{"id":20674,"date":"2020-02-14T06:59:29","date_gmt":"2020-02-14T05:59:29","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2018\/08\/08\/dr-brigitta-hildebrand-segnet-uns-mit-kultur-beitraegen\/"},"modified":"2023-04-11T14:21:02","modified_gmt":"2023-04-11T12:21:02","slug":"dr-brigitta-hildebrand-segnet-das-tal-mit-kultur-beitraegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2020\/02\/14\/dr-brigitta-hildebrand-segnet-das-tal-mit-kultur-beitraegen\/","title":{"rendered":"Dr. Brigitta Hildebrand segnet das Tal mit Kultur-Beitr\u00e4gen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_64311\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-64311\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/BrigittaHildebrand-1024x683.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Brigitta Hildebrandt &#8211; \u00a9 TALKultur Radio<\/span><\/div>\n<p>Gottseidank gibt es \u201eKilowatt-Radio\u201c, sagen die Wuppertaler, die den kleinen Rundfunk-Sender kennen. Viele Talb\u00fcrger haben \u201eKilowatt-Radio\u201c aber noch gar nicht auf dem Schirm. Ganz in der N\u00e4he der Laurentiuskirche hat das au\u00dfergew\u00f6hnliche Medien-Kleinod seine Heimat: \u201eKilowatt-Radio\u201c produziert &#8211; unterst\u00fctzt vom Erzbistum K\u00f6ln &#8211; nichtkommerzielles B\u00fcrgerradio auf der Frequenz von Radio Wuppertal. \u201eKilowatt-Radio steht f\u00fcr &#8222;Kirchliche Lokalfunk-Werkstatt\u201c.<\/p>\n<p>Dr. Brigitta Hildebrand, eine der \u201eSeelen\u201c von \u201eKilowatt-Radio\u201c, erkl\u00e4rt: \u201eLokalfunk-Werkstatt nennen wir uns aber auch deshalb, weil wir unseren Mitarbeitern\/innen Medienkompetenz in Form von Schulungen anbieten. &#8222;Radio-F\u00fchrerschein&#8220; nennt sich das im Jargon des Landesmediengesetzes.\u201c<\/p>\n<p>Dr. Brigitta Hildebrand, Mutter zweier erwachsener Kinder, ist mit Leib und Seele am Mikrofon: Jeden 2. Freitag im Monat l\u00e4uft ihre beliebte Sendung \u201eKilowatt-TalKultur (20:04 Uhr). Und nach \u00fcber 20 Jahren macht ihr die Arbeit als Rundfunk-Redakteurin in Wuppertal immer noch viel Spass. Wir haben uns mit der eloquenten, humorvollen Radiomacherin unterhalten.<\/p>\n<p><strong>DS: Sie trinken gern ein \u201eK\u00f6lsch\u201c. Kann man daraus schlie\u00dfen, dass Sie K\u00f6lnerin sind?<\/strong><\/p>\n<p>Brigitta Hildebrand: \u201eSagen wir so: durch viele sch\u00f6ne Jahre in K\u00f6ln, vom Studium Ende der Siebziger bis zum Umzug nach Wuppertal 1991, w\u00fcrde ich mich h\u00f6chstens als &#8222;Imi&#8220; bezeichnen. Eigentlich bin ich ja ein \u2033M\u00e4dchen aus dem Kohlenpott\u2033 &#8211; und zwar aus dem sonnigen Duisburger S\u00fcden!\u201c (heiteres L\u00e4cheln)<\/p>\n<p><strong>DS: F\u00fcr die Radioreporterin eines Senders, der vom Bistum K\u00f6ln unterst\u00fctzt wird, sind Sie erfrischend locker, inwieweit hilft Ihnen das in einer Stadt, die ja doch von Protestanten dominiert wird?<\/strong><\/p>\n<p>Brigitta Hildebrand: \u201eWir stehen, finanziell unterst\u00fctzt vom Erzbistum K\u00f6ln, f\u00fcr nichtkommerzielles lokales B\u00fcrgerradio!\u00a0\u00dcbrigens in meiner Geburtsstadt Duisburg\u00a0ging am 1. April 1990 das erste Lokalradio &#8222;on air&#8220;. Gestartet \u00fcber den\u00a0Rahmenprogrammanbieter Radio NRW. Nur 1 Jahr sp\u00e4ter ging hier in Wuppertal\u00a0Kilowatt auf Sendung. F\u00fcr Kilowatt spielt die Konfession der Gespr\u00e4chspartner keine Rolle. Wir machen Radio \u00fcber sozio-kulturelle Aktivit\u00e4ten im Tal. Der evangelische Pastor Erhard Ufermann ist bei uns genauso am Mikrofon wie die Initiatoren des bundesweit ersten muslimischen Friedhofs oder die Buddhisten aus Unterbarmen. Kilowatt ist sozusagen multi-sozi-kulturelles Radio.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Rolle hat der Glaube in Ihrem Leben vor \u201eRadio Kilowatt\u201c gespielt?