{"id":18015,"date":"2017-11-22T10:19:17","date_gmt":"2017-11-22T09:19:17","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2017\/11\/22\/coroplast-chefin-jeder-mitarbeiter-sollte-unternehmer-sein\/"},"modified":"2025-02-26T13:04:13","modified_gmt":"2025-02-26T12:04:13","slug":"coroplast-chefin-jeder-mitarbeiter-sollte-unternehmer-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2017\/11\/22\/coroplast-chefin-jeder-mitarbeiter-sollte-unternehmer-sein\/","title":{"rendered":"Natalie Mekelburger: Jeder Mitarbeiter sollte Unternehmer sein"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_45373\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-45373\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/csm_Coroplast-Group-Natalie-Mekelburger_dc54296486-2-1024x683.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Unternehmerin Natalie Mekelburger &#8211; \u00a9 Coroplast Group<\/span><\/div>\n<p>Die Vorsitzende der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des Wuppertaler Globalplayers \u201eCoroplast\u201c tr\u00e4gt die Verantwortung f\u00fcr \u00fcber\u00a0 6.200 Mitarbeiter, die an 11 Standorten weltweit f\u00fcr einen Jahres-Umsatz von rund 470 Millionen Euro sorgen. Tendenz steigend. Unter der F\u00fchrung von Natalie Mekelburger (51) ist \u201aCoroplast\u2018 immer weiter expandiert. \u00dcber die Headline \u201eNatalie Mekelburger steht als Unternehmerin ihren Mann\u201c w\u00fcrde sie nur schmunzeln.<\/p>\n<p>Die weltweit erfolgreiche Managerin und Mutter zweier T\u00f6chter ist sehr selbstbewusst und hat ihren ganz eigenen F\u00fchrungs-Stil entwickelt. Und damit konnte Natalie Mekelburger sogar ihren Vater und langj\u00e4hrigen Unternehmensf\u00fchrer Dr. Kurt M\u00fcller \u00fcberzeugen, der zuvor \u2013 vorsichtig ausgedr\u00fcckt \u2013 skeptisch war. Die erfolgreiche Unternehmerin stand Peter Pionke Rede und Antwort. Hier das STADTZEITUNG-Interview (Ausgabe 11\/2015) noch einmal in Ausz\u00fcgen.<\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind die Chefin von gut 6.200 Mitarbeitern, die wiederum Familien haben, f\u00fcr die sie sorgen m\u00fcssen. Ist diese Verantwortung eher Belastung oder Ansporn f\u00fcr Sie?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eIch schaue mir unsere Mitarbeiter an und freue mich an allen Standorten dar\u00fcber, dass sie f\u00fcr uns arbeiten. Das ist eher ein Gef\u00fchl des Stolzes denn der Belastung. Ich fokussiere mich vielmehr auf die Aufgabe, die ich zusammen mit meinen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrungsmitgliedern zu bew\u00e4ltigen habe. In einer internationalen Organisation wie der unseren, gibt es nat\u00fcrlich immer wieder Baustellen, die zu meistern sind. Es ist eher die F\u00fclle der Aufgaben die zu einer Belastung werden kann. Aber wir haben in unserem Unternehmen eine hervorragende F\u00fchrungsmannschaft, die gut zusammenspielt. Mit ihr haben wir bisher jede Belastungsprobe gut \u00fcberstanden.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie viele Ihrer 6.200 Mitarbeiter weltweit kennen Sie eigentlich pers\u00f6nlich?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eLeider kenne ich noch nicht einmal alle Mitarbeiter hier am Standort Wuppertal pers\u00f6nlich. Das ist bei knapp 800 Mitarbeitern auch schon sehr schwer. Und von den meisten Auslands-Niederlassungen sind mir die erste und zweite F\u00fchrungsriege gel\u00e4ufig, mit denen ich mich regelm\u00e4\u00dfig kurz schlie\u00dfe. Von vielen weiteren kenne ich die Gesichter, kann mir aber unm\u00f6glich alle Namen merken. Aber das verlangt auch keiner von mir.