{"id":19899,"date":"2018-05-11T08:03:40","date_gmt":"2018-05-11T06:03:40","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2018\/05\/11\/heldentod-als-gladiator-macht-ralf-moeller-unsterblich\/"},"modified":"2025-05-12T19:08:39","modified_gmt":"2025-05-12T17:08:39","slug":"heldentod-als-gladiator-macht-ralf-moeller-unsterblich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2018\/05\/11\/heldentod-als-gladiator-macht-ralf-moeller-unsterblich\/","title":{"rendered":"Heldentod als Gladiator macht Ralf Moeller unsterblich"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_45356\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-45356\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/2018-04-19-PHOTO-00000003-2.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"720\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Zwei Gladiatoren: Ralf Moeller (l.) und Hauptdarsteller Russell Crowe um Welterfolg &#8222;Gladiator&#8220; &#8211; \u00a9 Universal Pictures<\/span><\/div>\n<p>Kaum ein Schauspieler tr\u00e4umt nicht von einer Hollywood-Karriere. Sein Traum ist aber wahr geworden. Er hat es aus eigener Kraft geschafft. Ralf Moeller, Ex-Bodybuilder und ehemaliger \u201eMr. Universum\u201c, steht jetzt mit den ganz Gro\u00dfen vor der Kamera. Nach ein paar kleineren Rollen im deutschen Fernsehen stieg er 1992 in den Flieger nach Los Angeles.<\/p>\n<p>Im Gep\u00e4ck: Willensst\u00e4rke und Selbstbewusstsein. Sein Heldentod als Gladiator neben Oscarpreistr\u00e4ger Russel Crowe im gefeierten Leinwand-Epos \u201eGladiator\u201c (2000) machte ihn unsterblich. Sp\u00e4testens seitdem ist Ex-Bademeister Ralf Moeller selbst ein gefragter Filmstar und schwimmt nunmehr auf der Erfolgswelle.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-83834\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Hand-aufs-Herz-88510200.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"66\" \/><\/p>\n<p>Peter Pionke hat den sympathischen, muskelbepackten 1,96 Meter gro\u00dfen H\u00fcnen interviewt.<\/p>\n<p><strong>DS: Seit 1992 leben Sie in Los Angeles und sind dort erfolgreich. Waren Sie sich da vorher so sicher oder haben Sie ganz einfach nur gepokert?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eIch war ja in den 80er Jahren schon ein paar Mal als Bodybuilder in Los Angeles. Nachdem ich dann meine erste kurze Rolle im Duisburg-Tatort \u201eGebrochen Bl\u00fcten\u201c mit G\u00f6tz George hatte und auch in zwei \u201eCyborg\u201c-Filmen mit Jean Claude van Damme und in \u201eUniversal Soldier\u201c mit Star-Regisseur Roland Emmerich mitgespielt hatte, habe ich mich 1992 entschieden, mit der Familie nach Amerika zu gehen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: War das eine spontane Aktion ohne Netz und doppelten Boden?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201e\u00dcberhaupt nicht. Ich habe nicht einfach alle Br\u00fccken hinter mir abgerissen. Ich war damals noch Schwimmmeister bei der Stadt Recklinghausen und habe mich erst einmal beurlauben lassen. Ich hatte damals auch schon meine Werbevertr\u00e4ge, z.B. bei Maredo und bei der Karstadt-Sport-Marke Alex. Mich hat keiner her\u00fcbergerufen und gesagt: Hallo, Ralf Moeller, wir warten auf Dich! Mir war klar: Ich hatte nur eine Chance, in Amerika als Schauspieler Fu\u00df zu fassen, wenn ich dort auch lebte und die Sprache beherrschte.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Rolle hat Ihr Body und ihre imposante Erscheinung damals gespielt?