{"id":20554,"date":"2018-07-20T06:43:02","date_gmt":"2018-07-20T04:43:02","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2018\/07\/20\/film-star-kahrmann-zoo-chef-ist-sein-schwager\/"},"modified":"2025-05-12T19:05:55","modified_gmt":"2025-05-12T17:05:55","slug":"christian-kahrmann-der-benny-aus-der-lindenstrasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2018\/07\/20\/christian-kahrmann-der-benny-aus-der-lindenstrasse\/","title":{"rendered":"Christian Kahrmann: Der Benny aus der &#8222;Lindenstra\u00dfe&#8220;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_35530\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 690px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-35530\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/7a821ce14137e4f3781887fa2f83147a-2.jpg\" alt=\"\" width=\"680\" height=\"434\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Christian Kahrmann vor seinem ehemaligen Berliner Caf\u00e9 &#8222;Kahrmann&#8217;s Own&#8220; &#8211; \u00a9 Privat<\/span><\/div>\n<p>Er ist zwar erst 47 Jahre alt, hat aber schon mehr Kamera-Erfahrung als so manch alter Hase. Von 1985 bis 1992 spielte er den Benny Beimer in der Endlos-TV-Serie \u201eDie Lindenstra\u00dfe\u201c. Schon vorher hatte Christian Kahrmann f\u00fcr kleinere Rollen vor der Kamera gestanden. Sp\u00e4ter spielte er in Hollywood-Produktionen wie \u201eEquilibrium\u201c mit Christian Bale oder in \u201eDas Tribunal\u201c mit Bruce Willis und Colin Farrell. Zuletzt stand er im Fernsehfilm &#8222;Klassentreffen&#8220; (ARD) u.a. mit Annette Frier, Charly H\u00fcbner und Oliver Wnuk vor der Kamera.<\/p>\n<p>Inzwischen hat sich Chrsitian Kahrmann neben der Filmerei ein zweites Standbein aufgebaut. Das sehr gut laufende Caf\u00e9 \u201eKahrmann\u2019s Own\u201c in Berlin. Und auch in Wuppertal l\u00e4sst sich der Schauspieler h\u00e4ufiger blicken. Dann n\u00e4mlich, wenn er seine Schwester und seinen Schwager, Zoodirektor Dr. Arne Lawrenz, mit seinen beiden T\u00f6chtern besucht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-83834\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Hand-aufs-Herz-88510200.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"66\" \/><\/p>\n<p>Der STADTZEITUNG gab der Wahl-Berliner ein Interview.<\/p>\n<p><strong>DS: Schon als Achtj\u00e4hriger haben Sie vor der Kamera gestanden. Wie ist es dazu gekommen?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Kahrmann: \u201eIch bin durch Zufall mal im Urlaub f\u00fcr einen Film gecastet worden, sp\u00e4ter dann f\u00fcr Kinderprogramme und kleinere Beitr\u00e4ge im TV, obwohl ich eigentlich durch meine Familie keinen Bezug zur Schauspielerei hatte. Meine Mutter hat dann witzigerweise in den 80&#8217;ern eine Zeit in K\u00f6ln im Ensemble des damaligen Theater Cordial &#8211; von Benno Swienty (dem Professor Moser aus der &#8222;Plattenk\u00fcche&#8220;) &#8211; gespielt und da durfte ich als kleiner Steppke immer mit zum Probenabend. Da es damals noch keine Agenturen f\u00fcr Kinder gab, sondern meistens die Kinder von gestandenen Schauspielern f\u00fcr Rollen genommen wurden, wurde ich dementsprechend immer wieder f\u00fcr Produktionen angefragt die ich dann neben der Schule drehen konnte.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie waren 13, als Sie in die Endlos-Serie \u201eLindenstrasse\u201c eingestiegen sind. Aus heutiger Sicht ein Gl\u00fcckfall oder eher eine B\u00fcrde?