{"id":20072,"date":"2018-06-03T08:35:14","date_gmt":"2018-06-03T06:35:14","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2018\/06\/03\/die-a-sozialen-netzwerke\/"},"modified":"2022-01-29T18:43:10","modified_gmt":"2022-01-29T17:43:10","slug":"die-a-sozialen-netzwerke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2018\/06\/03\/die-a-sozialen-netzwerke\/","title":{"rendered":"Die (a)sozialen Netzwerke&#8230;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_48385\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 893px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-48385\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG_6526_a.jpg\" alt=\"\" width=\"883\" height=\"807\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Marketing-Experte Vok Dams &#8211; \u00a9 Dirk Sengotta<\/span><\/div>\n<p>\u201eToo big to fail\u201c titelt die Wirtschaftswoche (14\/29.3.18) einen Artikel \u00fcber Facebook und belegt, dass Werbeboykotte nicht ernst zu nehmen sind. L\u00e4ngst sei Facebook zu m\u00e4chtig und ausgerechnet die von der EU geplanten Datenschutzregeln \u201est\u00e4rken das Netzwerk sogar noch\u201c.<\/p>\n<p>Vertreter der Werbebranche belegen diese Einsch\u00e4tzung und werden im Spiegel mit Aussagen zitiert, wie \u201ees gibt kein Entkommen\u201c (Marcel Loko, Zum goldenen Hirschen) und \u201eals Demokrat gefriert mir das Blut in den Adern (\u2026)\u201c Stephan Vogel, Ogilvy&amp;Mather \/ Pr\u00e4sident ADC).<\/p>\n<p>Ob die die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die vom 25. Mai 2018 an gilt, daran etwas \u00e4ndern wird ist mehr als fraglich. Sorgt sie doch durch fehlende Ausf\u00fchrungsbestimmungen erst einmal f\u00fcr Verunsicherung im Mittelstand und im privaten Bereich, w\u00e4hrend sich die Konzerne flexibel anpassen, ohne ihre Gesch\u00e4ftsmodelle grunds\u00e4tzlich zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Der Spiegel sieht gar die Digitalkonzerne insgesamt \u201eAu\u00dfer Kontrolle\u201c (13\/24.3.18) und verweist auf den Datenskandal, Fake News, russische Manipulationen und kommt zu dem Ergebnis: \u201eFacebook ist zu einer Gefahr f\u00fcr die Demokratie geworden\u201c.<\/p>\n<p>Der Artikel verweist dabei auf fr\u00fchere Aussagen des Konzerns, \u201edie menschliche Kommunikation revolutionieren zu wollen\u201c und dabei zu \u00fcbersehen, dass Revolutionen nicht zwangsweise zu einer besseren Welt f\u00fchren. Dass m\u00e4chtige Kommunikationsinstrumente nicht nur von Demokraten sondern auch von Demagogen genutzt werden.<\/p>\n<p>In der Tat, ganz neu ist diese Erkenntnis nicht. Machtvoller Kommunikationsinstrumente bedienten sich die Weltreligionen ebenso, wie die politischen Bewegungen, die letztlich zu den Katastrophen der j\u00fcngeren Geschichte f\u00fchrten.<\/p>\n<p>Verst\u00e4ndlich also die Skepsis der Nachkriegsgeneration, die nicht nur gegen den \u201eMuff unter den Talaren\u201c sondern auch f\u00fcr den Frieden und gegen Werbung und Volksz\u00e4hlung auf die Stra\u00dfe gingen.<br \/>\nDas war die Zeit, in der klassische Werbung unter Manipulation und Verf\u00fchrung abgelehnt oder zumindest diskutiert wurde und die Privatsph\u00e4re (inklusive des Bankgeheimnisses) unter dem Stichwort des Pers\u00f6nlichkeitsrechts und der pers\u00f6nlichen Freiheit mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen verteidigt wurde.<\/p>\n<p>Privatsph\u00e4re?<br \/>\nKennt dieses Wort heute noch jemand au\u00dferhalb des eigenen Wohnzimmers und des eigenen Kleingartens? Vielleicht.<br \/>\nZumindest aber nicht auf Facebook.<\/p>\n<p>Ein Unternehmen, dass \u201edas Leben von Milliarden Menschen ver\u00e4ndern will, dringt automatisch in die Sph\u00e4ren von Staat und Politik vor\u201c, schreibt der Spiegel.<br \/>\nDer \u201efast mit religi\u00f6ser Inbrunst gepredigten Haltung, \u201ewir sind nur eine Plattform, wir sind nicht verantwortlich daf\u00fcr, was passiert\u201c, steht die Botschaft gegen\u00fcber, \u201edas Internet f\u00f6rdert das Wohl der Menschheit und Facebook hilft dabei\u201c.<\/p>\n<p>Facebook hilft es dabei auch, dass sie inzwischen mit den Daten ihrer Nutzer so viel Geld verdient haben, dass sie erfolgreiche Internet-Unternehmen wie den Fotodienst Instagram f\u00fcr eine Milliarde Dollar und den Messenger-Dienst WhatsApp f\u00fcr 19 Milliarden Dollar gekauft haben und nun auch deren Daten nutzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Spiegel spricht von einer \u201eh\u00f6llisch gef\u00e4hrlichen Dynamik\u201c: \u201eViele (\u2026) lesen ihre Nachrichten nur noch bei Facebook. Der Konzern wird zur dominierenden Kraft der globalen Medienbranche. (\u2026) Wem was gezeigt wird, entscheidet allein die Software. Algorithmen messen, was gelesen, geteilt und kommentiert wird. (\u2026) So bilden sich Echokammern und Filterblasen.