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eEs hat mir am Anfang schon geholfen, dass ich 1986 Bodybuilding-Weltmeister und \u201eMr. Universum\u201c geworden war. Ich war dadurch auf der ganzen Welt bekannt. Das hat nat\u00fcrlich das Film-Studio dazu bewegt, mich f\u00fcr \u201eUniversal Soldier\u201c zu besetzen. Damals hatte ich ja noch keine Schauspielschule von innen gesehen. Mit intensiven Schauspiel- und Sprech-Unterricht habe ich erst sp\u00e4ter begonnen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: W\u00fcrden Sie diesen Schritt heute noch einmal genauso vollziehen?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eAuf jeden Fall. Ich w\u00fcrde aber aus heutiger Sicht viel fr\u00fcher damit beginnen, die englische Sprache zu lernen. Ich war in der Schule in Sprachen nicht sonderlich gut. Und ich habe dann auch erst mit Ende 20 intensiv Englisch-Unterricht genommen. Inzwischen spreche ich die Sprache nat\u00fcrlich sehr gut. Es ist viel leichter, eine Rolle zu spielen, wenn man die Sprache, in der der Film gedreht wird, perfekt beherrscht.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_45357\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-45357\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_8321_a-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Film-Star Ralf Moeller: Immer locker und l\u00e4ssig &#8211; \u00a9 Dirk Sengotta<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Ist denn auch in amerikanischen Produktionen Ihre Stimme zu h\u00f6ren?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eGrunds\u00e4tzlich ja. Die Amerikaner wollen, dass man selbst spricht. Erstaunlicherweise werde ich bei amerikanischen Produktionen, die auf den deutschen Markt kommen, des \u00f6fteren synchronisiert. In der deutschen Fassung von \u201aGladiator\u2018 hat mich beispielsweise Reiner Sch\u00f6ne gesprochen. Das lag aber daran, dass ich zum Zeitpunkt der Synchronisation bereits f\u00fcr einen anderen Film vor der Kamera gestanden habe und unabk\u00f6mmlich war. Sonst h\u00e4tte ich das nat\u00fcrlich selbst gemacht.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Deutsche Schauspieler tun sich \u2013 von wenigen Ausnahmen abgesehen \u2013 in Hollywood sehr schwer. Wo liegen die Gr\u00fcnde aus Ihrer Sicht daf\u00fcr?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eEs gibt wirklich nur eine Handvoll deutschsprachiger Schauspieler, die sich in Hollywood durchgesetzt haben. Thomas Kretschmann ist so einer oder auch Til Schweiger. Christoph Waltz stellt die ganz gro\u00dfe Ausnahme dar. Er hat sogar zwei Oscars gewonnen. Dann gibt es noch Udo Kier, J\u00fcrgen Prochnow oder Armin M\u00fcller-Stahl. Es werden einfach mehr Kollegen aus Ausstralien und England gecastet. Deutsche Schauspieler sind ja aufgrund unserer Geschichte und unseres Akzents jahrelang nur als B\u00f6sewichter besetzt worden. Ich hatte das Gl\u00fcck, dass ich in der Serie \u201aConan\u2018, die in 80 L\u00e4ndern lief, endlich einmal den Guten spielen konnte.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Hatten Sie eigentlich am Set von \u201aGladiator\u2018 viel Kontakt mit Super-Star Russell Crowe?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eJa, klar. Daraus ist eine langj\u00e4hrige Freundschaft entstanden. Er besucht mich, wenn er in L.A. ist. Und ich war auch schon auf Geburtstagsfeiern seiner Kids. Er ist ein begnadeter Schauspieler und ich bin ihm auch sehr dankbar, dass er mich in seiner Dankesrede f\u00fcr den Oscar, den er f\u00fcr \u201aGladiator\u2018 erhalten hat, namentlich erw\u00e4hnt hat.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Kann man sagen, dass Sie in der Rolle das Gladiators Hagen in dem Leinwand-Epos \u201eGladiator\u201c international den Durchbruch geschafft haben?