{"id":18027,"date":"2016-01-23T08:55:30","date_gmt":"2016-01-23T07:55:30","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2017\/11\/23\/rote-rosen-fuer-den-schattenmann-im-wsv-tor\/"},"modified":"2022-01-31T18:08:43","modified_gmt":"2022-01-31T17:08:43","slug":"rote-rosen-fuer-den-schattenmann-im-wsv-tor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2016\/01\/23\/rote-rosen-fuer-den-schattenmann-im-wsv-tor\/","title":{"rendered":"Rote Rosen f\u00fcr den Schattenmann im WSV-Tor"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nicht jeder WSV-Spieler aus der glorreichen Zeit, kann unbeschwert zur\u00fcckblicken. Uli Gelhard ist so einer. Der heute 71j\u00e4hrige, fr\u00fcherer WSV-Ersatztorwart kam in den drei Bundesligajahren immerhin auf 30 Eins\u00e4tze, stand aber immer im Schatten von der damaligen Nummer eins, Manfred M\u00fcller. \u201eEs war eine gro\u00dfartige Zeit in einer gro\u00dfartigen Mannschaft\u201c, sagt der Rentner und Sportinvalide heute r\u00fcckblickend. Ohne Kr\u00fccken, Stock oder Rollator kann er sich nicht mehr fortbewegen.<\/p>\n<p>Noch heute leidet er an den Folgen eines schweren Autounfalles, den er vor exakt 30 Jahren im Oktober 1987 erlitten hatte. Ein betrunkener Autofahrer ist mit 2,6 Promille in Vohwinkel auf sein Auto gefahren. Die \u00c4rzte konnten seine zerquetschten Beine gerade noch retten. Seine sportliche Karriere war damit aber ebenso beendet, wie seine T\u00e4tigkeit als Diplom-Sportlehrer beim Institut f\u00fcr Sportwissenschaften.<\/p>\n<p>Uli Gelhard war mit 25 Jahren der j\u00fcngste Fu\u00dfballlehrer seiner Zeit und mit der K\u00f6lner Sporthochschule in der Rutem\u00f6ller-\u00c4ra Deutscher Hochschulmeister im Fu\u00dfball. Er geh\u00f6rte neben Erich Mi\u00df und Detlef Webers zu den einzigen waschechte Wuppertalern in der Bundesliga-\u00c4ra der Rot-Blauen. Er wuchs in der Jugend der SG Langenfeld auf und wurde von Heiner Schaffer trainiert. Schaffer war eine Legende f\u00fcr sich. Er war mit dem\u00a0Dresdner SC in den Kriegsjahren zweimal Deutscher Fu\u00dfballmeister und zweimal Pokalsieger. Er kam 1949 zum SSV Wuppertal, dem Vorl\u00e4ufer des WSV, weil u.a. hier sein fr\u00fcherer Dresdner Mitspieler Herbert Pohl\u00a0als\u00a0Spielertrainer\u00a0fungierte. Uli Gelhard verdankt ihm viel, aber auch dem fr\u00fcheren WSV-Torwart Helmut Domagalla, der ihm den Weg in den bezahlten Fu\u00dfball ebnete.<\/p>\n<p>Die Zeit beim WSV erlebte er in Konkurrenz zu Stamm-Keeper Manni M\u00fcller. Als M\u00fcller im entscheidenden Abstiegsspiel 1974 gegen den VfB Stuttgart nach Meinung seines Umfeldes kniff, schlug Gelhards gro\u00dfe Stunde. Er wurde beim 2:2 im Neckarstadion zum \u201eHelden des Tages\u201c. Ihm wurden nach dem Schlusspfiff aus dem Publikum rote Rosen zugeworfen.<\/p>\n<p>Die NRZ schrieb damals von einem WSV-Spiel zwischen Himmel und H\u00f6lle: \u201e \u2026Dieter L\u00f6mmes, der (Anm.: nach 0:2-R\u00fcckstand) in der 81. Spielminute das 2:2 geschafft hatte\u2026 In den folgenden neun Minuten rollte Angriff auf Angriff auf das WSV-Tor. Jeder Schuss, jeder Fehler konnte den Abstieg bedeuten.\u201c Uli Gelhard damals: \u201eIch hatte Herzklopfen. Ich dachte immer, wenn es schon sein muss, dann ein Gegentor in den Winkel, jetzt blo\u00df keinen Fehler machen\u201c. Er machte keinen, der WSV schaffte den Bundesliga-Klassenerhalt.<\/p>\n<p>Uli Gelhards Stationen in der Nach-\u00c4ra waren Waldhof Mannheim und Alemannia Aachen, ehe er 1980 zum WSV zur\u00fcck fand. Hier ereilte ihm vor einem Spiel gegen Bayer Leverkusen erneut das Pech, als ein Ball so ungl\u00fccklich vor seine Finger sprang, dass er eine schwere Handverletzung erlitt, die chronisch wurde und seine aktive Laufbahn vorzeitig beendete.<\/p>\n<p>Nach all den Missgeschicken wandte sich Gelhard vom Sportgeschehen ab, weil er die Konfrontation mit seiner Vergangenheit als Berufs-Fu\u00dfballer scheute. \u201eEin Fehler\u201c, wie er heute meint. Inzwischen fiebert er wieder mit dem WSV und freut sich \u00fcber jeden Erfolg seines Vereins, zittert aber auch mit Borussia Dortmund, zu deren Spielen seine 41j\u00e4hrige Tochter ihn h\u00e4ufig mit nimmt. Sein Urteil \u00fcber den aktuellen Fu\u00dfball: \u201eEs ist Sport in Vollendung, aber die Seele geht verloren!\u201c Uli Gelhard lebt heute in einem schmucken Reihenhaus in W\u00fclfrath, besch\u00e4ftigt sich, wie auch seine Ehefrau, mit Antiquit\u00e4ten und spricht von einem zufriedenen, erf\u00fcllten Leben.<\/p>\n<p>Text: Siegfried J\u00e4hne<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rote Rosen f\u00fcr den Schattenmann im WSV-Tor &#8211; In Teil 14 der Serie &#8222;WSV-Legenden&#8220; erinnert Siegfried J\u00e4hne an Torwart Uli Gelhard, dem das Schicksal teilweise \u00fcbel mitspielte&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":18026,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[5295,35],"class_list":["post-18027","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport","tag-ulrich-gelhard","tag-wuppertaler-sv"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-10 00:09:25","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18027","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18027"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18027\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":49701,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18027\/revisions\/49701"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18026"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18027"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18027"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18027"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}