{"id":22251,"date":"2019-03-28T20:23:26","date_gmt":"2019-03-28T19:23:26","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2019\/03\/28\/ohne-judo-waere-ich-vielleicht-ein-gauner-geworden-2\/"},"modified":"2022-01-31T17:41:03","modified_gmt":"2022-01-31T16:41:03","slug":"ohne-judo-waere-ich-vielleicht-ein-gauner-geworden-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2019\/03\/28\/ohne-judo-waere-ich-vielleicht-ein-gauner-geworden-2\/","title":{"rendered":"&#8218;Ohne Judo w\u00e4re ich vielleicht ein Gauner geworden&#8216;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_49740\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-49740\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/IMG_4678_a-3-1024x753.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"753\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Judo-Trainer Peter Frese ist bei den Kids sehr beliebt beliebt &#8211; \u00a9 Dirk Sengotta<\/span><\/div>\n<p>Peter Frese vertritt bundesweit rund 200.000 Judoka. Trotzdem hat sein Sport Nachwuchsprobleme.<\/p>\n<p>Er ist eine lebende Judo-Legende, dabei konnte er als Aktiver selbst nie den ganz gro\u00dfen Wurf landen. Ein paarmal Westdeutscher Meister in der Klasse bis 86 Kilogramm, einige dritte Pl\u00e4tze bei den Deutschen Meisterschaften, eine Handvoll Eins\u00e4tze im Nationalkader und einige Jahre K\u00e4mpfer in der Bundesliga.<\/p>\n<p>Und dennoch hat Peter Frese den Judo-Sport gepr\u00e4gt wie kein anderer. Der 66j\u00e4hrige ist sympathisch wie Balou der B\u00e4r und eine absolut ehrliche Haut: \u201eIch habe meinem Sport alles zu verdanken. Ohne ihn w\u00e4re ich vielleicht ein Gauner geworden. Als Jugendlicher wusste ich n\u00e4mlich nicht, wohin mit der Kraft\u201c, gibt Peter Frese freim\u00fctig zu. Offene Worte eines echten Sportsmannes.<\/p>\n<p>Seit 19 Jahren ist der Wuppertaler Pr\u00e4sident des Deutschen Judo-Bundes und vertritt bundesweit rund 200.000 Judoka. Bei drei Olympiaden stand Peter Frese an der Matte.<br \/>\n\u00dcber die FIFA-Funktion\u00e4re, die mit Millionen jonglieren, kann er nur den Kopf sch\u00fctteln: \u201eIch mache meinen Job ehrenamtlich, bekomme nur Fahrt- und Hotelkosten erstattet und eine kleine Spesenpauschale. Aber ich bin damit voll und ganz zufrieden.\u201c<\/p>\n<p>Volkmar Schwarz, Pr\u00e4sident des Stadtsportbundes Wuppertal, der mit Peter Frese in Sachen F\u00f6rderung des Breitensports Seite an Seite k\u00e4mpft, charakterisiert den gestandenen Sportler und Diplom-Judo-Trainer so: \u201cPeter ist ein Mann, der den Judo-Sport im Herzen tr\u00e4gt. Er besitzt die Leidenschaft, die eigentlich jeder Funktion\u00e4r haben sollte.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_49741\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-49741\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/IMG_4462_a-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Judo-Kids: Fr\u00fch \u00fcbt sich&#8230; &#8211; \u00a9 Dirk Sengotta<\/span><\/div>\n<p>Aber auch der Judo-Sport, der noch in rund zehn Wuppertaler Vereinen betrieben wird, leidet unter gro\u00dfen Nachwuchssorgen. Peter Frese: \u201eWir haben sehr viele Kinder verloren in den letzten Jahren. Die Kids kommen nach einem langen Schultag nach Hause, hatten wom\u00f6glich eine Stunde Sportunterricht. Und dann haben sie keine Lust mehr, noch einmal raus zu gehen, um richtig Sport zu treiben. Die Rahmenbedingungen sind momentan alles andere als gut f\u00fcr unseren Sport. Dabei k\u00f6nnte Judo f\u00fcr Kinder und Jugendliche ein gro\u00dfes Abenteuer sein. Man lernt zu k\u00e4mpfen, sich zu behaupten und kann dabei noch etwas erleben. Egal, welchen Sport man sp\u00e4ter auch aus\u00fcben will, Judo liefert daf\u00fcr die ideale Basis.