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eAuf jeden Fall. Der Film hat f\u00fcnf Oscars bekommen und ist inzwischen ein Klassiker wie &#8218;Ben Hur&#8216;. In Australien, Frankreich oder England, \u00fcberall werde ich auf den Film und meine Rolle als Hagen angesprochen. Und selbst Russell Crowe, der so tolle Rollen in seiner Karriere gespielt hat, wird immer der Gladiator bleiben.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie haben Sie sich eigentlich auf die Rolle des Gladiators Hagen vorbereitet?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eWir haben in Marokko und Malta gedreht. Dort hat uns die gro\u00dfe Hitze zu schaffen gemacht. Wir haben zum Teil 12 bis 15 Stunden am Tag gearbeitet. F\u00fcr mich dauerten die Dreharbeiten 3,5 Monate. Es gab viele Kampfszenen. Daf\u00fcr mussten wir k\u00f6rperlich fit sein. Deshalb hatten wir am Set in Marokko und Malta auch ein eigenes Fitness-Studio. Und da habe ich auch regelm\u00e4ssig trainiert.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Da gab es zum Teil sehr heftige Kampfszenen. Hatten Sie da auch ein Double?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eIch habe alles selbst gespielt, sogar die Szene, als der Kampfwagen haarscharf \u00fcber uns hinwegflog. Es gibt nat\u00fcrlich Filme, in denen es extrem gef\u00e4hrliche Szenen gibt, z.B. Spr\u00fcnge aus gr\u00f6\u00dferen H\u00f6hen, dann muss schon aus Versicherungsgr\u00fcnden ein Stuntman einspringen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Aufgrund Ihrer Vorgeschichte als \u201eMr. Universum\u201c stellen Sie in der Regel Charakt\u00e4re dar, die k\u00f6rperlich sehr pr\u00e4sent sind und nicht die verletzlichen, emotionale Typen. F\u00fchlen Sie sich da in eine Schublade gesteckt?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eAuf keinen Fall. Ich habe ja auch schon in Kom\u00f6dien mitgespielt. Und in dem Film \u201eHaialarm auf Mallorca\u201c, mit 6,5 Millionen Zuschauern die erfolgreichste RTL-Filmproduktion \u00fcberhaupt, konnte ich als Hauptdarsteller auch meine emotionale und kom\u00f6diantische Seite zeigen. Ich fand nur den Titel des Filmes nicht besonders gl\u00fccklich. Mir w\u00e4re es lieber gewesen, er h\u00e4tte wie geplant \u201aMegalodon\u2018 gehei\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: \u201eHaialarm auf Mallorca\u201c ist von einigen Kritikern verrissen worden. Trifft Sie das sehr?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eNein, das tangiert mich nicht. Mir geht es darum, Filme zu machen, die unterhalten. Und der Film hat sehr vielen Menschen gefallen. Es gibt immer Leute, die von Berufs wegen kritisch sind. Dass wir f\u00fcr RTL keinen Klassiker von Shakespeare verfilmen w\u00fcrden, d\u00fcrfte jedem klar sein. Es wird immer Menschen geben, die mich nicht m\u00f6gen oder meine Arbeit nicht w\u00fcrdigen. Das lasse ich nicht zu nah an mich herankommen. Sonst w\u00e4re ich Schwimmmeister in Recklingausen geblieben.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie ist das denn zu verstehen?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eEs gibt in Deutschland sehr viel Neid. Die Amerikaner sagen: \u201aDu bist ein toller Typ, Du hast eine geile Harley und eine tolle Lederjacke.\u2018 Jetzt kann man nat\u00fcrlich sagen, die Amis seien oberfl\u00e4chlich. Okay. Man h\u00f6rt aber doch lieber Nettigkeiten. Komplimente kennen wir in Deutschland gar nicht. Hier denken viele: \u201aWas f\u00fcr ein tolles Motorrad, warum habe ich das nicht\u2018?\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wenn Ihnen eine Rolle als Tatort-Kommissar angeboten w\u00fcrde, w\u00e4re das f\u00fcr Sie eine \u00dcberlegung wert?