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Nach erfolgreichem Abschluss Ihres BWL-Studiums haben Sie zun\u00e4chst bei der Unternehmensberatung Droege &amp; Comp. gearbeitet. Was hat es Ihnen pers\u00f6nlich gebracht, einmal in ein fremdes Unternehmen hineingeblickt zu haben?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eNat\u00fcrlich war das eine wichtige Erfahrung f\u00fcr mich. Bei Droege &amp; Comp. war ich ja eine ganz normale Mitarbeiterin, dementsprechend wurde ich auch behandelt. Bei Coroplast angekommen, musste ich gleich in eine andere Rolle schl\u00fcpfen. Ich war die Tochter des Chefs und man hatte mir gleich unterstellt, dass ich etwas zu sagen haben will. Ich selbst hatte den Anspruch noch gar nicht und wollte erst noch dazu lernen. Diese Gelegenheit hat man mir zum Gl\u00fcck gegeben. Im Laufe der Zeit hat sich das alles ganz nat\u00fcrlich entwickelt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind eine sehr attraktive Frau, erleichtert Ihnen diese Tatsache eigentlich die Zusammenarbeit mit m\u00e4nnlichen Kollegen?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eDas ist genau die Frage, die man nicht gerne gestellt bekommt. Und das mit dem attraktiv ist ja auch durchaus subjektiv. Ich w\u00fcrde es einmal generalisieren: Jeder einzelne Mensch hat nat\u00fcrlich seine Wirkung auf andere und Frauen haben auf M\u00e4nner auch eine andere Wirkung als ihre Geschlechtsgenossen. Zum Teil gibt es ganz typische Verhaltensweisen von Frauen und von M\u00e4nnern. Aber genau das bringt ja bekanntlich Schwung in das Berufsleben.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ihr Vater Dr. Kurt M\u00fcller hat ja einmal gesagt, dass er nichts von Frauen in F\u00fchrungspositionen h\u00e4lt. Hat er diesen Spruch irgendwann bereut?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eNein, das hat er nicht. Das war auch seine tiefste innere \u00dcberzeugung. Er hat irgendwann einfach ausgeblendet, dass ich eine Frau bin.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Was hat denn Ihren Vater \u00fcberhaupt zu diesem Vorurteil bewogen?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eMein Vater war wohl der Meinung, dass Frauen wegen ihrer Doppelbelastung durch Familie und Beruf im Job nicht so effektiv seien und sich auch nicht so gut durchsetzen k\u00f6nnten. Und ganz so Unrecht hat er damit nicht. Denn diese Doppelbelastung ist schon ganz sch\u00f6n zehrend. Aber ich denke, ich habe es soweit hinbekommen, dass er sich an meiner Mutterrolle nicht reiben konnte.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Inwieweit haben die Vorbehalte Ihres Vaters gegen\u00fcber weiblichen F\u00fchrungskr\u00e4ften ihren F\u00fchrungsstil beeinflusst?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eDass ich das Thema Emanzipation v\u00f6llig gelassen angehe. Mein Motto lautet: Nicht viel dar\u00fcber reden, sondern einfach machen. Auf alle F\u00e4lle motiviere ich unsere jungen Mitarbeiterinnen, Kinder zu bekommen. Es ist doch v\u00f6llig nat\u00fcrlich, dass sich eine Frau Kinder w\u00fcnscht. Ich habe auch keine Bedenken, wenn die jungen M\u00fctter eine Zeit lang ausfallen. Wir nehmen sie wieder mit offenen Armen auf, wenn sie nach dem Mutterschutz bei uns arbeiten wollen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: W\u00fcrden Sie sich als umg\u00e4ngliche Chefin bezeichnen?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eNat\u00fcrlich, aber ich gebe keine Garantie daf\u00fcr, dass das Selbst- und Fremdbild an dieser Stelle durchaus auseinanderdriften k\u00f6nnte. Besser ist, wenn Sie meine Mitarbeiter fragen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: In Familienbetrieben pflegen viele Firmeninhaber ein hemds\u00e4rmeliges Verh\u00e4ltnis mit ihren Mitarbeitern \u2013 wie w\u00fcrden Sie Ihren F\u00fchrungsstil umschreiben?