{"id":16787,"date":"2017-09-06T09:30:03","date_gmt":"2017-09-06T07:30:03","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2017\/09\/06\/wahl-check-helge-lindh-spd\/"},"modified":"2022-01-29T16:42:19","modified_gmt":"2022-01-29T15:42:19","slug":"wahl-check-helge-lindh-spd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2017\/09\/06\/wahl-check-helge-lindh-spd\/","title":{"rendered":"Wahl-Check: Helge Lindh (SPD)"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_41746\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-41746\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Helge_Lindh_0123-2-2-1024x629.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"629\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Helge Lindh unterwegs in seiner heimatstadt Wuppertal.<\/span><\/div>\n<p>Heute kommt Helge Frederik Lindh (SPD) zu Wort.<\/p>\n<p><strong>Beruf:<\/strong><br \/>\nHelge Frederik Lindh, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Landtag<\/p>\n<p><strong>Alter:<\/strong><br \/>\n40 Jahre laut Ausweis, f\u00fchle mich n\u00e4mlich viel j\u00fcnger<\/p>\n<p><strong>DS: F\u00fcr welches Thema stehen Sie haupts\u00e4chlich ein?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Helge Lindh: &#8222;<\/strong>Zwei Gegenfragen: Wen oder was vertrete ich? Darf ich mit unserer Welt zufrieden sein? Die Welt ist reich an Interessenvertretern. Ich will aber in allererster Linie Menschen vertreten, insbesondere die Menschen aus Wuppertal. Interessen ist es im Prinzip egal, wer sie wie wann wo vertritt. Menschen indes ist es ganz und gar nicht egal, wer sie wie wann wo vertritt.<\/p>\n<p>Politik lebt von Ver\u00e4nderung, Politik muss Ver\u00e4nderung wollen. Politik muss einen Unterschied machen, sonst k\u00f6nnen wir sie uns gleich sparen. Die Welt, in der wir leben, schreit geradezu danach, nicht einfach so weiterzumachen. Der Mensch als Individuum steht im Mittelpunkt meines politischen Handelns. Deshalb betrachte ich die moderne, solidarische Gesellschaft als die zentrale Aufgabe. Es ist zwingend an der Zeit, Gesellschaft noch einmal neu zu denken und f\u00fcr unser aller Zusammenleben zu k\u00e4mpfen. Viele haben zu Recht den Eindruck, sie st\u00fcnden gesellschaftlich drau\u00dfen vor der T\u00fcr und z\u00e4hlten einfach nicht: klare politische Aufgabe. Die Kinderarmut, die Altersarmut wird fortw\u00e4hrend wachsen, wenn wir nicht offensiv eingreifen: klare politische Aufgabe. Familien f\u00fchlen sich alleingelassen und zerrissen vor lauter Anforderungen an sie: klare politische Aufgabe. Menschen in der Mittelschicht sehen sich permanent unter Druck und am Rande des sozialen Absturzes: klare politische Aufgabe. Frauen \u00fcber 45 erleben, dass ihnen viel zu wenig zugetraut, daf\u00fcr umso mehr das vermeintlich hohe Alter zu ihren Lasten ausgelegt wird: klare politische Aufgabe.<\/p>\n<p>Gutverdienende kommen finanziell ordentlich \u00fcber die Runden, sind aber ersch\u00f6pft und einfach nicht gl\u00fccklich mit ihrem Leben: klare politische Aufgabe. Alle sind geeint in dem Bewusstsein, dass sie nie jemand ernsthaft gefragt hat, wie sie denn eigentlich leben m\u00f6chten. Gestatten wir uns endlich die Frage: Von welcher Gesellschaft tr\u00e4umen wir? Zum Sand im Getriebe unseres Zusammenlebens geh\u00f6rt auch die Beziehungskrise zwischen Politik und Bev\u00f6lkerung.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Warum ist Ihnen das Thema so wichtig?<\/strong><\/p>\n<p>Helge Lindh: &#8222;Weil ich nicht anders kann. Weil es mir keine Ruhe l\u00e4sst. Weil es mich unmittelbar angeht. Politisch dominiert zu oft \u2013 ohne b\u00f6se Absichten zu unterstellen \u2013 eine Art Kartell der Mutlosigkeit, das uns l\u00e4hmt. Begegnungen mit Familien, die ich in den letzten Jahren begleite, zahllose Gespr\u00e4che mit unterschiedlichsten Menschen haben mich gelehrt, dass unser politisches Versprechen, Menschen eine Stimme zu geben, gut gemeint, aber nicht gut ist. Menschen haben eine eigene Stimme. Dieser Stimme will ich Geh\u00f6r verschaffen und aufrichtig, wahrhaftig, nicht jedoch gef\u00e4llig Antwort geben. Mit beiden folgenden Varianten k\u00f6nnen wir uns doch nicht ernsthaft abfinden: weder mit einer Gesellschaft, die schleichend auseinanderdriftet, noch mit einer solchen, die uns mit einem Knall um die Ohren fliegt. Ungerechtigkeit, die an der W\u00fcrde von Individuen kratzt und die ihnen die Luft zu atmen nimmt, macht mich zornig. Diesen \u201eheiligen Zorn\u201c habe ich geerbt, vermutlich von meiner Mutter, die Ungerechtigkeit in ihrem Umfeld niemals unwidersprochen hinzunehmen vermochte.