{"id":15789,"date":"2020-01-19T06:27:21","date_gmt":"2020-01-19T05:27:21","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2017\/07\/07\/hans-richter-wuppertal-ist-sein-wien\/"},"modified":"2025-05-12T18:54:33","modified_gmt":"2025-05-12T16:54:33","slug":"hans-richter-wuppertal-ist-sein-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2020\/01\/19\/hans-richter-wuppertal-ist-sein-wien\/","title":{"rendered":"Der gro\u00dfe Schauspieler Hans Richter: Wuppertal ist sein Wien"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_59031\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 874px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-59031\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Hans-Rchter-Uwe-Schinkel-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"864\" height=\"626\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der begnadete Schauspieler Hans Richter &#8211; \u00a9 Wuppertaler B\u00fchnen \/ Uwe Schinkel<\/span><\/div>\n<p>Er ist ein Charakter-Kopf, der die Theater-Szene Wuppertals entscheidend mitgepr\u00e4gt hat. In seiner geliebten Wahlheimat Wuppertal hat der geb\u00fcrtige Karlsruher mit italienischem Pa\u00df in \u00fcber 200 Rollen auf der B\u00fchne des Schauspielhauses gestanden. Bundesweit bekannt wurde Hans Richter durch den erfolgreichen TV-Vierteiler \u201ePiefke-Saga\u201c.<\/p>\n<p>Und auch in dem von Wuppertalern in Wuppertal produzierten Kino-Film \u201eKing Ping\u201c stand er trotz geringer Gage mit \u00dcberzeugung vor der Kamera. Schauspieler, Regisseur und Dozent. Die B\u00fchne ist seine Leidenschaft.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-83834\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Hand-aufs-Herz-88510200.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"66\" \/><\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind in Karlsruhe geboren. Bei Wikipedia werden Sie als deutsch-\u00f6sterreichischer-italienischer Schauspieler bezeichnet. K\u00f6nnen Sie uns das einmal erkl\u00e4ren?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eGanz einfach: Meine Eltern sind S\u00fcdtiroler. 1938 sind sie dann nach Karlsruhe gezogen. Und dort wurde ich dann geboren. Kurz vor Ende des Krieges sind wir dann wieder nach Italien zur\u00fcckgegangen. Und deshalb habe ich heute einen italienischen Pass. Die Idioten vom Amt haben dort Giangiorgio reingeschrieben, in meinem Taufschein steht allerdings Hansj\u00f6rg. Das hat jetzt bei der Pa\u00df-Verl\u00e4ngerung im italienischen Generalkonsulat in K\u00f6ln zu Riesen-Problemen gef\u00fchrt. Der Beamte fragte mich: \u201aWie hei\u00dfen Sie jetzt eigentlich? Giangiorgio wie im Pa\u00df oder Hansj\u00f6rg wie auf dem Taufschein?\u2018 Dann gab es R\u00fcckfragen beim Einwohnermeldeamt in Bozen. Zum Schlu\u00df habe ich dann v\u00f6llig genervt gesagt: Ich hei\u00dfe Giangiorgio. Hans ist mein K\u00fcnstlername. Basta!\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben schon mit acht Jahren privaten Schauspiel-Unterricht genommen und auf der B\u00fchne gestanden, welche Rollen haben Sie damals gespielt?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eDie gr\u00f6\u00dfte Zeit meiner Jugend habe ich in Wien verbracht und war dort Mitglied der \u201aWiener S\u00e4ngerknaben\u2018. Ich bin mit acht Jahren ganz allein in die Hofburg gefahren, wo die Proben stattfanden. Schon nach einem halben Jahr habe ich es dann in den sogenannten Reise-Chor geschafft. F\u00fcr uns S\u00e4ngerknaben gab es die denkbar beste Musik-Ausbildung. In den Konzerten und auf Tourneen haben wir Kurz-Opern gespielt &#8211; von Haydn oder Offenbach. Und da habe ich gelernt, mich auf der B\u00fchne als Darsteller zu pr\u00e4sentieren. Das war eine tolle Schule f\u00fcr sp\u00e4ter.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: War diese fr\u00fche B\u00fchnen-Erfahrung so etwas wie der Schl\u00fcssel des Erfolges in ihrer sp\u00e4teren Schauspieler-Karriere?