{"id":18429,"date":"2017-12-16T13:50:46","date_gmt":"2017-12-16T12:50:46","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2017\/12\/16\/florian-franke-mit-30-schon-ein-alter-hase-im-musikgeschaeft\/"},"modified":"2022-12-07T16:33:43","modified_gmt":"2022-12-07T15:33:43","slug":"florian-franke-mit-30-schon-ein-alter-hase-im-musikgeschaeft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2017\/12\/16\/florian-franke-mit-30-schon-ein-alter-hase-im-musikgeschaeft\/","title":{"rendered":"Florian Franke: Mit 30 schon ein alter Hase im Musikgesch\u00e4ft"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_41505\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-41505\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Florian-Franke_Photocredit_Rubinographie-2-1024x686.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"686\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Florian Franke &#8211; \u00a9 Rubinographie<\/span><\/div>\n<p>Mit neun Jahren begann seine B\u00fchnenkarriere. Florian Franke (30) lie\u00df seine glockenklare Stimme f\u00fcr die Wuppertaler Kurrende erklingen. 2006 verlie\u00df er den Knabenchor. Er hatte seinen Stimmbruch bekommen. Florian Franke orientierte sich neu und entdeckte die Rock- und Pop-Musik f\u00fcr sich. Der Singer-Songwriter komponierte seine eigenen Lieder. Emotionale Songs wie \u201eWenn Du f\u00e4llst\u201c lie\u00dfen aufhorchen.<\/p>\n<p>Nicht wenige sehen in Florian Franke eine Mischung aus Roger Cicero und Clueso. Doch der Gewinner des Rock- &amp; Pop-Preises 2009 geht unbeirrt seinen eigenen Weg. Peter Pionke unterhielt sich mit dem bescheidenen, aufstrebenden K\u00fcnstler.<\/p>\n<p><strong>DS: Sie waren als kleiner Junge Mitglied des Kinderchores Kurrende. Haben Sie da schon die n\u00f6tige Disziplin mitbekommen, um sp\u00e4ter im Musikbusiness bestehen zu k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eDas kann man wirklich so sagen. Die Kurrende war definitiv f\u00fcr mich eine ganz pr\u00e4gende Zeit. Von Chorleiter Dr. Meyer habe ich unglaublich viel gelernt, wie man sich in einer Gruppe verh\u00e4lt, miteinander Musik macht. Das h\u00e4tte ich ohne die Kurrende so nicht mitbekommen. Dort bin ich gepr\u00e4gt worden und auch bestens musikalisch ausgebildet worden. Ich hatte Auseinandersetzungen mit meinen Eltern, weil ich nicht wie die anderen Fu\u00dfball spielen durfte, wann ich wollte, sondern dreimal die Woche zur Probe musste. Das war eine gute Lehre f\u00fcrs Leben. Ich habe damals gelernt, stringent und zielstrebig zu arbeiten.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben mit f\u00fcnf Jahren Klavierunterricht bekommen. Heute kriegen die Kids in dem Alter ihr erstes iPhone. Sind typische Musiker-Karrieren heutzutage \u00fcberhaupt noch m\u00f6glich?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eIch bin schon in einer ganz anderen Zeit gro\u00df geworden. Auch der Musikgeschmack hat sich ja komplett ge\u00e4ndert. Mittlerweile wird Musik ja eher konzipiert f\u00fcr iPhone-H\u00f6rer, nicht mehr f\u00fcr die typische Hifi-Aufnahme. Die Musik soll gut klingen, wenn man sie \u00fcber das Smartphone h\u00f6rt. Die Songs sind anders aufgebaut, m\u00fcssen sofort Aufmerksamkeit erzeugen. Oft starten sie deshalb gleich mit dem Refrain. Das habe ich noch anders gelernt. Aber dass es zuk\u00fcnftig keine Musiker-Karrieren mehr gibt, das vermag ich nicht vorherzusagen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Instrumente beherrschen Sie eigentlich selbst?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eAuf meinem Deb\u00fct-Album \u201eStadtgefl\u00fcster\u201c habe ich alle Instrumente selbst gespielt und auch alle Programmings selbst erstellt. Studiert habe ich an der Musikhochschule in Mannheim als Hauptfach Gesang und als Nebenfach Klavier. Ich spiele aber auch noch Gitarre und Ba\u00df.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind jetzt 30 Jahre alt und haben immer noch keinen F\u00fchrerschein. Ganz bewusst oder eher Zufall?