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eHemds\u00e4rmelig eher nicht, denn in einer F\u00fchrungs- und damit Vorbildfunktion sollte man schon ein gewisses Niveau vorleben. Ich denke, ich bin grunds\u00e4tzlich wertsch\u00e4tzend gegen\u00fcber den Mitarbeitern und bringe ihnen viel Vertrauen entgegen. Bisher wurde mein Vertrauen selten entt\u00e4uscht. Meine Philosophie lautet, dass ich nicht die einzige Unternehmerin bei Coroplast bin, sondern jeder unserer Mitarbeiter ein Unternehmer sein sollte. Damit stelle ich ihnen gewisse Handlungsspielr\u00e4ume zur Verf\u00fcgung. Wenn Sie in unser Unternehmen gehen, werden Sie diesen Geist in Form von Offenheit und Engagement der Mitarbeiter zu sp\u00fcren bekommen. Dieses Feedback erhalte ich h\u00e4ufig von Besuchern und das freut mich.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Duzen Sie sich in der Coroplast-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung eigentlich untereinander?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eNein! Ich sieze alle (bis auf wenige Ausnahmen von Mitarbeitern, die ich aus meiner Jugend kenne) und werde auch von allen gesiezt. Ich halte das \u201aSie\u2018 auch f\u00fcr richtig. Auch, was die anderen F\u00fchrungskr\u00e4fte angeht. In der Regel wollen diese eine gewisse Distanz zu ihren Vorgesetzen, was keinesfalls bedeutet, dass man keinen offenen und fairen Umgang miteinander haben kann. Die j\u00fcngeren Mitarbeiter empfinden es sogar als unangenehm, wenn sie ihren viel \u00e4lteren Vorgesetzen duzen sollen. Das Duzen auf allen Ebenen entspricht auch nicht der deutschen Kultur. Es wirkt aufgesetzt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben Niederlassungen auf der ganzen Welt. Wie viele Sprachen beherrschen Sie?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eIch spreche Englisch. Das ist nat\u00fcrlich die Sprache, die international permanent zur Anwendung kommt. Franz\u00f6sisch habe ich sehr intensiv in der Schule gelernt, aber den Umgang mit der Sprache dann sp\u00e4ter doch sehr vernachl\u00e4ssigt &#8211; leider. Was Gesch\u00e4ftssprachen angeht, h\u00e4tte ich aber lieber Spanisch gelernt, das w\u00fcrde mir in ganz S\u00fcdamerika und auch in Mexiko, wo wir ja eine gro\u00dfe Niederlassung besitzen, weiterhelfen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Mehrfach wurde Coroplast zu den Top-Arbeitgebern in Deutschland gew\u00e4hlt. Macht Sie das stolz?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eDiese Auszeichnung ist uns wirklich sehr wichtig, nicht zuletzt wegen der Wirkung nach au\u00dfen. Wir haben festgestellt, dass das f\u00fcr potentielle Bewerber durchaus ein wertvolles Qualifizierungs-Merkmal darstellt. Sie gewinnen sofort Vertrauen in unser Unternehmen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Auch was die Ausbildung angeht \u2013 z. B. bieten Sie u.a. ein duales Studium an \u2013 haben Sie sich den Ruf eines Musterbetriebs erarbeitet. Zahlt sich das Engagement f\u00fcr Ihr Unternehmen aus?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eWir investieren mit \u00dcberzeugung sehr viel in die Ausbildung unserer Mitarbeiter. Und trotzdem ist das nat\u00fcrlich keine Garantie daf\u00fcr, dass sie dann bis zum Ende ihrer beruflichen Karriere bei Coroplast bleiben. Damit muss man sich als Unternehmen abfinden und trotzdem die Bereitschaft haben, auszubilden. In der Regel k\u00f6nnen wir aber die Leute, die wir wirklich auch behalten wollen, an unser Unternehmen binden.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Aus Ihrem Munde stammt der Satz: \u201eEs ist selbstverst\u00e4ndlich, dass wir jeden technologischen Sprung mitmachen\u201c. Was macht Sie so sicher, dass Ihnen dieser Sprung immer wieder gelingt?