{"id":18716,"date":"2019-12-18T09:17:20","date_gmt":"2019-12-18T08:17:20","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2018\/01\/12\/wolfgang-niedecken-jedes-konzert-ist-eine-zugabe\/"},"modified":"2025-05-12T18:57:03","modified_gmt":"2025-05-12T16:57:03","slug":"wolfgang-niedecken-jedes-konzert-ist-eine-zugabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2019\/12\/18\/wolfgang-niedecken-jedes-konzert-ist-eine-zugabe\/","title":{"rendered":"Wolfgang Niedecken: Jedes Konzert ist eine Zugabe"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_45269\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-45269\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/01-COVER-FOTO-1-2-1024x714.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"714\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dieses Foto von Wolfgang Niedecken schm\u00fcckt das Cover der Niedecken-CD\u00a0&#8222;Reinrassije Stroo\u00dfek\u00f6\u00f6ter &#8211; Das Familien-Album&#8220;<\/span><\/div>\n<p>\u201eVerdamp lang her\u201c! Er steht seit \u00fcber 40 Jahren im Rampenlicht. Andere h\u00e4tten da l\u00e4ngst abgehoben, den Blick f\u00fcr die Realit\u00e4t verloren. Doch Wolfgang Niedecken (68), Kopf und Stimme der erfolgreichen K\u00f6lsch-Rock-Band BAP, blieb mit beiden F\u00fc\u00dfen auf dem Boden. R\u00fcckhalt gab ihm seine Familie. Die half dem Musiker und Maler auch dabei, einen schweren gesundheitlichen Niederschlag zu verarbeiten, einen Schlaganfall.<\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken rappelte sich mit Hilfe seiner Ehefrau Tina wieder hoch und steht wieder auf der B\u00fchne. Noch bewusster als fr\u00fcher. Er selbst sieht seine R\u00fcckkehr ans Mikrofon als \u201eZugabe\u201c. So hei\u00dft auch sein Buch, in dem er sich mit seiner Krankheit auseinandersetzt. Der Bandleader, S\u00e4nger und Songwriter hat musikalisch noch viel zu sagen. Im Herbst 2018 kommt er mit seiner Band wieder einmal nach Wuppertal.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-83834\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Hand-aufs-Herz-88510200.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"66\" \/><\/p>\n<p>Peter Pionke hat sich mit dem erfolgreichen, kreativen Rock-Poeten aus der K\u00f6lner S\u00fcdstadt unterhalten.<\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind seit \u00fcber 30 Jahren im Musik-Gesch\u00e4ft, was treibt Sie noch an?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eGenau genommen bin ich seit 41 Jahren dabei. Wir haben ja eher zuf\u00e4llig mit der Musik begonnen, das ist wohl auch der Grund, warum es BAP immer noch gibt. Wir haben die ganze Sache flexibel gehandhabt, nie mit einem Brecheisen. Dadurch war da von Anfang an eine unglaubliche Gelassenheit am Start. Irgendwie haben wir immer zum richtigen Zeitpunkt den n\u00e4chsten Schritt gemacht. Aber eine regelrechte Karriereplanung gab es nie. Vierjahrespl\u00e4ne haben schon im Sozialismus nicht geklappt, warum sollten sie in der Musik funktionieren?<\/p>\n<p><strong>DS: Ihr Erfolgs-Rezept klingt so furchtbar simpel&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eSo ist es aber. Bei mir kommt immer ein Schritt nach dem anderen. Wer das Tempo mitgehen m\u00f6chte, ist bei mir an der richtigen Adresse. Man musste uns ja damals regelrecht \u00fcberreden, \u00fcberhaupt einmal aufzutreten. Wir waren eine Band, die im Proberaum ein paar Songs der Rolling Stones covern und einmal in der Woche einen Kasten Bier leerproben wollte. Dann habe ich irgendwann den ersten Song auf K\u00f6lsch geschrieben und die anderen haben begeistert gesagt: Mach doch mehr davon. Ich habe mich immer daf\u00fcr stark gemacht, dass wie das Flexible und das Bodenst\u00e4ndige nicht vernachl\u00e4ssigen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Warum gibt es jetzt den Solo-Musiker Wolfgang Niedecken und die Band \u201eWolfgang Niedeckens BAP\u201c eigentlich nebeneinander?