\u201c<\/p>\n<p>Peter Frese und sein Verband unterst\u00fctzen tatkr\u00e4ftig die NRW-Aktion \u201eSchwer mobil\u201c f\u00fcr Kinder mit \u00dcbergewicht. Der engagierte Judo-Trainer: \u201eWir schlie\u00dfen niemanden aus, nur weil er schwer, langsam und beh\u00e4big ist. Im Gegenteil, wir brauchen starke Kr\u00e4fte f\u00fcrs Schwergewicht. Da wir so gut wie gar nicht im Fernsehen auftauchen, m\u00fcssen wir Werbung in eigener Sache machen. Und das haben viele Vereine noch nicht begriffen.\u201c<\/p>\n<p>Frese, ein einsamer K\u00e4mpfer f\u00fcr seinen geliebten Sport. Er geht in die Schulen, veranstaltet Schnupperkurse. Ein Problem sieht der sympathische Judoka darin, dass Judo ein Qualit\u00e4ts-Sport ist, f\u00fcr den speziell ausgebildete Trainer gebraucht w\u00fcrden, die es aber in der Regel in den Schulen nicht gibt. Auf offene Ohren st\u00f6\u00dft Peter Frese immer wieder bei Betreuerinnen in Kinderg\u00e4rten.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzt von der AOK trainiert er dann drei- oder vierj\u00e4hrige Kinder. Da geht es dann aber nicht um Judo als Kampfsport, sondern um Koordinations-\u00dcbungen. \u201eVor 30 Jahren konnte man bei den Kids gleich die Judo-Rolle anfangen, heute muss den Jungen und M\u00e4dchen erst einmal einen Purzelbaum beibringen, oder r\u00fcckw\u00e4rts zu laufen. Man glaubt es kaum. Manche meiner kleinen Sch\u00fctzlinge haben Angst, von einem 35 cm hohen Kasten zu springen\u201c, beklagt Peter Frese, der selbst in seiner Judo-Schule 250 Kinder regelm\u00e4\u00dfig trainiert.<\/p>\n<div id=\"attachment_49742\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-49742\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/IMG_4629_a-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Spielerisch lerne die Kinder die erste Griffe &#8211; \u00a9 Dirk Sengotta<\/span><\/div>\n<p>F\u00fcr M\u00e4dchen spielt Judo als Selbstverteidigungs-Sportart heute kaum noch eine Rolle. Peter Frese: \u201eUnser Sport ist nicht mehr mystisch genug. Karate und Jiu-Jitsu haben uns leider den Rang abgelaufen. Aber diejenigen M\u00e4dchen, die sich trotzdem bei uns auf die Matte wagen, gehen selbstbewusster und nicht als Opfer durch die Welt.\u201c Ein Steilpass f\u00fcr Volkmar Schwarz: \u201eOb ich mich als M\u00e4dchen oder junge Frau im Notfall selbst verteidigen kann, h\u00e4ngt vom Gewicht und von der Kraft ab. Aber die Selbstbehauptung wird durch Judo auf jeden Fall gesteigert.\u201c<\/p>\n<p>Und wie sieht Peter Frese die Zukunft des Judo-Sports? \u201eDa m\u00fcssen wir zwei Seiten sehen. Einmal den Hochleistungssport. Und da wird es sehr schwer werden. Die anderen Nationen haben uns lange \u00fcberholt. Schule, Ausbildung, Studium oder Beruf sind nur sehr schwer mit Judo zu vereinbaren, weil man dreimal am Tag trainieren muss. \u00dcber unsere soziale Kompetenz mit den Regeln \u201aFreundlichkeit, H\u00f6flichkeit, Respekt\u2018 haben wir dagegen in der Gesellschaft als Breitensport eine gute Chance.\u201c Tugenden, die zu Peter Frese geh\u00f6ren wie sein schwarzer G\u00fcrtel&#8230;<\/p>\n<p><strong>Text: Peter Pionke<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Ohne Judo w\u00e4re ich vielleicht ein Gauner geworden!&#8220; Klare Worte von Peter Frese.\u00a0Der Kampf-Sport hat sein Leben entscheidend gepr\u00e4gt. 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