{"id":22538,"date":"2019-05-10T07:18:22","date_gmt":"2019-05-10T05:18:22","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2019\/05\/10\/mama-da-ist-ein-krokodil-unter-meinem-bett-2\/"},"modified":"2022-08-09T13:23:24","modified_gmt":"2022-08-09T11:23:24","slug":"mama-da-ist-ein-krokodil-unter-meinem-bett-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2019\/05\/10\/mama-da-ist-ein-krokodil-unter-meinem-bett-2\/","title":{"rendered":"&#8222;Mama, da ist ein Krokodil unter meinem Bett!&#8220;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_53727\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-53727\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/IMG_1195_a-2-1024x778.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"778\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Diplom-Psychologin Barbara Knoblauch &#8211; \u00a9 Dirk Sengotta<\/span><\/div>\n<p>\u00c4ngste und Furchtzust\u00e4nde lassen sich in jedem Lebensalter und in allen Kulturen finden. Sie sind per se nicht krankhaft, sondern erst einmal ein ad\u00e4quates Verhalten, um den Menschen vor Gefahren zu sch\u00fctzen. Nur dumme Menschen haben keine \u00c4ngste. Erst in \u00fcbersteigertem Ausma\u00df an Intensit\u00e4t und H\u00e4ufigkeit werden sie behandlungsw\u00fcrdig, wobei auch der jeweilige Leidensdruck eine Rolle spielt.<\/p>\n<p>Im Alltag werden die Begriffe Furcht und Angst undifferenziert benutzt. Fachlich unterscheidet man die Begriffe: Werden die Reaktionen eher durch allgemeine, diffuse Inhalte hervorgerufen oder durch Dinge, die an sich nicht gef\u00e4hrlich sind, sprechen wir von \u00c4ngsten, bei letzterem von Phobien. Beziehen sich die Reaktionen auf bedrohliche Ereignisse und Situationen sprechen wir eher von Furcht.<\/p>\n<p>\u00c4ngste k\u00f6nnen sich allgemein vielf\u00e4ltig \u00e4u\u00dfern in Symptomen wie Bauchweh, Unwohlsein, Agitiertheit, Nervosit\u00e4t, Erstarren, Schwitzen oder Herzrasen. Bei Kindern zeigen sich zudem oft R\u00fcckschritte in der Entwicklung wie Einkoten, Einn\u00e4ssen (nach erfolgreicher Sauberkeitsentwicklung), vermehrte Alptr\u00e4ume, wieder schlafen im elterlichen Bett, nicht mehr in den Kindergarten gehen wollen, Sprachprobleme etc.<\/p>\n<p>Je nach Alter des Kindes zeigen sich entwicklungstypische \u00c4ngste, denen das Kind bei normaler Entwicklung von allein entw\u00e4chst: Der S\u00e4ugling, ohne zeitliche und r\u00e4umliche Vorstellungen, zeigt deutliche Reaktionen bei j\u00e4hen Ger\u00e4uschen und Bewegungen, f\u00fchlt sich bei nicht gestilltem Hunger existentiell bedroht.<\/p>\n<p>Mit Erreichen von neuen Entwicklungsschritten legen sich die alten \u00c4ngste, daf\u00fcr zeigen sich neue Formen, die entwicklungspsychologisch begr\u00fcndet werden k\u00f6nnen. So entsteht beispielsweise sechs Wochen nach Erwerb des Krabbelns die Tiefenangst, die den S\u00e4ugling vor einer tiefen Treppe stutzen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>So zeigen sich in jedem Alter entwicklungstypisch sinnvolle \u00c4ngste. Ab einem Lebensalter von etwa drei Jahren wird sich das Kind des eigenen Ichs und seiner Wirksamkeit bewusst, kann aber Realit\u00e4t und Phantasie noch nicht wirklich voneinander trennen, f\u00fchlt sich eigenen Phantasiegestalten ausgeliefert. Dies ist die Zeit der Monster, Hexen, Krokodile und Gespenster. Das Kind schl\u00e4ft abends nicht ein, weil ein Monster im Zimmer hockt und seinen Schlaf bedroht.<\/p>\n<p>Ab einem Alter von sechs Jahren entsteht die Angst vor Versagen, Ablehnung, Tod und Krankheit, \u00c4ngste, die auch h\u00e4ufig mit der Schule in Zusammenhang stehen. Diese \u00c4ngste zeigen sich dann auch verst\u00e4rkt im Jugendalter, auch bedingt durch Druck und Stress der Umgebung. Im Umgang mit den \u00c4ngsten sollten Sie sich ernsthaft verhalten. S\u00e4tze wie \u201eDu brauchst doch keine Angst zu haben\u201c sind wenig sinnvoll.