{"id":19052,"date":"2018-02-10T10:21:42","date_gmt":"2018-02-10T09:21:42","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2018\/02\/10\/hand-aufs-herz-die-bluetentraeume-des-frank-meyer\/"},"modified":"2025-02-26T01:02:30","modified_gmt":"2025-02-26T00:02:30","slug":"hand-aufs-herz-die-bluetentraeume-des-frank-meyer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2018\/02\/10\/hand-aufs-herz-die-bluetentraeume-des-frank-meyer\/","title":{"rendered":"Hand aufs Herz: Die \u201eBl\u00fctentr\u00e4ume\u201c des Frank Meyer"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_45405\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 901px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-45405\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/dcdb27766d2da45e5e0f065639f5cc3a-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"891\" height=\"603\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Baudezernent Frank Meyer &#8211; \u00a9 Stadt Wuppertal<\/span><\/div>\n<p>Bau-Dezernent Frank Meyer (SPD) hat mit Sicherheit das Ressort mit dem l\u00e4ngsten Namen: Stadtentwicklung und St\u00e4dtebau, Vermessung, Katasteramt und Geodaten, Stra\u00dfen und Verkehr, Bauen, Wohnen und Umweltschutz geh\u00f6ren zu seinem umfangreichen Gesch\u00e4ftsbereich 1. In seine Zust\u00e4ndigkeit f\u00e4llt u.a. die Neugestaltung des D\u00f6ppersbergs. Dabei hat er sich nicht nur Freunde gemacht.<\/p>\n<p>Kostensteigerungen und Verkehrsbehinderungen machte die Opposition im Stadtrat an seinem Namen fest. Frank Meyers Wiederwahl war nicht unumstritten. Mit 39:28 Stimmen wurde er 2016 f\u00fcr weitere acht Jahre im Amt best\u00e4tigt. Sicher kein Traumergebnis. Doch das kann den Diplom-Ingenieur nicht ersch\u00fcttern. St\u00e4dtebauer Frank Meyer geht weiter seinen Weg. Im \u201eHand aufs Herz\u201c-Interview mit Peter Pionke bekannte er Farbe.<\/p>\n<p><strong>DS: Wie f\u00e4llt Ihre pers\u00f6nliche Bilanz der ersten gut eineinhalb Amtsjahre seit Ihrer Wiederwahl aus?<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eEigentlich positiv. Wir haben beim Jahrhundert-Projekt D\u00f6ppersberg ein wichtiges Etappenziel erreicht. Es hat vor sieben Jahren kaum jemand f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, dass wir das Projekt in Zeiten schlimmster Finanznot und bei gro\u00dfen Bedenken von Seiten des Landes NRW \u00fcberhaupt an den Start bringen w\u00fcrden. Es war eine Operation am offenen Herzen. Und wir haben auch unser Versprechen eingehalten, dass die B7 maximal drei Jahre lang gesperrt blieb. Dar\u00fcber hinaus haben wir weitere Projekte angeschoben wie etwa die \u201eQualit\u00e4tsoffensive Innnest\u00e4dte\u201c, die Barmen und Elberfeld Investionen in Stra\u00dfen, Wege und Pl\u00e4tze in Millionenh\u00f6he bringen wird, wie sie Wuppertal seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat. Ein komplett neues Stadt-Quartier entwickeln wir am Heubruch, auch das vor wenigen Jahren noch undenkbar. Bei allem, was wir tun, bewegen wie uns leider immer in einem Spagat zwischen dem, was w\u00fcnschenswert und dem was m\u00f6glich ist.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Das m\u00fcssen Sie uns n\u00e4her erkl\u00e4ren\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eWir mussten ja immer wieder Personal konsolidieren, um den Haushalt auszugleichen Das hat unseren Aktionsradius bei bestimmten Projekten deutlich eingeschr\u00e4nkt. Jetzt erleben wir, dass wir mit F\u00f6rdermitteln quasi \u00fcbersch\u00fcttet werden. Aber aus Personalgr\u00fcnden schaffen wir es nur mit Ach und Krach, diese F\u00f6rdert\u00f6pfe \u00fcberhaupt auszusch\u00f6pfen. Entsprechendes Personal im technischen Bereich ist d\u00fcnn ges\u00e4t. Und es wird immer schwieriger, f\u00fcr das Geld, das im \u00d6ffentliche Dienst gezahlt wird, Kolleginnen und Kollegen zu finden. Wir versuchen deshalb verst\u00e4rkt, uns als Familien freundlicher Arbeitgeber zu pr\u00e4sentieren. Im Bereich Konstruktiven Ingenieurbau suchen wir seit zwei Jahren h\u00e4nderingend Mitarbeiter. Vielleicht haben wir als Verwaltung auch zu sp\u00e4t gegen gesteuert und waren zu lange auf dem \u201eKonsolidierungs-Pfad\u201c unterwegs.