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Kahrmann: \u201eAnfangs wussten meine Eltern und ich ja \u00fcberhaupt nicht, was da auf uns zukommt, weil das nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt kein Vergleich dazu war, was ich vorher schon gedreht hatte und wie das Ganze sich entwickelt. Vor allem was das f\u00fcr einen Einfluss auf die Bekanntheit und die eigene Privatsph\u00e4re hat. Das war ja schlie\u00dflich die erste Dauerserie im deutschen Fernsehen &#8211; und es gab ja seinerzeit nur vier Programme. Nat\u00fcrlich war es auch w\u00e4hrend der Pubert\u00e4t nicht immer leicht, schon so viel zu arbeiten, aber letzten Endes hat es mich zum Schauspieler gemacht und das bereue ich in keinster Weise. Ich liebe den Beruf immer noch, obwohl es sehr viel h\u00e4rter geworden ist, in heutiger Zeit in dieser Branche zu bestehen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Haben Sie heute noch Kontakt zu Darstellern aus der \u201eLindenstra\u00dfe\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Kahrmann: \u201eJa, man l\u00e4uft sich halt auch oft bei Veranstaltungen \u00fcber den Weg. Sybille Waury und andere Ex-Kollegen waren schon \u00f6fter bei mir im Caf\u00e9 und Martin Armknecht sehe ich auch recht h\u00e4ufig.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Im Gegensatz zu vielen Serien-Stars haben Sie nicht nur das Abitur gemacht, sondern auch eine sehr fundierte Schauspielausbildung abgeschlossen, u.a. im Herbert-Berghoff Studio in New York. Was hat Sie dazu bewogen; denn eigentlich haben Sie damals schon mit beiden Beinen erfolgreich im Rampenlicht gestanden?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Kahrmann: \u201eAls ich 1991 mein Abitur gemacht habe, habe ich neben den Dreharbeiten erstmal angefangen, in K\u00f6ln Theater-Film- und Fernsehwissenschaften zu studieren. Ich stellte aber relativ schnell fest, dass mir das zu theoretisch war, da ich ja schon als Schauspieler so viel Erfahrung hatte und das eigentlich mein eigentlicher Interessenbereich war. Mir war aber auch klar, dass ich auch andere Rollen spielen m\u00f6chte und ich eigentlich noch mal ganz von vorne anfangen wollte und auch musste &#8211; und das nicht in Deutschland. Ich liebte die Stadt New York und schaute mich dort nach einem Platz an einer Schauspielschule um &#8211; den ich dann auch bekam. 1995 war es dann endlich soweit und ich packe meine Koffer und fing dort an zu studieren. Es war sehr befreiend und eine irre Zeit in meinem Leben weil mich dort niemand kannte und ich ganz frei &#8222;aufspielen&#8220; konnte.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben in jungen Jahren in Hollywood-Produktionen wie \u201eEquilibrium\u201c mit Christian Bale oder in \u201eDas Tribunal\u201c mit Bruce Willis und Colin Farrell vor der Kamera gestanden. Wie schwer ist es, nach solchen Erfolgen mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Kahrmann: \u201eAls die Amerikaner Ende der 90er anfingen, \u00f6fter in Europa zu drehen, hatte ich wegen meiner Englischkenntnisse und meines Backgrounds \u00f6fter mal Gastrollen in diesen Filmen, aber das hat ja auch keine wirkliche Hollywoodkarriere bei mir ausgel\u00f6st. Au\u00dferdem merkt man, dass die auch nur mit Wasser kochen, aber nat\u00fcrlich viel mehr Geld haben, als Produktionen in Deutschland. Insofern bleibt man da auch ziemlich auf dem Boden und freut sich, wenn man mal so eine Rolle ergattern kann. Aber es ist nat\u00fcrlich als Abwechslung mal sehr spannend, mit solchen Gr\u00f6\u00dfen gemeinsam vor der Kamera zu stehen. Ich habe insbesondere Colin Farrell als sehr netten Kollegen in Erinnerung.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben tolle Rollen im \u201eTatort\u201c gespielt, waren in erfolgreichen Fernsehfilmen wie \u201eDas Wunder von Lengede\u201c, \u201eDer Untergang der Pamir\u201c oder \u201eMax Schmeling &#8211; eine deutsche Legende\u201c zu sehen, warum ist es dann um Sie ruhiger geworden?