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eZuerst war es wirklich eher ein Zufall, dass ich keinen F\u00fchrerschein gemacht habe. Mittlerweile verzichte ich ganz bewusst darauf. Wenn man in einer Gro\u00dfstadt wie Wuppertal lebt, kommt man mit den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Schwebebahn schnell dahin, wo man hin will. Au\u00dferdem fahre ich viel mit dem Fahrrad, und ich gehe auch gerne zu Fu\u00df.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben ja die WSV-Hymne komponiert. Sind Sie waschechter Rot-Blauer?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eIch bin schon echter Fan des Wuppertaler SV, aber ich bin seit 2013 auch Mitglied des FC Schalke 04. In meiner Brust schlagen also zwei Fu\u00dfball-Herzen. Mein Vater hat mich schon im Alter von f\u00fcnf Jahren mit ins Gelsenkirchener Park-Stadion genommen, seitdem bin ich infiziert.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ihre Songs sind melancholisch, sind Sie privat auch ein melancholischer Mensch?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eSo sehe ich mich eigentlich gar nicht. Ich halte mich &#8211; auch wenn man so etwas nicht gern \u00fcber sich selbst sagt &#8211; f\u00fcr relativ witzig. Auf der B\u00fchne versuche ich, unterhaltsam zu sein, das Publikum mitzurei\u00dfen. Ich habe auch Songs im Repertoire, die gar nicht melancholisch sind. Als mein erstes Album herauskam, hatte ich eben gerade so eine melancholische Phase durchlebt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ihre Text sind tiefgr\u00fcndig, philosophisch, Ihre Musik ist aber mainstreamm\u00e4\u00dfiger als die von Liedermachern. Was wollen Sie mit Ihren Songs bewirken?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eWenn man auf die B\u00fchne geht, hat man auch die Verantwortung, dort eine klare Aussage zu treffen. Ich wehre mich ganz gezielt gegen den plumpen Mainstream, der nichts aussagt und f\u00fcr nichts steht. K\u00fcnstler haben in der Gesellschaft schon eine wichtige Aufgabe. Sie m\u00fcssen ihr ein St\u00fcck weit den Spiegel vorhalten und f\u00fcr ihre \u00dcberzeugungen einstehen. Ich versuche da mit meinen Texten einen Gegenpol zu bilden.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Spiegeln Ihre Texte Ihre pers\u00f6nlichen Erfahrungen wieder oder sind sie eher Fiktion?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eDie Texte auf meiner ersten CD sind sehr autobiographisch. Das waren sehr private Dinge, wie eine gescheiterte Beziehung, die mich emotional sehr besch\u00e4ftigt hat. Ich habe viel \u00fcber Heimat geschrieben, \u00fcber das Aufgeben, weil man als K\u00fcnstler ja doch ab und zu Selbstzweifel bekommt und sich fragt: Macht das alles \u00fcberhaupt Sinn, kann ich als Musiker \u00fcberhaupt \u00fcber die Runden kommen?\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie durchleben also echte Existenz\u00e4ngste?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eZum Gl\u00fcck nur ganz selten. Ich habe mal auf einer gro\u00dfen Veranstaltung in Essen als Opener von Philipp Dittberner gespielt. Und vor mir war so ein Typ aufgetreten, der nur ein Vollplayback abgeliefert hat. Das Ende vom Lied war: Als ich dann auf die B\u00fchne gekommen bin und komplett live performt habe, konnten die Leute damit nichts anfangen. Die M\u00e4dels haben mich kaum beachtet, sondern haben den Typen umringt, um sich Autogramme zu holen. Das tut sehr weh, und man fragt sich dann schon einen kurzen Moment: Warum tust Du Dir das an? Aber gl\u00fccklicherweise habe ich noch nie den Mut zum Aufgeben gehabt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben als Opener der ber\u00fchmten Rock-Lady Anastacia gespielt. Eher Chance oder Belastung, denn die Wenigsten kommen ja wegen der Vor-Band?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eDas ist eine ganz spannende Erfahrung. Beim Support von Anatastacia waren 3.000 Zuschauer in der Stadthalle Troisdorf. Die Voraussetzungen sind bei einem eigenen Konzert nat\u00fcrlich ganz anders: Da freuen sich die Leute auf einen, sie kennen alles Songs und alle Texte, sie feuern einen an. Ganz anders ist es, wenn ich auf die B\u00fchne gehe und muss die Leute von mir und meiner Musik \u00fcberzeugen. Ich finde beides aber sehr reizvoll.