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eDas hat gar nicht soviel zu bedeuten. Es gab vor dem \u201eZosamme alt\u201c-Album, das ich in Woodstock aufgenommen habe, die Idee von meinem Freund Julian Dawson, in den USA ein Album mit amerikanischen Musikern einzuspielen, die songdienlicher arbeiten als unsere eigenen. Ich habe immer gesagt, dass ich die Kreise von BAP nicht st\u00f6ren wollte. Aber nach meinem Schlaganfall hatte ich dann das dringende Bed\u00fcrfnis, mich mit einem Album bei meiner Frau zu bedanken, die mir letztendlich das Leben gerettet und die harte Phase danach mit mir durchgestanden hat.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ein sehr ausgefallenes, emotionales Geschenk\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eDas kann man so sehen. Als Studio-Musiker waren u.a. neben Julian Dawson der Gitarrist Spider Smith (&#8222;The Eagles&#8220;) und der Bassist Roscoe Beck (u.a. 30 Jahre der Musical Director bei Leonard Cohen) dabei. Musiker, die wirklich nichts mehr beweisen m\u00fcssen. Am Mischpult sa\u00df Stuart Lerman, mein Lieblings-Toningenieur. Bei diesem Album war meine Stimme endlich mal mehr als \u201anur\u2018 ein Instrument. Eine neue Erfahrung, von der auch BAP profitiert hat. Irgendwie hat jedes meiner bislang f\u00fcnf Solo-Alben auch BAP ein St\u00fcck weitergebracht. In Anf\u00fchrungsstrichen: Au\u00dfereheliche Erfahrungen k\u00f6nnen auch der Ehe n\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie umgibt die Aura eines Intellektuellen, dabei besitzen Sie gar kein Abitur. Haben Sie das jemals bereut?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eUm ein Intellektueller zu sein, braucht man nicht notgedrungen ein Abitur. Aber ich habe es trotzdem in einer Hinsicht bereut: Weil ich meinem Vater gern eine Schmach erspart h\u00e4tte. Auf der anderen Seite konnte ich dadurch, dass ich von der Schule geflogen bin, das studieren, was ich studieren wollte. Ich habe Gott sei Dank die Aufnahmepr\u00fcfung f\u00fcr die Kunsthochschule K\u00f6ln geschafft. Ansonsten h\u00e4tte mich mein Vater vielleicht ja doch noch irgendwann weichgeknetet, dass ich Jura oder so etwas studiert h\u00e4tte, mit dem ich ungl\u00fccklich geworden w\u00e4re. Ich habe meinen Vater sehr ungern entt\u00e4uscht.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Also hatten Sie ein schlechtes Gewissen?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eJa, vielleicht habe ich mir deshalb bei meinem Kunststudium auch so viel M\u00fche gegeben und daf\u00fcr sogar aufgeh\u00f6rt, in einer Band zu spielen. Ich war ein flei\u00dfiger Student, nicht so eine Boheme-Figur, die nur in den Kneipen herum hing. Ich habe deshalb auch ein sehr gutes Examen gemacht. Dann kam der Zivildienst. Ich musste Essen auf R\u00e4dern herumfahren und nachmittags in einer Altentagesst\u00e4tte arbeiten. Das war sensationell und hat mich aus meinem Elfenbeinturm wieder zur\u00fcck ins Leben geholt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Aber dann hat die Musik Sie doch wieder eingeholt. Wie kam das?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eIch habe in der Altentagesst\u00e4tte mit den Omis Musik gemacht, gemalt, ihnen vorgelesen oder mir ihre Geschichten angeh\u00f6rt. Geschichten haben mich immer interessiert. In dieser Zeit habe ich auch viele Musiker getroffen und wir haben uns zu Sessions verabredet. Ein purer Zufall. Ansonsten w\u00e4re ich heute Maler. Damals habe ich nicht im Traum gedacht, dass meine Musikkarriere mal \u00fcber 40 Jahre gehen w\u00fcrde, sondern eher, in ein oder zwei Jahren wieder als Maler im Atelier zu stehen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind in einem Internat aufgewachsen. Hat die Disziplin, die man Ihnen dort beigebogen hat, Ihnen in Ihrem Leben als Musiker geholfen?