontrolliert und das Kind belohnt, wenn es dem Impuls widerstanden hat zuzugreifen.<\/p>\n<p>L\u00fcgt es aus Bequemlichkeit? Hat es zum Beispiel trotz Versicherung die Z\u00e4hne nicht geputzt? Das Z\u00e4hneputzen wird \u00fcber einen Zeitraum wieder kontrolliert, und das Kind kann dann zeigen, dass es gro\u00df genug ist, die Verantwortung wieder zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Das sind nur einige Beispiele, wobei Ma\u00dfnahmen und Konsequenzen individuell je nach Alter und Situation abgestimmt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich m\u00fcssen Sie handeln, aber bleiben Sie ruhig. Gelogen wird \u00fcberall, auf der ganzen Welt, in allen Zeiten und auch in Ihrer Familie.<\/p>\n<p>In einem Klima des Vertrauens und der Gelassenheit wird am wenigsten gelogen. Bleiben die Probleme, wenden Sie sich an eine psychologische Beratungsstelle, wo man mit Ihnen die Probleme angehen wird.<\/p>\n<p>www.bke.de Hier finden Sie ein Verzeichnis aller anerkannten Beratungsstellen mit einer Suchfunktion &#8211; Gertrud Ennulat: Wenn Kinder l\u00fcgen<\/p>\n<p><strong>Ihre Barbara Knoblauch<\/strong><\/p>\n<p>Dipl. Psych.\/Psychotherapeutin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hilfe, mein Kind l\u00fcgt: \u201eMama, das war ich nicht&#8230;\u201c &#8211; Wie sollten Eltern damit umgehen? Dipl.-Psychologin Barbara Knoblauch gibt gestressten und verunsicherten M\u00fcttern nd V\u00e4ter wertvolle Tipps.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":22730,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[1883],"class_list":["post-22732","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen","tag-barbara-knoblauch"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-24 00:27:24","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22732","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22732"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22732\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":54393,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22732\/revisions\/54393"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22730"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22732"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22732"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22732"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}