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eKlar ist das unser erkl\u00e4rtes Ziel, auch wenn ich nicht garantieren kann, dass es uns immer gelingt. Fest steht: Das was wir tun, wollen wir richtig machen. Und wir sind bereit, in gro\u00dfem Ma\u00dfe zu investieren. Um uns finanziell nicht zu \u00fcbernehmen, verzichten wir eher auf die Gesch\u00e4ftsfelder, in denen wir nicht an der Spitze stehen oder gar unprofitabel sind. So steht unser Portfolio immer wieder auf dem Pr\u00fcfstand.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind ein Paradebeispiel f\u00fcr eine moderne, sehr erfolgreiche Unternehmerin. Woran liegt es, dass immer noch relativ wenige Frauen in mittelst\u00e4ndischen und Gro\u00dfunternehmen im Chefsessel sitzen?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eEs liegt in der Regel an den Frauen selbst. Auch in unserem Unternehmen stellen wir fest, dass trotz guter Ausbildung, bei Mitarbeiterinnen irgendwann eine Art mentaler Wandel stattfindet. Die Frauen stellen dann ihre Lebensplanung in den Vordergrund, wollen eine Familie gr\u00fcnden und Kinder kriegen. Sie sagen schon fr\u00fchzeitig, bis hierhin und nicht weiter, weil sie bef\u00fcrchten, Familie und Beruf nicht unter einen Hut zu bekommen. Und diese Sorge ist ja auch nicht v\u00f6llig unberechtigt. Auch wenn sich unser Staat auf den Kopf stellt und sich um die Versorgung von Kindern von Geburt an k\u00fcmmern sollte, alles kann und will eine Mutter nicht delegieren. Und deswegen wird sie, solange sie Kleinkinder hat, auf Jobs mit viel Reiset\u00e4tigkeit verzichten wollen. Das ist nicht weg zu diskutieren, aber man muss es ja auch nicht problematisieren.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Was halten Sie denn pers\u00f6nlich von der vieldiskutierten Frauen-Quote?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eDie Frauen-Quote ist eine Zwangs-Quote und daher vom Grundsatz her nicht richtig. Ich halte sie in der Zukunft \u00fcbrigens auch nicht mehr f\u00fcr n\u00f6tig. Frauen sind in der Wirtschaft doch ohnehin schon sehr gefragt, schon allein, weil es nicht gen\u00fcgend Nachwuchskr\u00e4fte gibt. Es wird doch gar keine H\u00fcrde mehr aufgebaut, es sei denn, die der eigenen Lebensplanung \u2013 wie ich es oben schon beschrieben habe. Wir h\u00e4tten ein massives Problem im Unternehmen, wenn wir aufgrund einer Quote unsere m\u00e4nnlichen F\u00fchrungskr\u00e4fte durch eine Frau ersetzen m\u00fcssten. Ich w\u00fcsste gar nicht, wo ich diese herbekommen sollte.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welche besonderen F\u00e4higkeiten ben\u00f6tigt eine Frau, um sich in der von M\u00e4nnern dominierten Unternehmer-Welt durchzusetzen?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eIch gehe von der Grundvoraussetzung aus, dass die besagte Frau die n\u00f6tige Intelligenz und Kompetenz besitzt, dann kann ich nur empfehlen, nicht so sein zu wollen wie ein Mann. Das ist der gr\u00f6\u00dfte Fehler, den sie machen kann. Jeder sollte authentisch sein, das gilt f\u00fcr Mann und Frau. Wenn jemand nicht mit Menschen umgehen kann, wird er oder sie es nicht schaffen. Wenn man eine geborene F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit ist, dann steht auch der Frau nichts im Wege.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Was halten Sie denn von dem Trend, immer mehr Begriffe, die seit Jahrzehnten im allgemeinen Sprachgebrauch verankert sind, geschlechtsneutral umzuformulieren oder sie zu \u201afeminisieren\u2018 wie \u201eB\u00fcrgerinnensteig\u201c , \u201eFahrerinnensitz\u201c &#8211; oder wie an der Uni Leipzig &#8211; wo m\u00e4nnliche Dozent jetzt offiziell \u201eHerr Professorin\u201c genannt werden?