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ist das eigentlich so eine Art Selbsttherapie, wenn man seine privaten Erfahrungen wie Beziehungsstress oder Trennungen in seiner Musik aufarbeitet?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eAbsolut. Vielleicht ist das so ein Tick von mir. Ob ich gerade traurig oder gl\u00fccklich bin &#8211; ich habe immer versucht, meine Gef\u00fchle in Musik umzusetzen. Das ist eben meine Phase der Verarbeitung. Ich genie\u00dfe das. Ich habe ein kleines Heimstudio, setze mich dann ans Klavier, komponiere Songs. Das tut sehr gut.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Musiker haben Sie inspiriert?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eIch finde zum Beispiel die Texte von Reinhard Mey unheimlich gut, aber auch Musiker wie Jamie Cullum. Der ist virtuos am Klavier. Von Jamie besitze ich das einzige Autogramm \u00fcberhaupt. F\u00fcr mich ist die Musik ein Spielplatz, auf dem es viel zu entdecken gibt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Warum habe Sie eigentlich das vielversprechende Projekt TalGold mit der Cellistin Charlotte Jeschke beendet?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eDas ist manchmal im Leben so. Wir waren ein Duo und hatten hinterher unterschiedliche Auffassungen davon, wie es weitergehen soll.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Also Trennung in beiderseitigem Einvernehmen?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eGenau! Charlotte macht jetzt andere Projekte. Die Songs waren ja ohnehin von mir, und mit denen gehe ich auch weiter auf Tournee. F\u00fcr mich ist TalGold eigentlich gar nicht vorbei. Der Name hat sich ge\u00e4ndert, aber das Projekt geht weiter. TalGold war so eine Hommage an meine Heimatstadt. Der TalGold-Song \u201aStadt\u2019 ist nach wie vor eines meiner wichtigsten Lieder.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Viele Musiker sind Autodidakten. Sie haben Musik aber von der Pike auf gelernt. Warum dieser Ehrgeiz?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eDas lag mit an meinen Eltern. Ich habe ja direkt nach meinem Abitur damit begonnen, in Hotel-Lounges Jazz zu spielen. Ich hatte dann die Chance, in einem gro\u00dfen Hamburger Studio zu arbeiten. Da bekam ich einen Einblick in die Musik-Industrie und habe beschlossen, mich in der Musikbranche durchzubei\u00dfen. Meine Eltern waren der Meinung, ich sollte das dann aber mit einer fundierten Ausbildung tun. Und tats\u00e4chlich habe ich direkt einen Studienplatz an der Popakademie Baden-W\u00fcrttemberg in Mannheim bekommen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Nach dem erfolgreichen Studium stand Ihnen doch die Musikwelt offen&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eJa, das war so. Am Ende des Studium 2012 haben meine Kommilitonen und ich \u00fcberlegt, wie es weitergehen sollte. Die meisten haben sich f\u00fcr Berlin entschieden. Ich habe gesagt: \u201aIch gehe zur\u00fcck nach Wuppertal\u2018. Daf\u00fcr habe ich nur Kopfsch\u00fctteln geerntet, aber f\u00fcr mich war das eine Herzensangelegenheit. Man wird hier zwar nicht mit F\u00f6rdermitteln \u00fcbersch\u00fcttet, aber ich wurde sofort gut in der Kunstszene aufgenommen. Die Kultur-Szene istunglaublich spannend. Ich denke da an das Royal Street Orchestra oder den Jazz-Pianisten Roman Barbik, der bei mir im Haus wohnt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie hart ist die Schule, wenn man als Hintergrund-Musiker in einer Hotellounge spielt und kaum beachtet wird?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eDas war eine schwere Zeit. Ich habe abends drei Stunden Jazz-Standarts gespielt. Je sp\u00e4ter es wurde, umso betrunkener waren die G\u00e4ste. Die kamen dann an den Fl\u00fcgel getorkelt und haben Musikw\u00fcnsche ge\u00e4u\u00dfert. Hart verdientes Brot. Daf\u00fcr habe ich dort soviel Routine berkommen, weil ich f\u00fcnfmal die Woche drei Stunden gespielt habe. Soviel h\u00e4tte ich Zuhause nie ge\u00fcbt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sind Sie ein \u201eDownloader\u201c oder kaufen Sie noch handfeste Musik-CDs?