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eDas ist eine Frage, die mir noch nie gestellt worden ist. Aber das Internat hat mich schon diszipliniert. Ich wundere mich manchmal selbst, wie diszipliniert ich bin. Ich w\u00fcrde beispielsweise nie mit ungeputzten Schuhen aus dem Haus gehen. Ich w\u00fcrde mir nie mehr auf meinen Teller laden, als ich essen kann. Das habe ich meinen Kindern auch beigebracht. Als sie noch klein waren und doch einmal zu viel auf dem Teller hatten, war ich derjenige, der den ganzen Kram dann aufgegessen hat. Instinktiv. Das bezeichne ich als rest-katholisch, das steckt einfach tief in mir drin.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Andere Rock-Stars erwecken den Eindruck, sie seien noch zu haben. Sie dagegen bringen ein ganzes Album mit Liebesliedern f\u00fcr Ihre Frau heraus. Ein Zeichen von Reife oder besonderem Respekt Ihrer Frau Tina gegen\u00fcber?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eSowohl als auch! Ich bin mit meiner Familie insgesamt sehr gl\u00fccklich. Und das ist jetzt keine Vorzeige-Familie. Aber ich wei\u00df, wo ich herkomme und in welchen Traditionen ich mich bewege. Ich stamme aus einem Familienbetrieb, meine Eltern hatten ein Lebensmittelgesch\u00e4ft. Meine Kindheit war wunderbar. Dann habe ich selbst eine Familie gegr\u00fcndet. Mittlerweile sind die Kinder aus dem Haus. Ich werde doch den Teufel tun und jetzt den Berufs-Jugendlichen geben.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie viel Anteil hat Ihre Frau Tina an Ihrem Erfolg?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eGanz gro\u00dfen Anteil. Tina h\u00e4lt mir den R\u00fccken frei und hat mittlerweile das Kitchen-Table-Management \u00fcbernommen. Nicht nur f\u00fcr mich, sondern auch f\u00fcr unsere T\u00f6chter, die inzwischen in Berlin leben. Meine Frau ist das gef\u00fchlte Oberhaupt der Familie und das ist gut so.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Laden Sie eigentlich selbst auch Songs in den Download-Shops herunter?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eNee, das tue ich nicht. Man nennt mich intern ja den \u201eAnalog-Man\u201c. Ich kann gerade mal mein iPad bedienen. Ich brauche eine physische CD mit Booklet und dem ganzen Kram. Ich muss sie in der Hand halten, muss in dem Booklet bl\u00e4ttern k\u00f6nnen. Mich interessieren keine Single-Hits.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben ja schon jede Menge Klassiker im Repertoire. Nach welchen Kriterien stellen Sie denn Ihr Tournee-Programm zusammen?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eDas ist eine Wissenschaft f\u00fcr sich. Wir haben ja auch Fans, die uns schon seit vier Jahrzehnten begleiten. Die wollen nat\u00fcrlich in erster Linie die alten Songs h\u00f6ren aus der Zeit, als sie noch jung waren. Das ist manchmal ganz sch\u00f6n frustrierend. Da bringst Du ein gro\u00dfartiges, neues Album heraus, aber die Leute wollen am liebsten nur den Soundtrack ihrer Jugend h\u00f6ren. Und als K\u00fcnstler willst aber nat\u00fcrlich auch ein paar neue Lieder pr\u00e4sentieren. Da braucht man Fingerspitzengef\u00fchl. Eines kannst Du auf jeden Fall total vergessen: N\u00e4mlich ein Programm nur aus deinen eigenen Lieblingsst\u00fccken zusammenzustellen. Das funktioniert nicht!\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Der Schlaganfall war ein Wendepunkt in Ihrem Leben. Welche Gef\u00fchle \u00fcberwiegen: Das der Erleichterung, die Krankheit besiegt zu haben oder die Angst vor einem R\u00fcckfall?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eEindeutig das Gef\u00fchl, die Krankheit besiegt zu haben. Den Wendepunkt kann ich bildhaft darstellen. Man steht irgendwo am Strand und schaut auf den Horizont. Man denkt nicht dar\u00fcber nach, weil v\u00f6llig klar ist, dass es hinter dem Horizont weiter geht. Nach dem Schlaganfall steht man da und denkt, mal gucken, ob ich noch bis zum Horizont komme. Das ist der Unterschied.