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ihr Ressort ist sicher nicht gerade vergn\u00fcgungssteuerpflichtig, es allen recht zu machen ist unm\u00f6glich, wie gehen Sie damit um?<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eWenn die Kritik konstruktiv ist, setze ich mich damit auch konstruktiv auseinander. Die meisten Anschreiben von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern haben nat\u00fcrlich Mangel-Situationen oder Probleme zum Thema. Nur selten gibt es einmal Lob. Ich hatte gerade ein nettes Erlebnis bei meinem w\u00f6chentlichen Currywurst-Essen auf dem Werth. Da erkl\u00e4rte mir ein \u00e4lteres Ehepaar aus N\u00e4chstebreck: \u201aVorher wird ja immer gemeckert, aber mit Ikea l\u00e4uft alles wunderbar. Tut Ihnen ja sicherlich auch mal gut, etwas Positives zu h\u00f6ren\u2018. Tut es wirklich! Schwer zu schaffen macht mir allerdings, wenn ich &#8211; wie im Fall B7-Sperrung &#8211; Hass erf\u00fcllte Mails erhalte und sogar pers\u00f6nlich bedroht werde.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie hoch werden denn jetzt die endg\u00fcltigen Kosten f\u00fcr die Neugestaltung D\u00f6ppersberg sein?<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eWir sind ja schon ziemlich weit und ich gehe davon aus, dass wir keine weiteren Kostensteigerungen haben werden und somit mit den rund 140 Millionen \u20ac hinkommen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wenn Sie dem Platz am neuen D\u00f6ppersberg ganz allein einen Namen geben d\u00fcrften, welchen Namen w\u00fcrden Sie dem Platz geben?<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eIch komme ja nicht aus Wuppertal, deshalb kann ich die stark emotionale Bindung vieler Wuppertaler an diesen Platz nicht so ganz nachvollziehen. Der D\u00f6pps ist nicht nur eine Ortsbezeichnung, sondern eine Institution. Ich pers\u00f6nlich w\u00fcrde ihn \u201aEuropaplatz\u2018 taufen. Ich kann aber auch mit der Bezeichnung D\u00f6ppersberg &#8211; auf die es ja wohl hinaus l\u00e4uft &#8211; sehr gut leben.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Am Primark-Geb\u00e4ude scheiden sich noch immer die Geister, wie gelassen nehmen Sie das hin?<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eIch bin selber Architekt und kann insofern die Kritik ein St\u00fcck weit nachvollziehen. Die Fassade finde ich gelungen, aber es ist bedauerlich, dass man seinerzeit entschieden hat, das Geb\u00e4ude 22 Meter n\u00e4her an die Lauflage zu r\u00fccken und damit den unteren Platz zu sehr beschnitten hat. Im Nachhinein h\u00e4tte man sich da mehr Gro\u00dfz\u00fcgigkeit gew\u00fcnscht. Ich finde auch, dass die Proportionen des Geb\u00e4udes die historischen Bauwerke zu sehr in den Hintergrund r\u00fccken. Es war eben ein Aushandlungs-Proze\u00df zwischen Investoren-Interessen auf der einen und st\u00e4dtebaulichen Interessen auf der anderen Seite. Trotzdem bin davon \u00fcberzeugt, dass wir einen sehr attraktiven Stadt-Eingang bekommen haben.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wieweit ist denn die propagierte \u201eQualit\u00e4tsoffensive Innenstadt\u201c nach Ihrer Einsch\u00e4tzung vorangeschritten?<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eAuch wenn die bebauten Ergebnisse erst einmal auf sich warten lassen, hat die \u201aQualit\u00e4tsoffensive Innenstadt\u2018 schon f\u00fcr eine gewisse Aufbruchstimmung gesorgt. Als Erstes gehen wir den von der Heydt-Platz an, danach sind der Wall und der Neumarkt an der Reihe. Die F\u00f6rderantr\u00e4ge werden derzeit gestellt, wir hoffen bald auf positive Nachrichten aus D\u00fcsseldorf. Ich sage mal voraus, dass sich das Gesicht Elberfelds in f\u00fcnf Jahren sehr nachhaltig und positiv ver\u00e4ndert hat.