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eDas w\u00fcrde ich gerne machen. Es w\u00e4re auch zeitlich kein Problem, das sind ja nur zwei Folgen im Jahr. Ich w\u00e4re sicher ein ganz anderer Typ von Kommissar. Aber ich mache mir da keine Illusionen. Die Entscheider bei der ARD nehmen doch lieber Schauspieler, die vom Theater kommen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Gibt es eigentlich echte, tiefen Freundschaften in der Glamourwelt von Hollywood?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eDie gibt es. Mit Arnold Schwarzenegger bin ich schon seit 36 Jahren befreundet. Sylvester Stallone kenne ich auch schon seit 1995. Und auch Roland Emmerich ist seit langem ein guter Freund.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Machen Sie eigentlich immer noch mit Arnold Schwarzenegger Motorrad-Touren \u00fcber die ber\u00fchmte Route 66?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eWir fahren immer noch, wenn es die Zeit zul\u00e4sst. James Cameron, Regisseur von \u201aTitanic\u2018, ist dann auch oft dabei. Das macht einen Riesenspa\u00df.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Rennen Sie immer noch die Santa Monica Stairs Huckepack mit einem Trainingspartner rauf und runter?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eDie Treppen sind aber nur ein Part des Trainingsprogramms von Arnold und mir. Wir trainieren nach wie vor im Gold Gym mit Gewichten. Wir fahren jeden morgen mit dem Rad zum Training. Das sind so 15 Meilen. Danach geht es zum Fr\u00fchst\u00fcck ins Caf\u00e9 Rose oder Vermont-Hotel. Aber gegenseitig auf die Schulter nehmen wir uns auf den Santa Monica Stairs nicht mehr.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: F\u00fcr welchen Film stehen Sie demn\u00e4chst vor der Kamera?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eEs laufen gerade die Vorbereitungen f\u00fcr den Thriller \u201aAu Pair\u2018, das ist eine gro\u00dfe internationale Produktion. Wir drehen ab Oktober in Salzburg.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sylvester Stallone hat ja ganz sch\u00f6n an sich herumschnippeln lassen. K\u00e4men Sch\u00f6nheitsoperationen auch f\u00fcr Sie in Frage?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eAbsulut nicht! Jede Falte ist hart erk\u00e4mpft. Clint Eastwood ist 88 und der sieht immer noch gut aus &#8211; ohne Sch\u00f6nheitsoperation. Gerade bei M\u00e4nnern verstehe ich das nicht. Warum etwas tun, was gegen die Natur ist? Du kannst im Film jemand \u00e4lter erscheinen lassen durch ein spezielles Make up, aber verj\u00fcngern kann man keinen. Die Ergebnisse solcher Eingriffe sehen doch immer etwas grotesk aus. Aber ob Sch\u00f6nheits-OP oder nicht bleibt nat\u00fcrlich jedem selbst \u00fcberlassen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Also haben Sie gar keine Probleme mit dem \u00c4lterwerden?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eWirklich nicht. Nichts ist f\u00fcr immer, das wei\u00df ich doch. Ich bin nun einmal in einem reifen Alter und dementsprechend wird man auch gecastet. Ich kann vielleicht noch einen Endvierziger spielen, aber keinen 20- oder 30j\u00e4hrigen Liebhaber mehr. Das macht aber auch nichts. Dann spiele ich eben den \u00e4lteren Liebhaber und &#8211; wenn es sein mu\u00df &#8211; eben auch einen Gro\u00dfvater &#8211; aber einen fitten Opa.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Viele Film- oder Fernsehschauspieler versp\u00fcren irgendwann den gro\u00dfen Drang, sich auf die B\u00fchne zu stellen und Theater zu spielen. W\u00e4re das auch f\u00fcr Sie eine Option?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eEigentlich habe ich da keine Ambitionen. Aber warum eigentlich nicht, ich k\u00f6nnte beispielsweise im \u201aJedermann\u2019 den Teufel spielen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind ja auch das Idol vieler Kids, was geben Sie denn denen mit auf den Lebensweg?