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_45271\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-45271\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17-ERSTES-FOTO-NACH-DEM-SCHLAGANFALL-1-1024x829.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"829\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Wolfgang Niedecken mit Ehefrau Tina &#8211; das erste Foto nach dem Schlaganfall &#8211; Foto: privat<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Nach solchen Schicksalsschl\u00e4gen sagen viele: Ab jetzt geniesse ich jede Minute viel bewusster. Ist das wirklich so?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eDas ist so. Ich habe das gar nicht mal selbst so sehr an mir wahrgenommen. Aber meine T\u00f6chter haben mir gesagt, dass ich viel aufmerksamer geworden sei. Und auch viel entschiedener. Wenn Du irgendwann merkst, dass die Zeit knapp wird, dann hast Du keinen Bock mehr darauf, Zeit zu verplempern. Wenn ich mich nur auf das Materialistische beschr\u00e4nken w\u00fcrde, k\u00f6nnte ich sagen: Eigentlich habe ich genug gearbeitet, genug Geld ist auch da, die Kinder sind versorgt, ich ziehe auf \u2019ne Insel. Aber das macht auf Dauer keinen Spa\u00df.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Aber wie haben Sie jetzt Ihr Leben ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eIch mache nur noch das, was ich gerne tue. Wenn es dann ein bisschen stressig wird, passe ich auf, dass ich das n\u00e4chste Jahr nicht allzu sehr auf Kante n\u00e4he. Ich habe in diesem spielfreien Jahr unglaublich viel erlebt, was mir Spa\u00df gemacht hat. Ich habe ein Buch gemacht, eine Ausstellung zusammen mit Schmal Boecker und Rainer Gross in Bergisch Gladbach und dann habe ich eine f\u00fcnfteilige TV-Serie \u00fcber Bob Dylan in Amerika gedreht. Titel: \u201aAuf den Spuren von Bob Dylan\u2019.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Und dann haben Sie auch noch in USA das Familien-Album aufgenommen\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eRichtig! Ich bin \u00fcbrigens unheimlich happy, dass die Leute das Album-Konzept verstanden haben. Es ist ja auf Platz zwei in die Charts gegangen. Die Leute h\u00e4tten ja auch sagen k\u00f6nnen, jetzt nimmt er in Zweitverwertung noch einmal irgendetwas auf, um Kohle zu machen. Da tr\u00e4gt man auch ein St\u00fcck weit Verantwortung. Man mu\u00df die Leute mitnehmen. Deswegen war ein aufwendiges Booklet auch notwendig. Das Ding ist sehr liebevoll gestaltet. Und da kann man ruhig auch mal die Frage stellen: Wer macht das heute noch?\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind ein politischer Mensch. Wie sehen Sie vor dem Hintergrund das Gerangel um eine neue Bundesregierung?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eWo es nur ein parteipolitisches Gerangel ist, finde ich es unappetitlich. Wo sich Menschen aber wirklich M\u00fche geben, zu einer L\u00f6sung zu kommen, die Verantwortung in Europa wahrzunehmen, da muss man auch Geduld haben. Es gibt in allen Parteien &#8211; da lasse ich mal die ganz rechten und die ganz linken au\u00dfen vor &#8211; Leute, die ich sch\u00e4tze, weil sie sich realistisch mit Politik besch\u00e4ftigen und sich die gro\u00dfe Weltrevolution abgeschminkt haben. Das hat leider nur zu gro\u00dfen Ungerechtigkeiten gef\u00fchrt. Aber es gibt solche verantwortungsbewussten Politiker in fast allen Parteien. Ich stehe nicht auf Politiker-Bashing.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Nennen Sie doch einmal Ross und Reiter\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eKein Problem. Ich habe nach wie vor gro\u00dfe Achtung vor einem Mann wie Norbert Bl\u00fcm, ebenso vor vielen gro\u00dfen Sozialdemokraten, vor dem FDP-Granden Gerhard Baum oder auch vor Katrin G\u00f6ring-Eckardt, die glaubhaft versucht, irgendwie was hinzukriegen. Und ma\u00dflos entt\u00e4uscht bin ich von denjenigen, die aus rein parteipolitischen Erw\u00e4gungen kurz vor der Einigung auf eine Jamaika-Koalition den Stecker gezogen haben.