{"id":16313,"date":"2017-08-09T10:38:38","date_gmt":"2017-08-09T08:38:38","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2017\/08\/09\/tine-eckehard-lowisch-halt-an-der-kunststation-2\/"},"modified":"2022-12-06T22:13:37","modified_gmt":"2022-12-06T21:13:37","slug":"tine-eckehard-lowisch-halt-an-der-kunststation-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2017\/08\/09\/tine-eckehard-lowisch-halt-an-der-kunststation-2\/","title":{"rendered":"Tine &#038; Eckehard Lowisch: Halt an der &#8222;KunstStation&#8220;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_45316\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 957px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-45316\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/BA9I8503-2-947x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"947\" height=\"1024\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Eckehard Lowisch mit seiner Engels-Figur, die zeitweise in Tony Craggs Skilpturenpark Waldfrieden ausgestellt war &#8211; \u00a9 Ralf Silberkuhl<\/span><\/div>\n<p>Christian von Grumbkow, erfolgreicher Maler und fr\u00fcherer Musiker (Gr\u00fcndungsmitglied und Gitarrist der bekannten Wuppertaler ART-Rock-Band H\u00f6elderlin) hat sich mit Tine und Eckehard Lowisch unterhalten.<\/p>\n<p><strong>CvG: Seit wann befassen Sie sich mit dem Thema Kunst ?<\/strong><\/p>\n<p>Eckehard Lowisch: \u201eSeit der 5. Klasse. Die Aufgabe hie\u00df: Was ist Kunst? Meine ganze Familie hat sich mit dieser Hausaufgabe besch\u00e4ftigt, die ein ganzes Schuljahr dauerte. Die Mappe habe ich immer noch.\u201c<\/p>\n<p><strong>CvG: Gab es f\u00fcr Sie ein Schl\u00fcsselerlebnis ?<\/strong><\/p>\n<p>Tine Lowisch: \u201eIch erinnere mich noch gut daran, dass meine Eltern (Abonnenten der Wuppertaler B\u00fchnen) nach Tanzabenden im Schauspielhaus wenig begeistert nach Hause kamen. Als 10j\u00e4hrige habe ich dann meiner Katze den Namen Pina gegeben und konnte es kaum abwarten, alt genug zu sein, um selbst hingehen zu d\u00fcrfen.\u201c<\/p>\n<p><strong>CvG: F\u00fchren Sie Ihre Galerie hauptberuflich oder als Nebenjob?<\/strong><\/p>\n<p>Tine &amp; Eckehard Lowisch: \u201eWeder noch, wir stellen mit der KunstStation lediglich eine Galerie dar. Unser Projekt ist ein performativer Umgang mit dem System Galerie. Wir sind ein nicht-kommerzieller Projektraum f\u00fcr gegenw\u00e4rtige, k\u00fcnstlerische Positionen.\u201c<\/p>\n<p><strong>CvG: Was muss man mitbringen, um Kunst vermitteln zu k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>Eckehard Lowisch: \u201eMeinen Sie mit vermitteln, vermarkten ? Theoretisch kann man jedes Produkt vermarkten, wenn man ein guter Gesch\u00e4ftsmann ist&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Tine Lowisch: \u201e&#8230;da muss man auch nichts von Kunst verstehen. In der KunstStation vermarkten wir keine Kunst , wir vermitteln Kunstverst\u00e4ndnis.\u201c<\/p>\n<p><strong>CvG: Nach welchen Kriterien w\u00e4hlen Sie K\u00fcnstler aus, deren Werke Sie ausstellen?<\/strong><\/p>\n<p>Tine &amp; Eckehard Lowisch: \u201eDie Arbeiten m\u00fcssen uns auf Anhieb touchen.\u201c<\/p>\n<p><strong>CvG: Gibt es Kunst, die Sie strikt ablehnen?<\/strong><\/p>\n<p>Tine &amp; Eckehard Lowisch: \u201eJa. Kunst, die keine ist. Kunst, die also nicht von K\u00fcnstlern ist.\u201c<\/p>\n<p><strong>CvG: Ist es heute leichter, oder schwerer vom Verkauf von Kunstwerken zu leben?<\/strong><\/p>\n<p>Tine Lowisch: \u201eEinigen wenigen K\u00fcnstlern werden ihre Kunstwerke aus den H\u00e4nden gerissen. Da wird dann schon einmal verkauft, bevor \u00fcberhaupt produziert worden ist. Vielen, vielen anderen hingegen wird der Verkauf immer nur in Aussicht gestellt. Und von der Hoffnung allein, auch wenn sie zuletzt stirbt, kann ein K\u00fcnstler schwer leben.\u201c<\/p>\n<p><strong>CvG: Wie gehen Sie mit Kunden um, die Kunst lediglich als Einrichtungsgegenstand sehen \u2013 wie eine Vase, oder eine Lampe ?<\/strong><\/p>\n<p>Eckehard Lowisch: \u201eViele Kunden, die heutzutage Kunst kaufen, sehen das eben genau so. Dazu kommt, dass das meiste, was heute in Galerien, oder auf Kunstmessen angeboten wird, eben keine Kunst ist. Wir haben in der KunstStation also noch jede Menge Arbeit vor uns.