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eDas kann man durchaus so sagen. Es hat mir von Anfang an einen Riesen-Spa\u00df gemacht, auf der B\u00fchne zu agieren. Da gibt es eine kleine Anekdote. Ich war zw\u00f6lf Jahre alt und ich bin mit den Wiener S\u00e4ngerknaben in der Royal Albert Hall in London aufgetreten. Da haben wir eine Oper von Haydn gespielt. Der Inhalt: T\u00fcrken sind in eine Stadt eingefallen, haben eine Apotheke besetzt und dort flogen die Fetzen. Dabei ist eine Dose zum B\u00fchnenrand gerollt und drohte herunter zu fallen. Ich bin dahin gerannt und habe sie in letzter Sekunde mit dem Fu\u00df gestoppt. Daf\u00fcr bekam ich vom Publikum einen Riesen Sonderapplaus.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind am Anfang Ihrer Karriere als singender Alleinunterhalter in einer Wiener Bar aufgetreten. Welcher Lieder haben Sie da gesungen?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eIch habe querbeet alles gesungen, Operetten-Klassiker, Chansons, Kinderlieder und das alles in zig Sprachen. Da stimmte kein Wort, aber die Leute haben das begeistert gefressen. Das war Kult. Leben konnte ich davon eigentlich nicht. Ich bekam zu essen und zu trinken. Aber ich hatte einen Riesenspa\u00df. Und es hat sich f\u00fcr mich insofern gelohnt, dass ich in der Bar meine Frau kennen gelernt habe.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Haben Sie danach irgendwann noch einmal auf der B\u00fchne gesungen?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eIch war sp\u00e4ter noch einmal Mitglied in einem M\u00e4nner-Chor namens \u201eMusica Antiqua\u201c. Da haben wir eine Oper in lateinischer Sprache aufgef\u00fchrt, die M\u00f6nche in Paris geschrieben hatten. Wir sind damit auf Tournee gegangen. Jahre sp\u00e4ter haben wir das St\u00fcck mit Wuppertaler Musikern und S\u00e4ngern dann noch einmal mit gro\u00dfem Erfolg in der \u201ab\u00f6rse\u2018 pr\u00e4sentiert.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie waren an renommierten Theatern wie dem Wiener Theater in der Josefstadt. Inwieweit hat Sie das gepr\u00e4gt?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eIch habe dort sehr viel gelernt. Ich galt als gro\u00dfes Talent, aber ich habe auch irgendwann gesp\u00fcrt: Ich muss da weg, ich mu\u00df weiter. Mir fehlte dort einfach der Prominenten-Status. Ich war dann noch am Landestheater in Bregenz. Aber auch da wurde es mir zu eng. Da habe ich dann am Theater in Wuppertal vorgesprochen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_59037\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 374px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-59037\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/51KVIk9JQ9L.jpeg\" alt=\"\" width=\"364\" height=\"500\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der in Wuppertal produzierte Film &#8222;King Ping&#8220;, in dem Hans Richter auch mitspielte &#8211; Schr\u00f6der Media HandelsgmbH &#8211; ASIN: BOOIJSG4SC<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Waren die Wuppertaler B\u00fchnen da nicht sogar ein kleiner Abstieg f\u00fcr Sie?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eUm Gotteswillen, nein! Das war genau der richtige Schritt. Ein Kollege hatte mir den Tipp gegeben, dass es im Wuppertaler Ensemble einen Schauspielerwechsel geben w\u00fcrde. Ich war damals schon junger Familienvater, mein Sohn war in der Steiermark geboren, meine Tochter kam in Wuppertal zur Welt. Und jetzt kam ich an eines der besten deutschsprachigen Theater. Claus Peymann und Peter Zadek haben hier inszeniert, Bernhard Minetti u.a. den \u201aK\u00f6nig Lear\u2018 gespielt. Alles, was Rang und Namen hatte. Ich war jetzt an einem tollen Theater und ganz nebenbei hatte sich meine Gage verdoppelt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Haben Sie den Schritt seither jemals bereut?