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Im Herbst 2018 treten Sie mit BAP in Wuppertal auf. F\u00fcr Sie ein Heimspiel?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eJa klar, wir haben schlie\u00dflich 1980 unser erstes Konzert au\u00dferhalb der Stadtgrenzen von K\u00f6ln in Wuppertal gespielt. In irgend so einem Jugendzentrum. Major Heuser war damals ganz neu dabei. Unser erstes Album \u201eWolfgang Niedecken\u2018s BAP rockt andere k\u00f6lsche Leeder\u201c war gerade ver\u00f6ffentlicht und die rund 150 Zuh\u00f6rer sangen schon jeden Song mit. Wir kamen uns vor, als ob wir uns auf einer Welttournee befinden w\u00fcrden.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_45273\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 914px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-45273\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/a843e5bbab793e287c606e6259993b2f.jpg\" alt=\"\" width=\"904\" height=\"500\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Wolfgang Niedecken w\u00e4hrend der Aufnahmen f\u00fcr das &#8222;Familien-Album&#8220; in Amerika &#8211; Foto: privat<\/span><\/div>\n<h2>Wolfgang Niedecken: Vom CD-Verkauf<\/h2>\n<h2>kann man heute nicht mehr leben<\/h2>\n<p><strong>DS: Von den BAP-Gr\u00fcndungsmitgliedern sind Sie nur noch Du dabei. Gehen solche Trennungen emotionsloser ab, als die von einem Lebenspartner?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eDas ist immer schwer. Aber die Gr\u00fcnde waren v\u00f6llig unterschiedlich. Da gab es ganz einfache Trennungen, Bandmitglieder, die gesagt haben, ich muss mich mehr um meinen Beruf und meine Familie k\u00fcmmern. Dann gab es Leute, die einen anderen Weg einschlagen wollten. Oder auch Gruppen-Entscheidungen, weil ein Bandmitglied einfach nicht mehr gut genug war. Leicht ist das nie. Beispiel Effendi B\u00fcchel, der bei uns ewig Keyboard gespielt hat. Als Major Heuser ausgestiegen war, kam er zu mir und sagte: \u2019Ich habe in den Spiegel geguckt und festgestellt, der Rock\u2019n\u2019Roll ist einfach nicht mehr da.\u2019 W\u00f6rtliches Zitat: \u201aWenn der Zug jetzt noch einmal anh\u00e4lt, dann steige ich auch aus\u2018. So war es dann auch. Das war auf der einen Seite toll, dass er so offen damit umgegangen ist. Auf der anderen Seite denke ich immer wieder: W\u00e4re doch sch\u00f6n, wenn er noch dabei w\u00e4re.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welcher Ausstieg ist Ihnen denn noch besonders nahe gegangen?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eDer von meinem Freund Schmal Boecker. Er war ja eigentlich weniger ein Musiker, als viel mehr mein Kumpel, mit dem ich zusammen Malerei studiert habe und der den gleichen Humor-Level hatte. Er wollte irgendwann diese Kasperrolle nicht mehr spielen und ist ausgestiegen. Viele verwechseln \u00fcbrigens die Urbesetzung, mit der Besetzung, die wir zu Zeiten des Albums \u201eVun drinne noh drusse\u201c hatten. Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass ich das jemals vern\u00fcnftig erkl\u00e4ren kann. Der Letzte aus der Besetzung danach war Schlagzeuger J\u00fcrgen Z\u00f6ller, er ist mittlerweile 70 und Rock-Rentner. Er hat sogar seinen eigenen Nachfolger noch bestimmt. Das gibt es auch.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: In Wuppertal gibt es den K\u00fcnstler Christian von Grumbkow, der ist auch Maler und Musiker. Er hat die Band Hoelderlin mitbegr\u00fcndet, malt aber heute nur noch. W\u00e4re das bei Ihnen denkbar?