<\/strong><\/p>\n<p>Brigitta Hildebrand (schmunzelt): \u201eIm Matth\u00e4us-Evangelium hei\u00dft es an einer Stelle: &#8222;Wer Augen hat zu sehen, der sehe. F\u00fcr mich gilt &#8211; ich mache schlie\u00dflich Radio &#8211; allerdings mehr\u00a0&#8222;Wer Ohren hat zu h\u00f6ren, der h\u00f6re\u201c.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Sie m\u00fcssen sich in Zeiten vieler Kirchenaustritte und vieler kritischer Meinungen gegen\u00fcber der Institution Kirche sicher so manchen \u201egottlosen\u201c Spruch anh\u00f6ren?<\/strong><\/p>\n<p>Brigitta Hildebrand: \u201eHm. Also Kirchenaustritte sind ja Dinge, die von der Stadtverwaltung bearbeitet werden. Kritische Meinungen sind willkommen, wenn sie ins Setting einer Kilowatt-Sendung passen &#8211; und sollte ich je mit &#8222;gottlosen&#8220; Spr\u00fcchen konfrontiert werden, ist mir nicht bange &#8211; der Weihwasserkessel von St. Laurentius ist da ja vom Kilowatt-Radiostudio nur einen Sprung \u00fcber den Platz entfernt.\u201c (lautes Lachen)<\/p>\n<p><strong>DS: Kultur-Redakteurin beim \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender SWF 2 ist ja schon eine Hausnummer, ein B\u00fcrgerfunk-Sender hat da einen nicht so hohen Stellenwert. Was motiviert Sie dennoch?<\/strong><\/p>\n<p>Brigitta Hildebrand: \u201eSo, wie Sie das formulieren, klingt es supertoll. Aber ich war und bin freie Rundfunkjournalistin! Ich habe w\u00e4hrend meines Promotionsstudiums, das ich u.a. als Gasth\u00f6rerin an der Yale-University absolvieren durfte, immer mal wieder f\u00fcr die ARD-Rundfunkanstalten gearbeitet. In K\u00f6ln lag der Deutschlandfunk und der WDR f\u00fcr mich ja quasi um die Ecke. Und dann hat man auch schnell die F\u00fc\u00dfe in anderen Sendeanstalten. Das hat sich dann f\u00fcr mich ein wenig ver\u00e4ndert, als ich nach Wuppertal zog und just mein erstes Kind zur Welt kam. F\u00fcr M\u00fctter gab es damals mit viel Gl\u00fcck ab dem 4. Lebensjahr einen Kindergartenplatz von 8 bis 12.30 Uhr und von 14-16 Uhr. Also war die Entdeckung des B\u00fcrgerradios f\u00fcr mich ein Wink des Himmels. In diesem Fall ja schon fast wortw\u00f6rtlich. Ich habe von Anfang an den Segen des unabh\u00e4ngigen Formats zu sch\u00e4tzen gewusst!<\/p>\n<p><strong>DS: Die Kultur ist ein gro\u00dfes breites Feld. Gibt es Felder, die Sie in Ihrer Arbeit aus R\u00fccksicht auf ihren kirchlichen Arbeitgeber ausklammern m\u00fcssen oder wollen?<\/strong><\/p>\n<p>Brigitta Hildebrand: \u201eSie meinen sicher, ob wir da \u2033die Schere im Kopf\u2033 brauchen? Nein. (Heftiges Kopfsch\u00fctteln) Wer bei uns am Dienstagabend Kilowatt oder am 2. Freitag im Monat die TALkultur h\u00f6rt, der erf\u00e4hrt das ganze bunte Leben! So waren wir sogar bei Uwe Dresen in seiner Schankwirtschaft Marlene an der Hochstra\u00dfe, was ein total toller Beitrag geworden ist. Wir arbeiten frei nach dem Motto eines Kinderkirchenlied \u201aDie Erde ist sch\u00f6n, es liebt sie der Herr\u2018.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Viele K\u00fcnstler haben ein eher distanziertes Verh\u00e4ltnis zur Kirche, sehen Sie diese K\u00fcnstler und ihre Werke mit anderen Augen?<\/strong><\/p>\n<p>Brigitta Hildebrand: \u201eKilowatt-Radio macht Kino f\u00fcr den Kopf! Wir sind doch nicht die Inquisition, dass wir kritische K\u00fcnstler verurteilen! Kritik ist doch sicher auch f\u00fcr Die STADTZEITUNG das Salz in der Arbeit, um \u2033immer noch ein wenig besser werden zu wollen\u2033, oder?\u201c (verschmitztes L\u00e4cheln)<\/p>\n<p><strong>DS: Wo sehen sie die Chancen von B\u00fcrgerfunk?<\/strong><\/p>\n<p>Brigitta Hildebrand: \u201eDas NRW-B\u00fcrgerradiomodell ist deutschlandweit einzigartig. Ein Plus dieser Sendungen: auf der einen Seite wird so die Monopolstellung\u00a0der kommerziellen\u00a0Lokalradios ohne weitere private Konkurrenz gesichert, auf der anderen Seite sollte man nicht vergessen, dass durch die B\u00fcrgerradiosendungen die Programmpalette der Lokalradiosender vor allem mit\u00a0nichtkommerziellen Radioprogrammen bereichert wird.