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eDas kann ich nicht ernst nehmen. Herk\u00f6mmliche Begriffe jetzt zu verweiblichen, strengt einfach nur an. Ich ziehe als Frau auch nicht mehr Selbstbewusstsein daraus, dass s\u00e4mtliche Worte verweiblicht werden. Worte wie B\u00fcrgerinnensteig zum Beispiel klingen f\u00fcr mich unangenehm feministisch.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben mal gesagt: \u201eIch muss 24 Stunden organisieren\u201c. Wo bleibt denn da noch Zeit f\u00fcrs Privatleben oder Hobbies?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eIch muss zwischendurch einen Schnitt machen, Grenzen ziehen und sagen: Jetzt fahre ich weg. Auch wenn ich eigentlich unabk\u00f6mmlich bin. Wenn ich mir nicht manchmal einfach eine L\u00fccke schaffe und Priorit\u00e4ten setze, w\u00fcrde das nie klappen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Womit verbringen Sie denn Ihre wenige, wertvolle, freie Zeit?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eIm Sommer spiele ich gerne Golf, im Winter gehe ich Skifahren. Ich besuche gerne Kunstausstellungen oder klassische Konzerte. Da ich beruflich schon sehr viel reisen muss, schr\u00e4nke ich es privat in der Regel sehr ein.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Schlagzeile w\u00fcrden Sie gern \u00fcber sich lesen?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eAm besten gar keine. Ich bin wenig eitel und gar nicht scharf darauf, mich in der \u00d6ffentlichkeit zu pr\u00e4sentieren. Wenn ich gefragt werde, wie z.B. in Ihrem Falle, stimme ich gelegentlich zu. Aber nicht meinetwegen, sondern weil ich gerne \u00fcber das Unternehmen berichte.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: \u201eCoroplast. Verbindungen, die halten\u201c. Stammt dieser griffige Werbeslogan aus Ihrem Umfeld oder waren da Kreative einer Werbeagentur am Werk?<\/strong><\/p>\n<p>Natalie Mekelburger: \u201eDie Idee kam eher aus unserem Unternehmen heraus. Aber das war wohl eine Gemeinschaftsfindung. Wir haben \u00fcberlegt, welche Art von Slogan zu uns passen w\u00fcrde. Und der Begriff Verbindungen hat ja im Zusammenhang mit Coroplast durchaus eine doppelte Bedeutung. Einmal fertigen wir Produkte, die im wahrsten Sinne des Wortes verbinden und dann sind Verbindungen so eine Art Leitmotiv oder Firmen-Philosophie f\u00fcr uns, was Mitarbeiterf\u00fchrung und auch die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen angeht.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Natalie Mekelburger ist gerade mit dem begehrten &#8222;EY Entrepreneur Of The Year Award&#8220; als Unternehmerin des Jahres 2017 in der Kategorie &#8222;Industrie&#8220; ausgezeichnet worden. Grund genug, noch einmal ein Interview in Erinnerung zu rufen, in dem sie \u00fcber ihre Lebens-Philosophie als Frau und Unternehmerin spricht.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":18013,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[1367,1391],"class_list":["post-18015","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wirtschaft","tag-coroplast","tag-natalie-mekelburger"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-08 19:05:12","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18015","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18015"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18015\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45374,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18015\/revisions\/45374"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18013"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18015"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18015"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18015"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}