<\/p>\n<p><strong>DS: Was sind andere Themen, f\u00fcr die Sie sich einsetzen m\u00f6chten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herlge Lindh: &#8222;<\/strong>Wer an der Zukunft Wuppertals arbeiten m\u00f6chte, muss sich dem Thema \u201eIntegration\u201c stellen. Zuwanderung pr\u00e4gt diese Stadt. Vielfalt macht Wuppertal lebendig, zugleich sind Unsicherheiten und \u00c4ngste im Raum. Schauen wir hin. Stellen wir uns offensiv dieser Frage. Als Vorsitzender des Integrationsrates habe ich mich dem Thema in den letzten Jahren intensiv gestellt. Integration ist kein abstrakter politischer Diskurs und ebenso kein multikulturelles Sommerfest, sondern harte Arbeit. Ein t\u00e4gliches Ringen um Zusammenleben und das Nutzen von Chancen. Das bedarf konkreter Auseinandersetzung mit Menschen, Biografien, Lebenswelten, und das bedarf hoher Verbindlichkeit. \u201eWir schaffen das\u201c reicht nicht.<\/p>\n<p>Der Themenblock Digitalisierung, Mobilit\u00e4t, Energiewende ist eine weitere wichtige Fragestellung. Technologie ist kein Allheilmittel und kann uns nicht die Aufgabe abnehmen, unser Zusammenleben zu gestalten. Die Frage lautet: Was ist sozial modern, wie sieht die Zukunft der Arbeit aus, und wie buchstabieren wir Respekt und gegenseitige Verantwortung unter diesen technologischen wie \u00f6kologischen Bedingungen aus? Wir tun gut daran, \u00fcber die n\u00e4chste Wahl hinauszudenken. Und vergessen wir nicht, dass unsere Demokratie \u2013 langsam, m\u00fchsam, manchmal wenig sexy &#8211; die beste alle Regierungsformen ist. Sie ist kein Selbstl\u00e4ufer und permanent gef\u00e4hrdet, wie wir an dem weltweiten Wahnsinn um uns herum und am Siegeszug des Populismus und Nationalismus erfahren.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Was k\u00f6nnen Sie besser als die anderen Kandidaten?<\/strong><\/p>\n<p>Helge Lindh:<strong> &#8222;<\/strong>Es steht mir nicht zu, die anderen Kandidaten zu beurteilen. Das w\u00e4re unangemessen. Meine St\u00e4rken sind Zuh\u00f6ren, Geduld und die Bereitschaft, sich vom Leben anderer Menschen irritieren und ber\u00fchren zu lassen und daf\u00fcr eine Sprache zu finden. Vor allem neige ich zu einer ausgesprochenen Hartn\u00e4ckigkeit. Hartn\u00e4ckigkeit ist die wirkungsvollste Waffe gegen Ignoranz und Gleichg\u00fcltigkeit. Dinge beim Namen zu nennen liegt mir. Dinge teilnahmslos geschehen zu lassen und hinzunehmen, ist gewiss nicht meine St\u00e4rke.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie rechnen Sie sich Ihre Chancen bei der Wahl aus?<\/strong><\/p>\n<p>Helge Lindh:<strong> &#8222;<\/strong>Diese Frage stelle ich mir nicht. Auf Basis meiner \u00dcberzeugungen und als der, der ich bin, stehe ich zur Wahl. Unerm\u00fcdlich k\u00e4mpfe ich mit all meinen Kr\u00e4ften um jede Stimme in meinem Wahlkreis. Das erf\u00fcllt mich, denn ich liebe Wuppertal. Ich f\u00fchle mich eins mit dieser Stadt. Das nennt man wohl Heimat. Am Ende entscheiden die W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Redakteur Jan Filipzik hat f\u00fcr Sie die Wuppertaler Bundestags-Kandidaten unter die Lupe genommen und sie gefragt, was sie f\u00fcr Wuppertal erreichen wollen, sollten sie am 24.09. gew\u00e4hlt werden. Wir stellen Ihnen die Kandidaten und ihre Ziele in unserer Serie &#8222;Wahl-Check&#8220; vor:<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":16785,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26],"tags":[4404,4896,206],"class_list":["post-16787","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik","tag-bundestagswahl","tag-helge-lindh","tag-spd"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-12 14:55:24","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16787","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16787"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16787\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48378,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16787\/revisions\/48378"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16785"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16787"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16787"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16787"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}