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Also segnen Sie uns mit einem St\u00fcck Medien-Vielfalt?<\/strong><\/p>\n<p>Brigitta Hildebrand: \u201eIch mache seit 1999 Beitr\u00e4ge f\u00fcr Kilowatt-Radio. Seither war ich w\u00f6chentlich mit so vielen tollen Themen \u00fcber so viele tolle Aktivit\u00e4ten on air \u2013 da hat sich unser Kommunikations-Chef Andr\u00e9 M\u00fcller daf\u00fcr eingesetzt, dass ich einmal im Monat exklusiv \u00fcber die Kulturszenen im Tal berichte. Seit 2 Jahren habe ich nun eine eigene Kilowatt-Kultursendung, die ich redaktionell verantworte und moderiere. Sie hei\u00dft TALkultur. Dar\u00fcber hinaus gibt es aber eben eine Talk-Reihe unter dem Titel \u2033auf ein Wort \u2033, da werden vom Opernintendanten bis zur freien K\u00fcnstlerin alle interviewt. Das B\u00fcrgerradio-Format hat also ein gro\u00dfes Potential. Geschm\u00e4lert wird es leider durch die absolut unattraktive Sendezeit. N\u00e4mlich zur besten Tagesschau- oder Tatort-Fernseh-Zeit zwischen 20 und 21 Uhr.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Was macht f\u00fcr Sie die Aufgabe in Wuppertal so besonders reizvoll?<\/strong><\/p>\n<p>Brigitta Hildebrandt: \u201eAls ich 1991 hierher zog, war ich zun\u00e4chst ziemlich ungl\u00fccklich. Zwar stammte mein Ibach-Fl\u00fcgel vom damals im Elberfelder Rathaus ans\u00e4ssigen Piano Richter. Und im Caf\u00e9 Congo trank ich damals mein erstes Wuppertaler Bierchen, aber die Liebe zur Stadt ist sehr langsam gewachsen. Ich glaube, zusammen mit meinem Einstieg bei Kilowatt-Radio. Pl\u00f6tzlich entdeckte ich dieses \u2033bergische Dornr\u00f6schen\u2033 &#8211; und habe es f\u00fcr mich wachgek\u00fcsst.\u201c (strahlt)<\/p>\n<p><strong>DS: Wenn Petrus Ihnen einen Wunsch gestatten w\u00fcrde, was w\u00fcrden Sie sich w\u00fcnschen?<\/strong><\/p>\n<p>Brigitta Hildebrand: \u201eIch habe keine Ahnung, ob gerade der liebe Petrus f\u00fcrs W\u00fcnsche erf\u00fcllen zust\u00e4ndig ist, aber wenn \u2013 dann w\u00fcnsche ich mir, dass vom Himmel genau \u00fcber dem Kilowatt-Radiostudio am Laurentiusplatz goldene Sterntaler vom Himmel fallen. Dann h\u00e4tten wir sicher ganz schnell auch wieder eine Mediathek und g\u00e4ben unseren H\u00f6rern zeitgem\u00e4\u00df zum Nachh\u00f6ren was auf die Ohren.\u201c (leichtes Bedauern).<\/p>\n<p><strong>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eKilowatt-Radio\u201c ist ein B\u00fcrgerradio-Sender, der vom Bistum K\u00f6ln unterst\u00fctzt wird und auf der UKW-Frequenz 107,4 regelm\u00e4ssig aus dem Wuppertaler Studio sendet. Die engagierte Redakteurin Dr. Brigitta Hildebrand sitzt seit \u00fcber 20 Jahren am Mikrofon und segnet Wuppertal seit 2016 auch an jedem zweiten Freitag im Monat in ihrer eigenen Sendung &#8222;Talkultur&#8220; mit interessanten Kultur-Beitr\u00e4gen. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":20672,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[5844,5830],"class_list":["post-20674","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wuppertal","tag-dr-brigitta-hildebrand","tag-kilowattradio"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-12 12:48:12","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20674","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20674"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20674\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":64312,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20674\/revisions\/64312"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20672"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20674"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20674"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20674"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}