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eGanz einfach: Sport zu treiben und sich gesund zu ern\u00e4hren. Als ich noch Schwimmmeister war, hatten von zehn Kindern zwei \u00dcbergewicht. Heute ist es leider umgekehrt. Das liegt daran, dass immer mehr S\u00fc\u00dfes gegessen und immer mehr Zeit mit Spielen am Computer verbracht wird. Ein echtes Problem. Ich bin als Jugendlicher in der Badezeit im Rhein-Herne-Kanal schwimmen gewesen. Wir waren st\u00e4ndig drau\u00dfen. Daf\u00fcr trainieren jetzt aber viele \u00e4ltere Menschen im Fitness-Studio, um in Form zu bleiben.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie sieht denn gesunde Ern\u00e4hrung \u00e1 la Ralf Moeller aus?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eWenig Zucker, viel Obst und Gem\u00fcse, Fisch, Gefl\u00fcgel und Fleisch in Ma\u00dfen. Ich esse mehr und mehr pflanzliche Produkte. Es gibt z.B. ganz tolle, leckere vegetarische Burger. Elefanten und Nash\u00f6rner sind ja auch reine Pflanzenfresser und trotzdem stark. Einfach mal abends die Chips und die Cola weglassen. Meine Formel: Low Carb und High Protein.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Was w\u00fcrden Sie einer jungen deutschen Schauspielerin oder einem Schauspieler raten, die in Hollywood ihr Gl\u00fcck versuchen wollen?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eWer wild entschlossen ist, in Amerika Filmkarriere zu machen, der muss wissen, das der Weg sehr steinig ist. Man braucht zun\u00e4chst einmal eine Green-Card. Au\u00dferdem mu\u00df einem klar sein, dass dr\u00fcben die Besten der Besten Schlange stehen und die Schauspieler aus der dritten und vierten Reihe immer noch Weltklasse sind. Grundvoraussetzung ist eine sehr gute Schauspielausbildung und man mu\u00df flie\u00dfend Englisch sprechen k\u00f6nnen. Die meisten schaffen den Durchbruch nicht und kehren dann entt\u00e4uscht wieder nach Deutschland zur\u00fcck.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben vieles in Ihrem bisherigen Leben richtig gemacht. Gibt es etwas, was Sie bereuen?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eIch bin mit meinem Leben sehr zufrieden. Mir geht es gut. Ich f\u00fchle mich in Amerika und Deutschland wohl. Mit meinen T\u00f6chtern und mit meiner Frau Annette, von der ich getrennt lebe, habe ich ein gutes Verh\u00e4ltnis. In 59 Lebensjahren macht man sicher auch Fehler. Und ich habe bestimmt auch mal Sachen gesagt, die besser nicht gesagt h\u00e4tte.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Seit 2014 haben Sie neben der deutschen auch die amerikanische Staatsb\u00fcrgerschaft. Damit ist Donald Trump jetzt auch Ihr Pr\u00e4sident. Wie gut k\u00f6nnen Sie damit leben?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: \u201eDonald Trump ist kein Pr\u00e4sident, wie man ihn sich vorstellt. Er ist nicht staatsm\u00e4nnisch wie viele seiner Vorg\u00e4nger. Er ist ein Businessman. Und genauso gibt er sich auch. Er twittert munter herum, wof\u00fcr auch schon jede Menge Kritik einstecken musste. Auf der anderen Seite, versucht er das, was er vor der Wahl versprochen hat, jetzt auch Zug um Zug umzusetzen. Normalerweise l\u00e4sst man sich ja gern neben einem Pr\u00e4sidenten fotografieren, bei Trump ist das anders.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ihre Initiative &#8222;Starke Typen\u201c soll Kindern aus sozialen Brennpunkten ein positives Lebensgef\u00fchl und nach M\u00f6glichkeit einen Ausbildungsplatz bescheren. Wie funkioniert das?