{"id":17005,"date":"2017-09-21T07:21:48","date_gmt":"2017-09-21T05:21:48","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2017\/09\/21\/der-sir-scheiterte-als-dfb-teamchef\/"},"modified":"2022-01-31T16:42:56","modified_gmt":"2022-01-31T15:42:56","slug":"der-sir-scheiterte-als-dfb-teamchef","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2017\/09\/21\/der-sir-scheiterte-als-dfb-teamchef\/","title":{"rendered":"Der \u201eSir\u201c scheiterte als DFB-Teamchef"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen S\u00f6hnen unserer Stadt, jedenfalls wenn man dies auf das Sportliche reduziert. Erich Ribbeck (80) war von 1998 bis 2000 Teamchef der deutschen Fu\u00dfball-Nationalmannschaft, wenn auch in dieser Funktion mit nur zehn Siegen in 24 Spielen derjenige mit der schlechtesten Bilanz aller Zeiten. Dennoch: Unterm Strich kann sich die sportliche Karriere des am 13. Juni 1937 in Wuppertal geborenen Erich Ribbeck sehen lassen.<\/p>\n<p>1988 gewann der fr\u00fchere WSV-Spieler als Trainer von Bayer 04 Leverkusen den \u201eUEFA-Pokal\u201c und war als Co-Trainer unter Jupp Derwall 1980 am Titelgewinn bei der EM in Italien ebenso beteiligt wie der Finalteilnahme und Vize-Weltmeisterschaft bei der WM 1982 in Spanien. 1992 wurde Ribbeck sogar zum \u201eMann des Jahres im deutschen Fu\u00dfball\u201c gew\u00e4hlt. Nicht umsonst hat man ihn wegen seines gepflegten \u00c4u\u00dferen und seiner Umgangsformen \u201eSir Erich\u201c genannt. Ihm selbst hat es nie gefallen, auf diese Art geadelt zu werden. Aber der Titel wurde ja nicht zuf\u00e4llig gew\u00e4hlt. Der Name Ribbeck stammt von einem m\u00e4rkischen Uradelsgeschlecht. Die Herren von Ribbeck wurden durch Theodor Fontanes Gedicht \u201eHerr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland\u201c weithin bekannt. Eine Abstammung von Fontanes \u201eHerrn von Ribbeck\u201c ist allerding nicht belegt.<\/p>\n<p>Was man dagegen sicher wei\u00df ist, dass Erich Ribbeck bei den in Wuppertal als \u201eSpeckj\u00e4ger\u201c (im Volksmund \u201eSchmarotzer\u201c ) verschrieenem SSV 04 Wuppertal seine Karriere begann. Die als verm\u00f6gender angesehenen \u201eSpeckj\u00e4ger\u201c aus Elberfeld fusionierten 1954 mit der TSG Vohwinkel 80 zum Wuppertaler SV. Beim WSV war Ribbeck zun\u00e4chst als Torwart unter Vertrag, spielte dann aber bald in der Abwehr und brachte er es f\u00fcr den WSV auf insgesamt 104 Eins\u00e4tze.<\/p>\n<p>Zur Saison 1962\/63 wechselte er zum SC Viktoria K\u00f6ln. Grund f\u00fcr den Wechsel war ein inzwischen begonnenes Sportstudiums an der Deutschen Sporthochschule K\u00f6ln, an der auch sein Trainer Hennes Weisweiler lehrte. Eine Begegnung mit erheblichen Folgen. Mit dem Trainerdiplom in der Tasche folgte er Weisweiler 1964 zum Bundesligisten Borussia M\u00f6nchengladbach und wurde als 27j\u00e4hriger dessen Co-Trainer. Gleichzeitig gab er damals vormittags auch noch Sportunterricht an einem Remscheider Gymnasium.<\/p>\n<p>Es folgten Trainer-Stationen bei Rot-Weiss Essen, Eintracht Frankfurt, dem 1. FC Kaiserslautern, Borussia Dortmund, Bayer 04 Leverkusen und Bayern M\u00fcnchen, der Olympia-Auswahl (1983) und der Nationalmannschaft als Nachfolger von Berti Vogts. Insgesamt wurde er zweimal als Trainer vorzeitig aus seinem Vertrag entlassen, und zwar 1978 in Kaiserslautern und 1996 in Leverkusen.<\/p>\n<p>In den Siebzigern und Achtzigern genoss ein gro\u00df gewachsener und gut formulierender Trainertyp wie Ribbeck noch quasi von Amts wegen Autorit\u00e4t. Aber die Indizien sprechen insgesamt nicht unbedingt f\u00fcr ihn. F\u00fcnf Jahre war er in Frankfurt. Ohne Erfolg. Danach kam Dietrich Weise und gewann zweimal mit Frankfurt den DFB-Pokal. Es folgte Kaiserlautern. Erfolge gab es nicht. Kaum war Ribbeck weg, machte Kalli Feldkamp aus Kaiserslautern den Deutschen Meister. Auch sein Abgang bei Bayern M\u00fcnchen war Ende 1993 nicht gerade schmeichelhaft, er wurde von Franz Beckenbauer abgel\u00f6st. Beckenbauer gewann mit Bayern bald darauf den Uefa-Pokal gegen Girondins Bordeaux.<\/p>\n<p>1998 wurde Erich Ribbeck als damals 61j\u00e4hriger Nachfolger von Berti Vogts als Bundestrainer. Das Ergebnis: Zwei Niederlagen bei der EM 2000, nur ein m\u00fcdes Unentschieden (gegen die T\u00fcrkei) und letzter Tabellenplatz in der Vorrundengruppe. Die Nationalmannschaft auf ihrem absoluten Tiefpunkt. Bereits im Vorfeld hatte sich innerhalb des deutschen Kaders eine Opposition gegen Ribbeck formierte. Beim Turnier selbst setzte Ribbeck den damals 39 Jahre alten Lothar Matth\u00e4us als klassischen Libero ein. Mit dem als veraltet geltenden System kam es zum Fiasko f\u00fcr die DFB-Auswahl.<\/p>\n<p>Gesundheitlich ist er nahezu topfit, obwohl die Knie (\u201eDie kriege ich nicht mehr so richtig zusammen\u201c) nicht mehr alles mitmachen. Vor zehn Jahren bekam er eine aus Titan gefertigte k\u00fcnstliche H\u00fcfte, die er heute als \u201emein bestes Gelenk\u201c bezeichnet. Sie erlaubt ihm auch noch das Golfspielen und das Skifahren. Erich Ribbeck lebt mit seiner Frau Ulla abwechselnd auf Teneriffa und in Pulheim bei K\u00f6ln. Die beiden haben zwei Kinder und sechs Enkelkinder.<\/p>\n<p><strong>Text: Siegfried J\u00e4hne &amp; Detlef Hartlap<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>in unserer Serie WSV-Legenden (Folge 12) beleuchten wir diesmal die Karriere von &#8222;Sir&#8220; Erich Ribbeck (80) als aktiver Fu\u00dfballer, als Bundesliga-Coach und als Trainer der deutschen Nationalmannschaft.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":17003,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[4965,4964,4963],"class_list":["post-17005","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport","tag-bundesligacoach","tag-bundestrainer","tag-sior-erich-ribbeck"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-20 08:03:17","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17005","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17005"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17005\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":49708,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17005\/revisions\/49708"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17003"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17005"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17005"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17005"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}