\u201c<\/p>\n<p>Tine Lowisch: \u201e&#8230; eigentlich ist es, glaube ich, nicht so viel Arbeit, wie du denkst. Die Zeiten, dass Kunst gekauft wurde, um die Haltung eines K\u00fcnstlers zu st\u00e4rken, sind ja noch gar nicht so lange vorbei, da kommen wir schon wieder hin.\u201c<\/p>\n<p><strong>CvG: Wie ist es im digitalen Zeitalter um den K\u00fcnstler-Nachwuchs bestellt?<\/strong><\/p>\n<p>Tine &amp; Eckehard Lowisch: \u201eDie digitalen M\u00f6glichkeiten stellen eine Z\u00e4sur dar. Heutzutage kann man am Smartphone eine Skulptur generieren. Und das kann der Nachwuchs besser als wir. Was das f\u00fcr einen k\u00fcnstlerischen Wert beh\u00e4lt, k\u00f6nnen wir heute noch nicht einsch\u00e4tzen.\u201c<\/p>\n<p><strong>CvG: Welche Art von Kunst haben Sie zu Hause an Ihren W\u00e4nden h\u00e4ngen?<\/strong><\/p>\n<p>Tine &amp; Eckehard Lowisch: \u201eAn unseren roh verputzten, wei\u00dfen W\u00e4nden h\u00e4ngen Lithographien, Collagen, \u00d6lschinken, Handzeichnungen und Steine. Fotos h\u00e4ngen bei uns am K\u00fchlschrank.\u201c<\/p>\n<p><strong>CvG: Nach welchen Kriterien entscheiden Sie beim Kauf von Kunst f\u00fcr den privaten Bereich?<\/strong><\/p>\n<p>Tine &amp; Eckehard Lowisch: \u201eQualit\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p><strong>CvG: Haben sie bereits einmal bei der Auswahl eines K\u00fcnstlers und seiner Werke f\u00fcr eine Ausstellung in Ihrem Kunstraum v\u00f6llig daneben gelegen?\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Tine &amp; Eckehard Lowisch: \u201eJa, einmal.\u201c<\/p>\n<p><strong>CvG: Wie \u00fcberzeugen sie Ihre Kunden davon, einen gro\u00dfen Bogen um Flie\u00dfbandkunstwerke \u00e0 la IKEA, oder anderer M\u00f6belh\u00e4user zu machen und stattdessen entschieden mehr Geld auszugeben?<\/strong><\/p>\n<p>Eckehard Lowisch: \u201eIKEA-Kunst unterscheidet sich aus meiner Sicht heute kaum noch von Kunstmarkt-Kunst. Kurioserweise habe ich letzten Sommer IKEA Wuppertal als Kunden gewonnen und konnte die Gesch\u00e4ftsleitung \u00fcberzeugen, eins meiner gro\u00dfformatigen Werke, ein Original und Einzelst\u00fcck, das vorher vor dem Engelshaus stand, in ihren Bestand aufzunehmen.\u201c<\/p>\n<p><strong>CvG: Ist Galerist ein Beruf mit Zukunft, oder l\u00e4uft auch ihnen das Internet irgendwann den Rang ab?<\/strong><\/p>\n<p>Tine Lowisch: \u201eDas Internet sind wir alle, und nach unserer Auffassung m\u00fcssen wir mit gro\u00dfer Expertise ausgestattet sein, um es in den Griff zu bekommen. Die Auswirkungen des Internets sind aus menschlicher Sicht nicht mehr zu bew\u00e4ltigen. Nach Stephen Hawking hat die Menschheit sowieso nur noch ca. 70 Jahre. Gerade einmal solange, wie es den sogenannten Kunstmarkt \u00fcberhaupt gibt.\u201c<\/p>\n<p><strong>CvG: Wie gro\u00df ist die Konkurrenz in der Galerie-Szene untereinander?<\/strong><\/p>\n<p>Eckehard Lowisch: \u201eHaifischbecken. Gut, dass wir keine Galeristen sind.\u201c<\/p>\n<p><strong>CvG: Vielen Dank f\u00fcr das offene, informative Gespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserer neuen Kultur-Reihe \u201eWuppertal \u2013 Deine Galerien\u201c hat der Wuppertaler Maler Christian von Grumbkow das Ehepaar Tine und Eckekard Lowisch besucht und interviewt.\u00a0Tine &#038; Eckehard Lowisch betreiben im alten Bahnhof Vohwinkel die Galerie \u201eKunstStation\u201c &#8211; eine &#8222;Haltestelle&#8220; f\u00fcr K\u00fcnstler und Kunstinteressierte.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":16311,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[75,3287,4721,4464],"class_list":["post-16313","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur","tag-christian-von-grumbkow","tag-kunststation","tag-tine-eckehard-lowisch","tag-wuppertal-deine-galerien"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-22 16:00:44","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16313","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16313"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16313\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58869,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16313\/revisions\/58869"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16311"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16313"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16313"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16313"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}