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eEigentlich nie. Es gab einen Moment unter Intendant Holk Freytag, da habe ich gedacht: Jetzt muss ich auch einmal weg aus Wuppertal. Dann hat mich der Hans-G\u00fcnther Heyme nach Essen geholt. Wir haben dann zusammen drei St\u00fccke gemacht und schon ist der Heyme wieder weiter gewandert nach Bremen. Er hat seine Lieblinge mitgenommen und zu mir gesagt: \u201aHans, wir warten noch ein bi\u00dfchen\u2018. Dann hat mich Freytag angerufen und mich gebeten: \u201aHans komme wieder zur\u00fcck nach Wuppertal!\u2018 Ich bin dann gern zur\u00fcck gegangen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben am Wuppertaler Theater rund 200 Rollen gespielt. Von wie vielen der Rollen beherrschen Sie heute noch den Text?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eEhrlich gesagt, von ganz wenigen. Es gibt ein einziges St\u00fcck, von dem ich den Text nie vergessen habe. Das ist der \u201aMonolog eines Affen\u2018 von Franz Kafka Den beherrsche ich quasi nachts im Schlaf. Den Monolog habe ich im letzten Jahr zweimal im \u201eKontakthof\u201c in der Gen\u00fcgsamkeitsstrasse vorgetragen. Das hat mir sehr viel Freude bereitet.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Gibt es ein St\u00fcck, das Sie nie wieder spielen w\u00fcrden?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eOh, Gott, das St\u00fcck \u201eLeonce und Lena\u201c von Georg B\u00fcchner. Das haben wir hier dreimal gespielt und dreimal in den Sand gesetzt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben praktisch alle Klassiker gespielt, gibt es f\u00fcr Sie so etwas wie eine Lieblingsrolle?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eJa, die gibt es: Den Puck im \u2019Sommernachtstraum\u2019, das ist eine wundersch\u00f6ne Rolle. Meine zweite Lieblingsrolle ist die des Sosias in der Tragikkom\u00f6die \u201aAmphitryon\u2018 von Heinrich von Kleist. Diese Traum-Rolle hatte mir der ehemalige Intendant Leo Kuck angeboten.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben einige Gast-Rollen am Schauspielhaus Essen oder D\u00fcsseldorf angenommen. Wie wichtig waren diese Erfahrungen f\u00fcr Ihr Sie ?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eIn D\u00fcsseldorf habe ich beispielsweise in \u201eArsen und Spitzenh\u00e4ubchen\u201c den Dr. Hermann Einstein gespielt, als ich f\u00fcr einen erkrankten Kollegen einspringen durfte. Das war eine ganz tolle Erfahrung.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind Schauspieler, Regisseur (z.B. TIC-Theater) und Dozent. Wo sehen Sie selbst Ihren Schwerpunkt?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eMittlerweile eher in der Regie. Ich war einmal Dozent an der Musikhochschule &#8211; und das hat mir auch Riesenspass gemacht. Das hat zwei Jahre gehalten. Aber dann haben wir mit dem Ensemble der Wuppertaler B\u00fchnen jedes Jahr das Weihnachtsst\u00fcck aufgef\u00fchrt. Daf\u00fcr musste ich dann leider das Wintersemester an Musikhochschule ausfallen lassen. Das konnte ich den Studenten aber auf Dauer nicht zumuten. Deshalb habe ich schweren Herzens den Dozenten-Job aufgegeben. Ich hatte dann noch vier Jahre lang eine Sommer-Akademie in der Steiermark. Die Kurse dauerten 14 Tage. Daraus sind auch viele gro\u00dfe Opern-Talent hervor gegangen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: \u201eWie sehen Sie die Entwicklung des Schauspiels an sich und wie sehen Sie die Entwicklung der Wuppertaler B\u00fchnen jetzt aus Ihrem Blickwinkel als Zuschauer?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eIch glaube, dass sich die Generationen ausgetauscht haben. Theater wurde fr\u00fcher getragen vom B\u00fcrgertum. Es gab damals die Volksb\u00fchne als gr\u00f6\u00dfte Organisation des Theaters mit etwa 10.000 Abonnenten, heute sind es maximal noch knapp 1.000. Wir waren ja froh, als der Jochen Schroeder in Wuppertal mit der Boulevard-B\u00fchne angefangen hat. Ich habe ja auch selbst sehr viele Boulevard-St\u00fccke im TIC inszeniert. Aber das hat sich letztlich nicht ausgezahlt. Die Zuschauer lieben heute die Klassiker nach wie vor, aber sie sind auch neugierig auf neuere St\u00fccke, sind neugierig auf neue Darsteller. Thomas Brauss bringt fabelhafte Leistung als Schauspieler. Und das macht er ja auch als Intendant so weiter.