{"id":20081,"date":"2018-06-04T07:35:33","date_gmt":"2018-06-04T05:35:33","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2018\/06\/04\/werner-kreiskott-der-panzer-ist-nicht-eingerostet\/"},"modified":"2022-01-31T18:02:24","modified_gmt":"2022-01-31T17:02:24","slug":"werner-kreiskott-der-panzer-ist-nicht-eingerostet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2018\/06\/04\/werner-kreiskott-der-panzer-ist-nicht-eingerostet\/","title":{"rendered":"Werner Kreiskott: \u201eDer Panzer\u201c ist nicht eingerostet"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_49570\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-49570\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_8958_komp2-1024x727.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"727\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Werner Kreiskott beim Training in seinem Fight Club &#8211; \u00a9 Dirk Sengotta<\/span><\/div>\n<p>Als ungeschlagener Schwergewichts-Weltmeister ist der Wuppertaler Box-Champ Werner Kreiskott aus dem Ring geklettert und hat seine Handschuhe an den Nagel geh\u00e4ngt. Das war am 14. Oktober 2017 nach dem erfolgreichen Fight gegen den starken Georgier Gogita Gorgiladze. Ein Schlu\u00dfgong mit 38 Jahren. Seit einem halben Jahr ist Werner Kreiskott, Betreiber des Fight-Clubs Wuppertal Box-Pension\u00e4r.<\/p>\n<p>Wie sieht sein neues Leben nach Ende seiner Profi-Karriere aus, juckt es ihn nicht noch manchmal in den Fingern, gibt es vielleicht sogar einen R\u00fccktritt vom R\u00fccktritt? Die STADTZEITUNG hat bei dem beliebten Fighter, den seine Fans wegen seines offensiven, mutigen Kampfstils \u201ePanzer\u201c nannten, einmal nachgefragt.<\/p>\n<p><strong>DS: Wie sehr hat sich Ihr Leben seit dem Ende Ihrer Profi-Boxkarriere ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Werner Kreiskott: \u201eIch habe bei meinen eigenen Veranstaltungen in den letzten 13 Jahren auch selbst immer den Hauptkampf bestritten. Ich mu\u00dfte also neben der ganzen Organisation auch noch zweimal t\u00e4glich hart trainieren &#8211; teilweise in K\u00f6ln &#8211; und meine Ern\u00e4hrung komplett umstellen, um fit f\u00fcr den Fight zu werden. Der Alltagsbetrieb in meinem Fight-Club mit den unterschiedichen Trainingsgruppen lief nebenbei ganz normal weiter. Ein ganz sch\u00f6ner Stre\u00df. Das war jetzt bei meiner Veranstaltung im April viel einfacher. Da konnte ich mich zum ersten Mal allein auf die Organisation konzentrieren. Zeitlich habe ich jetzt einen viel gr\u00f6\u00dferen Pufffer und konnte inzwischen sogar eine feste Nebenbesch\u00e4ftigung in einem ganz anderen Bereich annehmen. Trotzdem m\u00f6chte ich die Zeit vor meinem letzten Kampf nicht missen. Alle Veranstaltungungen waren sehr erfolgreich. Wir hatten tolle, starke Jungs im Ring. Die Stimmung war super, die Fans klasse und die Halle ausverkauft.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: M\u00fcssen Ihre Fans Angst haben, dass der \u201ePanzer\u201c, wie Sie ehrfurchtsvoll genannt werden, inzwischen etwas eingerostet ist?<\/strong><\/p>\n<p>Werner Kreiskott: \u201eHm. Also meine Frau lacht ab und zu, weil ich doch ein kleines \u201eB\u00e4uchlein\u201c bekommen habe. Aber das ist ja normal, wenn man mit dem Hochleistungssport aufh\u00f6rt, denke ich. Ich habe mich, was das Training anbetrifft, etwas zur\u00fcckgelehnt. Aber in der letzten Zeit habe ich jedoch die Z\u00fcgel wieder etwas angezogen. Ganz ohne Training geht ja irgendwie auch nicht. Und wenn es mich richtig \u00fcberkommt, kann ich inzwischen wieder jederzeit mit meinen Jungs beim regul\u00e4ren Training im Fight Club mithalten und durchaus auch ein Sparring absolvieren.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Kann Ihre Ehefrau Olga jetzt besser schlafen, als zu Zeiten, als Sie noch f\u00fcr harte, nicht gerade ungef\u00e4hrliche K\u00e4mpfe in den Ring gestiegen sind?<\/strong><\/p>\n<p>Werner Kreiskott: \u201eAbsolut. F\u00fcr sie war ja der Tag der Veranstaltung auch immer sehr stessig, weil sie stets versucht hat, mir vor dem Kampf alles abzunehmen. Sie war an dem Tag dann M\u00e4dchen f\u00fcr alles und musste schauen, dass die K\u00e4mpfe liefen, die G\u00e4ste versorgt wurden usw. Da kann ich ihr jetzt viel abnehmen.