<\/p>\n<p>\u00c4ngste sind oft irrational und lassen sich nicht durch einfache S\u00e4tze aufl\u00f6sen. Eine Spinnenphobie verschwindet nicht dadurch, dass man erkl\u00e4rt, dass die Spinne nicht bei\u00dft, nicht giftig ist. Die Angst bleibt trotzdem. Mit dem Kind \u00fcberlegen, wie es mit der Angst umgehen kann, welche Herangehensweisen und L\u00f6sungswege entwickelt werden k\u00f6nnen, ist der bessere Weg. So kann man dem Monster auch mit Monsterspray den Garaus machen oder das Krokodil mit einem Besen verjagen.<\/p>\n<p>Mit dem \u00e4lteren Kind kann die Angst anders reflektiert werden, k\u00f6nnen stufenweise Ann\u00e4herungen zur L\u00f6sung des Problems geschaffen werden. Egal in welchem Alter, es bleibt immer wichtig, vor der Angst nicht davon zu laufen, sondern L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten zu finden und ihr zu begegnen. Lesen Sie mit dem Kind gemeinsam ein Buch, in dem die Angst thematisiert und besiegt wird.<\/p>\n<p>Allgemein hilft ein Erziehungsklima in dem das Kind liebevolle Unterst\u00fctzung und Ermutigung f\u00fcr das Herangehen an neue Aufgaben, Situationen und Entwicklungsschritte erh\u00e4lt, eventuelle eigene \u00c4ngste in den Hintergrund ger\u00fcckt werden.<\/p>\n<p>Eine Sonderform kindlicher \u00c4ngste stellt der \u201aPavor nocturnus&#8216; dar, der seinen Gipfel zwischen f\u00fcnf bis sieben Jahren erreicht. Er ist grunds\u00e4tzlich harmlos und verschwindet meist von selbst. Das Kind wacht in der ersten Nachth\u00e4lfte mit einem Schrei auf, zeigt sich v\u00f6llig verst\u00f6rt und desorientiert, bleibt Beruhigungsversuchen gegen\u00fcber unerreichbar. Nach zehn Minuten ist meist alles vorbei und das Kind wei\u00df am n\u00e4chsten Tag nichts mehr davon. Aufgrund der deutlichen Beeintr\u00e4chtigung des Kindes macht er Eltern oft gro\u00dfe Sorgen.<\/p>\n<p>Fazit: Je nach Alter des Kindes k\u00f6nnen entwicklungstypische \u00c4ngste auftreten, die erst einmal keiner Behandlung bed\u00fcrfen. Erst wenn ein bestimmtes Ausma\u00df an Intensit\u00e4t erreicht wird, Angstsymptome, wie oben genannt, sich nicht verringern, sich ihr Kind ver\u00e4ndert zeigt, sollte fachliche Hilfe angestrebt werden.<\/p>\n<p>Melden Sie sich bei Ihrem Kinderarzt, der eine psychotherapeutische Behandlung mit Ihnen abkl\u00e4rt.<\/p>\n<p><strong>Ihre Barbara Knoblauch \u2013 Dipl. Psych.\/Psychotherapeutin<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Mama, da ist ein Krokodil unter meinem Bett!&#8220; &#8211;\u00a0Tiefe, Monster und Versagen &#8211; die Wuppertaler Diplom-Psychologin Barbara Knoblauch erkl\u00e4rt entwicklungstypische \u00c4ngste bei Kindern und wie man ihnen als Eltern begegnet.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":22536,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-22538","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-23 08:24:35","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22538","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22538"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22538\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":54366,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22538\/revisions\/54366"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22536"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22538"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22538"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22538"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}