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Welchen Tipp geben Sie jungen Menschen mit auf den Weg, die Schauspieler werden wollen?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eGanz wichtig ist eine gute Ausbildung, in der man das Handwerk richtig erlernt. Wie man mit der Sprache umzugehen hat und mit der Mimik. Ich sehe jetzt h\u00e4ufig im Fernsehen Schauspieler, die Probleme mit der Sprache haben umgehen und sogar Superstars, die nuscheln. Das finde ich ganz schrecklich. Ich mu\u00df als Darsteller das Thema des St\u00fcckes erkennen und ich muss brennen, wenn ich auf der B\u00fchne stehe. Junge Kolleginnen und Kollegen brauchen den langen Atem und d\u00fcrfen nicht gleich auf den Zug des Fernsehens aufspringen. Das ist leicht, wenn die richtige Fresse hast oder die richtige Figur.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie selbst haben ja Kino- sowie Fernseh-Filme gedreht oder in TV-Serien wie \u201eBalko\u201c oder \u201eDie Kommissarin\u201c mitgespielt. Sie haben mal durchblicken lassen, dass Sie nicht zuletzt des Geldes wegen getan haben. Ist das nicht ein wenig unfair den Produzenten und dem Publikum gegen\u00fcber?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eNein das ist es nicht, ich stehe ja auch dazu. Ich habe ja schon mit elf Jahren meinen ersten TV-Film gedreht, der hie\u00df \u201eDer sch\u00f6nste Tag meines Lebens\u201c mit Michael Ande und Paul H\u00f6rbiger. Der Film wird heute immer noch gezeigt, dabei finde ich ihn so schrecklich. Es geht um einen Fl\u00fcchtlingsjungen aus Ungarn, der dann bei den Wiener S\u00e4ngerknaben Karriere macht. Sp\u00e4ter haben ich dann gemeinsam mit Kurt Weinzierl einen Film gedreht, der die Geschichte des jungen Hitler schilderte, der damals in einem Wiener Obdachlosenheim lebte. Da hatten wir tolle Szenen und da habe ich zum ersten Mal geschnuppert, wie toll es sein kann, Fernsehen zu machen und mit Film zu arbeiten. Die \u201ePiefke-Saga\u201c war eindeutig der bisherige H\u00f6hepunkt meiner Fernseh-Karriere.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie waren bei \u201eRomeo &amp; Julia\u201c,der gro\u00dfen B\u00fchnen-Produktion von Robert Sturm dabei und sollten auch bei \u201eDon Quijote\u201c eine Rolle spielen, mussten aber aus privaten Gr\u00fcnden absagen. Was reizt Sie an solchen Produktionen?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eEinmal etwas ganz Anderes zu machen! Und mich hat das Engagement und die Begeisterung angesteckt, die von Markus Riedel kam. Was er angestellt hat, um das Entstehen einer Theater-Auff\u00fchrung zu gew\u00e4hrleisten, das ist unfassbar! Wir haben nie das Gef\u00fchl gehabt, geduldet zu sein. Gastgeber im besten Sinne des Wortes.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sind solche Crossover-Produktionen wie \u201eRomeo &amp; Julia\u201c oder \u201eDon Quijote\u201c das Schauspiel der Zukunft?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eIch glaube, dass solche Produktionen als attraktive Erg\u00e4nzungen neben den normalen Stadttheatern laufen werden. Wenn Robert Sturm wieder einmal ruft, werde ich mich nicht scheuen, wieder dabei zu sein. Er schafft es, mit sehr viel Enthusiasmus solche Leute zusammen zu holen wie Tony Cragg, die Leute von Pina wie Jean Laurent Sasportes und er schafft es auch, Publikum in die Halle zu ziehen, was nicht einfach ist. Vor Robert Sturm ziehe Ich den Hut. Ich mag ihn sehr, er ist ein so liebenswerter Mensch, der niemanden weh tun will.