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eIch habe sogar noch einen Schallplattenspieler und Venylscheiben Zuhause. Wenn mir die Musik pers\u00f6nlich wichtig ist, dann kaufe ich auf jeden Fall Venyl oder CD. Wenn mir nur ein einzelner Song gef\u00e4llt, dann lade ich ihn auch mal herunter. Ich wehre mich gegen die Streaming-Plattformen, obwohl man eigentlich gar nicht mehr daran vorbeikommt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ist es eigentlich heute schwerer, als Musiker auf sich und seine Musik aufmerksam zu machen?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eDa muss man wohl mehrere \u015aeiten betrachten. Fakt ist, dass noch nie soviel Musik konsumiert wurde wie heute. Musik begegnet einem \u00fcberall, und man hat soviel Zugriff auf Musik wie nie zuvor. Der Vorteil f\u00fcr mich als K\u00fcnstler ist, dass ich jetzt \u00fcber das Internet alles selbst in die Hand nehmen und mich selbst vermarkten und promoten kann. Ich hatte direkt nach meinem Studium einen gro\u00dfen Plattenvertrag bekommen und bin heute froh dar\u00fcber, dass nichts daraus geworden ist, weil es ein Knebelvertrag war.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Also schwimmen Sie jetzt mit auf der gro\u00dfen Download-Welle?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eDas Problem heute ist doch, dass viele nicht mehr bereit sind, f\u00fcr Musik zu zahlen. J\u00fcngere geben in der Regel kein Geld f\u00fcr ein Musik-Album oder eine Konzertkarte aus. Das ist bedauerlich. Ich habe mich lange dagegen gewehrt, aber inzwischen gibt es meine Musik auch als Downloads. Konzept-Alben \u00e0 la Pink Floyd werden kaum noch produziert, weil sich die Leute nur noch einzelne Songs herunterladen. Das Werteverst\u00e4ndnis f\u00fcr Musik ist eindeutig nach unten gegangen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie sehen Sie die Zukunft der Musikbranche, als junger K\u00fcnstler?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eIch bin ganz bewusst so ein St\u00fcck weg aus der Musikindustrie. Ich mache alles selbst, bem\u00fche mich, meine Musiker angemessen und fair zu bezahlen. Die Musik-Labels in der heutigen Form werden irgendwann \u00fcberfl\u00fcssig sein, als Musiker braucht man sie nicht mehr. Wenn ich Musik ver\u00f6ffentliche, kann ich heute direkt auf den Fan zugehen, brauche kein Platten-Label mehr, das viele Prozente abgreift. Der Live-Markt sehr wichtig bleiben. Die Leute wollen auf Konzerte gehen und Musiker live spielen sehen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Was halten Sie eigentlich von den ganzen Casting Shows?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eVor vier Jahren h\u00e4tte ich nicht geglaubt, dass es heute noch Casting Shows gibt. So kann man sich t\u00e4uschen. Voice of Germany oder DSDS haben immer noch tolle Einschaltquoten. Ich kann das nicht nachvollziehen. F\u00fcr mich ist es eine gro\u00dfe Frechheit, dass da irgendeine Plattenfirma hingeht und den Leuten eine gro\u00dfe Musik-Karriere verspricht. Das ist eine L\u00fcge dem Publikum und dem K\u00fcnstler gegen\u00fcber.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Also werden in diesen Shows gar keine Stars geboren?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eAbsolut nicht! Man hat keine Chance, unbesch\u00e4digt aus diesem Apparat herauszukommen. Denn selbst wenn ich gewinne, bin ich vier Wochen sp\u00e4ter uninteressant, weil dann schon wieder die n\u00e4chste Staffel startet. Von den Casting-Shows profitieren nur die TV-Anstalten und die Coaches. Die Gewinner genie\u00dfen f\u00fcr kurze Zeit eine enorme Aufmerksamkeit und verschwinden dann wieder in der Versenkung. Und mit Kunst hat das sowieso nichts zu tun. Die Teilnehmer stellen sich dahin und singen einen Cover-Song. Ihnen wird vorgegaukelt, hinterher w\u00e4ren sie ein Star. Eine Luftblase! Um Musiker zu werden, muss man jahrelang hart arbeiten, sein Instrument beherrschen und seine Stimme st\u00e4ndig trainieren.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie viele Zuschauer kommen so zu Ihren Konzerten?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eDas h\u00e4ngt von der Stadt ab. Ich habe in Berlin in einem Klub gespielt, der war mit 150 Leuten rappelvoll. Hier in Wuppertal war mein Konzert im Sparkassenturm ausverkauft und auch die Immanuelskirche war mit 250 Zuschauern gef\u00fcllt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben eine erfolgreiche Schweiz-Tour hinter sich. Warum m\u00f6gen die Eidgenossen ihre Musik so sehr?