{"id":18463,"date":"2025-12-18T06:00:47","date_gmt":"2025-12-18T05:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2017\/12\/19\/lore-duwe-der-geklaute-weihnachtsbaum\/"},"modified":"2025-12-28T10:20:58","modified_gmt":"2025-12-28T09:20:58","slug":"lore-duwe-der-geklaute-weihnachtsbaum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/12\/18\/lore-duwe-der-geklaute-weihnachtsbaum\/","title":{"rendered":"Die Weihnachts-Geschichte vom &#8222;geklauten Tannenbaum&#8220;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_59301\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-59301\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_20171128_122751-2-1024x688.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"688\" \/><span class=\"wp-caption-text\">&#8222;Weihnachtsfrau&#8220; Lore Duwe mit einem noch ungeschm\u00fcckten Tannenbaum &#8211; \u00a0\u00a9 Alexander de Root<\/span><\/div>\n<p>In ihrer Kolumne \u201eMal unter uns\u2026!\u201c kommentiert die beliebte\u00a0Wuppertaler Schauspielerin, T\u00e4nzerin, S\u00e4ngerin und Autorin Lore Duwe (90) das Geschehen in ihrer geliebten Heimatstadt damals wie heute subjektiv aus ihrem ganz pers\u00f6nlichen Blickwinkel. Lesen Sie hier ihre au\u00dfergew\u00f6hnliche, authentische Weihnachtsgeschichte, die in einer dramatischen, eigentlich trostlosen Zeit spielt und einem dennoch mindestens ein Schmunzeln abringt:<\/p>\n<p>&#8222;Mal unter uns! Gerade erst war der Krieg vor\u00fcber. Es herrschten Not und Elend in unserem Land. V\u00e4ter und S\u00f6hne waren vermisst oder Opfer des Krieges geworden. Viele Frauen waren Witwen, viele Kinder Halbwaisen.<\/p>\n<p>So auch Irmchen und Heinz-Otto. Sie wohnten in einem Sechs-Familienhaus auf dem N\u00fctzenberg. In der oberen Etage lebte Fritz Schabowsky mit seiner Frau und drei\u00a0Kindern. Es war Heiligabend. Fritz Schabowsky hatte soeben im Keller den Christbaum in den selbst gefertigten St\u00e4nder bugsiert und trug ihn durchs Treppenhaus nach oben.<\/p>\n<p>Auf der zweiten Etage hielt er inne. Auf den Stufen, eng aneinander gekauert, sa\u00dfen Irmchen und Heinz-Otto, bitterlich weinend. &#8222;Wir haben keinen Weihnachtsbaum,\u201c so Irmchen mit Tr\u00e4nen erstickter Stimme. Fritz Schabowsky wusste: &#8222;In diesem Jahr gibt es keine Weihnachtsb\u00e4ume zu kaufen.&#8220; Er selbst hatte noch einen ergattert \u00fcber einen lieben Freund.<\/p>\n<p>Wie hei\u00dft\u00a0es doch in dem Weihnachtslied: \u201eIhr Kinderlein kommet&#8230; zur Krippe?\u201c Fritz Schabowsky hatte ein weiches Herz. Er schl\u00fcpfte in seinen &#8222;Blaumann&#8220;, ergriff den Fuchsschwanz und ein\u00a0langes Ofenrohr. Dann schwang er sich auf sein Fahrrad.<\/p>\n<div id=\"attachment_88949\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 675px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-88949 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/e43b3476b403dd03c7177c6aac7125b9.jpg\" alt=\"\" width=\"665\" height=\"441\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Weihnachtliche Atmosph\u00e4re auf dem Laurentiusplatz &#8211; @ Ralf Silberkuhl<\/span><\/div>\n<p>Im N\u00fctzenberger Wald gab es eine Tannenschonung. Das Fahrrad schiebend, schlich er durch den Wald, er wollte auf keinen Fall dem Waldaufseher \u00fcber den Weg laufen. Schlie\u00dflich war das Tannenschlagen Diebstahl und mit einer hohen Strafe verbunden.\u00a0Er entschied sich f\u00fcr einen Baum, s\u00e4gte ihn ab und stopfte ihn ins Ofenrohr.<\/p>\n<p>Es kam, wie es kommen musste. Pl\u00f6tzlich stand der strenge Waldaufseher hinter ihm und sagte. &#8222;Sie zittern ja, es ist aber auch heute frostig kalt. Sie m\u00fcssen mir dringend helfen. Mir sind zwei Spazierg\u00e4nger begegnet, die mir von einem Tannen-Dieb berichteten. Ich muss ihn den Beh\u00f6rden \u00fcbergeben. Haben Sie den Mann gesehen?\u201c<\/p>\n<p>Fritz Schabowsky lie\u00df sich diese Chance nicht entgehen: &#8222;Klar, habe ich ihn gesehen. Er ist gerade hier den Berg herunter gelaufen.&#8220; Einem Wiesel gleich rannte der Aufseher los. Froh, der Strafe entgangen zu sein, raffte Fritz das Werkzeug zusammen und fuhr mit dem Fahrrad und dem Ofenrohr davon. Der \u201eBlaumann\u201c war seine perfekte Tarnung gewesen. Der Aufseher hatte ihn f\u00fcr einen Waldarbeiter gehalten.<\/p>\n<p>Die Tr\u00e4nen der Kinder versiegten. Mit den kleinen H\u00e4nden schm\u00fcckten sie den Weihnachtsbaum\u00a0mit Silberkugeln und Engelshaar. Aus dem Volksempf\u00e4nger erklang das Lied &#8222;Vom Himmel hoch, da komm ich her&#8220;. War Peter Schabowsky ein gew\u00f6hnlicher Dieb oder war er gar ein\u00a0Engel, der vom Himmel herabgestiegen war? Ganz klar: F\u00fcr Irmchen und Heinz-Otto war er ein Engel. Bis ins hohe Alter hat Irmchen\u00a0Fritz Schabowsky nicht vergessen.<\/p>\n<p>Der Himmel ist voller Engel. Vielleicht steigt ja auch einer zu Ihnen herab.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche allen ein sch\u00f6nes Weihnachtsfest im Kreise ihrer Lieben.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Euer L\u00f6rken oder Ihre L o r e\u00a0 D u\u00a0 w e<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Team der STADTZEITUNG w\u00fcnscht Ihnen, liebe Leserinnen und Leser,  ein harmonisches Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Familie, Verwandten und Freunde. Und das in schwierigen, weltpolitisch bewegten und Besorgnis erregenden Zeiten mit einem immer noch tobenden Angriffskrieg Russlands mitten in Europa. Verlieren Sie nicht den Mut und Ihre Zuversicht. So wie es die bekannte Wuppertaler K\u00fcnstlerin Lore Duwe (90) und ihre Familie vor \u00fcber 80 Jahre auch nicht getan haben &#8211; wie diese etwas andere Weihnachtsgeschichte beweist: &#8222;Der geklaute Tannenbaum&#8220;.  <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":18461,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[128],"class_list":["post-18463","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wuppertal","tag-lore-duwe"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-20 09:17:43","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18463","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18463"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18463\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":88959,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18463\/revisions\/88959"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18461"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18463"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18463"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18463"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}