\u201c<\/p>\n<p>Wer glaubt nach Trump noch, dass die Politik und politische Wahlen von dieser Entwicklung unbeeinflusst bleiben? Wer wundert sich da noch, wenn im Silicon Valley das Ger\u00fccht zirkuliert, Facebook-Gr\u00fcnder Zuckerberg habe Allmachtsphantasien und erw\u00e4ge eine Pr\u00e4sidentschaftskandidatur?<\/p>\n<p>Nun, sp\u00e4testens jetzt fragt sich der geneigte Leser, was hat das mit uns, was hat das mit Wuppertal zu tun?<br \/>\nDie Kommunikations-Kan\u00e4le, die wir in Politik und Wirtschaft nutzen sind vielf\u00e4ltig. Um nicht zu sagen, sie sollten vielf\u00e4ltig sein. Wir kommen um klassische Medien, das Internet aber auch um Facebook kaum herum.<\/p>\n<p>Auch wenn wir (noch) nicht gelernt haben, diese \u201ePlattform\u201c mit geb\u00fchrender Vorsicht zu nutzen. Das Lernpotential ist gro\u00df und eine politische Kontrolle unumg\u00e4nglich. Medienunterricht an Schulen ist dabei ebenso gefordert, wie die Aufsicht der Kartellbeh\u00f6rden, die Monopole aus guten Gr\u00fcnden zu verhindern suchen.<\/p>\n<p>Wir sind alle gefordert. Auch wenn die \u00f6ffentliche Diskussion jetzt erst einsetzt. Nicht zuletzt, um uns aus der Monopolisierung des Denkens zu befreien, Filterblasen und Echokammern aufzul\u00f6sen und nicht zuletzt, um die Demokratie vor den Demagogen zu retten.<\/p>\n<p>Journalistische Vielfalt ist im Tal ist deshalb zu begr\u00fc\u00dfen und zu unterst\u00fctzen. Werbung und Kommunikation, die \u00fcber Informations-Flyer hinaus geht, unumg\u00e4nglich. Vor allem, wenn es darum geht Wuppertal in seiner Attraktivit\u00e4t ganzheitlich darzustellen. Als einzigartiges Produkt. Unverwechselbar und attraktiv.<\/p>\n<p>Das Zusammenspiel der Kultureinrichtungen ist hier schon der richtige Ansatz. Eine Koordination (Orchestrierung) unterschiedlichster Ereignisse (Events) mit dem Fokus auf einen unverwechselbaren, einheitlichen Auftritt der Stadt, k\u00f6nnte die Wirkung jeder Einzelma\u00dfnahme potenzieren.<\/p>\n<p>Live Campaigns nennen wir es, wenn wir mit Events den Content liefern, um die unterschiedlichsten Kommunikationskan\u00e4le mit einer einheitlichen Botschaft zu bespielen. Die neuen Medien bekommen dabei eine wichtige Rolle zugewiesen und Facebook zeigt, welche Dynamik sich hier gesteuert oder ungesteuert entwickeln kann.<\/p>\n<p>So scheint es angesagt, Medien eigenverantwortlich zu nutzen und Informationen bewusst zu steuern. In unserem eigenen Interesse und im Interesse der Botschaft, die wir \u00fcber ein Ereignis und \u00fcber unsere Stadt, \u00fcber Wuppertal, vermitteln m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Wenn Facebook also Plattform ein Teil des Orchesters ist, sollten wir uns jetzt als Komponisten bet\u00e4tigen und die St\u00fccke f\u00fcr Wuppertal schreiben, die virtuose Musiker aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung f\u00fcr uns spielen.<\/p>\n<p>Es gibt viel zu tun \u2013 packen wir`s an!<\/p>\n<p>Mit den besten Gr\u00fc\u00dfen aus WUPPERTAL,<br \/>\nder Erlebnisstadt mit der Schwebebahn.<\/p>\n<p><strong>Ihr Vok Dams<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die (a)sozialen Netzwerke.\u00a0Oder \u2013 eine Kommunikations-Partitur f\u00fcr die Stadt&#8220;- STADTZEITUNGS-Kolumnist Vok Dams nimmt wie immer kein Blatt vor den Mund und zeigt Wege auf&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":20071,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26],"tags":[4215,43,3258],"class_list":["post-20072","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik","tag-eventmarketing","tag-vok-dams","tag-vok-dams-atelierhaus"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-22 04:02:10","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20072","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20072"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20072\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48452,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20072\/revisions\/48452"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20071"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20072"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20072"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20072"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}