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eDas lag nicht nur an mir, sondern auch daran, dass sich ein Veranstalter in der Romandie sehr f\u00fcr mich engagiert hat. Es war ein tolles Gef\u00fchl, als ich in Montreux ankam, stand da auf einer Videoleinwand: \u201eBienvenue Montreux\u201c und danach direkt mein Name, mein Foto und die Konzertank\u00fcndigung f\u00fcr den 3. November. Und die Halle war voll, obwohl mich vorher keiner gekannt hat. Die Schweizer haben mir auch ein tolles Budget zur Verf\u00fcgung gestellt. Und damit konnte ich eine tolle Band zusammen stellen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wenn jetzt die ber\u00fchmte Fee um die Ecke k\u00e4me und Sie h\u00e4tten einen Wunsch frei, was w\u00fcrden Sie sich w\u00fcnschen?<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke: \u201eIch habe mir immer schon gew\u00fcnscht, dass ich von meiner Musik leben kann. Und dass ich das bisher geschafft habe, ist f\u00fcr mich ein riesiges Geschenk. Ich sehe es als gro\u00dfes Privileg an, dass ich mit der Musik, die ich so sehr liebe, meinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Deshalb w\u00fcrde ich mir von der Fee w\u00fcnschen, dass dies bis zum meinem Lebensende funktioniert.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>VITA<\/strong><\/p>\n<p>Florian Franke wurde am 18.09.1987 in Wuppertal geboren. Mit f\u00fcnf Jahren nahm er Klavierunterricht, von 1996 bis 2006 war er Mitglied der Kurrende. Mit dem Knabenchor bereiste er ganz Europa und sang auch als Solist in Theatern und Opern. Nach seinem Abschied von der Kurrende nahm Franke Gitarrenunterricht. 2007 machte er am St. Anna Gymnasium sein Abitur und spielte als Jazzpianist in Hotel-Lounges.<\/p>\n<p>2008 ging Florian Franke nach Hamburg, um mit William \u201eBilly\u201c King ein Studioprojekt zu starten. In der Zeit gr\u00fcndete er auch \u201eCrushhour\u201c, seine erste Band. Mit ihr erhielt er 2009 den Deutschen Rock- und Pop-Preis. Im gleich Jahr zog er nach Mannheim, um dort an der \u201ePop-Akademie Baden-W\u00fcrttemberg Musik zu studieren.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend kehrte er nach Wuppertal zur\u00fcck. Hier komponierte er u.a. die Stadionhymne des WSV. 2015 gr\u00fcndete er mit der Cellistin Charlotte Jeschke das Duo \u201eTalGold\u201c. Der Song \u201eStadt\u201c wird ein Hit bei \u201eYouTube\u201c. Nach nur einem Jahr gehen Charlotte und Florian wieder getrennte Wege. Im Mai 2017 ver\u00f6ffentlicht der Singer-Songwriter mit \u201eStadtgefl\u00fcster\u201c sein erstes Album. Der Musiker ist mit einer Kommunikations-Designerin liiert. F\u00fcr 2018 hat er gro\u00dfe Pl\u00e4ne: Er will sein zweites Album ver\u00f6ffentlichen und mit einer Band auf Deutschland-Tournee gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Florian Franke ist mit 30 Jahren schon ein\u00a0alter Hase im Musikgesch\u00e4ft. Der\u00a0Wuppertaler Singer-Songwriter verdiente sich\u00a0die ersten Sporen als Mitglied der Kurrende. Im &#8222;Hand aufs Herz&#8220;-Interview spricht er \u00fcber seine Tr\u00e4ume und Ziele.\u00a0Im zarten Alter von f\u00fcnf Jahren nahm er bereits Klavier-Unterricht.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":18427,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-18429","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-19 18:23:19","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18429","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18429"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18429\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58931,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18429\/revisions\/58931"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18427"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18429"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18429"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18429"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}