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eHoelderlin kenne ich nat\u00fcrlich. Aber wie Christian nur noch zu malen, kann ich mir f\u00fcr mich noch nicht vorstellen. Wei\u00df der Teufel, was passiert. Kann nat\u00fcrlich sein, dass ich irgendwann keine Lust mehr auf die B\u00fchne habe. Noch ist das nicht der Fall. Ich werde aber niemals eine Abschiedstour ank\u00fcndigen. Das finde ich zweifelhaft. Das ist ein ganz primitives Marketing-Tool. Leute, die Abschiedstouren ank\u00fcndigen, verlieren in meiner Achtung, vor allem,n wenn es dann sp\u00e4ter hei\u00dft: Die Fans haben mich \u00fcberredet weiterzumachen. Sowas geh\u00f6rt sich nicht. \u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ihre Musik ist nicht mehr so mainstreamm\u00e4ssig wie zu Zeiten \u201eFortsetzung folgt\u201c oder \u201eAlles em Lot\u201c. Warum ist das so?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eDas war ja die Musik-Richtung, in die Major Heuser wollte. Da hat er sich ja auch an mir die Z\u00e4hne ausgebissen. Er h\u00e4tte am Liebsten gehabt, wenn ich auch noch Englisch gesungen h\u00e4tte, um damit international mehr Chancen zu haben. Dann w\u00e4ren wir in so eine kommerzielle Bon Jovi- oder Phil Collins-Ecke abgedriftet, aber das w\u00e4re \u00fcberhaupt nicht mein Ding gewesen. Dann h\u00e4tte ich lieber wieder mit dem Malen angefangen. Da hat der Major schlie\u00dflich gesagt: \u201aOkay, das ist mit Dir nicht zu machen, dann spiele ich die Tour noch zu ende und steige dann aus\u2018. Es war noch eine sehr sch\u00f6ne Tour und der Major ist danach gegangen. Das ist mittlerweile 19 Jahre her.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Rolle spielt der k\u00f6lsche Dialekt bei Ihrem Erfolg?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eEs hat schon eine Zeit gedauert, bis die Leute gemerkt haben, dass BAP nichts mit Karneval zu tun hat, sondern K\u00f6lsch zuf\u00e4llig die Muttersprache des S\u00e4ngers war. Das haben die Leute irgendwann akzeptiert. Wir haben von Anfang an gro\u00dfen Wert auf ordentliche Booklets gelegt, damit die Leute die Texte &#8211; wenn sie wollen -nachlesen konnten. Aber das ist auch immer ein Balance-Akt, man darf den Leuten n\u00e4mlich nicht zu sehr mit seiner Message auf den Wecker gehen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Das ist Ihnen ja wohl gelungen\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eEs ist jedenfalls ein Riesenkompliment f\u00fcr uns. Wir verkaufen unsere Alben im kompletten deutschsprachigen Raum und \u00fcberall setzen sich die Fans mit unseren k\u00f6lschen Texten auseinander. In dem St\u00fcck \u201aAbsurdistan\u2019 habe ich ausnahmsweise die komplette erste Strophe auf Hochdeutsch gesungen, weil der k\u00f6lsche Text, den ich geschrieben hatte, dem Ernst des Themas einfach nicht gerecht wurde. Wenn es um ernste Dinge geht, rede ich meistens hochdeutsch.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: H\u00e4tten Sie auch mit hochdeutschen oder englischen Texten Erfolg gehabt?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eEnglisch w\u00e4re f\u00fcr uns keine Alternative gewesen. Das machen ja die meisten deutschen Bands. Den Durchbruch schaffen aber nur ganz wenige. Da fallen mir eigentlich nur Songs wie \u201aLemon Tree\u2018 oder \u201a99 Luftballons\u2018 auf Englisch ein &#8211; oder die Scorpions mit ihrem putzigen Hannoveraner Schul-Englisch. F\u00fcr mich ist Authentizit\u00e4t ganz wichtig. Ich spreche ganz gut und akzentfrei Englisch. Aber warum soll ich anfangen, auf Englisch meine Gef\u00fchle auszudr\u00fccken. Das w\u00e4re doch unauthentisch.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Viele Bands haben ja das Problem, dass Sie die jungen Leute nicht mehr erreichen. Auch Ihr Problem?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eIch sehe das nicht so dramatisch. Es gibt auch genug deutsche K\u00fcnstler, die auf Deutsch singen und auch ihr junges Publikum mitnehmen wie Thees Uhlmann, Clueso oder Max Prosa. Mich interessieren junge K\u00fcnstler, die beweisen, dass es in der Musikentwicklung weitergeht. Die Medienlandschaft hat sich mittlerweile komplett ver\u00e4ndert. Bei allen Sendern gibt es Format-Bestimmungen, ab wann der Refrain zu kommen hat und dass die Gitarren nicht zu laut sein d\u00fcrfen. Wenn Du mit Deinen Songs in die Playlist reinkommen willst, dann musst Du Dich an die Format-Gesetze halten. Mir sind die ziemlich egal. Aber wenn einer unserer Songs im Radio gespielt wird, dann freue ich mich nat\u00fcrlich. Doch ich gehe jetzt nicht mit einem Rechenschieber an unsere Songs.