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Gibt es f\u00fcr Sie noch so etwas wie eine Traumrolle oder ein Traumprojekt?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eIch w\u00fcrde gern einmal Shakespeares \u201aK\u00f6nig Lear\u2018 spielen. Ehrlich gesagt, wei\u00df ich wei\u00df gar nicht, ob ich in der Rolle gut w\u00e4re und ob ich sie \u00fcberhaupt k\u00f6rperlich durchhalten w\u00fcrde.\u201c<\/p>\n<p>D<strong>S: Seit 45 Jahren leben Sie in Wuppertal. F\u00fchlen Sie sich als echter Wuppertaler oder kehren Sie der Stadt \u00e4hnlich wie Ingeborg Wolff, die nach Leibzig gezogen ist, noch einmal den R\u00fccken?<\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter: \u201eNie mehr! Als ich Rente gegangen bin, habe ich noch gro\u00dfkotzig gesagt: \u201aJetzt ziehe ich zur\u00fcck nach Wien\u2018. Wir haben dort eine wundersch\u00f6ne Wohnung im 1. Bezirk. Meine Frau und ich fahren auch regelm\u00e4ssig nach Wien verbringen die Zeit dann auch in unserer Wohnung. So sch\u00f6n sie auch ist, sie liegt mitten in der Stadt und wir haben dort keinen Garten. Den habe ich aber hier an meinem Wuppertaler Haus. Ich kann ich das Gras riechen, die Blumen, die B\u00e4ume und die Fr\u00fcchte. Hier kann ich im Sommer in Badehose im Garten arbeiten. Das m\u00f6chte ich nicht mehr missen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das interessante, offene Gespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_59033\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 286px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-59033\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Hans-Rchter-Uwe-Schinkel-3.jpeg\" alt=\"\" width=\"276\" height=\"346\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Hans Richter &#8211; \u00a9 Uwe Schinkel<\/span><\/div>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Vita Hans Richter<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Hans Richter wurde 1943 in Karlsruhe geboren. Seine Eltern stammen aus S\u00fcdtirol. Deshalb besitzt Hans Richter, in dessen Pa\u00df der Name Giangiorgio verwegt ist, die italienische Staatsb\u00fcrgerschaft. Er wuchs in Wien auf und war Mitglied der ber\u00fchmten \u201aWiener S\u00e4ngerknaben\u2018.<\/p>\n<p>Bereits mit acht Jahren besuchte Hans Richter einen private Schauspielschule. Mit elf Jahren stand Hans Richter erstmals vor der Kamera, drehte mit Michael Ande und Paul H\u00f6rbiger den Film \u201eDer sch\u00f6nste Tag meines Lebens\u201c. Er bekam einen Anf\u00e4ngervertrag am Wiener Theater in der Josefstadt, 1969 wechselte er an dasLandestheater Bregenz am Bodensee. 1972 sprach er bei den Wuppertaler B\u00fchnen vor und wurde genommen. Seither hat er hier \u00fcber 200 Rollen verk\u00f6rpert. Mit dem TIC-Theater inszenierte er als Regisseur 27 St\u00fccke.<\/p>\n<p>Hans Richter, der auch in dem in Wuppertal produzierten Kinofilm \u201eKing Ping\u201c mitspielte, war auch immer wieder im TV pr\u00e4sent. Seinen gr\u00f6\u00dften Erfolg feierte er als Darsteller des Hans Wechselberger n dem Vierteiler \u201ePiefke-Saga\u201c.<\/p>\n<p>Seine Ehefrau Brigitte (O-Ton Hans Richter: \u201eEin Juwel aus der Steiermark\u201c) lernte Hans Richter kennen, als er als S\u00e4nger die G\u00e4ste eines Wiener Lokals mit Liedern unterhielt.<\/p>\n<p>Sohn Fridolin wurde in Wien geboren und ist in einer Internet-Universit\u00e4t t\u00e4tig. Tochter Katharina kam in Wuppertal zur Welt und arbeitet hier in einer Textilfirma.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wuppertal\u00a0ist sein Wien. Der erfolgreiche Schauspieler, Regisseur und Dozent Hans Richter\u00a0f\u00fchlt sich hier im Tal zuhause. Der bescheidene Mime steht gerade aktuell als &#8222;der alte Knecht&#8220; in dem St\u00fcck &#8222;Das Missverst\u00e4ndnis&#8220; in Wuppertal auf der B\u00fchne (Termine weiter unten). Hans Richter ist ein Mann der klaren Worte. 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