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: In der Barmer Innenstadt sind jetzt so paar nette Kugeln aufgeh\u00e4ngt worden. Bleibt der Stadtteil &#8211; und besonders die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone &#8211; dennoch ein Problemfall?<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eIch sehe auch in Barmen eine gute Entwicklung, nicht zuletzt dank des tollen Engagement der dortigen \u201eImmobilienstandgemeinschaft\u201c, \u00fcbrigens eine der erfolgreichsten in ganz Deutschland. Das Projekt \u201aQualit\u00e4tsoffensive Innenst\u00e4dte\u2019 bezieht ja Barmen bewu\u00dft mit ein. Neben den lange \u00fcberf\u00e4lligen Aufwertungsmassnahmen in Elberfeld verlieren wir Barmen nicht aus dem Fokus. Die Mittel daf\u00fcr stehen bereit. Es wird ein Wettbewerb \u00e4hnliches Verfahren mit begleitenden Workshops gegen, an dem sich die interessierte \u00d6ffentlichkeit beteiligen kann. Das schlie\u00dft auch Gestaltungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr Fassaden und Werbeanlagen mit ein. Auch Barmen wird sein Gesicht positiv ver\u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Aber mu\u00df nicht auch von der Seite des Einzelhandels eine Menge zur Image-Verbesserung passieren?<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eJa, das ist so. Aber vielleicht hat man in Wuppertal zu lange an dem Dogma der Parit\u00e4t festgehalten: \u201aWas f\u00fcr Elberfeld gut ist, ist f\u00fcr Barmen erst recht gut\u2018. Ich glaube, das fr\u00fchzeitige Eingest\u00e4ndnis, dass Elberfeld nun einmal das Zentrum mit \u00fcberregionaler Ausstrahlung ist, h\u00e4tte allen Wuppertalern, auch den Barmern, gut getan. Auf Dauer ist es kontraproduktiv, wenn man immer versucht, die Kr\u00e4fte gleich zu verteilen. Um so wichtiger ist es, dass Barmen sein Profil \u00fcberarbeitet. Die Antwort f\u00fcr Barmen kann nicht mehr allein im Einzelhandel liegen. Man hat wichtige Verwaltungseinrichtungen, die Firma Vorwerk, man besitzt kulturelle Einrichtungen, die es so in Elberfeld nicht gibt. Das sind Pfunde, mit denen man wuchern kann.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Die B\u00fcrgerinitiative Baudenkmal D\u00f6pperberg hat jetzt eine Petition mit \u00fcber 7.500 Unterschriften u.a. an OB Mucke \u00fcbergeben. Aus Ihrer Sicht: Ist f\u00fcr die geforderten Rundfenster dennoch der Zug abgefahren?<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eDas ist f\u00fcr mich ein Streit um des Kaisers Bart. Der Sockel, um den es letztlich geht, hat durch zahlreiche Um- und Anbauten im Laufe der Zeit nicht mehr die Anmutung wie zur Entstehungszeit des Bahnhofsgeb\u00e4udes. Es gibt hier somit nichts mehr, woran man zwingend historisch ankn\u00fcpfen m\u00fcsste. Im \u00dcbrigen wurde die Diskussion viel zu sp\u00e4t angesto\u00dfen. Von Initiatoren, die zum Teil selbst Architekten sind, h\u00e4tte ich erwartet, dass sie sp\u00e4testens 2007, als der Ratsbeschlu\u00df zum Umbau gefasst wurde, aufgestanden w\u00e4ren und gesagt h\u00e4tten: \u201aLiebe Leute, wir h\u00e4tten das aber gerne anders!\u2018 Kurz vor knapp zu kommen und zu sagen, die Fenster und die Mauern w\u00fcrden ihnen nicht gefallen, halte ich f\u00fcr sehr schwierig.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Die Nordbahntrasse ist ein pflege- und wartungsbed\u00fcrftiges Leuchtturm-Projekt, wann wird die geplante Verl\u00e4ngerung bis Langerfeld fertig gestellt sein?