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Fr\u00fcher waren Album-Ver\u00f6ffentlichung ein echtes Event. Heute kann man sich die Songs schon wochenlang vorher in den Online-Shops anh\u00f6ren, geht dadurch nicht Reiz und Kultur verloren?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eWir haben jetzt andere Zeiten. Es gibt Vorteile und Nachteile. Die Boxer sagen ja immer \u201aRoll With The Punches\u201c (Nimm die Dinge wie sie kommen). Es macht keinen Sinn, gegen Windm\u00fchlen zu k\u00e4mpfen. Wir setzen auch da auf Flexibilit\u00e4t. Was wir so treiben, ist sehr individuell. Daf\u00fcr gibt es keine Formel, aus der Nachwuchsk\u00fcnstler ein Erfolgsrezept ableiten k\u00f6nnten. Wir haben eine ganz individuelle Art, wie wir mit BAP und den Musikern der Band umgehen. Das ist viel Arbeit. Aber wie hat Karl Valentin schon gesagt: \u201eKunst ist sch\u00f6n, macht aber sehr viel Arbeit\u2018.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: In welche Richtung entwickelt sich das Musikbusiness in den n\u00e4chsten 10 Jahren?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eIrgendwann gehen die Plattenfirmen alle in die Knie. Wir kommen auch heute noch gut klar, weil wir eine gute Live-Band sind und die Leute wissen, dass es sich lohnt in ein BAP-Konzert zu gehen. Sie bekommen Qualit\u00e4t vorgesetzt und werden nicht abgezockt. Allein vom CD-Verkauf k\u00f6nnten wir die Band nicht mehr betreiben. Das war einmal. Wenn wir in den 90er Jahren ein Album herausgebracht haben und das ging auf Platz 1, wurde es zwischen 500.000 und 1 Millionen Mal verkauft. Damals mussten wir eigentlich gar nicht auf Tour gehen, sondern h\u00e4tten allein vom Plattenverkauf leben k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Und wie hoch sind heutzutage die Verkaufszahlen?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eDu kannst heute froh sein, wenn Du auf &#8222;1&#8220; einsteigst, dass du zwischen 50.000 und 100.000 Alben verkaufst. Deshalb bin unheimlich happy, dass unsere Tourneen so gut funktionieren. Das bedeutet nat\u00fcrlich auch Verantwortung. Du darfst einfach keinen M\u00fcll abliefern. Auf jede Tour mu\u00df man sich akribisch vorbereiten, mu\u00df den Leuten immer wieder etwas Besonderes bieten. Diesmal haben wir deshalb zum ersten Mal Bl\u00e4ser dabei. Darauf freue ich mich sehr.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Kurt Cobain, Chris Cornell, Chester Bennington etc. &#8211; Warum scheiden gerade so viele Frontmen, die erfolgreich sind, freiwillig aus dem Leben?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eDie Umst\u00e4nde waren ja in all diesen F\u00e4llen unterschiedlich. Aber alle haben eines gemeinsam. Sie waren noch sehr jung, als sie vom Erfolg \u00fcberflutet wurden. Mit mehr Lebenserfahrung w\u00e4ren sie wahrscheinlich gelassener mit dem Ruhm und dessen Auswirkungen umgegangen. Allen war wohl eines gemeinsam, n\u00e4mlich dass sie mit dem Bild, dass das Publikum, das ihnen zu F\u00fc\u00dfen lag, von ihnen hatte, nichts anfangen konnten und sich gesagt haben: \u201aDas bin ich doch gar nicht\u2018. Ich habe 1982 den Song \u201eNemm mich mit\u201c geschrieben, der sich genau mit dieser Thematik besch\u00e4ftigt. Das Gef\u00fchl kenne ich auch.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie waren immer der etwas andere Rock-Star: Mit beiden Beinen auf dem Boden, sozial engagiert, politisch klar Stellung beziehend. Wie schwer ist es heutzutage authentisch zu sein?