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Kahrmann: \u201eDas hat ganz viel mit den Ver\u00e4nderungen der Filmbranche in Deutschland zu tun. Seit der Pleite der Kirch-Gruppe wird generell in Deutschland weniger gedreht und zu h\u00e4rteren Bedingungen. Es redet nur nicht jeder gerne \u00fcber die Realit\u00e4t des Daseins als Schauspieler. Das ist halt nicht so &#8222;schick&#8220;. Fr\u00fcher wurde man noch auf Castings eingeladen, heutzutage muss man sich aus Kostengr\u00fcnden zu Hause selber mit dem iPhone filmen und das dann einschicken um zu hoffen, dass man eventuell ausgew\u00e4hlt wird. Au\u00dferdem habe ich in den letzten Jahren nicht mehr so viele Serien gemacht und das erweckt witzigerweise bei Vielen den Eindruck, dass es um einen &#8222;ruhiger&#8220; geworden w\u00e4re. Ich habe aber eigentlich die Jahre immer durchweg gedreht. Wenn auch in Filmen, die nicht immer die gro\u00dfe \u00d6ffentlichkeit zu sehen bekommt\u2026&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben eine Ausbildung zum Barista gemacht und Ihr Caf\u00e9 \u201eKahrmann\u2019s Own\u201c in Berlin er\u00f6ffnet. War das vielleicht auch ein St\u00fcck weit eine Flucht aus dem Showbiz?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Kahrmann: \u201eIch w\u00fcrde nicht sagen Flucht. Ich hatte die Idee schon sehr sehr lange, ein Kaffee zu er\u00f6ffnen, weil ich Kaffee immer geliebt habe und im Urlaub in Italien immer die Arbeit der Baristi in den Stra\u00dfencaf\u00e9s bewundert habe. Mit Mitte 30 kam bei mir dazu das Gef\u00fchl auf, dass ich eigentlich keine Lust mehr habe, st\u00e4ndig zu warten, ob es mit einer Rolle klappt oder nicht, sondern etwas Eigenes auf die Beine stellen m\u00f6chte, wo ich selbst der Chef bin. Das hat mich letzten Endes auch viel entspannter gemacht, in Bezug auf die Schauspielerei.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ist Ihr Caf\u00e9 f\u00fcr Sie jetzt ein festes Standbein oder eher ein Platzhalter, bis wieder die gro\u00dfen Rollen kommen?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Kahrmann: \u201eErstmal muss ich hier mal darauf hinweisen, dass man nicht mal eben so &#8222;ein Caf\u00e9 aufmacht&#8220; und das ab Tag 1 l\u00e4uft wie &#8222;geschnitten Brot&#8220;. So etwas dauert und man braucht einen langen Atem, bis das Baby laufen kann. Mein Caf\u00e9 ist sicherlich ein festes Standbein &#8211; sonst h\u00e4tte ich es bis dato nicht damit sechs Jahre geschafft. Man darf nicht vergessen, dass ich totaler Quereinsteiger in der Gastronomie war. Es gibt mir eine t\u00e4gliche Struktur und Aufgabe, macht mir weiterhin Spa\u00df, ohne dass ich die Schauspielerei vernachl\u00e4ssigen muss. Was meine Schauspielerei angeht, bin ich eher mit der Qualit\u00e4t und nicht der Gr\u00f6\u00dfe meiner Rollen zufrieden zu stellen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie besitzen sicher einen Promi-Bonus, aber der greift nur, wenn einen die G\u00e4ste m\u00f6glichst oft selbst im Caf\u00e9 antreffen. Wie gro\u00df ist die Chance, Ihnen dort pers\u00f6nlich die Hand zu sch\u00fctteln?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Kahrmann: \u201eDie Chance ist relativ gro\u00df &#8211; wenn ich nicht gerade bei Dreharbeiten bin oder andere dringliche Sachen machen muss, trifft man mich eigentlich vier bis f\u00fcnfmal die Woche im Laden an. Sicherlich gibt es einige Leute, die nat\u00fcrlich genau deswegen dort hinkommen. Aber trotzdem wird auch mir nichts geschenkt. Ich muss genauso Qualit\u00e4t und Leistung bringen wie meine Mitbewerber oder Konkurrenten. Wenn nicht manchmal sogar mehr.