<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eWir haben eine Regelung mit der Wuppertalbewegung gefunden. Sie wird unter Anspruchnahme einer F\u00f6rderquote von 90 % die Schwarzbach-Trasse bauen und f\u00fcr 5 Jahre betreiben. Die Stadt kauft das Grundst\u00fcck und stellt es der Wuppertalbewegung zur Verf\u00fcgung. Nach f\u00fcnf Jahren f\u00e4llt das Grundst\u00fcck wieder an die Stadt zur\u00fcck und diese betreibt dann auch die Schwarzbach-Trasse. Wir k\u00f6nnen das so handhaben, weil die Bauaufgabe bei weitem nicht so komplex ist, wie bei der Nordbahntrasse. Zwar ist das Schwarzbach-Viadukt bautechnisch eine Herausforderung. Es ist aber in einem deutlich besseren Zustand als die Viadukte der Nordbahntrasse. Deshalb k\u00f6nnen wir uns hier sehr gut vorstellen, dass die Wuppertalbewegung dieses Thema stemmen wir. Ich gehe davon aus, dass man die Trasse Mitte 2019 schon komplett nutzen kann.\u201c<\/p>\n<p><strong>Wie w\u00fcrden Sie das Verh\u00e4ltnis mit der Wuppertalbewegung beschreiben?<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eEs hat sich sehr entspannt. Beide Seiten haben dazu gelernt. Die eine Seite, dass man nicht mit dem Kopf durch die Wand gehen kann, wenn andere die Verantwortung \u00fcbernehmen m\u00fcssen qua Amt, die andere Seite hat gelernt, dass Ehrenamtler andere Sichtweisen haben als eine Verwaltung das hat und haben muss. Beide Seite haben sich bei der Schwarzbach-Trasse aufeinander zubewegt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie haben hier einen weltweit bekannten Skulpturenpark, den selbst viele Wuppertaler gar nicht kennen. Wir haben die Trasse, auf die viele Wuppertal noch keinen Fu\u00df gesetzt haben. Ein Wuppertaler Ph\u00e4nomen?<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eIrgendein schlauer Mensch hat Wuppertal einmal die Stadt der \u201eHidden Champions\u2019 genannt. Da ist ein St\u00fcck weit etwas dran. Viele Wuppertaler haben eine merkw\u00fcrdig verzerrte Wahrnehmung Ihrer Stadt. Viele Talb\u00fcrger sind geneigt, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen, was die Attraktivit\u00e4t ihrer Stadt angeht. Auch wenn sich das gerade ein wenig wandelt und man \u00fcber den neuen D\u00f6ppersberg, die Nordbahntrasse und die Junior Uni mit Recht stolz sind. Demn\u00e4chst kommen vielleicht noch das Pina Bausch Zentrum und die Bundesgartenschau (BUGA), f\u00fcr die wir k\u00e4mpfen, hinzu. Die Wuppertaler k\u00f6nnen sich etwas einbilden auf die vorhandenen Qualit\u00e4ten. Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, die B\u00fcrger h\u00e4tten eine \u00e4hnlich emotionale Bindung an ihre Stadt, wie die K\u00f6lner. K\u00f6ln ist auch nicht wirklich sch\u00f6ner als Wuppertal.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wuppertaler entschuldigen sich gern f\u00fcr ihre Stadt, was finden Sie an dieser Stadt liebenswert?<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eMir gef\u00e4llt die topografische Lage. Durch den Krieg wurde das Gesicht der Stadt leider entstellt. Dazu haben meine Nachkriegs-Berufsstands-Kollegen zus\u00e4tzlich auch noch erheblich beigetragen. Unglaublich, was allein in den 50er und 60er Jahren durch den Bau der B7 an historischer Bausubstanz verloren ging. Die Stadt hat in dieser Zeit markante Teile ihres Gesichts eingeb\u00fc\u00dft. Es gibt trotzdem eine Menge Qualit\u00e4tsmerkmale. Und jetzt stimme ich den klassischen Kanon an: Die vielen innerst\u00e4dtischen Gr\u00fcnfl\u00e4chen und die Gr\u00fcnderzeit-Geb\u00e4ude-Substanz suchen Deutschland weit ihresgleichen. Selbst Investoren aus anderen St\u00e4dten haben die Rohdiamanten inzwischen erkannt. Mein Eindruck ist, so langsam wandelt sich das Bild, das die Wuppertaler von ihrer Stadt haben, ins Positive.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie kommen aus Aachen und haben eine zeitlang damit gelieb\u00e4ugelt, als Planungsdezernent in Ihre Heimatstadt zur\u00fcck zu kehren. Was unterscheidet diese beiden St\u00e4dte?