{"id":21699,"date":"2020-07-10T08:13:28","date_gmt":"2020-07-10T06:13:28","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2018\/12\/18\/dr-wilfried-penner-schaut-nicht-in-den-rueckspiegel\/"},"modified":"2022-01-30T12:28:03","modified_gmt":"2022-01-30T11:28:03","slug":"dr-wilfried-penner-schaut-nicht-in-den-rueckspiegel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2020\/07\/10\/dr-wilfried-penner-schaut-nicht-in-den-rueckspiegel\/","title":{"rendered":"Dr. Wilfried Penner schaut nicht in den R\u00fcckspiegel"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_35870\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 778px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-35870\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/PHOTO-2021-05-10-13-36-15-2.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"596\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Willfried Penner, ein Typ, eine Pers\u00f6nlichkeit &#8211; \u00a9 Privat<\/span><\/div>\n<p>Pers\u00f6nlichkeiten wie er stehen ganz oben im \u00f6ffentlichen Scheinwerferlicht, \u00fcben Macht aus, genie\u00dfen hohes Ansehen. Aber was machen sie, wenn sie den Zenit ihrer Leistungsf\u00e4higkeit \u00fcberschritten haben und in den Ruhestand gehen m\u00fcssen? Manche st\u00fcrzen ab, manche gehen ihren Hobbies nach, manche \u00fcbernehmen spannende Aufgaben.<\/p>\n<p>Der ehemalige Staatssekret\u00e4r im Verteidigungsministerium sowie Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Dr. Willfried Penner, hat alles anders gemacht. Er folgte nach eigenen Worten dem Beispiel des r\u00f6mischer Adligen und Politikers Lucius Quinctius Cincinnatus. Seine Dienste als Konsul im r\u00f6mischen Reich machten ihn einst zum Musterbeispiel f\u00fcr B\u00fcrgertugenden. Allerdings soll der Patrizier Cincinnatus als Diktator unterwegs gewesen sein und &#8211; er lebte 460 vor Christus.<\/p>\n<p>Dass Dr. Wilfried Penner aufrechter Demokrat war, wird kaum einer bestreiten. Als Wuppertals erster Staatsanwalt zog es ihn schon fr\u00fch in die Politik. Seine politische Glanzzeit hatte er, der Sozialdemokrat, unter Bundeskanzler Helmut Schmidt ab 1980. 1995 bis Mai 2000 war er dann Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages.<\/p>\n<p>Einem Ruf von Helmut Schmidt zum Hamburger Innensenator folgte er nicht, weil er sich &#8211; wie er damals sagte &#8211; als geb\u00fcrtiger Wuppertaler seiner Heimatstadt zu sehr verpflichtet f\u00fchlte. Als er dann aber nach dem Wunsch von Helmut Kohl Deutscher Generalstaatsanwalt werden sollte, wollte er, doch da machte ihm die politische Konkurrenz einen Strich durch die Rechnung. Graf Lambsdorff (FDP) war dagegen.<\/p>\n<p>Penners politische Laufbahn endete 2005, womit wir wieder bei Cinncinatus w\u00e4ren. Unsterblich durch Heldentaten, Edelmut, Gen\u00fcgsamkeit und Uneigenn\u00fctzigkeit legte dieser der \u00dcberlieferung nach sein kurzes Amt nach erfolgreicher Arbeit nieder (er hatte die Feinde Roms besiegt) und war in die l\u00e4ndliche Ruhe dahin zur\u00fcckgekehrt, wo hergekommen war.<\/p>\n<p>Wilfried Penner nun hat sich heute nach seiner \u00fcberaus erfolgreichen Arbeit nur unweit seines einstigen Wirkungskreises des N\u00fctzenbergs, n\u00e4mlich \u201eIn der Beek\u201c, niedergelassen, wo er nach dem Tode seiner Frau Katharina jetzt mit seiner zweiten Frau Elke, einer Jugendfreundin, die Franz\u00f6sisch studierte, in einer schmucken Eigentumswohnung seinen Lebensabend bestreitet.<\/p>\n<p>Er habe einen \u201eSchnitt\u201c gemacht und sich aus dem \u00f6ffentlichen Leben ganz bewusst in eine selbstbestimmte Privatsph\u00e4re zur\u00fcckgezogen, was ihm ohne Schmerz oder Verlust\u00e4ngste gelungen sei. Er habe stets nur \u201eFunktionen auf Zeit\u201c ausge\u00fcbt, sagt er, der in seinem Wahlkreis f\u00fcr seine Partei stets \u00fcber 50 Prozent der Stimmen, oft mehr Kandidaten- (Erststimmen) als Parteistimmen (Zweitstimmen) eingefahren hatte.