<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller: &#8222;Wir bringen Hauptsch\u00fcler, deren Bewerbungen aufgrund ihrer Schulnoten in den Personalabteilungen der Unternehmen gleich im Papierkorb landen w\u00fcrden, mit Unternehmern und somit potentiellen Arbeitgebern zusammen. Der direkte Kontakt und die intensiven Gespr\u00e4che miteinander f\u00fchren oft dazu, dass die Firmen-Chefs bei den Hauptsch\u00fclern ungeahnte Talente und F\u00e4higkeiten entdecken. Auf diese Weise hat schon so mancher seinen Ausbildungspatz erhalten.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das spannende, unterhaltsame Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Vita<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Ralf Moeller wurde am 12.01.1959 als Ralf Rudolf M\u00f6ller in Recklinghausen geboren. Nach der Schule machte er eine Ausbildung als Schwimm-Meister und Schwimmlehrer. Seinen Wehrdienst leistete er von 1979 bis 1981 beim Pipelinepionierbataillon 840 in Wuppertal-Elberfeld ab. Er ist Obergefreiter der Reserve.<\/p>\n<p>Als Sport betrieb er u.a. Boxen, Kugelsto\u00dfen und Diskuswerfen. Moeller wechselte aber schlie\u00dflich zum Bodybuilding. Seine Erfolge: 1984: Deutscher Meister &#8211; 1986: Mr. Universum &#8211; 1988: Mr. Olympia. Im Juni 1989 beendete er seine Bodybuilding-Laufbahn.<\/p>\n<p>1988 bekam Ralf Moeller im Duisburg-Tatort \u201eGebrochene Bl\u00fcten\u201c mit G\u00f6tz George und Eberhard Feik seine erste Fernseh-Rolle. Es folgten Auftritte in Cyborg (1989) und in Roland Emmerichs \u201eUniversal Soldier\u201c mit Dolph Lundgren und Jean-Claude van Damme. In der TV-Serie \u201eConan der Abenteurer\u201c (1997-1998), die in 80 L\u00e4ndern ausgestrahlt wurde, spielte er die Hauptrolle. Sein bislang gr\u00f6\u00dfter Erfolg: Er spielte den Gladiator Hagen in Ridley Scotts \u201eGladiator\u201c (2000) an der Seite von Oscargewinner Russel Crowe, Joaquin Phoenix und Richard Harris. 2002: \u201eScorpion King\u201c. 2003 \u00fcbernahm Ralf Moeller die Hauptrolle in der erfolgreichen RTL-Eigenproduktion \u201eHaialarm auf Mallorca\u201c. Insgesamt spielte er bislang in mehr als 50 Kino- und TV-Filmen mit.<\/p>\n<p>Ralf Moeller hat mit seiner Frau Annette, von der getrennt lebt, zwei T\u00f6chter. Er wohnt in Los Angeles und besitzt neben dem deutschen auch einen amerikanischen Pa\u00df. Er engagiert sich u.a f\u00fcr die Initiative \u201eStarke Typen\u201c, \u201eDolphin Aid\u201c und den \u201eWei\u00dfen Ring\u201c. Gerade erst wurde der NRW-Verdienstorden-Tr\u00e4ger Ralf Moeller von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zum Ehren-Kommissar ernannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Heldentod in im Leinwand-Epos \u201eGladiator\u201c (Regie: Ridley Scott) hat Ralf Moeller unsterblich gemacht. Im &#8222;Hand aufs Herz&#8220;-Interview spricht er u.a. \u00fcber seine Hollywood-Karriere und seine Tr\u00e4ume.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":19898,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32],"tags":[4446,4445,4447,4448],"class_list":["post-19899","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interviews","tag-gladiator","tag-ralf-moeller","tag-ridley-scott","tag-russell-crowe"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-25 11:25:50","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19899","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19899"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19899\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":83887,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19899\/revisions\/83887"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19898"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19899"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19899"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19899"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}