<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eSie unterscheidet ihre Struktur. Aachen ist eine mittelalterlich gewachsene Stadt, Wuppertal hat industrielle Wurzeln. Ich bin in Aachen geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen und habe dort auch studiert. Ich mache auch keinen Hehl daraus, dass mich die viel besseren finanziellen Voraussetzungen in Aachen &#8211; und damit verbunden die gr\u00f6\u00dferen gestalterischen M\u00f6glichkeiten &#8211; durchaus gereizt haben. Deshalb war ich es mir selbst schuldig, den Versuch zu unternehmen. Ich trauere aber Aachen nicht hinterher. F\u00fcr Projekte wie z.B. die BUGA, lohnt es sich, mit voller Kraft zu arbeiten. Und das tue ich. Wir sind auf einem guten Weg.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welche gro\u00dfen st\u00e4dtebaulichen Projekte wollen Sie auf jeden Fall in den verbleibenden 6,5 Jahren ihrer Amtszeit realisieren?<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eWir haben ja eine ganz Reihe Projekte in Vorbereitung, neben der BUGA z. B. auch die Gestaltung der Stadtquartiere. So entstehen am ehemaligen Rangierbahnhof Heubruch insgesamt 350 neue Wohneinheiten: Das ist eine st\u00e4dtebauliche Herausforderung. Vohwinkel liegt am n\u00e4chsten an der Rheinschiene und da ist Nachfrage nach Wohnraum immens. Das Thema Wohnen wurde ja in Wuppertal quasi \u00fcber Nacht wieder aktuell. Bis vor vier Jahren sind alle Experten davon ausgegangen, dass wir uns mit einem langen Schrumpfungs-Proze\u00df mit sinkenden Einwohnerzahlen arrangieren m\u00fcssten. Zum Gl\u00fcck ein Trugschlu\u00df! Auch das FOC ist ein Projekt, das Wuppertal nach vorne bringen kann. Auf uns warten spannende Aufgaben. Wir k\u00f6nnen ganz selbstbewu\u00dft sagen: Wir sind das Zentrum des Bergischen Landes.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wenn Sie drei Baus\u00fcnden der Vergangenheit r\u00fcckg\u00e4ngig machen k\u00f6nnten, welche w\u00e4ren das?<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer: \u201eIch m\u00f6chte mich da auf die markantesten Baus\u00fcnden beschr\u00e4nken. Das w\u00e4re zum einen die gro\u00dfen Verkehrsbauwerke A 46 und die B 7 in der heutigen Form, zudem noch der Hochhauskomplex Schmitteborn.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das interessante Gespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>VITA<\/strong><\/p>\n<p>Frank Meyer wurde 1967 in Aachen geboren. Dort ging er auch zur Schule und machte sein Abitur. Anschlie\u00dfend studierte er Architektur mit dem Schwerpunkt St\u00e4dtebau. Er \u201ebaute\u201c den Anbschlu\u00df als Dipl.-Ingenieur. Vom M\u00e4rz 1994 bis September 1994 war er Wisstenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl und Institut f\u00fcr St\u00e4dtebau und Landesplanung der RWTH Achen. Es folgte der Lehrauftrag \u201eEDV in der Stadtplanung\u201c an gleicher Stelle. Sp\u00e4ter arbeitete er in diversen Architektur- und Planungs-B\u00fcros.<\/p>\n<p>Von 1994 bis 1996 war Frank Meyer im NRW-Ministerium f\u00fcr Stadtentwicklung, Kultur und Sport besch\u00e4ftigt, um danach f\u00fcr f\u00fcnf Jahre in Stadtplanungsamt Ulm zu wechseln. 2001 \u00fcbernahm er die Leitung des Fachbereichs Stadtplanung und Umweltschutz in Braunschweig mit rund 200 Mitarbeitern. Gleichzeitig war er Stellvertreter des Bau- und Umwelt-Dezernenten.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 2008 wurde Frank Meyer zum Bau-Dezernenten der Stadt Wuppertal gew\u00e4hlt. Er ist verheiratet und wohnt in Wuppertal.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserer Interview-Rubrik &#8222;Hand aufs Herz&#8220; steht diesmal Baudezernent Frank Meyer Rede und Antwort:\u00a0Die \u201eBl\u00fctentr\u00e4ume\u201c des Frank Meyer:\u00a0Bundesgartenschau in Wuppertal! 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