\u00a0Au\u00dferdem meinte sie, dass ich diesmal nicht so sehr der nerv\u00f6se \u201eHulk\u201c war, wie in den letzten Jahren kurz vor der Veranstaltung (Lach), weil ich alles perfekt machen wollte.\u00a0Und nat\u00fcrlich hatte sie einfach immer Angst, dass ich mich verletzte.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: K\u00f6nnen Sie einen R\u00fccktritt vom R\u00fccktritt &#8211; also ein Comeback im Ring &#8211; v\u00f6llig ausschlie\u00dfen?<\/strong><\/p>\n<p>Werner Kreiskott: \u201eDann m\u00fcsse ich erstmal einen Fight mit Olga bestreiten, bevor ich einen neuen Hauptkampf angehen k\u00f6nnte. Wenn ein lukratives Angebot k\u00e4me, w\u00e4re es sicher eine \u00dcberlegung wert. Aber ich denke, es war an der Zeit die Boxhandschuhe an den Nagel zu h\u00e4ngen. Und es war der richtige Moment. Ich finde es immer schade, wenn ein K\u00e4mpfer, der k\u00f6rperlich nicht mehr so fit ist, wie er sein m\u00f6chte, trotzdem den richtigen Zeitpunkt des Aufh\u00f6rens verpasst.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie sieht Ihr heutiger Tagesablauf im Gegensatz zu fr\u00fcher aus?<\/strong><\/p>\n<p>Werner Kreiskott: \u201eNeben dem regul\u00e4ren Fight Club-Tagesgesch\u00e4ft und meiner Nebenbesch\u00e4ftigung konnte ich neue Projekte umsetzen, insbesondere das Privattraining intensivieren. Au\u00dferdem beginnt ganz aktuell das Projekt (VIP Training) in Zusammenarbeit mit Stefan Steinhart und seinem EMS-Personal-Trainer-Team.\u00a0Hierbei haben die Kunden die attraktive M\u00f6glichkeit, ein \u201e1zu1\u201c-Training zu buchen.\u00a0Das bedeutet: Die Teilnehmer absolvieren unter professioneller Anleitung entweder mit dem EMS-Trainer oder mir als Boxtrainer ein individuelles Training nach einem ganz bestimmten Plan.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie interessiert verfolgen Sie die Box-Szene noch?<\/strong><\/p>\n<p>Werner Kreiskott: \u201eIch muss diese nat\u00fcrlich noch weiter verfolgen. Ich stehe ja weiterhin mit vielen Schulen und Veranstaltern in Kontakt. Ich vermittle Talente, wenn ich kontaktiert werde.\u00a0Dar\u00fcber hinaus ist das Boxen ja nicht irgendein Job f\u00fcr mich. Es ist weiterhin eine Leidenschaft. Am Wochende schaue ich eigentlich regelm\u00e4\u00dfig Boxen im TV. Sehr oft auch Veranstaltungen aus anderen L\u00e4ndern, da dort die Boxszene noch ausgepr\u00e4gter als bei uns ist.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Im Zeitalter von Handys und PC-Spielen &#8211; wie schwer ist es, Nachwuchs f\u00fcr den Box-Sport zu gewinnen?<\/strong><\/p>\n<p>Werner Kreiskott: \u201eAlso ich denke, den ersten Schritt in eine Trainingshalle m\u00fcssen M\u00e4dels und Jungs schon allein machen. Nat\u00fcrlich arbeite ich auch \u00f6fter mit Organsisationen zusammen, die Jugendliche in schwierigen Situationen unterst\u00fctzen und einen sportlichen Bereich suchen, in denen sich die Kids auspowern, ihre Grenzen erfahren k\u00f6nnen und oft auch eine au\u00dferhalb stehende Autorit\u00e4tsperson brauchen.<br \/>\nIch denke, wenn die Kinder und Jugendliche das erste Mal die Erfahrung machen, dass sie in einer Sache voran kommen und Erfolg haben k\u00f6nnen, ist dieses Gef\u00fchl wesentlich intensiver, als das man einen Level bei der PlayStation weiterkommt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welche privaten Pl\u00e4ne und Ziele haben Olga und Sie in den n\u00e4chsten 5 bis 10 Jahren?<\/strong><\/p>\n<p>Werner Kreiskott: \u201eDa gibt es so einige. Wir sind ein gutes Team. Wir teilen das Interesse am Sport und am Tierschutz. Mal schauen was noch so kommt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Text: Peter Pionke<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor gut einem halben Jahr ist f\u00fcr ihn der letzte Gong ert\u00f6nt. Da hat Wuppertals Box-Champ Werner Kreiskott Abschied vom Ring genommen. 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