<\/p>\n<p>Zum aktuellen Niedergang seiner SPD will sich Penner aus eben diesen Gr\u00fcnde nicht \u00e4u\u00dfern, \u201ewenn man Off-Line ist, sollte man sich kein Urteil mehr erlauben\u201c, sagt er. Aber Grunds\u00e4tzliches zur aktuellen Lage aller politischen Kr\u00e4fte, die den Anspruch erheben, eine Volkspartei zu sein, sind ihm doch zu entlocken.<\/p>\n<p>\u201eEs fehlen Themen und es fehlen Personen &#8211; Pers\u00f6nlichkeiten, die solche Themen mit \u00dcberzeugungskraft in das Volk hineinbringen\u201c, konstatiert er. \u201eWenn auch nur eines dieser beiden wichtigen Elemente fehlt, wird man es als Volkspartei besonders schwer haben\u201c.<\/p>\n<p>Und als Politiker d\u00fcrfe man den Kontakt zu denen nicht verlieren, denen man das Mandat und damit seine Legitimation verdanke. \u201eF\u00fcr mich hat ein Politiker schon dann verloren, wenn er nicht im \u00f6rtlichen Telefonbuch steht und damit f\u00fcr seine W\u00e4hler nicht erreichbar ist\u201c, so Penner. Allen Kritikern h\u00e4lt er entgegen, dass in unserem Land jeder die Chance habe, sich selber politisch zu bet\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wird der heute 84j\u00e4hrige Wuppertaler Ehrenb\u00fcrger in der Stadt von der \u00e4lteren Generation noch erkannt, aber der Kontakt zur gro\u00dfen Schar der fr\u00fcheren Mitstreiter sei so gut wie nicht mehr vorhanden, was f\u00fcr Politiker nicht untypisch sei. Einzig mit Burkhard Hirsch von der FDP gebe es noch einen regen Geburtstagsgru\u00df-Austausch.<\/p>\n<p>Dabei vermeidet Penner alles r\u00fcckw\u00e4rts gerichtete und besch\u00e4ftige sich lieber mit der Gegenwart. Der Kontakt zu seinen drei Kindern funktioniere, Opa ist er indessen noch nicht. Ansonsten lese er viel historische und nat\u00fcrlich politische Themen und liebt Spazierg\u00e4nge in der n\u00e4heren Umgebung. Dabei sei er sogar auf den Hund gekommen, habe seine urspr\u00fcngliche Hunde-Phobie v\u00f6llig verloren. Nach seiner Gesundheit befragt, pflegt er stets zu antworten \u201ealtersgem\u00e4\u00df\u201c und verweist auf die insgesamt 45 Stufen zu seiner Wohnung, die er heute stets als Herausforderung begreift.<\/p>\n<p><strong>Text: Siegfried J\u00e4hne<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserer Serie &#8222;Das Leben danach &#8211; \u00dcber die Zeit im Unruhestand\u201c besuchen wir Pers\u00f6nlichkeiten, die in Ihrer aktiven Zeit das politische und gesellschaftliche Leben in Deutschland entscheidend mit gepr\u00e4gt haben. Diesmal steht der SPD-Politiker Dr. Wilfried Penner im Fokus.\u00a0Er orientiert sich an Cincinnatus\u00a0und will keinen zeitlichen R\u00fcckspiegel&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":21697,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26],"tags":[5958,206],"class_list":["post-21699","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik","tag-dr-wilfried-penner","tag-spd"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-10 20:12:02","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21699","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21699"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21699\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48560,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21699\/revisions\/48560"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21697"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21699"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21699"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21699"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}