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wenn Sie heute noch einmal der kleine \u201eBenny Beimer\u201c w\u00e4ren, was w\u00fcrden Sie in Ihrem Leben anders machen?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Kahrmann (lacht): \u201eIch w\u00fcrde mir sofort einen guten Agenten\/-in nehmen, die sich um meine Belange und Vertr\u00e4ge k\u00fcmmert, und es nicht so wie damals selber bzw. mit meinen Eltern machen m\u00fcsste. Heute l\u00e4uft das alles viel professioneller und geregelter ab.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: K\u00f6nnte man sagen, dass Ihre Unfallfahrt unter Alkoholeinfluss f\u00fcr Sie so etwas wir ein rechtzeitiger Schuss vor den Bug war?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Kahrmann: \u201eDas ist nat\u00fcrlich alles ganz dumm gelaufen und war ein Riesenfehler meinerseits. Hinterher ist man immer schlauer und ich bereue das Ganze unheimlich. Dennoch &#8211; nur weil ich etwas prominent bin, so etwas in Deutschland aber tausendfach am Tag passiert, bin ich v\u00f6llig unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig daf\u00fcr von den Gazetten medial &#8222;geschlachtet&#8220; worden. Ich bin schlie\u00dflich auch nur ein Mensch und mache auch mal Fehler. Das passiert mir aber sicherlich nicht noch einmal!\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welche beruflichen Pl\u00e4ne haben Sie in den n\u00e4chsten Jahren?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Kahrmann: \u201eIch bin eigentlich sehr zufrieden und kann nicht klagen &#8211; ich bin beruflich unabh\u00e4ngig, habe tolle Rollen wie z. B. im neuen Film von Jan Georg Sch\u00fctte &#8222;Klassentreffen&#8220; &#8211; einem Film der sechs Stunden improvisiert ohne Schnitt gedreht wurde. Ich habe zwei tolle T\u00f6chter auf die ich mega stolz bin, und wenn ich morgens aufwache, freue ich mich auf mein Leben.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Was w\u00fcrden Sie Ihren beiden T\u00f6chtern sagen, wenn Sie irgendwann auf die Idee k\u00e4men, Schauspielerin zu werden?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Kahrmann: \u201eIch w\u00e4re sicherlich der Letzte, ihnen irgendetwas zu verbieten, aber ich glaube, ich k\u00f6nnte sie ganz gut anleiten bzw. begleiten. Und sie eventuell ganz gut beraten, welche Wege und Entscheidungen dazu einzuschlagen sind.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie wir geh\u00f6rt haben, haben Sie einen engen Bezug zu Wuppertal. Dr. Arne Lawrenz, beliebter Direktor des Wuppertaler Zoos, ist Ihr Schwager. Wie oft besuchen Sie denn Ihre Schwester und Ihren Schwager in Wuppertal?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Kahrmann: \u201eJa, in der Tat ,das stimmt. Wir waren schon \u00f6fter bei meiner Schwester und meinem Schwager in Wuppertal zu Besuch und haben mit den Kindern nat\u00fcrlich ausgiebige Zoof\u00fchrungen &#8211; insbesondere Besuche im Elefantengehege &#8211; genie\u00dfen k\u00f6nnen. Ich finde sowieso Wuppertal ist eine sehr, sehr sch\u00f6ne und au\u00dfergew\u00f6hnliche Stadt und insbesondere der Zoo ist wirklich sehenswert. Wenn immer m\u00f6glich, statten wir Eurer Stadt einen Besuch ab. Auf hoffentlich ganz Bald!\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das offene, interessante Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christian Kahrmann\u00a0spielte in der \u201eLindenstra\u00dfe\u201c und stand mit Weltstars wie Bruce Willis, Christian Bale und Colin Farrell vor der Kamera. 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