<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken: \u201eDas ist gar nicht so schwer. Ich kann nicht anders, als authentisch zu sein. Bei den Sachen, mit denen ich mich befasse, bin ich quasi an einen L\u00fcgendetektor angeschlossen. Da kommen auch wieder meine Nackenhaare ins Spiel. Solange die sich nicht aufrichten, ist alles in Ordnung. Ich muss auch nicht Everybodys Darling sein. Da gilt der alte Satz meiner Mutter: \u201aWer es allen recht machen will, wird beliebig\u2018. Und ich will nicht beliebig sein!\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das spannende, offene Gespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_45274\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 915px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-45274\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/b45ee44cb3181d1af1cd7c9bd2a7bf23.jpg\" alt=\"\" width=\"905\" height=\"442\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Wolfgang Niedecken schaut in die Zukunft &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Vita<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Niedecken wurde am 30. 03.1951 als Sohn von Josef und Hubertine Niedecken in K\u00f6ln geboren. Seine Eltern betrieben im Severinsviertel ein Lebensmittelgesch\u00e4ft. 1962 bis 1970 verbrachte Niedecken im Pallotiner-Internat Konvikt St. Albert in Rheinbach, besuchte dort das St\u00e4dtische Gymnasium. Im Internat ging er auch seine ersten musikalischen Schritte mit der Sch\u00fclerband \u201eThe Convicts\u201c.<\/p>\n<p>Noch vor dem Abitur flog Wolfgang Niedecken von der Schule. Er bestand aber die Aufnahmepr\u00fcfung an der Kunsthochschule \u201eK\u00f6lner Werkschule\u201c und studierte dort Kunstgeschichte und freie Malerei. 1974 machte er sein Examen. Anschlie\u00dfend leistete Niedecken seinen Ersatzdienst ab. Er fuhr morgens Essen auf R\u00e4dern aus, nachmittags arbeitete er in einer Altentagesst\u00e4tte. In der Phase lernte er eine Reihe von Musikern kennen. 1976 verabredeten sich Niedecken und andere Musiker zu einer Session im Wiegeh\u00e4uschen des Herseler Kalksandsteinwerks. Von da an traf man sich regelm\u00e4ssig zum Jammen. Mehr oder weniger die Wiege von BAP.<\/p>\n<p>1977 schrieb Wolfgang Niedecken seinen ersten k\u00f6lschen Song: \u201eHelfe kann Dir keiner\u201c. Es folgte im Nippeser Mariensaal der erste Auftritt als Trio unter dem Bandnamen \u201eBAP\u201c &#8211; eine Abwandlung von Niedeckens Spitznamen \u201ed\u00e4 Bapp\u201c. 1979 kam das erste BAP-Album heraus: \u201eWolfgang Niedecken\u2019s BAP rockt andere K\u00f6lsche Leeder\u201c. Ein Achtungs-Erfolg, der eine Z\u00e4sur nach sich zieht. Die H\u00e4lfte der Band scheidet aus: Aus Zeit- oder Qualit\u00e4ts-Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Beim 2. Album \u201eAffjetaut\u201c ist schon Gitarrist Klaus Major Heuser dabei. BAP auf der \u00dcberholspur. 1998 erhielt Niedecken f\u00fcr sein soziales Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande. Die CD \u201eComics &amp; Pin Ups\u201c kam 1998 heraus. Am Ende der Tour zum Album stieg Major Heuser aus. Der Erfolg blieb. Regisseur Wim Wenders widmete BAP den Film \u201eViel passiert\u201c (Premiere 2002). Am 02.11.2011 erlitt Wolfgang Niedecken einen Schlaganfall. Diesen verarbeitete er in seinem Buch \u201eZugabe &#8211; Die Geschichte einer R\u00fcckkehr\u201c.<\/p>\n<p>2017 erschien Niedeckens 5. Solo-Album \u201eReinrassije Stroo\u00dfek\u00f6\u00f6ter &#8211; das Familien-Album. Wolfgang Niedecken hat mit seiner ersten Ehefrau Carmen, mit er der von 1983 &#8211; 1992 verheiratet war, zwei S\u00f6hne (Severin &#8211; Robin) und mit Tina (verheiratet seit 1994) die T\u00f6chter Joana-Josephine und Isis Maria.<\/p>\n<p><strong>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Wolfgang Niedecken ist jedes Konzert nach seinem Schlaganfall eine Zugabe. Der\u00a0wieder genesene BAP-Chef hat noch viele Pl\u00e4ne. 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